Ein wichtiger Schritt zur Absicherung in deinem Unternehmen

Bei der Berufs­genossen­schaft anmelden

Bei der Berufsgenossen­schaft anmelden: Was, wann, wer und wo?

Wenn du in die Selbstständigkeit startest, gibt es zahlreiche Formalitäten zu berücksichtigen. Eine davon betrifft die Anmeldung deines Unternehmens bei der Berufsgenossenschaft (BG). Berufsgenossenschaften leisten als Träger der gesetzlichen Unfallsversicherung einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz. Sie unterstützen dich dabei, deinen Beschäftigten einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten, Unfälle im Betrieb zu verhüten und Berufskrankheiten vorzubeugen. Und wenn doch mal was passiert, kannst du dich darauf verlassen, dass die BG die Kosten für die Heilung und die Wiedereingliederung deiner Angestellten in den Beruf übernimmt. 

Pflichtversicherung für Unternehmen

Jedes Unternehmen ist verpflichtet, sich bei einem Unfallversicherungsträger registrieren zu lassen.  Das geht aus dem § 192 des Sozialgesetzbuches VII hervor. Du hast nach der Gründung deines Unternehmens eine Woche Zeit, dich bei der Genossenschaft anzumelden. 
Ausnahmen bestehen bei landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften oder Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand. 
Freiberufler*innen ohne Angestellte haben in den meisten Fällen die Wahl, ob sie sich selbst bei der Berufsgenossenschaft versichern oder nicht. Für einige Berufsfelder (z. B. Physiotherapie, Logopädie, Fotografie, Grafikdesign) besteht allerdings eine Versicherungspflicht. 

Wichtig: Du musst dich bei der Berufsgenossenschaft auch anmelden, wenn du (noch) keine Arbeitnehmer*innen beschäftigst. Dann fallen allerdings keine Kosten für dich an. 

Warum bei der Berufsgenossenschaft melden?

Eine einfache Antwort auf diese Frage könnte lauten: Weil es Pflicht ist! Doch natürlich möchten Gründer*innen die Hintergründe dieser Pflichtversicherung verstehen. Die Mitgliedschaft deines Unternehmens bei der Berufsgenossenschaft hat viele Vorteile. Denn die Berufsgenossenschaft gehört zu den fünf Säulen der Sozialversicherung und tritt als Unfallversicherungsträger auf. Sie wird spätestens dann wichtig, wenn ein Arbeits- oder Wegeunfall in deinem Unternehmen passiert ist oder wenn eine berufsbedingte Erkrankung als Damoklesschwert über dir oder einem Mitglied deiner Belegschaft schwebt. Die Berufsgenossenschaften stellen die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung, um Berufskrankheiten und Unfälle behandeln zu lassen und im Unternehmen Vorsorge zu leisten. Die Berufsgenossenschaft ist also auch präventiv tätig und unterstützt Unternehmen in Sachen Arbeitsschutz, führt Seminare durch und gibt Tipps zur Vorbeugung von Berufskrankheiten.

Diese Aufgaben haben die Berufsgenossenschaften

  • Sie helfen dabei, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und andere berufsbedingte Gefahren zu verhüten
  • Sie sind dafür zuständig, die Gesundheit der Beschäftigten wiederherzustellen 
  • Sie entschädigen Versicherte und Hinterbliebene mit Geldleistungen 
  • Sie geben Unfallverhütungsvorschriften heraus, die für alle betroffenen Unternehmer*innen bindend sind
  • Sie bieten Beratungen und Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit für Unternehmen an

Vielleicht bist du davon ausgegangen, dass die medizinische Behandlung doch eigentlich von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung bezahlt wird – aber das stimmt so nicht. Denn die Krankenversicherung geht oft nur in Vorleistung und holt sich das Geld dann von der zuständigen Berufsgenossenschaft zurück. Daher wird geprüft, ob es sich um einen Unfall oder eine Erkrankung handelt, die berufsbedingt aufgetreten ist.

