Login

Das Logo der KfW

Mit der Gründerplattform unterstützt dich die KfW auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Mit der KOMPASS-Förderung weiterbilden

Das Förderprogramm für Soloselbstständige

Selbstständig sein bedeutet Freiheit, aber auch Verantwortung. Gerade als Soloselbstständige*r trägst du alle unternehmerischen Risiken allein, musst dich ständig weiterentwickeln und gleichzeitig den Überblick über Finanzen, Marketing und dein Kerngeschäft behalten. Für Weiterbildungen bleiben wenig Zeit und Budget übrig. Genau hier setzt die KOMPASS-Förderung an: Mit bis zu 4.500 EUR Zuschuss für deine berufliche Qualifizierung ist sie eine der attraktivsten Fördermöglichkeiten, die der Staat aktuell für Freiberufler*innen und Einzelunternehmer*innen bereithält. 

Das Programm richtet sich gezielt an Soloselbstständige, die keine Angestellten in nennenswertem Umfang beschäftigen und ihre Weiterbildung bisher größtenteils aus eigener Tasche bezahlt haben. Hier erfährst du alles, was du wissen musst: Wer kann die Förderung beantragen? Was wird genau gefördert? Wie läuft der Antragsprozess ab? Und worauf solltest du unbedingt achten, damit dein Antrag auch wirklich bewilligt wird?

Auf einen Blick

  • Ziel & Inhalt: Die KOMPASS-Förderung unterstützt Soloselbstständige mit Zuschüssen für berufliche Weiterbildungen.
  • Voraussetzungen: Du musst mindestens zwei Jahren hauptberuflich selbstständig sein, maximal eine Vollzeitkraft beschäftigen und deinen Wohn- sowie Geschäftssitz in Deutschland haben.
  • Förderhöhe: Es werden bis zu 90 % der Weiterbildungskosten übernommen, maximal 4.500 EUR pro Jahr.
  • Ablauf: Du erhältst du einen Qualifizierungsscheck, absolvierst die Weiterbildung und bekommst anschließend den Großteil der Kosten erstattet.

Was ist KOMPASS für ein Programm?

KOMPASS steht für Kompakte Hilfe für Soloselbstständige – und der Name ist Programm. Die Förderung bietet bis zu 90 Prozent Kostenübernahme für besondere Qualifizierungen und Weiterbildungen mit dem Ziel, dein Unternehmen krisenfest und zukunftssicher aufzustellen. Konkret bedeutet das: Du kannst dir Kurse, Seminare oder Coachings fördern lassen, die dein Geschäftsmodell stärken – egal ob du Fotograf*in, Unternehmensberater*in, Webdesigner*in oder Handwerker*in bist.

Das KOMPASS-Programm ist dabei bewusst niedrigschwellig gestaltet. Es gibt keine aufwendigen Bewerbungsverfahren, keine Jurys und keine Pitches. Stattdessen steht ein persönliches Beratungsgespräch am Anfang – dann nur noch ein kleines bisschen Bürokratie und schon steht dir der Weg zur Förderung offen.

Hinweis

Aufgrund der hohen Nachfrage kann es vorkommen, dass KOMPASS-Anlaufstellen vorübergehend keine Erstberatungen anbieten können. Prüfe daher rechtzeitig, welche Anlaufstelle in deiner Nähe verfügbar ist, und trage dich frühzeitig für ein Beratungsgespräch ein.

Wer sind die Träger und Initiatoren von KOMPASS?

Hinter der KOMPASS-Förderung steckt eine starke institutionelle Basis. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) für Soloselbstständige einen bundesweit unbürokratischen und niedrigschwelligen Zugang zu Bildungsleistungen. Er ist das zentrale Instrument der Europäischen Union zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Eingliederung – und mit KOMPASS wird dieses Geld direkt an Selbstständige weitergegeben.

Seit Start des Programms im Sommer 2023 wurden bereits über 2.500 Qualifizierungsschecks von den bundesweit über 30 Anlaufstellen ausgestellt, Tendenz steigend. Inzwischen hat die Zahl der ausgestellten Schecks stark zugenommen. Daran erkennst du, dass das Programm in der Praxis richtig gut ankommt und echten Mehrwert bietet. 

beratung-holen

Mach den ersten Schritt in die Selbstständigkeit

Auf der Gründerplattform findest du, was du brauchst, um deinen Traum zu verwirklichen:

  • Praktische Tools von Businessplan bis Vertragsgenerator
  • Sprechstunden mit echten Expert*innen
  • Communitys für den Austausch mit anderen Gründer*innen

Alles kostenlos für dich dank Unterstützung durch die KfW.

