Businessplan
08.06.2018 | Dr. Jan Evers

So erstellst du deinen Businessplan

Du hast deine Geschäftsidee gefunden und an deinem Geschäftsmodell gefeilt – dann wartet nun die Arbeit an deinem Businessplan auf dich. Wir geben dir konkrete Tipps, wie du ihn erstellst und warum er so wichtig ist.

Vorab möchten wir dich auf einige Fehler hinweisen. Wir greifen dazu auf langjährige Erfahrung mit SmartBusinessPlan zurück, der Webapplikation zur Businessplan-Erstellung, und auf die der FIRMENHILFE, der Krisenberatung für Hamburger Selbstständige und Kleinunternehmer.

Dort zeigt sich viel zu oft, dass Gründer*innen direkt von ihrer Geschäftsidee zum Businessplan gesprungen sind. Die essenzielle Arbeit an ihrem Geschäftsmodell haben sie oft vernachlässigt. Viele Gründer*innen haben sich viel zu lange mit den Formulierungen und Zahlen für ihren Businessplan beschäftigt – dabei sollte der Großteil der Arbeitszeit eher in die vorangehenden Schritte Geschäftsidee und Geschäftsmodellentwicklung investiert werden.

Und genauso wichtig: Vorlagen, wie sie auf einigen Webseiten angeboten werden, solltest du nur zur Inspiration nutzen – abschreiben oder von Beratungsbüros den Plan schreiben lassen hilft dir nicht weiter und kostet nur Geld, welches du besser in dein neues Unternehmen steckst. Private Berater*innen oder öffentliche Gründungsförderer*innen als Sparringspartner*innen oder Feedbackgeber*innen einzusetzen, ist dagegen eine gut investierte Ressource. Ein kritischer Blick ist immer wichtig.

Auf der Gründerplattform findest du an einem Ort alles, was du zur Erstellung deines Businessplans benötigst - außerdem unternehmerische Vorbilder und Leitfragen, die es dir leichter machen. Du hast die Möglichkeit, deinen Businessplan Feedbackgeber*innen wie den Kammern, Wirtschaftsförder*innen oder Banken zu schicken, die Partner*innen der Gründerplattform sind und in einem digitalen Prozess konkretes Feedback geben.

Wozu dient ein Businessplan?


Definition: Der Businessplan, zu Deutsch Geschäftsplan, stellt einen Fahrplan für die Existenzgründung und den zukünftigen Unternehmensaufbau dar.


Dein Businessplan erfüllt mehrere Zwecke: Er gibt deiner Geschäftsidee Struktur, entwickelt sie zu etwas Größerem, deinem Masterplan, weiter. Er erklärt, wie dieser ablaufen soll. Zudem gibt er Aufschluss darüber, ob alles klappen kann, wie du dir es vorstellst. Somit ist er nicht nur für dich als Gründer*in hilfreich, sondern überzeugt im besten Fall auch noch deine Geschäftspartner*innen oder Investor*innen und klärt deren offene Fragen.

Was gehört in deinen Businessplan?

Eine klare Gliederung und ein einfacher und verständlicher Schreibstil sind für deinen Businessplan besonders wichtig.

Es gibt verschiedene Gliederungen für Businesspläne. In der Gründerplattform setzen wir auf eine, die sich in der Praxis bei kreditgebenden Instituten bewährt hat. Dein Businessplan kann grob in zwei Teile gegliedert werden: Den Textteil und den Zahlenteil.

Der Textteil

1. Zusammenfassung
In der „Executive Summary“ stellst du kurz und prägnant die Hauptpunkte deines Businessplans vor, damit sich der Leser schnell einen Überblick verschaffen kann, bevor er den gesamten Geschäftsplan liest.

2. Geschäftsidee
In diesem Kapitel deines Businessplans gehst du auf dein konkretes Angebot ein und stellst den Nutzen für deine Kundschaft heraus. Kläre außerdem: Weswegen kannst gerade du diese Idee gut umsetzen? Welche Kernfähigkeiten besitzt du, die dazu wichtig sind?

3. Vertrieb & Wettbewerb
In diesem Abschnitt definierst du, wer deine Kundschaft sein soll – also deine Zielgruppe. Wie kannst du sie mit einem Alleinstellungsmerkmal gegenüber deinen Wettbewerber*innen begeistern? Und auf welchen Markt triffst du und was zeichnet dein Umfeld aus? Hier ist die Kunst, sich auf die für dich relevanten Faktoren zu beschränken und keine Diplomarbeit zu schreiben. Außerdem stellst du deine Vertriebswege vor und schreibst, wie du deine Kundschaft binden möchtest. In welcher Form möchtest du mit ihnen kommunizieren: persönlich oder digital, individuell oder standardisiert?

4. Team & Partner*innen
Stand im vorangegangenen Abschnitt noch deine Kundschaft im Mittelpunkt, rücken jetzt du selbst und deine eventuellen Mitstreiter*innen in den Fokus. Du stellst dich oder euch vor und wie eure Zusammenarbeit organisiert ist. Wer übernimmt welche Aufgaben und hat dazu welche Talente und Vorerfahrungen? Auch deine Geschäftspartner*innen nennst du und beschreibst, wieso es für dich sinnvoll ist, sich an bestimmte Partner*innen zu binden und bestimmte Leistungen nicht selber zu erstellen, sondern Spezialist*innen zu überlassen. Die Kür ist es auch, auf Werte einzugehen: Was für Werte wollt ihr leben und wieso ist das für die Kundschaft und das Produkt relevant?

