Die Auswirkungen der Digitalisierung auf deinen Führungsstil

Digital Leadership

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche der Gesellschaft, somit auch auf Unternehmen. Für dich als Existenzgründer*in bedeutet das Veränderungen bei der Unternehmensführung – unabhängig davon, ob du alleine oder mit Angestellten arbeitest. Denn bei Digital Leadership geht es auch um Punkte wie die Suche nach neuen Geschäftsfeldern im digitalen Bereich und die Ansprache unterschiedlicher Generationen. Die Kluft zwischen Jung und Alt bzw. zwischen digitalaffinen und technikfernen Bevölkerungsgruppen zu überbrücken bezieht sich nicht nur auf dein Team, sondern selbstverständlich auch auf Kunden und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen (zum Beispiel Lieferanten). Das gilt insbesondere für die Kommunikationswege.

Deshalb betrifft Digital Leadership alle Führungskräfte und Existenzgründer*innen. Auch wenn digitale Transformation zunächst nicht das vorrangige Thema in deinem Laden beziehungsweise Unternehmen ist, musst du mit ihren Trends und Begriffen vertraut sein, da sie in der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und in der Ansprache deiner Kunden bereits präsent sind.

Definition: Was ist Digital Leadership?

Digital Leadership ist kein fester Begriff. Er beschreibt einen Führungsansatz, der sich dem digitalen Wandel anpasst. Daher ist Digital Leadership kein Modell, das du einmalig auf dein Unternehmen anwendest, sondern eher ein von Flexibilität geprägter Prozess. Digital Leader sind immer auch Entrepreneur*innen, also Menschen, die Chancen erkennen und daraus mit einer unternehmerischen Vision und viel Leidenschaft ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickeln.

Digital Leadership kann für dich in zwei Bereichen von Bedeutung sein:

  • Einerseits sollst du die richtigen Maßnahmen in der digitalisierten Welt einleiten. Sei offen gegenüber neuen Medien und Techniken, mache dich mit ihnen vertraut und nutze sie richtig. So bleibt dein Unternehmen zukunftssicher und du erreichst eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Führung und Beschäftigten, etwa mittels digitaler Methoden für das Projektmanagement.
  • Zum Zweiten musst du die Digitalisierung in deinem Unternehmen voranbringen. Führungskräfte haben heute die Aufgabe, ihre Mitarbeiter*innen so zu schulen, vorzubereiten und anzuleiten, dass sie mit aktuellen Methoden und Tools arbeiten können. Wichtig sind hier Zusammenarbeit und Dialog im Team, damit Veränderungen nicht als „von oben“ aufgezwungen empfunden werden.

Als Gründer*in ist der zweite Bereich für dich vermutlich weniger relevant. Schließlich startest du dein Unternehmen und wirst die Digitalisierung gleich mit einfließen lassen. Eröffnest du ein Café, wird WLAN gleich ein Thema sein. Genauso ein digitaler Einsatzplan für deine Servicekräfte oder ein Kassensystem (Kassensicherungsverordnung), das mit deinem Buchhaltungsprogramm in der Cloud verknüpft ist. Vielleicht hast du aber auch ein digitales Geschäftsmodell. Ist das alles nicht der Fall, solltest du dir darüber Gedanken machen, wie du mit digitalen Mitteln ohne großen Aufwand Prozesse vereinfachen kannst.

Technologische und gesellschaftliche Entwicklungen durch Digitalisierung

Du siehst schon, die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt, aber auch die ganze Gesellschaft. Technologische Entwicklungen verändern das Nutzungsverhalten. Zunehmende Vernetzung („Internet of Things“), die Verlagerung von IT-Strukturen ins Internet („Cloud Computing“) und die mobile Nutzung betreffen dich und deine Mitarbeiter*innen genauso wie deine Kunden.

Die stärkere Vermischung von Privat- und Berufsleben, der Drang nach sofortiger Befriedigung von Wünschen und die wachsende Verknüpfung von Unternehmen und Kunden durch Datenaustausch und Interaktion bieten Möglichkeiten, stellen aber auch Anforderungen.

Was bedeutet Digitalisierung für Unternehmen?