Jetzt anmelden

Voraussetzungen, die du für die KOMPASS-Förderung erfüllen musst

Um über die KOMPASS-Förderung Kurse finanziert zu bekommen, musst du einige Voraussetzungen erfüllen. Aber keine Sorge, die Kriterien sind gut nachvollziehbar und für viele Soloselbstständige kein Hindernis: 

  • Selbstständigkeit als Haupterwerb: Du beziehst mindestens 51 Prozent deiner Einkünfte aus deiner Soloselbstständigkeit. Dabei kann es sich auch um mehrere Tätigkeiten handeln. Maßgeblich ist jeweils der letzte vorliegende Einkommensbescheid.
  • Mindestdauer der Selbstständigkeit: Du musst seit mindestens zwei Jahren am Markt tätig sein. Dabei ist nicht ausschlaggebend, welche Tätigkeit du tatsächlich ausgeübt hast, sondern dass du durchgängig beim Finanzamt als Freiberufler*in gemeldet warst oder einen Gewerbeschein hattest. Wenn du also gerade frisch gegründet hast, musst du dich noch gedulden.
  • Anzahl der Mitarbeitenden: Du darfst maximal eine Arbeitskraft in Vollzeit beschäftigen (oder das Äquivalent in Teilzeit). 
  • Wohn- und Geschäftssitz in Deutschland: Deine Wohn- und Geschäftsadressen befinden sich innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Bist du im Ausland ansässig, kannst du nicht gefördert werden.
  • De-minimis-Regel: Du darfst den Subventionshöchstwert von 300.000 EUR innerhalb von drei Jahren an De-minimis-Beihilfen, also geringfügigen staatlichen Förderungen, nicht überschreiten. Für die meisten Soloselbstständigen kein Problem – beachte jedoch, dass z. B. auch Coronahilfen mitzählen.

Gründerplattform-Tipp

Du erfüllst die Voraussetzungen für die KOMPASS-Förderung (noch) nicht? Dann nutze unseren Förderfinder, um passende Angebote für deine Situation zu ermitteln.

Wie hoch ist die KOMPASS-Förderung für Soloselbstständige?

Das Herzstück der Förderung ist die Erstattungsquote: Ein Qualifizierungsscheck ermöglicht die Erstattung von bis zu 90 Prozent der Kosten einer Weiterbildung. Das bedeutet in der Praxis: Du buchst einen Kurs, bezahlst ihn zunächst selbst und bekommst anschließend neun Zehntel deines Geldes zurück. 

Die Förderhöhe orientiert sich also an den für die Qualifizierung anfallenden Kosten und ist kein fester Betrag. Allerdings ist das Programm auf 4.500 EUR Erstattung bzw. 5.000 EUR netto Weiterbildungskosten begrenzt. Ist dein Kurs teurer, bekommst du 4.500 EUR und musst den Rest selbst bezahlen. Kostet dein Kurs beispielsweise 3.000 EUR netto, bekommst du 2.700 EUR zurück.

Wichtig zu beachten

Gefördert wird ausschließlich der reine Kurs- oder Seminarpreis. Die Umsatzsteuer wird nicht erstattet. Wenn du vorsteuerabzugsberechtigt bist, ist das für dich kein Problem – aber wenn du die Kleinunternehmerregelung anwendest und brutto bezahlst, kalkuliere das entsprechend ein. Ebenfalls nicht förderfähig sind Nebenkosten wie Verbrauchsmaterial, Fahrtkosten, Übernachtungskosten und Prüfungsgebühren. 

Wie oft kann ich die KOMPASS-Förderung nutzen?

Eine Förderung ist einmal innerhalb von zwölf Monaten möglich. Das klingt zunächst nach einer Einschränkung – ist aber gut durchdacht: Du kannst theoretisch jedes Jahr einen neuen Antrag stellen und dich so schrittweise und systematisch weiterbilden. Über mehrere Jahre summiert sich das zu einer erheblichen Investition in deine Qualifikation.

Muss ich Steuern auf den Zuschuss zahlen?

