Rechtsform finden
Finde deine passende Rechtsform: Kompletter Überblick & Rechtsform-Tool

Einzelunternehmen, GbR, GmbH, UG, OHG oder AG – welche Rechtsform ist die Passende für dein Unternehmen? Diese Frage lässt sich auf die Schnelle nicht beantworten. Zu viele Kriterien spielen dabei eine Rolle. Das sind die Wichtigsten:

Die Frage der finanziellen Haftung

Jedes Unternehmen braucht jemanden, der/die im Ernstfall haftet, etwa für die Rückzahlung von Krediten oder für Sach- und Vermögensschäden. Wer das ist und wie weit die Haftung reicht, hängt von der Rechtsform ab.

Wäge ab, wie hoch das finanzielle Risiko deiner Gründung ist. Bist du bereit, persönlich mit deinem Vermögen dafür zu haften oder willst du deine Haftung auf die Höhe deiner Firmeneinlage beschränken? Diese Fragen solltest du vor der Wahl der Rechtsform klären.

Eine Hoffnung müssen wir allerdings hier vorab mildern: In der Praxis ist die Haftungsbegrenzung nicht immer wirksam. Wenn du Bankkredite oder Förderkredite aufnimmst, wird das Kreditinstitut eine persönliche Haftung für die Kreditsumme von dir erwarten. Wichtig ist sie dagegen vor allem, wenn dein Produkt sehr innovativ ist oder folgenreich sein könnte und unabsehbare Risiken beinhaltet.

Die Gründungskosten

Der zeitliche und finanzielle Aufwand, den du für die Anmeldung deines Unternehmens einplanen musst, variiert von Rechtsform zu Rechtsform. Bei Einzelunternehmen oder einfachen Personengesellschaften wie der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) genügt schon eine Anmeldung beim Finanz- oder Gewerbeamt. Bei Kapitalgesellschaften, wie der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder der Unternehmergesellschaft (UG) geht es nur mit notariellem Beistand und einem wasserdichten Gesellschaftsvertrag und ist mit erheblichen Kosten und Zeitaufwand verbunden.

Bevor du dich für eine Rechtsform entscheidest, informiere dich über die zu erwartenden Gründungskosten und -formalitäten. Es kann sinnvoll sein, erstmal klein anzufangen. Du kannst die Rechtsform später immer noch wechseln.

Der bürokratische Aufwand

Die Rechtsform deines Unternehmens bestimmt nicht nur, wie teuer und kompliziert es am Anfang wird, sondern auch, welche bürokratischen Aufgaben später regelmäßig auf dich zu kommen. Während die Behörden bei einer GbR mit einer Einnahmenüberschussrechnung zufrieden sind, verlangen sie von einer GmbH meist eine doppelte Buchführung, eine Bilanzierung und einen ausführlichen Jahresabschluss.

Überlege dir gut, ob du in der Lage bist (und vor allem gewillt bist), die bürokratischen Pflichten zu erfüllen, die mit den einzelnen Rechtsformen einhergehen.

Kapital und Finanzierung

Auch die Frage, wie viel Kapital du für deinen Unternehmensstart brauchst und wo es herkommen soll, ist von Belang. Welche Rechtsform am besten zu deinen Ansprüchen passt, hängt davon ab,

  • ob du eher auf eine Bankenfinanzierung, auf private Geldgeber oder auf dein Erspartes setzt,
  • wie viel Kapital du zum Start aufbringen kannst und
  • ob und wie du Investoren einbinden willst.

Bei Banken wird eine persönliche Haftung der Gründer*innen gerne gesehen. Deshalb ist es oft einfacher, für ein Einzelunternehmen oder eine GbR einen Kredit zu bekommen, als für eine GmbH. Die Einbindung von Investoren kann wiederum bei Kapitalgesellschaften leichter geregelt werden.

Eintrag in das Handelsregister

Bei einigen Rechtsformen ist ein Eintrag in das Handelsregister vorgeschrieben. Das Handelsregister gibt öffentlich Auskunft über die wichtigsten wirtschaftlichen Verhältnisse der Unternehmen und dient dazu, Sicherheit im Geschäftsverkehr zu gewährleisten.

Der Eintrag in das Handelsregister ist ab ca. 180 Euro zu haben. Da sich die Gebühren nach dem Geschäftswert bemessen, können sie auch deutlich höher liegen. Der bürokratische Aufwand (auch hier geht es nicht ohne Notar*in) kann sich lohnen, da ein Handelsregistereintrag Vertrauen bei den Geschäftspartnern schafft.

Auch ein freiwilliger Eintrag ist für bestimmte Unternehmensformen möglich. Sie gelten dann automatisch als kaufmännische Unternehmen. Aus einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) wird dann eine offene Handelsgesellschaft (oHG).

Kreditchancen

Es gibt Rechtsformen, die bei Geldgebenden beliebter sind als andere. Grund hierfür ist häufig die Haftung. Rechtsformen mit persönlicher Haftung strahlen in den Augen von Kreditgebenden mehr Engagement und Verbundenheit zum Vorhaben aus. 

Das heißt nicht, dass andere Rechtsformen keine Chance auf Kredite haben. Es handelt sich lediglich um einen zusätzlichen Punkt, der Geldgebende auf deine Seite bringen kann.

Diese Imagefaktoren kannst du in deine Überlegungen einbeziehen, bevor du eine Rechtsform wählst.

Finde deine Rechtsform

Beantworte die Fragen und finde heraus, welche Rechtsform zu dir passt

Persönliche Haftung
Bist du bereit, mit deinem privaten Vermögen zu haften?

Kapital
Wieviel Kapital (Eigenkapital und Fremdkapital) bist du bereit in das Unternehmen einzubringen?

Kreditchancen
Wie wichtig ist das Einwerben von Fremdkapital für dein Unternehmen?

bhp