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08.03.2018 | Ulrich Reinders

Partnerporträt: Dessislawa Thordsen von der IBB
Startup-Finanzierung mit der Investitionsbank Berlin

Fotocredits: IBB

Die Investitionsbank Berlin (IBB) ist die Förderbank der Hauptstadt. Für Gründer*innen kann sie sehr interessant sein. Dessislawa Thordsen arbeitet bei der IBB als Kundenberaterin im Bereich Industrie und Dienstleistung. Im Interview erzählt sie von besonderen Förderprogrammen und der Tragweite der Gründerplattform.

Frau Thordsen, viele Startups zieht es nach Berlin. Was macht die Stadt für Gründer*innen so beliebt?

Berlin ist nicht nur Stadt der Gründer*innen, sie ist vor allem auch ein Ort der Kreativen. Beide Welten existieren ja gar nicht getrennt voneinander. Die vielen kulturellen Einrichtungen der Hauptstadt erhöhen den Freizeitwert. Sie entscheiden oft über die Wahl des Arbeitsortes oder des Firmensitzes. Außerdem bietet Berlin mit gleich vier großen staatlichen Universitäten und zahlreichen weiteren Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen eine breite Basis für viele gut ausgebildete junge und kreative Menschen, die offen für Gründungen sind. Denn mehr als die Hälfte aller Gründer*innen bauen ihr Startup in der Nähe ihres vorherigen Studienorts auf. Vor allem im Bereich der digitalen Wirtschaft hat sich eine lebendige und innovative Gründerszene entwickelt, die auch international große Beachtung findet. Gerade diese Szene lockt inzwischen gut ausgebildete Menschen mit neuen Ideen, aber auch kapitalstarke Investoren aus aller Welt in die Stadt. Das macht die Stadt für Gründer*innen immer interessanter.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die innovativsten und zukunftsfähigsten Märkte?

Da deckt die Hauptstadt sicherlich ein sehr weites Feld ab. In Berlin wird künftig neben Smart Cities, Cloud Computing, Internet der Dinge und digitale Wirtschaft auch die Industrieproduktion mehr denn je von hochentwickelter Software und spezieller Sensorik abhängen. Maschinen und Werkstücke werden immer stärker über das „Internet der Dinge“ kommunizieren, um Produkte individuell und effizient herstellen zu können. Diese um digitale Aspekte erweiterte Industrie 4.0 ist sicherlich einer der spannendsten und zukunftsfähigsten Märkte, um den sich viele Standorte bemühen. Berlin hat auch hier nach meiner Meinung die Nase vorn.

Welche Gründer*innen können denn bei der IBB anklopfen? Gibt es bestimmte Kriterien, die Interessierte bei der IBB erfüllen müssen?

Nein, Hürden gibt es bei uns keine. Nur zu. Grundsätzlich kann jeder Gründungswillige, der die Selbstständigkeit in Berlin plant, mit seinen Fragen zum Thema Finanzierung und Förderung auf uns zukommen.

Was können Sie angehenden Gründer*innen anbieten?

Die Investitionsbank Berlin (IBB) bietet Existenzgründer*innen, jungen Unternehmen oder Freiberufler*innen eine Menge Finanzierungs- und Förderangebote. Die Förderprogramme unterstützen junge Berliner Unternehmen mit Personal- und Sachmittelzuschüssen, individuell zugeschnittenen Darlehen sowie mit nicht-monetären Förderangeboten bei Existenzgründung und -festigung. Wir bieten ein breites Spektrum an Finanzierungsprodukten. Das fängt mit dem „Mikrokredit“ bis 25. 000 Euro in einem vereinfachten Antragsverfahren an und geht bis hin zu „Berlin Start“, einem Kreditprogramm für Gründer*innen und junge Unternehmen mit einem Bedarf bis 500.000 Euro. Für innovative Vorhaben und Unternehmen gibt es darüber hinaus noch weitere Förderangebote, wie z.B. unser Technologieförderprogramm ProFIT.