Eine der häufigsten Fragen lautet: Ist der KOMPASS-Zuschuss steuerpflichtig? Die Antwort: Es kommt drauf an. In der Regel gilt: Der Zuschuss ist eine Betriebseinnahme und damit grundsätzlich einkommensteuer- und gegebenenfalls umsatzsteuerpflichtig. Gleichzeitig kannst du die Weiterbildungskosten als Betriebsausgaben absetzen, was den steuerlichen Effekt in vielen Fällen ausgleicht oder sogar überwiegt. Lass dich im Zweifel von deinem Steuerbüro dazu beraten.

Neugierig, welcher Unternehmertyp du bist?

Melde dich an, um den Test zu machen!

Vorschau des Persönlichkeitstests
Zum Persönlichkeitstest

Was genau wird mit KOMPASS gefördert?

Mit der KOMPASS-Förderung kannst du bei verschiedenen Anbietern sowohl fachliche Weiterbildungen als auch Kurse rund um Betriebswirtschaft, Digitalisierung und Soft Skills finanzieren lassen:

Fachliche Weiterbildungen

KOMPASS fördert branchen- oder berufsspezifische Fortbildungen oder Kurse, in denen methodisches Wissen vermittelt wird. Das Spektrum ist dabei bewusst weit gehalten: Ob du als Grafiker*in einen Kurs zur Markenentwicklung besuchst, als Physiotherapeut*in eine neue Behandlungsmethode lernst oder als IT-Freelancer*in deine Kenntnisse in Cloud-Architektur vertiefst – all das kann förderfähig sein.

Betriebswirtschaftliche Kompetenzen

Auch Kurse, die nicht direkt mit deiner Fachtätigkeit zu tun haben, können gefördert werden, solange sie deinem Geschäft nützen. Typische Beispiele sind:

  • Buchhaltung für Selbstständige
  • Preisfindung und Honorargestaltung
  • Vertragsrecht für Freiberufler*innen 
  • Kurse rund um das Thema unternehmerische Resilienz
  • und vieles mehr

Das KOMPASS-Programm erkennt damit an, dass Soloselbstständige eben nicht nur Fachleute sind, sondern auch ihr eigenes Unternehmen führen müssen.

Digitalisierung & Soft Skills

Zu den besonders nachgefragten Kursen der KOMPASS-Förderung zählen aktuell alle Kurse rund um Künstliche Intelligenz, Online-Marketing, Social Media, Automatisierung und digitale Workflows. Aber auch Soft Skills wie Kommunikation, Konfliktmanagement oder Stressmanagement können gefördert werden, sofern sie einen klaren beruflichen Bezug haben. Nicht förderfähig sind hingegen reine Hobbykurse – also Yoga ohne Bezug zur Selbstständigkeit, Malerei oder Ähnliches.

Mindestanforderungen an die Weiterbildung

Nicht jeder Kurs passt automatisch ins Förderprogramm von KOMPASS. Die Weiterbildung muss bestimmte formale Kriterien erfüllen:

  • Mindestumfang: Die Maßnahme muss mindestens 20 Unterrichtsstunden umfassen.
  • Zeitrahmen: Sie muss innerhalb von sechs Monaten nach Ausstellung des Qualifizierungsschecks abgeschlossen sein.
  • Gruppenanteil: Mindestens die Hälfte der Stunden muss in Gruppenpräsenz stattfinden – online oder offline. Maximal 50 Prozent der Inhalte dürfen asynchron vermittelt werden. Reines Selbststudium per Videokurs reicht also nicht.
  • Qualifizierter Anbieter: Qualifizierungsanbieter müssen über einen deutschen Firmensitz verfügen und eine der geforderten Anforderungen erfüllen – zum Beispiel eine Zertifizierung durch ein anerkanntes Qualitätsmodell wie AZAV, BQM oder ähnliches.
  • Keine laufende oder gleichartige Förderung: Du darfst für dieselbe Maßnahme nicht bereits eine Förderung nach dem Sozialgesetzbuch erhalten.

Förderfähige und nicht förderfähige Bestandteile deiner Weiterbildung

Förderfähig Nicht förderfähig
fachspezifische Fortbildungen eines Selbststudium (über 50 Prozent asynchron)
Online-Marketing, Social Media, KI Hobbykurse ohne Berufsbezug
Betriebswirtschaft & Buchhaltung Fahrtkosten & Übernachtung
Soft Skills mit beruflichem Bezug Materialkosten
digitale Tools & Software Prüfungsgebühren
branchenspezifische Zertifizierungen Umsatzsteuer auf den Kurspreis
Kurse, die bereits begonnen haben
Infografik zeigt die Schritte zur KOMPASS-Förderung – von der Registrierung bis zur Erstattung der Weiterbildungskosten.