In deinem Unternehmen bestimmst du eine Aufsichtsperson, die das Bindeglied zwischen der Firma und der Berufsgenossenschaft bildet. Sie sorgt dafür, dass die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft auch wirklich eingehalten werden und alle darüber informiert sind.

Du musst dich bei der Berufsgenossenschaft auch anmelden, wenn du (noch) keine Arbeitnehmer*innen beschäftigst. Dann fallen allerdings keine Kosten für dich an. 

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An welche Berufsgenossenschaft muss ich mich wenden?

Um herauszufinden, welche Berufsgenossenschaft für dich zuständig ist, musst du zuerst genau bestimmen, was dein Unternehmen bezweckt. Je nach Branche ist eine andere Berufsgenossenschaft für dich zuständig.

Bist du dir nicht ganz sicher, wo dein Unternehmen reinpasst, empfiehlt der Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) entweder, direkt Kontakt zu einer Berufsgenossenschaft aufzunehmen und dich durchzufragen oder bei der kostenlosen Infohotline 0800 6050404 anzurufen.

Berufsgenossenschaft Zuständigkeiten Kontaktdaten
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Die DGUV bietet als Spitzenverband aller Berufsgenossenschaften und Unfallkassen alle Informationen über die gesetzliche Unfallversicherung. Die DGUV ist der erste Ansprechpartner für Pflichtversicherung und Zugehörigkeit. Website der DGUV: www.dguv.de Berlin Mittelstraße 51 10117 Berlin-Mitte Tel.: 030 288763800 Alte Heerstraße 111 53757 Sankt Augustin Tel.: 02241 231-01 Fockensteinstraße 1 81539 München Tel.: 089 62272-0
Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) Chemische Industrie, Papierherstellung, Lederwarenhersteller, Baustoffe, Betonwaren, Kies und Mörtel, Fertigteilindustrie, Herstellung von Kalk, Pharma-Industrie, Fahrzeugausstatter, Kosmetikindustrie Website der BG RCI: www.bgrci.de Kurfürsten-Anlage 62 69115 Heidelberg Tel.: 06221 523-0 Mail: [email protected]
Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BG HM) Kfz-Werkstätten und -Hersteller, Holzgewinnung, Holzbe- und -verarbeitung, Be- und Verarbeitung von Kunst- und Schnitzstoffen Website der BG HM: www.bghm.de Kreuzstraße 45 40210 Düsseldorf Telefon: 0211 8224-0 Mail: [email protected]
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) Energie, Gas-, Fernwärme und Wasserversorgung, Herstellung von Bekleidung und Schuhen, elektronische Erzeugnisse, ärztliche Instrumente und Geräte, Nadeln und Kleinmusikinstrumente, Uhrmacher, Goldschmieden, Schusswaffen, Fotografen, IT-Experten, Grafikdesigner Website der BG ETEM: www.bgetem.de Gustav-Heinemann-Ufer 130 50968 Köln Telefon: 0221 3778-0 Mail: [email protected]
Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) Hotel- und Gaststättengewerbe, Nahrungsmittel, Bäcker, Fleischer, Getränkeindustrie, Zirkus und Jahrmarkt Website der BGN: www.bgn.de Dynamostraße 7-11 68165 Mannheim Telefon: 0621 4456-0 Mail: [email protected]
Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB) Beschäftigte und Auszubildende von DB AG, Bundesverwaltung, Bundesagentur für Arbeit, Bundeseisenbahmvermögen, der ausländischen Streitkräfte in Deutschland, Ehren- und Hauptamtliche der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk sowie in bestimmten Bereichen des DRK Website der UVB: www.uv-bund-bahn.de Salvador-Allende-Straße 9 60487 Frankfurt am Main Tel.: 069-47863-0 Mail: [email protected]
Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) Dacharbeiten, Erdbau. Dekorationsarbeiten, Altlastsanierung, Glaserarbeiten, Installation, Pflasterarbeiten, Schornsteinreinigung, Straßenbau, Zimmererarbeiten Website der BG BAU: www.bgbau.de Hildegardstraße 28-30 10715 Berlin Tel.: 030 85781-0 Mail: [email protected]
Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BG HW) Groß- und Einzelhandel, Handelsvertreter, Automatenaufstellungen, Verleih, Verlage, Vertrieb, Speditionsunternehmen, Lager, Verteilung von Presseerzeugnissen Website der BG HW: www.bghw.de 68161 Mannheim Tel.: 0621 183-0 Mail: [email protected]
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) Versicherungen, Banken, Rechtsanwälte, Steuerberater, Zeitarbeit, Tourismus, Werbeagenturen, IT-Branche Website der VBG: www.vbg.de Deelbögenkamp 4 22297 Hamburg Telefon: 040 5146-0 Mail: [email protected]
Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr) Personenbeförderung, Gütertransport, Logistik, Fischerei, Schifffahrt, Fahrschulen, Abschleppdienste, Bestattungsunternehmen Website der BG Verkehr: www.bg-verkehr.de Ottenser Hauptstraße 54 22765 Hamburg Telefon: 040 3980-0 Mail: [email protected]
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) Hebammen, Krankenpfleger, Logopäden, Tierärzte, Physiotherapeuten, Bademeister, Friseur, Kosmetiker Website der BGW: www.bgw-online.de Pappelallee 35/37 22089 Hamburg Tel.: 040 20207-0 Mail: [email protected]
Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Fischzucht, Imkerei, Friedhöfe, Baumschulen Website der SVLFG: www.svlfg.de Weißensteinstraße 70-72 34131 Kassel Tel.: 0561 7850 Mail: [email protected]
Vier Menschen mit Sprechblasen

