Lies nach:
Unternehmenswerte

Werte kann man nicht sehen und nur schwer messen. Trotzdem sind sie entscheidend: Die Zukunft deines Unternehmens hängt davon ab, ob du ein Team aufbauen kannst, das grundlegende Wertvorstellungen teilt und lebt.

Ausfüll-Assistent
Welche Werte lebt dein Unternehmen?

Hier kannst du das Wissen aus diesem Ratgeber gleich anwenden und dein Geschäftsmodell weiter ausfüllen. Für welche Unternehmenswerte möchtest du mit deinem Team stehen? Für diesen Baustein deines Geschäftsmodells musst du dich selbst erkunden. Folgende Fragen und Aufgaben können dir dabei helfen:

  • Was ist dir wichtig? Schreibe fünf Werte auf, die in deinem Leben zählen – im Beruf wie privat.
  • Wie könntest du diese Werte in deinem Unternehmen umsetzen?
  • Wie willst du diese Werte im Alltag kommunizieren? Notiere jeweils zwei Ideen.

Hilfreich ist auch die Frage: Was ist dir nicht wichtig? Notiere fünf Werte, die dir nicht wichtig sind. Überlege dir jeweils, welches Verhalten du hierbei gerade noch tolerieren würdest. Wenn dir z.B. Ordnung nicht besonders wichtig ist – wie unordentlich dürfte ein Schreibtisch in deinem Team sein?


Mit Unternehmenswerten meinen wir ausdrücklich nicht das, was die Unternehmensführung gerne nach außen vertritt, wie etwa „Nachhaltigkeit“, „Abenteuer“, „Spaß“ oder „Innovation“. Wir meinen die Art, wie man in einem Unternehmen zusammenarbeitet, wie man mit Kunden und Geschäftspartnern umgeht - kurz: Die Ideale, die im Alltag gelebt werden.

Mit deinem Verhalten dienst du als Gründer*in als Vorbild. Dabei kannst du nur diejenige Haltung jeden Tag glaubhaft vertreten, die zu dir passt. Mach dir deshalb rechtzeitig bewusst, was deine wahren Werte sind. Wofür stehst du? Worauf kommt es dir an? Zählt für dich vor allem finanzieller Erfolg? Gesellschaftliche Anerkennung? Deine Unabhängigkeit? Oder etwas ganz Anderes?

Die grundlegenden Werte, die deine innere Einstellung ausmachen, sollten auch die Menschen teilen, mit denen du zusammenarbeitest. Nicht nur, weil du sehr viel Zeit mit ihnen verbringen wirst und ihr viel mehr Spaß haben werdet, wenn die Chemie stimmt. Sondern auch und vor allem, weil ein Team, das gut zusammenpasst, einfach besser funktioniert.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es geht hier nicht um Moral und darum, zwischen guten und schlechten Werten zu unterscheiden. Wenn es dir wichtig ist, schnell viel Geld zu verdienen, dann ist das ebenso gerechtfertigt wie der Wunsch, anderen Menschen mit deinem Unternehmen zu helfen. Nur musst du eben sicherstellen, dass deine Leute diese Werte teilen. Denn nur dann werden sie ihren Job wirklich gut und gerne machen. Auch schwierige Situationen lassen sich dann durchstehen, ohne dass es immer wieder zu quälenden Auseinandersetzungen und Grundsatzdiskussionen im Team kommt.

Was sind Unternehmenswerte?

Es gibt keine einheitliche Definition, die beschreibt, was unter dem Begriff zu verstehen ist. Am ehesten kann man sagen, dass es sich dabei um Regeln des Zusammenlebens handelt und um allgemeine Orientierungen, aufgrund derer man Entscheidungen trifft.

Du als Gründer*in bestimmst die Unternehmenskultur, die in deinem Unternehmen gelebt wird. Und zwar nicht durch Formulierungen auf der Website oder im Vorwort eurer Imagebroschüre. Sondern dadurch, dass du sie vorlebst bei allem, was du tust.

Privates und Geschäftliches trennen

Wenn gemeinsame Werte so wichtig sind, wäre es da nicht ideal, mit den besten Freunden zu gründen? Eher nicht. Nur, weil ihr euch gut versteht und ihr viele lustige Erinnerungen teilt, heißt das nämlich nicht, dass für euch dieselben Werte zählen. Dieser Irrtum hat schon manche Gründung zu Fall gebracht.

Vielleicht geht für deinen besten Kumpel seine Freiheit und Autonomie über alles, während dir die Gemeinschaft am Herzen liegt und es dir auf Zuverlässigkeit, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung ankommt. In solchen Konstellationen wird es schwer, einen gemeinsamen Unternehmensgeist zu entwickeln, der über eurem Handeln steht.

Beispiel Weinhandel: "Guter Wein ohne Schnickschnack" ist auch ein Wert

Wohl um kaum ein Getränk wird so viel Aufhebens gemacht wie um Wein. Wer Rebsorten auseinanderhalten kann, Anbaugebiete und Kellertechniken kennt und das „komplexe Bouquet“ oder den „harmonischen Abgang“ eines Weines lobt, signalisiert seinem Gegenüber: Ich lege Wert auf Lebensqualität, habe Stil und kenne mich aus.

Aber was ist mit den anderen? Mit all denen, die keine Weinseminare besuchen oder Fachbegriffe pauken, sondern einfach zu jeder Mahlzeit den passenden Wein trinken wollen? Ohne Schnickschnack, aber von guter Qualität?

Auf diese Zielgruppe hat sich ein australischer Weinproduzent spezialisiert. Die Mission hinter seiner eigens dafür geschaffenen Marke ist es, die Wahl des richtigen Weines zu erleichtern. Darin spiegeln sich die Unternehmenswerte: Weingenuss muss auch ohne vordergründiges Expertentum möglich sein.

Das Team des Weinproduzenten bringt natürlich viel Wein-Expertise mit. Dennoch teilt es die Überzeugung, dass den Kunden mehr damit geholfen ist, eine einheitlich gute Qualität zu garantieren, als sie mit Details zu Anbaugebieten und Jahrgangsangaben zu verwirren.

Alles gelesen?
Dann geh den nächsten Schritt

bhp