Schritt für Schritt: So läuft die KOMPASS-Förderung ab

Der Weg zur KOMPASS-Förderung besteht aus mehreren Schritten, die du unbedingt in der richtigen Reihenfolge durchlaufen musst. Der häufigste Fehler: sich vor Erhalt des Qualifizierungsschecks für den Kurs anzumelden. Das führt unweigerlich zur Ablehnung. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung kann aber fast nichts schiefgehen.

Schritt 1: Registrierung im Förderportal Z-EU-S

Bevor du eine Anlaufstelle kontaktierst, registrierst du dich im Förderportal Z-EU-S (erreichbar über esf.de). Dort legst du deine Interessensbekundung an – damit erklärst du formal, dass du eine KOMPASS-Förderung beantragen möchtest. Die Registrierung ist kostenlos und unkompliziert.

Schritt 2: Erstberatung bei einer KOMPASS-Anlaufstelle

Zu Beginn des Antragsverfahrens wendest du dich an eine der kooperierenden Anlaufstellen und vereinbarst ein kostenloses Erstgespräch, das persönlich oder virtuell stattfinden kann. In dem Gespräch wird dein individueller Qualifizierungsbedarf ermittelt und geprüft, ob du die grundlegenden Fördervoraussetzungen erfüllst. Die Anlaufstelle hilft dir außerdem, passende Kurse und Anbieter für die KOMPASS-Förderung zu finden. Bundesweit gibt es über 30 solcher Anlaufstellen, die zielgruppenspezifisch ausgerichtet sind – zum Beispiel für kreative Berufe, Handwerk oder Gesundheitsberufe.

Schritt 3: Qualifizierungsscheck erhalten

Ergibt das Beratungsgespräch, dass ein Förderanspruch besteht, stellt die Anlaufstelle dir den sogenannten Qualifizierungsscheck aus. Der Qualifizierungsscheck gibt dir die Berechtigung, an der Maßnahme teilzunehmen. Erst jetzt – und wirklich erst jetzt – darfst du dich verbindlich für deinen Kurs anmelden.

Schritt 4: Kurs buchen und durchführen

Du wählst deinen Kurs aus, buchst ihn und gehst zunächst mit dem vollen Betrag in Vorleistung. Das bedeutet: Du bezahlst den Kurs vollständig selbst und erhältst das Geld erst nach Abschluss zurück. 

Wichtig: Die Qualifizierungsmaßnahme muss innerhalb von sechs Monaten nach Ausstellung des Qualifizierungsschecks durchgeführt und abgeschlossen werden.

Schritt 5: Antrag auf Erstattung stellen

Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung lädst du alle erforderlichen Nachweisdokumente in Z-EU-S hoch. Dazu gehören in der Regel:

  • Rechnung des Weiterbildungsanbieters
  • Zahlungsbeleg (Kontoauszug oder Überweisungsbeleg)
  • Teilnahme- oder Abschlussbescheinigung
  • De-minimis-Erklärung
  • ggf. Nachweis über Wohnsitz, Haupterwerb und Beginn deiner Tätigkeit

Für die anteilige Rückerstattung muss der Antrag nach erfolgreicher Kursteilnahme innerhalb von sieben Monaten nach Ausstellung des Qualifizierungsschecks bei der Bewilligungsbehörde eingegangen sein.

Schritt 6: Prüfung und Auszahlung

Zu guter Letzt prüft die Bewilligungsbehörde Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS) alles noch einmal und du erhältst die Rückerstattung deiner Qualifizierungskosten von bis zu 4.500 EUR. Wie lange diese Prüfung dauert, kann variieren. Du solltest mit einigen Wochen bis wenigen Monaten rechnen. Da die Nachfrage zuletzt stark gestiegen ist, können sich die Bearbeitungszeiten verlängern.

