Ecopreneur*in werden

Du möchtest dich selbstständig machen, aber auch etwas Gutes für Umwelt und Gesellschaft tun? Dann ist Ecopreneur*in zu werden möglicherweise genau das Richtige für dich. Denn mit einem Öko-Unternehmen wirtschaftest du nachhaltig und sozial – und verdienst auch noch Geld damit! Der Trend zum umweltfreundlichen Gründen ist ungebrochen. Hier erfährst du, wie du dein eigenes grünes Business an den Start bringen kannst.

Was bedeutet Ecopreneurship?

Ecopreneur*innen entwickeln innovative ökologische Produkte oder Dienstleistungen, die eine nachhaltige Alternative zur jeweils herkömmlichen Variante bieten. Die Wortschöpfung setzt sich aus den Begriffen „ecological“, also ökologisch, und „Entrepreneur“ zusammen. Ecopreneurship bezeichnet also innovative Unternehmen mit ökologischer Ausrichtung. Ihre Geschichte reicht in Deutschland bis in die 1920er Jahre zurück – auch wenn sie damals noch nicht unter diesem Namen bekannt waren, der erst in den 2000er Jahren entstand. In den 1960er und 70er Jahren standen nachhaltige Unternehmen schon einmal hoch im Kurs. Seit einiger Zeit ist der Trend wieder zurück! 

Die meisten Ecopreneurships basieren auf drei Grundsätzen. Diese ergeben sich aus dem Triple-Bottom-Line-Ansatz, den der Gründer und Unternehmensberater John Elkington Ende der 1990er Jahre prägte. Sie lauten:

  • Social Bottom-Line: Ecopreneur*innen wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben und verfolgen daher oft soziale oder gemeinnützige Zwecke.
  • Environmental Bottom-Line: Der ökologische Faktor spielt eine wichtige Rolle für Ecopreneur*innen – sie wollen die Umwelt schützen und nachhaltige Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse etablieren.
  • Financial Bottom-Line: Eco-Unternehmen wollen ökonomisch handeln und profitabel sein – so können sie langfristig bestehen sowie weitere soziale und ökologische Ziele erreichen.

Der Begriff „Bottom-Line“ steht übrigens für den Strich, unter dem auf der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens der Gewinn angegeben wird. Für Ecopreneur*innen umfasst diese Rechnung aber neben Geld auch die Erfolge für die Umwelt und die Gesellschaft. Es gibt also drei große Ziele in einem nachhaltigen Unternehmen.

Abgrenzung zu Social Entrepreneurship

Vielleicht fragst du dich jetzt, was der Unterschied zwischen Ecopreneur*innen und Social Entrepreneur*innen ist? Letztere richten ihr Business oft eher auf die Beseitigung gesellschaftlicher Missstände aus und wollen den sozialen Wandel vorantreiben. Sie werden häufig gemeinnützig geführt. Doch klar voneinander trennen lassen sich die beiden Gründungsformen nicht. Ecopreneurship wird meist als Unterart von Social Entrepreneurship gewertet. Mittlerweile etablieren sich ökologische Unternehmen jedoch immer mehr zu einer eigenen Form, die sich mit sozialen Unternehmen teilweise überschneidet. Ihr Fokus liegt in der Regel eher auf umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen.

Darum lohnt es sich, ein Öko-Unternehmen zu gründen

Als Ecopreneur*in kannst du deine ideellen Ziele – eine gesündere Umwelt und eine bessere Gesellschaft – mit dem Geldverdienen zusammenbringen. Dein Unternehmen ist dann nicht nur auf Profit eingestellt, sondern auch auf die Verwirklichung dieser Ziele. Im Vergleich zu rein auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Vorhaben kann das mit einigen besonderen Herausforderungen verbunden sein. Du kannst beispielsweise nicht immer den kostengünstigsten Weg wählen, weil dieser oft nicht nachhaltig ist. Doch es gibt zahlreiche Gründe, die für Ecopreneurship sprechen:

  • Nachhaltigkeit ist die Zukunft: Niemand kann mehr Profit machen, wenn die Erde zerstört ist. Ökologische Innovationen sind deshalb wichtig, weil sie das Überleben sichern!
  • Der Öko-Trend ist ungebrochen: Konsumenten erwarten heute immer häufiger, dass die Produkte, die sie kaufen, nachhaltig produziert wurden. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten steigt!
  • Du sparst Geld: Nachhaltigkeit muss nicht zwingend teuer sein. Erneuerbare Energien und neuste Technologien boomen und werden in Zukunft sogar günstiger sein als klassische Varianten. Wer beispielsweise auf ein papierloses Büro achtet oder aus Umweltschutzgründen gebrauchte Möbel für die Einrichtung wählt, spart Kosten.
  • Nachhaltigkeit lohnt sich: Immer mehr Menschen sind bereit, eine höhere Summe für ein Produkt zu bezahlen, wenn es umweltfreundlich und nachhaltig ist. 
  • Auf Langlebigkeit ausgerichtet: Zu einem grünen Unternehmen gehört es auch, nachhaltig zu planen, sodass dein Angebot langfristigen Erfolg verspricht.
Person hat Globus unter dem Arm

Ecopreneur*in werden: So geht’s

Wenn du als Ecopreneur*in erfolgreich werden möchtest, brauchst du eine gute Idee, ein starkes Team, das sich mit deinem Vorhaben identifiziert – und einen durchdachten Plan! Drei Schritte sind für die Gründung eines grünen Startups essenziell:

  1. Erkenne ein ökologisches oder gesellschaftliches Problem, mit dem du dich vielleicht sogar persönlich identifizieren kannst.
  2. Finde und visualisiere eine vielversprechende Lösung für dieses Problem.
  3. Entwickle ein konkretes Produkt, eine innovative Technologie oder ein unschlagbares Angebot, mit dem du dein Unternehmen aufziehen kannst.

Soweit zu den Grundlagen – für die Umsetzung hältst du dich am besten an die folgenden Schritte:

Eine nachhaltige Idee entwickeln

Ecopreneur*innen können ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle haben. Vielleicht schwirrt dir ja schon eine völlig neue, innovative Idee im Kopf herum. Falls nicht, kannst du dich auch von anderen erfolgreichen Unternehmen inspirieren lassen. Gängige Eco-Modelle sind beispielsweise diese:

  • Umweltfreundliche Produkte: Du entwickelst ein eigenes nachhaltiges Produkt, stellst es selbst her und revolutionierst damit möglicherweise den Markt – egal, ob es sich um Kleidung, Lebensmittel oder energiesparende Geräte handelt. Wichtig ist dabei, dass du dein Handwerk beherrschst und einen wirklich nachhaltigen Produktionsprozess organisierst.
  • Nachhaltige Herstellungsprozesse: Um dein Produkt und Unternehmen nachhaltig zu gestalten, kannst du auch auf eine ökologische Lieferkette achten und nur mit umweltfreundlichen Unternehmen zusammenarbeiten. Das kann sogar über den Herstellungsprozess hinausgehen und sich zum Beispiel auf deine Bank, deine Designagentur und andere Dienstleister erstrecken. Transparenz ist hierbei besonders wichtig, damit deine Kunden dein Handeln auch nachvollziehen können.
  • Cradle to Cradle: Eine spezielle nachhaltige Herstellungsmethode bietet das Cradle-to-Cradle-Konzept. Dabei werden Produkte in geschlossenen Produktionskreisläufen hergestellt, in denen nichts verloren geht. Das Verfahren wird auch als ökoeffizientes Wirtschaften bezeichnet. Es erfordert einiges an Recherche, da es in Deutschland noch nicht sehr etabliert ist. Doch immer mehr Unternehmen wenden es erfolgreich an!
  • Spendenmodell: Eine weitere Möglichkeit, ökologisch zu handeln, ist ein Spendenkonzept. Dabei wird ein gewisser Anteil des Gewinns an gemeinnützige Organisationen und Projekte gespendet – zum Beispiel für den Ausbau erneuerbarer Energien oder für soziale Einrichtungen im globalen Süden.

In unserer Kategorie Erfolgreiche Geschäftsmodelle stellen wir dir Vilisto vor. Das Startup bietet smarte Thermostate an und hilft so, Energie zu sparen und möglichst effizient zu heizen. Erfahre mehr über das Geschäftsmodell von Vilisto, dessen Kernfähigkeiten, Kundennutzen und Ertragsquellen.

Die passende Rechtsform finden

Für Ecopreneur*innen kommen verschiedene Rechtsformen infrage. Je nachdem, wie viele Gründungsmitglieder es gibt und welches Ziel ihr verfolgt, wählst du ein Einzelunternehmen, eine Personen- oder eine Kapitalgesellschaft. Typischerweise fällt die Wahl meist auf eine UG oder GmbH. Möchtest du in erster Linie einen gemeinnützigen Zweck verfolgen, kannst du auch eine gUG oder eine gGmbH gründen (das kleine G steht für gemeinnützig). So verbindest du gemeinnützige und wirtschaftliche Tätigkeiten, musst deine Gewinne jedoch zweckgebunden nutzen. In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, einen Verein zu gründen. Unser Rechtsform-Tool hilft dir, die für dich passende Rechtsform zu finden.