Auch wenn nicht alle Unternehmen gleich stark betroffen sind, ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung sinnvoll, da in fast jedem Unternehmen Ansätze von Digital Leadership anwendbar sind. Du solltest dich als Unternehmer*in darauf einstellen, dass du deinen Kunden nicht einfach nur Produkte, sondern Lösungen anbietest. Da potenzielle Kunden jederzeit erreichbar sind und von überall auf Informationen zugreifen können, müssen Unternehmen die interaktiven Erfahrungen nutzen. Die Vernetzung führt gleichzeitig dazu, dass die Mitarbeiter*innen von unterschiedlichen Arbeitsplätzen aus arbeiten können. Solche flexiblen Arbeitsmodelle verlangen aber auch nach passenden Formen der Kommunikation.

Die Datenbasis, auf die Unternehmen zugreifen können, wächst ständig. Auch kleine Betriebe können ohne großen Aufwand auf Zahlen zum Klick- und Scroll-Verhalten ihrer Besucher, zur Verweildauer, den verwendeten Geräten, zur Häufigkeit der Besuche und so weiter zugreifen und diese auswerten – und das zeitnah. Das ermöglicht schnelle Anpassungen von Strategie, Arbeitsabläufen, Angebot und Marketing.

Eine Hand zeigt auf eine Glühbirne

Digital Leadership als Herausforderung für Führungskräfte

Ein wesentlicher Punkt von Digital Leadership ist die Akzeptanz im Unternehmen. Veränderungen können dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn die Mitarbeiter*innen sich auf sie einlassen und sie mittragen.

Du als Digital Leader solltest deinen Mitarbeiter*innen als Leitfigur vorangehen. Du hast keine Berührungsängste mit der digitalen Welt und ihren rasanten Veränderungen. Du begeisterst deine Mitarbeiter*innen für neue Technologien und damit einhergehende Methoden.

Eine der größten Herausforderungen ist die Teamführung. Die Arbeitsstrukturen verändern sich, Menschen arbeiten häufig ganz oder teilweise von zu Hause oder in anderen Städten. Dadurch entwickeln sich virtuelle Arbeitsstrukturen. Abläufe werden über online erreichbare Projekttools organisiert, Meetings finden als Video- oder Telefonkonferenzen statt.

Die Akzeptanz solcher virtuellen Strukturen hängt auch vom Alter der Mitarbeiter ab. Unter Umständen treffen in einem Unternehmen mehrere Altersgruppen aufeinander: Die Generation X (1965-1980) kam erst im mittleren Alter mit digitalen Technologien in Berührung, die Generation Y (1980-1995) entwickelte deutlich früher eine Affinität dafür. Die allmählich in die Arbeitswelt strömende Generation Z (1995-2010) ist mit digitalen Produkten aufgewachsen.

Dadurch ist es für dich als Führungskraft wichtig, die Leistungen und Kompetenzen deiner Mitarbeiter in Gesprächen und mit Feedback immer wieder neu anzuerkennen und einzuschätzen. Dabei sollten Wege gefunden werden, Mitarbeiter*innen weiterzuentwickeln und sie dabei in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

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Notwendige Kompetenzen und Eigenschaften

Digital Leadership erfordert von Führungskräften gewisse Kompetenzen und persönliche Eigenschaften, wobei die Größe des Unternehmens keine Rolle spielt.

Die Grundvoraussetzung ist ein fundiertes Technologieverständnis, mit der Bereitschaft, es kontinuierlich weiterzuentwickeln. Daraus folgt der Wille, die digitale Transformation aktiv im Unternehmen zu gestalten – durch eine offene Einstellung gegenüber neuen Methoden und Techniken. Die Innovationszyklen werden immer kürzer und Führungskräfte sollten dynamisch darauf reagieren. Häufig fällt in diesem Zusammenhang der Begriff „agile (Arbeits-)Methoden“. Sie sollen durch regelmäßige Abstimmungen in kurzen Abständen Prozesse optimieren und beschleunigen. Das kann innerhalb eines Teams, aber auch zwischen Abteilungen erfolgen. Möglichkeiten sind kurze Standup-Meetings zu Beginn des Arbeitstags oder einer Woche. Oder Visualisierungen durch gut sichtbare Projektboards (gängige Methoden dafür sind Kanban und SCRUM).

Digitales Know-how ist natürlich nicht alles: Um Mitarbeiter*innen immer wieder aufs Neue zu inspirieren, benötigen Führungskräfte einen hohen Grad an Sozialkompetenz und Teamfähigkeit. Denk daran, du musst auch Menschen mitnehmen, denen das Dauerfeuer der digitalen Innovation zu viel wird. Entweder, da sie erst spät damit konfrontiert wurden oder weil ihnen ein bestimmter Kompetenzlevel ausreichend erscheint. Um sie von der Notwendigkeit einer anhaltenden Transformation zu überzeugen, musst du motivieren können und eine offene Kommunikation fördern. Nimm die Bedenken von Mitarbeiter*innen ernst und bügle sie nicht einfach ab. Nur wenn ein Team reibungslos miteinander kommuniziert und sich untereinander vertraut, nimmt es Veränderungen an.

