Gründen in der Tourismus­branche

Beliebte Geschäftsideen, aktuelle Trends und Auswirkungen der Corona-Pandemie

Gründungen in der Tourismusbranche sind beliebt. Und das aus gutem Grund: Die Branche hat viele Facetten und ist sowohl für Berufseinsteiger*innen als auch Berufserfahrene oder Quereinsteiger*innen geeignet. Jede*r findet eine Möglichkeit, sich persönlich und fachlich zu entfalten – egal, ob dies durch die Gründung eines kleinen Reisebüros, eines gemütlichen Hotels oder eines idyllischen Campingplatzes geschieht. 

Der Tourismus ist sowohl weltweit als auch hier in Deutschland einer der wichtigsten Dienstleistungssektoren. Etwa drei Millionen Menschen arbeiten hierzulande im Tourismus. Doch das stetige Wachstum des Sektors wurde mit der Corona-Pandemie vorübergehend ausgebremst. Für das Jahr 2022 lassen aktuelle Prognosen allerdings die Hoffnung zu, dass sich die Branche weitestgehend erholt und sich in den kommenden Jahren wieder auf Vorkrisenniveau normalisiert. Das sind gute Aussichten für potenzielle Gründer*innen. Gleichwohl steht fest, dass die Corona-Pandemie die gesamte Branche nachhaltig verändert hat.

Auf dieser Seite geben wir dir einen Überblick über die vielfältigen Geschäftsideen, mit denen du dich in der Tourismusbranche selbstständig machen kannst, und klären auf, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Branche hat. Außerdem geben wir dir einen Ausblick auf die Zukunft des Tourismus und präsentieren dir die wesentlichen Trends in dieser Branche. 

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Tourismusbranche

Die Tourismus- und Reisebranche gehört weltweit zu den Branchen, die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen sind. Im Jahr 2020 waren die Reiseankünfte in allen Ländern im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 73 Prozent gesunken. Und auch in Deutschland haben diverse Beschränkungen, Lockdowns und Reisewarnungen der Branche hart zugesetzt. Besonders Reiseveranstalter, Hotels und Gastronomie haben unter diesen Beschränkungen gelitten: So lag die Zahl der Übernachtungen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch 2021 noch bei 37,4 Prozent unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019. Immerhin lässt sich ein leichtes Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2020 verzeichnen. 

Während der Corona-Pandemie hat sich jedoch auch gezeigt, dass das grundlegende Bedürfnis nach Erholung und Urlaub selbst – und vermutlich gerade – in Krisenzeiten bestehen bleibt. So hat die eher naturnahe Camping-Branche während Corona einen regelrechten Boom erlebt. In einer Zeit bislang ungekannter Beschränkungen haben viele Deutsche den Urlaub im eigenen Land entdeckt und Urlaubsformen wie Camping einfach mal ausprobiert. Im Jahr 2020 wurden rund 76.000 Wohnmobile neu zugelassen – eine Steigerung von mehr als 40 Prozent zum Vorjahr. Auch Campingplätze verzeichneten lediglich ein geringes Minus bei der Zahl der Übernachtungen. Sie gingen von 35,8 Millionen im Jahr 2019 auf 34 Millionen im Jahr 2020 zurück.

Ausblick in die Zukunft: Prognosen und Erwartungen

Die gute Nachricht ist: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) erwartet eine vollständige Rückkehr auf Vorkrisenniveau im Jahr 2023. Laut DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges habe sich im vergangenen Sommer gezeigt, dass sich die touristische Nachfrage schnell erholen werde. 

Die Stiftung für Zukunftsfragen hat Anfang 2022 eine Umfrage bezüglich des deutschen Reiseverhaltens, der Urlaubsabsichten und des Einflusses der Corona-Pandemie durchgeführt. Nach dieser Umfrage ist die Reiselust der Deutschen im Jahr 2021 wieder deutlich gestiegen: Fast jede*r Zweite verreiste wenigstens ein Mal. Dies bleibt jedoch nach 2020 der zweitniedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. 

Für 2022 haben bereits Anfang des Jahres mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) wieder feste Reiseabsichten. Dies sind etwa 27 Prozent mehr als noch vor 12 Monaten. Auch 2022 bleibt Deutschland das beliebteste Reiseziel (circa 30 Prozent). Das sind gute Nachrichten für Unternehmer*innen und Gründer*innen hierzulande. 

Auch die aktuelle Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (FUR), die als Branchenstandard gilt, erwartet im Jahr 2022 einen Schritt Richtung Normalisierung. 61 Prozent der Befragten haben Lust auf eine Urlaubsreise in diesem Jahr – eine Steigerung von 10 Prozent zum Vorjahr. Die FUR rechnet für 2022 mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Urlaubsreisen. Das wären etwa 10 Millionen Reisen mehr als im Jahr 2021, aber immer noch 11 Millionen weniger als im Vorkrisenjahr 2019. Außerdem bleibt auch laut FUR Deutschland das Reiseziel Nummer eins und der Anteil von Flugreisen wird erneut geringer sein als vor der Pandemie.

Wie verändert die Pandemie das Reiseverhalten der Deutschen?

