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16.04.2018 | Ulrich Reinders

Partnerporträt: Claudia-Marie Dittrich von der hei
„Wir verstehen uns als Mutmacher*innen!“

Nicht zu lange warten, sondern von Anfang an Hilfe und Beratung suchen: Das rät Claudia-Marie Dittrich, Leiterin der hei.Hamburger ExistenzgründungsInitiative, Gründungsinteressierten. Im Interview erklärt sie, welche Angebote und Fördermöglichkeiten die hei für Gründer*innen bereithält.

Claudia Marie Dittrich von der HEI

Claudia-Marie Dittrich von der hei. (Fotocredit: Martina Denker)

Frau Dittrich, an wen richtet sich das Angebot der hei?

Zu uns können alle kommen, die mit dem Gedanken spielen, sich in Hamburg selbstständig zu machen, oder die sich bereits mitten in der Gründungsphase befinden und Hilfestellung benötigen. Als Erstanlaufstelle sind alle unsere Angebote branchenübergreifend – das heißt auch, dass es kaum jemanden gibt, der zu Beginn seines Gründungsvorhabens nicht bei uns richtig wäre. Wenn jemand allerdings schon einige Jahre Gründungserfahrung „auf dem Buckel“ hat und einen längerfristigen Sparringspartner sucht, dann würden wir ihn weiterverweisen.

Auch die eifrigsten Gründer*innen geraten mal ins Stocken. Wenn das passiert,  sehen sie die hei als die richtige Anlaufstelle. Warum?

Weil wir jede Gründung und jede Idee zunächst einmal aus der Helikopterperspektive betrachten. Gründer*innen haben gerade am Anfang jede Menge Fragen im Kopf. In unseren kostenfreien Erstgesprächen gehen wir individuell auf jede einzelne Frage ein. Gleichzeitig ist es uns ein großes Anliegen, dabei gemeinsam schnell und unkompliziert Antworten zu finden oder zumindest an passende Ansprechpartner*innen oder an eine geeignete andere Institution in Hamburg weiterzuvermitteln. Die Branche, aus der die Gründer*innen kommen, ist uns dabei völlig gleich – wir verstehen uns als Gesprächspartner*innen, Mut-Macher*innen und helfende Hand bei den ersten Schritten auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Was sind die häufigsten Anfängerfehler von Gründer*innen und welche Tipps geben Sie ihnen?

Es hilft auf jeden Fall, sich von Anfang an Hilfe und Beratung zu holen. Manche Gründer*innen sitzen recht lange im „stillen Kämmerlein“, bevor sie sich mit einer Idee und konkreten Fragen nach draußen wagen. Dabei erleben wir immer wieder, dass der Austausch mit Expert*innen, Unterstützer*innen und auch mit anderen Gründer*innen enorm weiterhilft. Und es gibt eben auch Aspekte, die von Anfang an realistisch durchdacht und eingeschätzt werden sollten, um später Enttäuschungen zu vermeiden. Zeit und Geld sind zwei solcher Aspekte.

Und wo können sich Gründungsinteressierte in Hamburg austauschen?

Gelegenheit zum Austausch und zum Netzwerken gibt es in Hamburg viele! Einmal pro Monat veranstalten wir beispielsweise das hei.gründerfrühstück. Hier treffen sich Gründungsinteressierte und Gründer*innen, um sich in entspannter Atmosphäre kennenzulernen und auszutauschen. Ein kurzer Impulsvortrag eines Experten aus dem Netzwerk der hei gibt Einblicke in verschiedene Aspekte der Selbstständigkeit. Darüber hinaus gibt es diverse Networking-Events für Gründer*innen, zum Beispiel Meet-ups, Barcamps, die 12min.me-Treffen oder auch Stammtische zu bestimmten Branchenthemen.

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Die hei bietet ein Coachingprogramm an. Was erfahren Gründer*innen dort und wie ist es aufgebaut?

Das hei.scheckheft mit Coachingprogramm „Selbstständigkeit kann man lernen“ beinhaltet rund 100 Seminare zu allen Themen, die Gründer*innen beschäftigen und die ihnen die Gründung erleichtern sollen. Dazu gehören Seminare aus den Bereichen Einstieg, Vertrieb und Marketing, Unternehmensstruktur und -kultur, Zahlen, Recht und Absicherung. Die Seminare werden von ganz unterschiedlichen Expert*innen hier aus Hamburg durchgeführt. Das Besondere: Die Stadt Hamburg fördert die Teilnahme an den Seminaren mit 500 Euro in Form von Wertchecks. Wer ein hei.scheckheft erhalten möchte, der muss seinen Unternehmensstandort in Hamburg haben und sollte nicht länger als zwei Jahre selbstständig gewesen sein. Ausreichend Fachwissen für das eigene Gründungsvorhaben ist außerdem wichtig.

Welche Themen sind bei den Gründer*innen besonders gefragt?

Besonders beliebt sind die Themen aus den Bereichen „Kundenakquisition“, „Internet & Social Media“, „Geschäftsidee & Gründung“ sowie „Buchführung & Steuern“.

Gibt es vergleichbare Programme in Deutschland und bestehen hier Kooperationen?

Natürlich gibt es auch in anderen Bundesländern Beratung und Unterstützung für Existenzgründer*innen mit einem klaren Auftrag der Wirtschaftsförderung, zum Beispiel das Starthaus Bremen oder BayStartUp in Bayern. Direkte Kooperationen bestehen aber bisher nicht. Soweit wir wissen, ist unser hei.scheckheft mit Coachingprogramm in dieser Form in Deutschland einzigartig.

Wie werden Sie die Gründerplattform künftig in die tägliche Arbeit integrieren?

Wir sehen die Gründerplattform als digitale Ergänzung zu unseren eigenen Angeboten, mit denen wir offline und online unterwegs sind. Über die Möglichkeiten, die die Plattform bietet, werden wir zukünftig auch in unseren persönlichen Beratungsgesprächen aufmerksam machen.

Was kann die Gründerplattform noch besser machen?

Das ist eine spannende Frage, auf die ich momentan noch keine Antwort habe – die Plattform ist seit kurzem online und es wird noch daran gewerkelt und geschraubt. Alle, die schon einmal ein solches Digitalangebot ins Leben gerufen haben, wissen, wie viel Arbeit in so einem Projekt steckt.

In welchen Branchen wird in Hamburg aktuell am meisten gegründet?

Klassischerweise ist der Dienstleistungsbereich stark vertreten. Darunter befinden sich viele Coaches und Berater*innen, aber auch viele Gründer*innen aus der Kreativwirtschaft, wie zum Beispiel Designer*innen oder Fotograf*innen. In Hamburg gibt es zudem zurzeit auch viele spannende Gründer*innen aus dem Food-Bereich und der Gastronomie.

Was macht Hamburg gut im Vergleich zu anderen Startup-Metropolen wie Berlin? Wo besteht noch Nachholbedarf?

Ehrlich gesagt sehe ich gar keine Notwendigkeit, ständig den Vergleich zwischen Hamburg und Berlin zu ziehen. Hamburg ist Gründungshauptstadt, bietet eine hervorragende Infrastruktur, Zugang zu Wissen und Technologien und ein enges, gut funktionierendes Gründungsnetzwerk. Und dazu tragen auch wir als Erstanlaufstelle für Gründer*innen in Hamburg jeden Tag bei.

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bhp