Hierbei spielt auch die Zusammensetzung eines Teams eine große Rolle. Digital Leadership setzt einen Fokus darauf, vielseitige Teams mit unterschiedlichen Fähigkeiten aufzubauen. Fehler sollten dabei als etwas positives betrachtet werden, da man aus ihnen lernen kann und sie so zu einer Weiterentwicklung beitragen. Ein solche Fehlerkultur schafft eine angstfreie Haltung im Unternehmen, die wiederum motiviert, neue Ideen zu entwickeln und auszuprobieren.

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Modelle für Digital Leadership

Es gibt viele Modelle und Methoden für Digital Leadership. Zwei, die immer wieder auftauchen, sind:

Das SMART-Modell

Es soll dir helfen, klare Ziele für Mitarbeiter*innen zu definieren, die die Grundlage des Führungserfolgs definieren. Das Akronym steht für:

Spezifisch: Formuliere Ziele eindeutig. Unkonkrete Zielvorgaben verunsichern und verwirren, die Zielerreichung fällt schwer.

Messbar: Die spezifisch formulierten Ziele müssen messbar sein. Nur so kannst du feststellen, wie erfolgreich oder auch nicht die Zielerreichung ist. Verknüpfe qualitative Ziele mit quantitativen Größen.

Attraktiv: Formuliere die Ziele so, dass deine Mitarbeiter*innen den Mehrwert verstehen und motiviert sind, das Ziel zu erreichen. Eine positive Formulierung der Zielvorgabe kann dabei genauso helfen wie die Hervorhebung der daraus resultierenden Vorteile.

Realistisch: Die gewählten Ziele müssen umsetzbar sein, sonst entsteht Frustration.

Terminiert: Nur mit einem klaren Enddatum, zu dem ein Ziel erreicht werden soll, kann der Erfolg auch gemessen werden.

Das VOPA-plus-Modell

Im VOPA-plus-Modell steht das Vertrauen im Zentrum. Du als Führungskraft definierst den Rahmen, in dem die Mitarbeiter*innen agieren. Dabei sollen hierarchische Strukturen abgebaut werden. VOPA-plus steht für:

Vernetzung: Deine Mitarbeiter*innen sollten auf allen Ebenen miteinander vernetzt sein – mittels sozialer Medien oder virtueller Communitys. So werden Kommunikationsbarrieren abgebaut und die Zusammenarbeit effektiver gestaltet.

Offenheit: Informationen sollen aktiv und nicht erst nach Aufforderung weitergegeben werden. Das fördert Transparenz, und Ergebnisse können schneller erzielt werden.

Partizipation: Dein Team sollte bei Entscheidungen mit einbezogen werden. So können sich alle Beteiligten besser mit den daraus entstehenden Zielen identifizieren und sind motivierter.

Agilität: Durch autonome Arbeit und eine positive Fehlerkultur agieren Teams und Unternehmen agiler. Das ermöglicht Flexibilität, durch die sich Richtungswechsel schneller vornehmen lassen. Der konstruktive Umgang mit Fehlern hilft, aus ihnen zu lernen und sie in Zukunft zu vermeiden.

plus steht für Vertrauen: Das zentrale Element, um das sich die vier beschriebenen Elemente gruppieren: Mit dem Vertrauen in dich selbst und dein*en Mitarbeiter*innen kann das Modell in die Praxis umgesetzt werden.

Fazit

Die Digitalisierung geizt nicht mit Buzzwords. Doch solltest du Digital Leadership nicht einfach als ein solches abtun. Denn die anhaltende Innovation und Transformation verlangen auch von Führungskräften, sich ständig weiterzuentwickeln und zu verändern. Das gilt ebenfalls für Existenzgründer*innen, die zunächst nur allein oder in einem kleinen Team arbeiten.

Begreife die Digitalisierung als Chance, die durch die Möglichkeiten der Vernetzung, Kommunikation und Dezentralisierung den Start deines Unternehmens durchaus vereinfachen kann. Dafür musst du flexibel sein, offen gegenüber Technologien und Veränderungen. Sei kommunikativ und teamorientiert.

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bhp