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27.02.2018 | Ulrich Reinders

Partnerporträt: Wolfgang Althaus von der Bürgschaftsbank NRW
Startup-Finanzierung mit der Bürgschaftsbank

Die Geschäftsidee ist Erfolg versprechend, der Businessplan überzeugend, doch die Bank hat den Kredit abgelehnt: Es fehlten die Sicherheiten. Aus der Traum? Keineswegs, sagt Wolfgang Althaus von der Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen.

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Wolfgang Althaus (Fotocredits: Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen)

Herr Althaus, warum ist die Bürgschaftsbank NRW Partner der Gründerplattform?

Erst wenn es um die Frage der Finanzierung ihrer Geschäftsidee geht, erfahren viele Gründer*innen zum ersten Mal von uns. Als Spezialkreditinstitut sind wir für viele noch unbekannt. Woher sollen sie uns auch kennen, wenn sie vorher angestellt waren oder studiert haben? Für Unternehmen und Gründungsinteressierte sind wir allerdings ein wichtiger Ansprechpartner. Denn mit einer Bürgschaft unserer Bank ist es für Gründer*innen leichter, eine Finanzierung von der Hausbank zu erhalten. Insofern ist es für uns wichtig, auf der Gründerplattform vertreten zu sein und unsere Angebote dort zu präsentieren. Wir wollen Gründungswillige dazu ermutigen, uns aktiv bei der Strukturierung ihres Kreditwunsches einzubinden.

Wann ist die Bürgschaftsbank die richtige Wahl für Gründer*innen?

Die Bürgschaftsbank ist stets eine gute Wahl ergänzend zur Hausbank. Wir sind keine klassische Bank – aber wir arbeiten als Risikopartner eng mit den Hausbanken zusammen. Als Förderinstitut steht für uns die Wirtschaftsförderung im Mittelpunkt. Unser Förderauftrag besteht darin, dass wir fehlende Sicherheiten durch die Übernahme von Ausfallbürgschaften ersetzen. Vor allem bei Neugründungen legen die Hausbanken erfahrungsgemäß großen Wert auf eine Besicherung der Kredite. Die Bürgschaft der Bürgschaftsbank ist werthaltig für die Hausbank. Sie hat damit ein geringeres Risiko, da wir für die Kreditrückzahlung einstehen. Auch der Zinssatz wird in der Regel günstiger für Gründer*innen, wenn wir eine Ausfallbürgschaft übernehmen. Wenn sie eigene Sicherheiten wie unbelastete Immobilien oder Wertpapiere stellen können, dann benötigen sie natürlich keine Bürgschaft. Aber viele Gründer*innen verfügen eben nicht über das erforderliche Vermögen. Mit einer Bürgschaft lassen sich also viele Vorhaben finanzieren, die sonst abgelehnt würden. Einer unserer Leitsätze lautet: Kein wirtschaftlich sinnvolles Vorhaben darf an fehlenden Sicherheiten scheitern.

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Welche Ihrer Leistungen sind für Existenzgründer*innen geeignet?

Für Gründer*innen, aber auch für kleine oder mittlere Unternehmen (KMU), bieten wir eine Ausfallbürgschaft zur Kreditbesicherung an. Diese deckt maximal 80 Prozent des Kreditbetrages ab, höchstens aber 1.250.000 Euro. Das durchschnittliche Volumen unserer Ausfallbürgschaft liegt bei etwa 300.000 Euro. Wir begleiten auch größere Gründungsvorhaben, die teilweise im siebenstelligen Bereich liegen. Dadurch können wir als Risikopartner zu einem guten und sinnvollen Finanzierungsmix beitragen. Bis zu einem Bürgschaftsbetrag von 200.000 Euro können Gründer*innen den Antrag gerne direkt bei uns stellen. Dieses Verfahren nennt sich „Bürgschaft ohne Bank“. Mit der Zusage der Bürgschaftsbank in der Tasche dürfen sie sich dann eine Hausbank aussuchen und stärken so ihre Verhandlungsposition deutlich. Bei Beträgen darüber hinaus wird der Antrag über die Hausbank bei uns eingereicht.

Eine spezielle Förderung für Existenzgründer*innen gibt es also nicht?

Wir behandeln Gründer*innen und bereits etablierte Unternehmen einheitlich und sind Gründungsvorhaben gegenüber stets aufgeschlossen. Unser „Produktangebot“ ist am Ende immer eine Ausfallbürgschaft, und zwar egal, welcher Kreditbaustein zugrunde liegt. Daher ist eine Unterscheidung gar nicht notwendig. Wir sind allein durch unsere Aufgabe als „Förderinstitut auf Landesebene“ offen für Neugründungen, die immer schon zu unserem Tagesgeschäft gehören. Wir prüfen und vergeben Mittel aus dem Mikromezzaninfonds des Bundeswirtschaftsministeriums. Dieser Baustein stellt wirtschaftliches Eigenkapital dar und richtet sich auch an Gründer*innen. Für Existenzgründer*innen sind bis zu 35.000 Euro möglich. Die Förderung erfolgt als stille Beteiligung und verbessert in der Regel das Rating, womit weitere Vorteile wie beispielsweise günstigere Konditionen verbunden sind.