Wenn dein Unternehmen mehr als einen Geschäftsschwerpunkt hat, musst du dich nicht bei mehreren Berufsgenossenschaften anmelden. Es ist immer nur eine Berufsgenossenschaft für dich zuständig, und zwar diejenige, die deine Hauptbranche betrifft. Auch hier gilt bei Unsicherheit wieder: Fragen kostet nichts. Sowohl die Hotline als auch jede Berufsgenossenschaft helfen dir gerne mit Informationen weiter.

Was steht in der Anmeldung?

Das Anmeldeformular besteht nur aus einer Seite und ist mit relativ wenig Aufwand auszufüllen.
Zuerst trägst du deine Firmenbezeichnung ein, dazu deinen Namen und deine Adresse. Auch dein Geburtsdatum wird erfragt. Danach geht es um die gewählte Rechtsform, hier kreuzt du einfach das Passende an. Als Nächstes erklärst du, ob dein Unternehmen allein tätig ist oder ob du zu einem anderen Konzern oder Unternehmen gehörst. Ist das der Fall, musst du Namen und Adresse des Unternehmensverbundes oder Konzerns angeben.

Im nächsten Punkt werden die Namen der Gesellschafter*innen erfragt, außerdem spielt deren Anteil am Stammkapital eine Rolle. Dieser Punkt ist für die Berufsgenossenschaft wichtig, denn daraus ergibt sich, ob eventuell die öffentliche Hand eine Gesellschafterin ist. Nun geht es um den Gegenstand des Unternehmens und darum, wo der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt, wenn mehrere Bereiche als Arbeitsfelder infrage kommen.

Gib jetzt noch an, wann dein Unternehmen gegründet wurde und ob es sich um eine Übernahme gehandelt hat. Wenn ja, sind auch dafür Daten einzutragen. Als letzten Punkt musst du Angaben zu Angestellten machen. Sind diese normal beschäftigt oder als Minijobber*innen tätig? Trage dort ein, wie lange diese Mitarbeiter*innen für dich arbeiten und wie viele es sind. Fertig! Du musst das Formular nur noch unterschreiben und abschicken.

Wie hoch die Versicherungsbeiträge sind, die du für deine Beschäftigten an die Berufsgenossenschaft zu zahlen hast, hängt unter anderem von der Höhe des Gehalts ab und von dem Gesundheitsrisiko, dem deine Beschäftigten ausgesetzt sind. Dies wird anhand von Risikoklassen durch die Berufsgenossenschaften festgelegt.

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bhp