Tipps für eine erfolgreiche Antragstellung

Wer gut vorbereitet in den KOMPASS-Prozess geht, spart Zeit, Nerven und vermeidet kostspielige Fehler. Hier die wichtigsten Tipps aus der Praxis:

Vorbereitung & passende Kurse finden

Bevor du die Anlaufstelle kontaktierst, solltest du dich fragen: Welche Fähigkeiten fehlen mir wirklich, um mein Geschäft voranzubringen? Mach eine ehrliche Bestandsaufnahme deiner Stärken und Schwächen. Wenn du dich dann auf Kurssuche begibst, hab von Anfang an die oben genannten Förderkriterien im Kopf, damit du später nicht enttäuscht bist, wenn dein Favorit nicht förderfähig ist.

Gründerplattform-Tipp

Auf der Website des KOMPASS-Programms findest du auch ein Kursverzeichnis mit förderfähigen Angeboten.

Kommunikation mit Anlaufstellen

Die KOMPASS-Anlaufstellen sind deine wichtigsten Verbündeten im Prozess. Geh offen und gut vorbereitet ins Erstgespräch: Bringe deinen Einkommensteuerbescheid, deine Gewerbeanmeldung und eine Vorstellung davon mit, welche Art von Weiterbildung du dir wünschst. Je konkreter du bist, desto effizienter kann die Beratung ablaufen.

Häufige Fallstricke vermeiden

Folgende Fehler führen am häufigsten zur Ablehnung oder Verzögerung:

  • Kurs zu früh gebucht: Du meldest dich für den Kurs an, bevor du den Qualifizierungsscheck in der Hand hast. Das ist ein Ausschlussgrund – ohne Ausnahme.
  • Fehlende oder falsche Dokumente: Stelle sicher, dass deine Teilnahmebescheinigung alle erforderlichen Angaben enthält (Name, Datum, Stundenumfang, Thema, Unterschrift des Anbieters).
  • Fristen verpasst: Du hast sechs Monate Zeit, den Kurs abzuschließen, und sieben Monate, um den Erstattungsantrag einzureichen. Trag dir diese Fristen am besten direkt in den Kalender ein.
  • Nur asynchrone Inhalte: Ein reiner Videokurs auf einer Lernplattform ist nicht förderfähig, wenn keine synchronen Gruppenanteile enthalten sind.
  • Umsatzsteuer eingerechnet: Berechne die Förderung immer auf den Nettobetrag – die Mehrwertsteuer wird nicht erstattet.

Anwendungsbeispiele der KOMPASS-Förderung aus der Praxis

Um das Programm greifbarer zu machen, hilft ein Blick in die Praxis: Was machen andere Soloselbstständige mit der KOMPASS-Förderung, und welche Kurse werden besonders häufig gefördert? Die Bandbreite geförderter Kurse ist groß. Zu den besonders gefragten Bereichen gehören derzeit:

  • Künstliche Intelligenz & Automatisierung: Kurse zur praktischen KI-Nutzung im eigenen Berufsfeld, Einführung in Prompt Engineering, Workflow-Automatisierung mit Tools wie Make oder Zapier 
  • Online-Marketing & Content Creation: Social-Media-Marketing, SEO-Grundlagen, E-Mail-Marketing, Videoproduktion und -schnitt 
  • Betriebswirtschaft für Selbstständige: Preisfindung und Kalkulation, Buchhaltung mit DATEV oder Lexoffice, Finanzplanung für Freiberufler*innen 
  • Soft Skills mit Berufsbezug: Kommunikation und Selbstpräsentation, Stressmanagement und Resilienz für Selbstständige, Konfliktmanagement in Kundenprojekten 
  • Fachspezifische Zertifizierungen: Branchenspezifische Weiterbildungen je nach Tätigkeitsfeld, etwa in den Bereichen Coaching, Medien, IT, Gesundheitsberufen oder Handwerk

Zwei typische Fallbeispiele

Julia, 38, selbstständige PR-Beraterin seit vier Jahren: Julia wollte ihren Kund*innen künftig auch digitale PR-Strategien anbieten, kannte sich aber mit Social-Media-Advertising kaum aus. Sie fand einen 28-stündigen Online-Kurs für 1.800 EUR netto, kontaktierte eine KOMPASS Anlaufstelle, erhielt innerhalb von drei Wochen ihren Qualifizierungsscheck und absolvierte den Kurs innerhalb von zwei Monaten. Anschließend erhielt sie ihre Rückerstattung. Das Ergebnis: Sie konnte ihre Produktivität deutlich steigern und neue Leistungen in ihr Portfolio aufnehmen.