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Wo liegen die Vorteile eines staatlichen Förderprogrammes, das öffentliche Mittel im Rahmen spezieller Kredite weiterleitet?

Allgemein gesagt, können Förderprogramme Unternehmensfinanzierungen sinnvoll ergänzen. Sie können ein wesentlicher Finanzierungsbestandteil sein, weil sie häufig Zuschüsse beinhalten, also nicht rückzahlbare Mittel, Bürgschaften oder auch Zinssubventionen.

Gibt es dennoch Branchen, die Sie besonders ansprechen möchten?

Wir sind offen für alle. Das geht von der Bäckerei bis zum Technologieunternehmen. Allerdings sprechen wir mit einigen Programmen schwerpunktmäßig schon besonders innovative und produzierende Unternehmen an. Darunter fallen Gründer*innen aus den Bereichen Medizintechnik, Life Science, Verkehr und Industrie 4.0.

Mit welchen Fragen kommen Existenzgründer*innen auf Sie zu? Geht es immer um das Thema Finanzierung?

Die Gründer*innen kommen schon in erster Linie mit Fragen rund um das Thema Finanzierungsmöglichkeiten zu uns. Sprechen sie uns in einer früheren Phase an, machen wir sie auf das Angebot des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg (BPW) aufmerksam. Der BPW unterstützt Gründer*innen in Berlin-Brandenburg bei der Erstellung ihres Geschäftskonzeptes. Hier können sie das Gründen lernen, ihr eigenes Netzwerk mit Hilfe des BPW auf- und ausbauen und mit der Expertise des Beraternetzwerkes offene Fragen klären. Alles natürlich kostenlos. Außerdem haben Gründer*innen die Möglichkeit, ihr Geschäftskonzept in drei Wettbewerbsphasen einzureichen und am Wettbewerb teilzunehmen.

Was kann die Gründerplattform bewirken?

Ich finde, die Gründerplattform ist eine intuitiv bedienbare Plattform. Sie macht es Menschen, die gründen möchten, möglich, sich durch andere Gründer*innen inspirieren zu lassen und eine Idee nach und nach zu einem Geschäftsmodell weiter  zu entwickeln. Die Gründerplattform gibt Orientierung, schlägt die passenden Finanzierungsmöglichkeiten vor und vermittelt Ansprechpartner*innen, zum Beispiel bei Banken, Gründerzentren, Handels- und Handwerkskammern. Das ist großartig. Toll, dass wir dabei sind!

Welche positiven Effekte erhoffen Sie sich von der Gründerplattform?

Die Gründerplattform ist ein neues, digitales Angebot mit vielen sinnvollen Hinweisen rund um das Thema Gründung, das sehr spielerisch und visuell durch die Gründungsplanung führt. Das alles ermöglicht auch Einsteigern, in kurzer Zeit einen detaillierten Businessplan zu erstellen, der ja wiederum häufig Voraussetzung für eine Kreditbeantragung ist. Kurz gesagt: Die Gründerplattform ist eine große Hilfe für alle Beteiligten. Wir sind bislang mit zwei Finanzierungsprogrammen, „Berlin Start“ und „Mikrokredit“, auf der Gründerplattform vertreten. Darüber hinaus unterstützen wir mit Ansprechpartnern die Finanzierungsberatung für Gründungen in Berlin.

Was gefällt Ihnen an der Gründerplattform besonders gut?

Die Gründerplattform kann den Weg in die Selbstständigkeit deutlich einfacher machen. Sie schafft eine durchgängige digitale Arbeitsumgebung für die Gründungsvorbereitung. Sie bündelt alles an einem Ort. Sie integriert alle relevanten Förderangebote für Gründer*innen - und zwar genau an den Stellen, wo sie tatsächlich weiterhelfen. Im laufenden Prozess können sich Gründer*innen durch die jeweilige Kammer und Förderinstitution Unterstützung holen oder man gelangt direkt aus der Plattform heraus zu passenden Gründungswettbewerben. So etwas hat es vorher noch nicht gegeben.

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bhp