Finanzierung und Businessplan

Wie du als Ecopreneur*in deine Gründung finanzierst, hängt immer auch von der gewählten Rechtsform ab. Gemeinnützige Unternehmen und Vereine nutzen meist Spenden, spezielle Fördermittel, Mitgliedsbeiträge oder Crowdfunding-Kampagnen. Andere beantragen einen Gründungszuschuss oder versuchen, einen Kredit zu bekommen. Grüne Unternehmen haben dabei einen Vorteil, denn es gibt spezialisierte Banken (zum Beispiel die GLS Bank, die Triodos Bank oder die Umweltbank) und Stiftungen (Social Business Stiftung, KfW Stiftung), an deren Stiftungszweck du das Interesse für dein Thema ablesen kannst. Aber Achtung: Möchtest du dein Vorhaben von einer Stiftung fördern lassen, ist dies meist nur möglich, wenn deine Rechtsform gemeinnützig ist. 

Daneben gibt es immer mehr Akteure in diesem Bereich, die dich dabei unterstützen, eine Finanzierung für deine nachhaltige Gründung zu bekommen, wenn du deren Programm durchläufst. Bekannte Akteure sind zum Beispiel Grünhof, Impact Collective, FASE, und BonVenture. Eine ausführliche Beschreibung und Auflistung von Banken, Stiftungen und Venture-Fonds findest du auf unserer Seite zum Thema Solopreneurship

Um an eine Finanzierung deines Unternehmens zu kommen, brauchst du einen Businessplan. Dieser hilft dir auch persönlich weiter, wenn es darum geht, deine Idee zu konkretisieren, Ziele festzulegen oder Kosten zu kalkulieren. Je besser du vorbereitet bist, desto eher wirst du als Ecopreneur*in Erfolge verzeichnen können!

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Was macht ein nachhaltiges Unternehmen aus?

Erfolgreich nachhaltig gründen – dazu gehört mehr als die Selbstbezeichnung als Ecopreneur*in. Wichtig ist es vor allem am Anfang, deine (potenziellen) Kunden von deiner Glaubwürdigkeit zu überzeugen. Dein Unternehmen sollte nicht nur grün aussehen, sondern wirklich so umweltfreundlich und sozial wie möglich sein. Dazu musst du nicht sofort alles perfekt umsetzen. Es ist okay, wenn du es dir aus Kostengründen erstmal noch nicht leisten kannst, bis in die letzte Faser nachhaltig zu sein. Doch dein zentrales Angebot sollte deinen Werten als Ecopreneur*in gerecht werden und deine Käufer überzeugen.

Sei in jedem Fall ehrlich und transparent bezüglich des Nachhaltigkeitsstatus deines Unternehmens. Schließlich möchtest du dich von Unternehmen abgrenzen, die sogenanntes Greenwashing betreiben. Sie vermarkten ihre Produkte zwar als nachhaltig und grün, handeln aber in Wahrheit nicht konsequent ökologisch. Ecopreneurship ist ein Trend, auf den viele aufspringen wollen, nur um Profit zu machen. Doch wer wirklich nachhaltig handelt, braucht keine großen Worte. Deine Taten sprechen für dich!

Als Ecopreneur*in solltest du immer das Ganze im Blick behalten – ob Produktionsprozesse, Personal, Marketing oder Bürogestaltung. Dazu gehört es auch, nachhaltig zu planen und genügend Rücklagen zu haben. Dein Unternehmen soll schließlich keine Eintagsfliege sein. Gleichzeitig raten wir, von Beginn an groß zu denken! Ecopreneur*innen wollen zwar ökologisch und nachhaltig sein – das heißt aber nicht, dass sie klein bleiben müssen. Vielmehr ist es ihr Ziel, eine große Marktwirkung zu entwickeln und zu zeigen, dass ökologische Produkte besser sind als die herkömmlichen Varianten. 

Erfolgreich als Ecopreneur*in: Sechs Beispiele für grüne Unternehmen

Du willst mit deinem Unternehmen etwas bewegen in der Welt, aber bist noch unsicher, ob du wirklich loslegen solltest? Hol dir eine große Portion Motivation und lass dich inspirieren von Ecopreneur*innen, die mit ihren Ideen erfolgreich geworden sind! Hier sind sechs spannende Beispiele für dich.