5. Unternehmen
Schließlich beschreibst du, was dein Unternehmen auszeichnen wird. Am besten beginnst du mit einer einfachen Darstellung des Produktionsprozesses und greifst nochmals den obigen Aspekt auf, Leistungen einzukaufen und andere als zentrale Kernaktivität zu definieren. Diese könnt oder wollt nur ihr selbst erbringen.  
Deinen Standort sowie die Rechtsform deiner Gründung nennst du an dieser Stelle und begründest kurz, wieso gerade diese Rechtsform und dieser Standort Sinn machen.
Du beendest den Textteil des Businessplans mit einer kurzen Darstellung, welche Risiken du für den Geschäftserfolg siehst und was du tun kannst, um diese zu erkunden bzw. abzuwehren.

Der Zahlenteil

6. Finanzen
Der Zahlenteil ist für viele Gründer*innen vielleicht der quälendste, aber dennoch womöglich der wichtigste Aspekt. Denn der Finanzplan bildet das Herzstück deines Businessplans. Er enthält Angaben zu Ertragsquellen (Umsatz), betrieblichen und privaten Kosten, zum Kapitalbedarf, zur Finanzierung sowie Rentabilität und Liquidität deines Unternehmens. Du zeigst auf, wie du deinen Kapitalbedarf decken willst. Dieser Teil ist besonders relevant für deine potenziellen Kapitalgeber*innen, da hieraus ersichtlich wird, ob es sich lohnt, als Investor*in in dein Unternehmen einzusteigen.

Einer der häufigsten Fehler von Gründer*innen ist es, den Zahlenteil und Textteil getrennt zu entwickeln und von Bearbeitungsschleife zu Bearbeitungsschleife ein immer größeres inhaltliches Spagat zu machen. Um das zu verhindern, haben wir in der Gründerplattform beide Instrumente eng miteinander verknüpft: Du kannst sie per Knopfdruck kombinieren. So kannst du in jedem Textkapitel vorgefertigte Grafiken aus dem Zahlenteil (zum Beispiel Umsatz- und Kostenentwicklung) per Mausklick in das Kapitel integrieren, in dem sie für dich Sinn machen (zum Beispiel in der Zusammenfassung oder im Kapitel Vertrieb & Wettbewerb). Diese Grafiken aktualisieren sich natürlich automatisch, wenn du den Zahlenteil veränderst.

 

Darum ist dein Businessplan so wichtig

Dein Businessplan ist ein zentrales Dokument für deine potenziellen Finanzierungspartner*innen und damit entscheidend für die Mittelausstattung deines Unternehmens. Du erstellst ihn nicht nur für dich selbst, sondern auch als Entscheidungsgrundlage für Banken, Investoren und wichtige Geschäftspartner*innen.

In anderen Worten ist dein Businessplan eine Machbarkeitsstudie: Das Ergebnis dieser Studie ist, ob deine Geschäftsidee durchführbar ist und sich auch finanziell lohnen kann. Auch wenn du überhaupt niemanden zu überzeugen hast, solltest du im Businessplan - für dich allein - deine Geschäftsidee auf den Punkt bringen und prüfen. So erlangst du Klarheit darüber, unter welchen Bedingungen deine Idee funktionieren und sich wirtschaftlich rechnen kann.

Hilfreich ist auch den Businessplan als ein „Tagebuch“ der Realisierung deiner Geschäftsidee zu sehen: Halte deine konkreten Erfahrungen aus Testläufen und Vertriebserfahrungen fest und nutze den Businessplan als persönliches Zieldokument, in dem du deine eigenen Annahmen vor dir selbst offenlegst und gegebenenfalls veränderst. Insbesondere im Kapitel „Risiken“ macht es Sinn zu zeigen, wie du mit geplanten Maßnahmen prüfst, ob du Risiken hast und wie du sie abwehren kannst. Das geht auch ganz einfach: Wenn es für ein Restaurant fragwürdig ist, ob am Standort genug Laufkundschaft existiert, stellst du dich dreimal eine Stunde hin, zählst die Vorbeigehenden und fragst jeweils 20 davon, ob sie in dein Restaurant kommen würden.

Wie schon bei der Geschäftsidee ist es auch beim Businessplan wichtig, dass du dich nicht zu sehr in ihn verliebst. Du solltest viel Zeit in die Arbeit an deiner Geschäftsidee und deinem Geschäftsmodell investieren, den Businessplan jedoch möglichst rasch erstellen. Danach kannst du ihn immer wieder schnell auf den neuesten Stand bringen und anpassen.
Du solltest ihn auf jeden Fall selber schreiben, aber mit starker strukturgebender Unterstützung, wie du sie auf der Gründerplattform erhältst. Vorlagen von Geschäftsplänen aus deiner Branche dienen nur zur Orientierung.

Beschäftige dich nicht zu lange mit Formulierungen und Zahlen, sondern verwende deine kostbare Zeit eher darauf, mit deinem Business Geld zu verdienen. Dein Businessplan definiert dafür die Erfolgsmeilensteine und du notierst Maßnahmen und Ergebnisse. So landet dein Businessplan nicht als Zeitverschwendung am grünen Tisch der Theorie in der Schublade, sondern bleibt ein Leitfaden für den weiteren Weg deines Unternehmens.

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bhp