Flurfunk
07.06.2018

Wovon (angehende) Gründer*innen träumen
Nachlese zu unserer Blogparade #meingruendertraum

Businessplan, Altersvorsorge, Finanzierung: Der Weg von der Geschäftsidee bis zur Gründung ist mit vielen anspruchsvollen Aufgaben gepflastert. Was treibt Menschen an, ihn einzuschlagen? Dieser Frage wollten wir mit einer Blogparade auf den Grund gehen. Unter #meingruendertraum haben wir Blogger*innen aufgerufen zu erzählen, welche Träume ihre Gründungspläne befeuern, welche Hürden sich ihnen in den Weg stellen und welche Hilfen sie sich wünschen.

Der Hauptgewinn, eine mehrstündige Geschäftsmodellberatung von Businesspilot im Wert von 500 EUR, geht an: Bärbel Klein

Neun weitere Teilnehmer*innen erhalten jeweils ein Exemplar „Das Richtige gründen: Werkzeugkasten für Unternehmer“ von Patrick Stähler zugeschickt.

Acht Blogger und drei Bloggerinnen sind unserem Aufruf gefolgt und gewähren in ihren Beiträgen Einblick in ihre Gedanken und Hoffnungen rund um die Gründung. Mehrere von ihnen sind bereits selbstständig. Sie blicken in ihren Texten zurück auf ihre Anfangsjahre, verraten aber auch, dass das Träumen nach der Gründung nicht vorbei ist – im Gegenteil.

Vielen Dank an alle Teilnehmer*innen für ihre Offenheit und die interessanten Geschichten! Wir haben nicht nur elf individuelle Gründer-Perspektiven kennengelernt, sondern auch einige Gemeinsamkeiten feststellen können.

Gründerpersönlichkeiten passen in keine Schablone

Elf Blogbeiträge, elf sehr individuelle Persönlichkeiten – das fällt schnell auf, wenn man die Texte liest. Wie zum Beispiel diese Anekdote, die Erkan von industrial-engineering-vision.de erzählt: Einst habe ihm eine Berufsberaterin bescheinigt, seine Interessen – Technik, Optimierung, Handel – seien nicht kompatibel. „Sie hatte Unrecht, wie sich später herausstellte“, schreibt er heute. Oder Bärbel aka „Farbenfreundin“: Sie bloggt seit bald zehn Jahren, hat sich außerdem eine Social-Media-Nische abseits vom Mainstream eröffnet: „Meine Altersgruppe mag eben nicht von zwanzigjährigen Influencern beschallt werden.“ Am Deutlichsten sagt es wahrscheinlich Kevin von kevinjackowski.com: „Alles in allem kann ich die Frage ‚Wie lautet(e) dein Gründertraum’ nicht mit einem konkreten Satz, oder einem Ziel beantworten, da meine Gedanken, Ideen, Tätigkeiten und Ziele sehr umfassend und facettenreich sind.“ Kurz: Wer seine Themen und Interessen im Angestelltenleben nicht vereinen kann, sollte über eine Gründung nachdenken.

Antrieb: Leidenschaft

Dazu passt, dass die Blogger*innen viel Leidenschaft für ihre Projekte aufbringen. So schreibt zum Beispiel Peer von selbstaendig-im-netz.de: „Ich bin jemand, der lieben muss, was er tut. Einfach nur wegen des Geldes zu arbeiten, würde mir sehr schnell jegliche Motivation rauben.“ Auch für Erkan von industrial-engineering-vision.de spielen Leidenschaft und Faszination eine wichtige Rolle: „Mein Traum war es schon immer, ein produzierendes Unternehmen zu gründen, weil es mich fasziniert, wie man Dinge macht.“ Außerdem geht es ihm „um Freiheit und um eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Ich möchte meine Ideen umsetzen und für meinen Traum arbeiten und nicht für den Traum eines anderen.“

In diese Richtung gehen auch die Träume von Johanna, Autorin des „Keine-Superhelden-Blogs. Sie beschreibt dort, wie schön und befreiend es sei, sich seine Zeit frei einteilen zu können und als Selbstständige nach eigenen Regeln und ortsunabhängig arbeiten zu können. Ihr Tipp: Trau dich deine Träume in die Tat umzusetzen und mach dich selbstständig! Stecke dir auf dem Weg zu deinem großen Traum kleine Ziele, an denen du dich entlanghangelst, bis du deinen Traum in die Tat umgesetzt hast.