Aus welchen Branchen kommen die Antragsteller*innen?

Wir haben eigentlich alles dabei und schließen keine Branchen aus. Viele unserer Antragsteller*innen kommen aus den Bereichen Handwerk und Handel bzw. Gastronomie. Wir haben aber auch schon sehr spezielle Entwicklungen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich mit einer Ausfallbürgschaft gefördert, wie die Herstellung spezieller Medizinprodukte oder technische Innovationen. Auch eine privat geführte Kita, Pflegedienste oder Franchisegründungen waren dabei. Bei den Geschäftsideen oder Branchen sind wir sehr offen und bei unserer Prüfung gilt stets das Motto „Im Zweifel für die Chance“.

Damit die Finanzierung klappt: Was müssen Gründungsinteressierte mitbringen?

Sie müssen überzeugend sein und ihr Geschäft verstehen. Zunächst schauen wir uns den Lebenslauf an: Welche Berufserfahrung hat er oder sie? Wie sind die fachlichen und persönlichen Qualifikationen? Im Gespräch versuchen wir dann herauszufinden, ob sie in der Lage sind, das Geschäftsmodell voranzubringen, und ob sie Chancen und Risiken beurteilen können. Ein guter Businessplan ist daher wichtig, damit wir als Förderbank das Geschäftsmodell nachvollziehen und beurteilen können. Dafür ist die Gründerplattform mit den darin enthaltenen Tools und Hilfestellungen sehr gut geeignet. Letztes Jahr haben wir einen ausgebildeten Bankkaufmann begleitet, der als Quereinsteiger ein Restaurant eröffnen wollte. Der erste Gedanke war, dass er nicht die erforderliche Ausbildung besitzt, um ein Restaurant zu betreiben. Im Gespräch überzeugte er uns davon, dass sein Konzept gut durchdacht ist und er genau weiß, was er macht. Er hat die Bürgschaft bekommen.

Wie hat sich die Vergabe der Bürgschaften entwickelt?

Für die Bürgschaftsbanken auf Bundesebene kann ich sagen: Fünf Jahre in Folge waren die Gründerzahlen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt gesunken. Sie stiegen erst 2015 wieder leicht an und 2016 noch mal um 1,2 Prozent. Bei den Bürgschaftsbanken nimmt der Anteil an Existenzgründer*innen hingegen seit 2010 kontinuierlich zu. 2016 wurden etwas weniger Bürgschaften für Gründungs- und Übernahmevorhaben vergeben, aber ihr Anteil an allen Genehmigungen wuchs auf über 49 Prozent. 2010 waren es noch 39 Prozent. Während die Zusagen leicht zurückgingen, stieg das Volumen der Bürgschaften und Garantien für Gründer*innen 2016 verglichen mit dem Vorjahr um fast sieben Prozent. Das Volumen der verbürgten Kredite und Beteiligungen stieg sogar um rund zehn Prozent.

In Nordrhein-Westfalen war die Anzahl der von uns geförderten Neugründungen im vergangenen Jahr leider rückläufig. Während wir in 2016 noch 54 Gründer*innen mit Bürgschaften über knapp elf Millionen Euro begleitet haben, sind es in 2017 nur 38 Unternehmen mit Bürgschaften über etwa neun Millionen Euro gewesen. Die Entwicklung ist vermutlich auf das gute konjunkturelle Umfeld zurückzuführen, in dem es tendenziell weniger Neugründungen gibt.

Wie können Interessierte mit der Bürgschaftsbank in Kontakt kommen?

Zum Beispiel natürlich über die Gründerplattform! Wir sind aber auch sehr häufig auf verschiedenen Gründermessen vertreten. Zudem sind wir eng mit den Industrie-, Handels- und Handwerkskammern verbunden und bieten gemeinsam mit den Kammern regelmäßig Finanzierungssprechtage an.

 

Wer mehr über die Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen und ihre Angebote erfahren will, der kann sich bei uns unverbindlich und kostenlos beraten lassen. Jeden Montag gibt es einen Beratungstag. Hier können Interessierte ihre Geschäftsidee mit uns besprechen. Darüber hinaus helfen wir bei der Antragstellung, informieren über die notwendigen Unterlagen und geben wichtige Anregungen für das Gespräch mit der Hausbank. Wir stellen unser Know-how zu vielen Branchen und aus ähnlich gelagerten Vorhaben in Ergänzung zu reinen Finanzierungsfragen zur Verfügung.

Du kommst nicht aus NRW? Dann schau nach, welche Bürgschaftsbank es in deinem Bundesland gibt.

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bhp