Laut der Tourismusanalyse 2022 der Stiftung für Zukunftsfragen behaupten fast neun von zehn Deutschen, dass Corona ihre Urlaubsentscheidung beeinflusst. Besonders interessant ist, dass die Angst vor der Reisestornierung größer ist als vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Zudem entscheidet fast jede*r Vierte kurzfristig und abhängig von der Corona-Lage vor Ort, ob tatsächlich verreist wird.

Tipp: Deshalb ist es sinnvoll, deinen Gästen flexible (Um-)Buchungsmöglichkeiten und geringe Stornierungsgebühren anzubieten. So kannst du sie von ihrer Sorge vor Stornierung befreien und auch kurzfristige Reisen möglich machen. 

Zudem zeigt sich durch Corona ein Trend zu mehr Sicherheit und Hygiene. Seit dem Ausbruch des Coronavirus sind Menschen eher zurückhaltend, touristische Hotspots zu besuchen und müssen aktiv von der Sicherheit ihrer Reise überzeugt werden.

Tipp: Informiere deine Gäste über deine Hygiene- und Sicherheitsrichtlinien und sonstige Maßnahmen zu ihrem Schutz. Neben regelmäßiger Desinfektion oder Luftfiltern kann auch das Anbieten von kontaktlosem Bezahlen eine solche Maßnahme sein.  

Auch das Verbinden von Arbeit und Urlaub wurde durch die Corona-Pandemie immer beliebter. „Workation“ beschreibt den Trend von zeitlich befristeten Aufenthalten in typischen Urlaubsgebieten. Das Homeoffice wird komplett in den Urlaubsort verlegt oder Geschäftsreisen werden mit einem anschließenden Urlaub verbunden.

Tipp: Ermögliche und fördere das Arbeiten von deinem Etablissement aus. Möglichkeiten sind etwa das Anbieten von stabilem und schnellem WLAN oder einer unkomplizierten Buchung des verlängerten Aufenthalts.

Förderwegweiser Tourismus

Wenn du dein touristisches Unternehmen voranbringen willst, kannst du auf eine enorme Vielfalt an Förderangeboten des Bundes, der Bundesländer und der Europäischen Union zurückgreifen. Das Kompetenzzentrum Tourismus hat mehrere tausend aktuelle Fördermaßnahmen ausgewertet und mit branchentypischen Anforderungen von touristischen Unternehmen, Destinationen, Verbänden sowie Start-Ups und Existenzgründern im Tourismus abgeglichen. Das Resultat ist eine Datenbank mit aktuell weit mehr als 500 Förderoptionen, speziell gemacht für den Tourismus.

Mit Antworten auf maximal drei einfache Fragen bietet der Förderwegweiser wertvolle Informationen über die für dich relevante Förderangebote.

Nicht nur die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Menschen. Im Folgenden haben wir für dich einige Tourismustrends zusammengetragen, die lang- oder kurzfristig die Branche und unser Reiseverhalten beeinflussen werden:

  • Naturnaher Tourismus und kulturelle Erfahrungen: Die Nachfrage nach einem naturnahen und individuellen Urlaub, bei dem es möglich ist, ein neues Land und eine unbekannte Kultur zu entdecken, steigt kontinuierlich an. Die Menschen möchten sich aktiv mit der lokalen Kultur auseinandersetzen und an dieser teilhaben. 
  • Nachhaltiges und ethisches Reisen: Nachhaltigkeit ist ein branchenübergreifender Trend und zeigt sich im Tourismus in einer erhöhten Nachfrage nach ethischen und nachhaltigen Reisemöglichkeiten (CO₂-Kompensation von Flügen, das Mieten eines Elektroautos am Urlaubsort). 
  • Digitalisierung: Auch die Digitalisierung wirkt sich auf den Tourismus aus – sowohl im Kleinen als auch im Großen. Beispielsweise bieten Cafés oder Restaurants Bestellungen oder Reservierungen per App oder Website an. Auch das Besuchen des Urlaubsortes vor Buchung per Virtual Reality ist heutzutage keine Science-Fiction mehr. Zudem werden Buchungsprozesse von Reisen oder Flügen zunehmend digitaler und fordern klassische Reisebüros heraus. 

Geschäftsideen in der Tourismusbranche: Finde dein Konzept

In diesem Abschnitt geben wir dir einen Überblick über beliebte Geschäftsideen in der Tourismusbranche. Lass dich inspirieren und finde das passende Konzept für deine Selbstständigkeit:

Fazit

Die Tourismusbranche ist vielfältig und bei Gründer*innen beliebt. Sowohl Berufseinsteiger*innen als auch Berufserfahrene können in der Branche fußfassen und sich mit ihrem Konzept erfolgreich selbstständig machen. Die Corona-Pandemie hat dem Tourismus hart zugesetzt, aber auch neue Trends und Entwicklungen wie „Workation“ gepusht. Nach der beschwerlichen Zeit während der anhaltenden Pandemie fallen nun viele Beschränkungen weg, die Tourismusbranche erholt sich langsam und die Reiselust der Deutschen kehrt zurück. Also ein guter Zeitpunkt, um über deine Selbstständigkeit im Tourismus nachzudenken und an deinem Konzept zu arbeiten.

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bhp