Alexander von Ruby & Lion aus Tübingen hat eine klare Vorstellung, wie sein Traum aussehen würde, wenn ihn nichts hindern würde: „Ich würde in unserer hübschen jungen Stadt mit viel Fachwerkhäusern und jungen und alten Menschen einen Digital Arts & Culture Room für Kids und Jugendliche eröffnen, abends für Erwachsene."

Und Tobias Buchwald, Mitgründer von DayCare Technology schreibt: „Es ist #meingruendertraum durch eine Unternehmensidee ein relevantes Problem für viele Menschen zu lösen. Würde mich nichts hindern, dann wäre unsere Idee - 360° Aufnahmen für die virtuelle Barrierefreiheit zu nutzen – bereits heute fester Bestandteil des Alltags in Pflegeheimen und in den Häusern von Menschen mit körperlichen Einschränkungen.“

Freiheitsdrang sticht Risiko

Neben der Begeisterung für die Inhalte ihrer Tätigkeit schätzen auch alle Blogparade-Teilnehmer*innen das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmtheit. Daniel von heldentexte.de schreibt zum Beispiel: „Es ist kein Zufall, dass dieser Beitrag hier vom Balkon mit Meerblick entstanden ist, denn darauf habe ich lange hingearbeitet: dass ich selbst entscheide, wo und wie lange ich arbeite – und für wen und wann.“ Wie er haben auch die anderen Blogger*innen vor der Gründung angestellt gearbeitet und wollten irgendwann raus aus der Mühle. Pierre von bedeutungonline.de sieht in der Frage „Freiheit oder Sicherheit“ sogar eins von zwei grundlegenden Entscheidungskriterien für Menschen, die mit einer Gründung liebäugeln: „Ist dir Freiheit wichtig und kannst du mit Unsicherheit umgehen, so solltest du in die Selbstständigkeit.“

Was Gründern hilft

Ausdauer und ein bisschen Glück seien nötig, um als Unternehmer erfolgreich zu sein, meint Pierre von bedeutungonline.de. Auch Peer von selbstaendig-im-netz.de glaubt, dass ihm vor allem sein „Durchhaltevermögen“ geholfen habe. Bärbel von farbenfreundin.de verweist auf ihre Kreativität und ihr wachsendes Netzwerk, technische Hürden nimmt sie mit der Unterstützung ihres „Tekki-Teams“. Robert von plötzlich-selbstständig.de ist zwar bereits selbstständig als Blogger, träumt aber noch von seinem eigenen Portal. Ihm ist ein strategisches Vorgehen wichtig und er möchte sich zunächst ein solides Fundament aufbauen, ehe er ein größeres Risiko eingeht.

Was Imme von Ich-will-ein-Pony gepackt und damit zum Mitmachen veranlasst hat, ist vor allem die letzte Frage, die die Teilnehmer*innen unserer Blogparade beantworten sollten: Hilft es zu träumen oder verstellt das den Blick auf die geschäftliche Realität? „Träumen zählt zu den wichtigsten und gleichzeitig großartigsten Inspirations- und Energiequellen, die ich besitze. Business und Träume bilden keine Antipoden. Wer seine Geschäftsidee nicht groß träumt, wird meiner Meinung niemals in erfolgreichem Stil eine Idee umsetzen“, so Imme.

Die Wünsche der Gründer

Schon als Jugendlicher hat Erkan von industrial-engineering-vision.de vom eigenen Unternehmen geträumt. Rückwirkend hätte er sich damals mehr Vorbilder gewünscht, die ihm den Weg zum Unternehmertum hätten weisen können. Heute stellt die Finanzierung seines Traumunternehmens die größte Hürde da, außerdem wünscht er sich „gute und loyale Mitarbeiter“. Robert von plötzlich-selbstständig.de macht sich vor allem Sorgen um die „Sicherheit, dass man sich mit seiner Traumerfüllung nicht seine Zukunft verspielt.“ Er wünscht sich mehr Unterstützung für Gründer*innen in Politik und Gesellschaft: „Es ist ein bisschen widersprüchlich, dass immer und überall gefordert wird, dass wir in Europa / Deutschland eine Startup-Kultur entwickeln müssen und man aber als Startup-Gründer behandelt wird, als würde man 5.000 € netto im Monat verdienen.“

Hier noch einmal alle Blogbeiträge von #meingruendertraum in der Übersicht:

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bhp