1. Hydrophil

Hydrophil stellt nachhaltige vegane Pflegeprodukte her, deren Produktion mit einem geringen Wasserverbrauch auskommt und diese Ressource somit schont. Besonders bekannt sind die Bambuszahnbürsten der Marke. Zum Sortiment gehören außerdem umweltfreundliche Zahnputztabs als Alternative zu Zahnpasta sowie Seifen, Wattestäbchen und mehr.

Ökologischer Zweck: wassersparende Produktionsprozesse und plastikfreie Produkte 

2. Landpack

Das Eco-Business Landpack hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Verpackungsmaterial zu revolutionieren. Statt Styropor und Plastikfolie wird Stroh als Isoliermaterial und zum Schutz vor Stößen verwendet. Stroh ist ein nachwachsender, biologisch abbaubarer Rohstoff, der ebenso feuchtigkeitsregulierende und volumenreduzierende Eigenschaften aufweist wie die klassische Variante.

Ökologischer Zweck: umweltschädliche Kunststoffverpackungen durch nachhaltige Alternativen ersetzen

3. Pandoo

Bei Pandoo besteht alles aus Bambus – Geschirr, Zahnbürsten, Kosmetikartikel, wiederverwendbare Küchenrolle, Trinkhalme, Socken und vieles mehr. Die Ecopreneur*innen, die dieses Unternehmen gegründet haben, wollen Plastikmüll vermeiden und gleichzeitig holzfreie Produkte anbieten.

Ökologischer Zweck: weniger Plastikmüll produzieren und der Abholzung entgegenwirken

4. Solmove

Das grüne Startup Solmove möchte Photovoltaik – also Solarzellen – auf die Straße bringen. Dazu der Gründer ein leicht zu verlegendes, befahrbares Stecksystem entwickelt. Die Anlagen sollen künftig beispielsweise Strom für die Straßenbeleuchtung erzeugen oder E-Autos aufladen können.

Ökologischer Zweck: erneuerbare Energie erzeugen, Straßenverkehr nachhaltiger gestalten

5. Recup

Schluss mit dem Kaffee zum Mitnehmen im Pappbecher: Recup hat einen wiederverwendbaren To-go-Becher aus recyclebarem Kunststoff entwickelt, der im Pfandsystem funktioniert. Teilnehmende Gastro-Betriebe füllen die Getränke in die Becher und nehmen dafür einen Euro Pfand. Die Kunden können ihren Becher entweder weiterverwenden oder in allen Partnergeschäften zurückgeben und bekommen dann ihr Pfand wieder.

Ökologischer Zweck: Einwegbecher durch nachhaltige Alternativen ersetzen

6. Nikin

Das Schweizer Unternehmen Nikin vereint nachhaltige Produktion mit einem Spendenmodell. Hergestellt werden faire Kleidung und Accessoires. Für jedes verkaufte Produkt lässt Nikin dann einen Baum pflanzen – die Kunden erhalten mit ihrer Bestellung ein Zertifikat über ihren Baum. So finanziert das Unternehmen jedes Jahr mehrere Baumpflanzaktionen seiner gemeinnützigen Partnerorganisation.

Ökologischer Zweck: nachhaltige Mode und Schutz der Wälder

Auf der Gründerplattform haben wir eine Reihe von Beispielunternehmer*innen aus dem Bereich Sozialunternehmen und Nachhaltigkeit. Nicht alle lassen sich als Ecopreneur*innen bezeichnen, aber sie eint die Motivation, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. In den Videos erzählen sie von ihren Erfahrungen bei der Gründung, von besonderen Herausforderungen und wie sie diese gemeistert haben. 

Du kannst über die Auswahlmöglichkeit übrigens gezielt nach Beispielen zu Social Entrepreneurship suchen. Dann stößt du auf das Video von Tobias Schütt. Der Gründer bietet mit seinem Unternehmen DZ-4 ein Mietmodell für Solarstromanlagen an.

Tobias Schütt von DZ-4 über seine Gründung

Fazit

Als Ecopreneur*in baust du dir nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen auf, sondern hilfst gleichzeitig, den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wenn dir soziale und nachhaltige Themen am Herzen liegen und du eine passende Idee hast, starte mit einem grünen Unternehmen durch! Natürlich erfordert nachhaltiges Wirtschaften viel Recherche und Planung, und du musst dich mit deiner Innovation erst am Markt durchsetzen. Doch viele Gründer*innen sind genau diesen Weg gegangen und ihr Erfolg spricht für sich. Willst du etwas bewegen, dann geh jetzt los und werde Ecopreneur*in!

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bhp