Finanzierungs­möglichkeit "Mikrokredit"

Mikrokredit ist eine Finanzierungsform, mit der auch kleinste Kredite (einigermaßen) wirtschaftlich vergeben werden können. Möglich wird dies, weil Mikrokredit-Organisationen auf sehr schlanke Prozesse setzen und weniger auf Sicherheiten schauen als auf erste geschäftliche Erfolge.

In Deutschland vergeben einige Investitions- und Förderbanken Mikrokredite – unten findest du einen Link, um zu prüfen, ob dies in deinem Bundesland der Fall ist. Daneben gibt es ein öffentlich gefördertes Netzwerk von privaten Mikrofinanzinstituten. Die Übersicht findest du ebenfalls unten.

Geeignet für dich, wenn…

  • du einen Kapitalbedarf hast, der zu klein für ein Bankdarlehen ist oder du eine Alternative zur Bank suchst und
  • du relativ schnell (z.B. in 2 Jahren, bei öffentlichen Programmen eher länger) in der Lage bist, den Kredit rückzuzahlen. Dies ist insbesondere bei der Vorfinanzierung von Aufträgen oder der Erhöhung eines Warenlagers mit hoher Marge der Fall
  • du zu einer Zielgruppe gehörst, für die es spezielle Mikrokreditangebote gibt (z.B. Gründungen aus Arbeitslosigkeit).

Typische Finanzierungshöhe bei einer Gründung: 2,5 TEUR – 25 TEUR

Typische Gründungs-Mikrokredite der Investitions- und Förderbanken der Länder starten in der Regel bei 2.500 EUR und enden bei 25 TEUR. Teilweise findet ein Stufenverfahren statt: Im ersten Schritt kann man z.B. bis zu 10 TEUR Kreditsumme beantragen, in einem zweiten dann mehr, wenn bis dahin die Bedingungen eingehalten wurden. Außerdem sind Mikrokredite i.d.R. personenbezogen, weshalb jedes Mitglied von Gründungsteams einen eigenen Antrag stellen darf.

Kosten: eher hoch

In der Regel sind Mikrokredite teurer als Bankdarlehen oder andere langfristige Förderdarlehen für Existenzgründungen, da recht ähnliche Bearbeitungskosten einer geringeren Kreditgröße gegenüberstehen. Einige öffentliche Kreditgeber weichen in den Kosten nach unten ab, sind dann aber vielleicht für dich aufwändiger im Prozess. Es lohnt sich hier zu recherchieren.

Arbeitsaufwand für dich: eher gering

Der Aufwand soll für dich als Kreditnehmer*in geringgehalten werden, damit der Aufwand für beide Seiten der geringen Finanzierungshöhe angemessen ist. Ein Businessplan ist aus diesem Grund oft gar nicht oder nur in kurzer Form nötig. Bei öffentlichen Kreditgebern kann der Prozess aufwändiger sein, aber auch kostengünstiger (s.o.).

Entscheidungsdauer: eher kurz

Ob öffentlich oder privat: Mikrokredite sind meist einfacher und schneller zu beantragen als andere Fördermittel. Gerade die Mikrofinanzinstitute im Netzwerk „Mein Mikrokredit“ versprechen deutlich kürzere Bearbeitungszeiten als die einer Bank. Einige Anbieter haben Online-Prozesse aufgebaut und versprechen Zusagen z.B. innerhalb von 5 Werktagen. Inwieweit das tatsächlich realisiert werden kann, hat auch mit deiner Vorbereitung zu tun: Kannst du die geforderten Unterlagen beibringen? Die Akteure sind hier aber auch sehr unterschiedlich, wie du in der verlinkten Liste unten gut erkennen kannst: Manche betreuen dich auch persönlich, andere sind rein digital aufgestellt.

Feedback und Leistungen jenseits der Finanzierung: sehr unterschiedlich

Einige Organisationen beraten dich intensiv - kostenlos oder gegen Gebühr. Dies kann auch eine Art Vorbedingung für die Kreditvergabe sein. Hier lohnt es sich nachzufragen.

Einige Mikrokreditgeber haben Prozesse, die es attraktiv für dich machen, dein Wachstum mit ihnen zu finanzieren: Ein rückgezahlter Mikrokredit macht es für dich einfach, einen neuen größeren Anschlusskredit zu bekommen. Dies ist eine gute Möglichkeit, deine Kreditwürdigkeit zu steigern und die Finanzierungshöhe mit deinem Umsatz wachsen zu lassen.

Finde heraus, ob das Landesförderinstitut in deinem Bundesland Mikrokredite vergibt.

Bekomme einen Überblick über die Mikrofinanzinstitute, die von Bundesarbeits- und Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden.

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bhp