Auf einen Blick:

  • Kurskosten: 1.800 EUR netto
  • Rückerstattung: 1.620 EUR
  • Eigenanteil: nur 180 EUR

Thomas, 45, freier Übersetzer seit sieben Jahren: Thomas wollte verstehen, wie er KI-Übersetzungstools sinnvoll in seinen Workflow integrieren kann, ohne seinen Wettbewerbsvorteil zu verlieren. Er belegte ein 25-stündiges Seminar zu KI im Übersetzungsberufsfeld für 2.200 EUR netto. Thomas sieht die Weiterbildung als eine der besten Investitionen in seine Selbstständigkeit, denn er konnte mithilfe der KOMPASS Förderung seine Tätigkeit zukunftsfähig machen.

Auf einen Blick:

  • Kurskosten: 2.200 EUR netto
  • Rückerstattung: 1.980 EUR
  • Eigenanteil: nur 220 EUR

Vorteile und Grenzen des KOMPASS-Programms

Die KOMPASS-Förderung für Soloselbstständige bietet echte strategische Chancen. Wer das Programm klug einsetzt, kann sich über mehrere Jahre hinweg ein gezieltes Qualifizierungsprogramm aufbauen. Gleichzeitig hat das Programm auch seine Grenzen und Herausforderungen. Schauen wir uns das genauer an:

Vorteile Herausforderungen
bis zu 90 Prozent Rückerstattung der Kurskosten Vorfinanzierung aus eigener Tasche nötig
bis zu 4.500 EUR Förderung pro Jahr kein Rechtsanspruch auf Förderung
freie Kurswahl, solange die Anforderungen erfüllt sind nur einmal alle 12 Monate nutzbar
kein aufwendiger Antrag oder Wettbewerb keine Einzelcoachings ohne Gruppenanteil
kostenlose Beratung durch über 30 Anlaufstellen in ganz Deutschland Neugründungen (weniger als 2 Jahre tätig) sind ausgeschlossen
bundesweit verfügbar

Fazit

Die KOMPASS-Förderung ist eine der besten Chancen, die Soloselbstständige in Deutschland aktuell haben, um in die eigene Weiterbildung zu investieren, ohne dabei tief in die eigene Tasche greifen zu müssen. Das ist ein Angebot, das du dir wirklich nicht entgehen lassen solltest, wenn du die Förderungskriterien erfüllst.

Das Programm läuft noch bis Februar 2028 – angesichts der hohen Nachfrage empfiehlt es sich jedoch, nicht zu lange zu warten. Investiere jetzt in deine Qualifikation, stärke dein Geschäftsmodell und stell dich krisenfest und zukunftssicher auf. Los geht’s!

FAQ

Für wen ist die KOMPASS-Förderung gedacht?

Die KOMPASS-Förderung richtet sich an Soloselbstständige, die ihre Tätigkeit seit mindestens zwei Jahren im Haupterwerb ausüben, maximal ein Vollzeitäquivalent an Mitarbeitenden beschäftigen und ihren Wohn- und Geschäftssitz in Deutschland haben.

Welche Zuschüsse bekomme ich mit der KOMPASS-Förderung?

Du bekommst bis zu 90 Prozent deiner Weiterbildungskosten erstattet – maximal jedoch 4.500 EUR pro Förderrunde, bezogen auf einen Netto-Kurspreis von bis zu 5.000 EUR.

Wie oft kann ich die KOMPASS-Förderung nutzen?

Du kannst die Förderung einmal in zwölf Monaten in Anspruch nehmen – theoretisch also jedes Jahr aufs Neue, solange das Programm läuft (aktuell bis Februar 2028).

Wo finde ich eine KOMPASS Anlaufstelle?

Bundesweit gibt es über 30 KOMPASS Anlaufstellen, die zielgruppenspezifisch ausgerichtet sind. Eine Übersicht findest du auf der offiziellen Programmwebsite des Europäischen Sozialfonds.

Genug gelesen?
Dann leg los!

Lass dir den Weg weisen...

Willst du sofort gründen?
(heißt: Du bist in der Lage, deinen Plan direkt in die Tat umzusetzen)

Wie hat dir diese Seite gefallen? Über 10.000 Nutzer haben uns bereits mit

von 5 möglichen Sternen bewertet. Bewerte auch du uns!

bhp