Selbstständige Personalvermittlung auf Top-Niveau

Headhunter*in werden: Auf der Jagd nach klugen Köpfen

Du hast es vielleicht sogar schon selbst erlebt: Auf Xing, LinkedIn oder einem anderen Netzwerk ploppt eine Nachricht von einer dir unbekannten Person auf, die dir einen Job bei einem Top-Arbeitgeber deiner Branche anbietet – dabei hast du in deinem Profil gar nicht angegeben, dass du auf der Suche bist. Ihr seid ins Gespräch gekommen, habt euch vielleicht getroffen ... Egal, wie es am Ende ausgegangen ist: Du wurdest „geheadhuntert“. Was die einen als undankbarsten Job überhaupt empfinden – fremde Menschen anschreiben und ihnen einen Job „aufdrängen“ – empfinden andere als die große Chance: Immer wieder neue Leute kennenlernen, Firmen und Fachkräfte zusammenbringen und das große Geld verdienen. Wenn du diese Idee genauso reizvoll findest, aber nicht weißt, wie du den Einstieg angehen sollst, verraten wir dir hier, wie du selbstständige*r Headhunter*in wirst.

Was du mitbringen solltest, um Headhunter*in zu werden

Wie gesagt: Die einen empfinden die Arbeit von Headhunter*innen als aufdringlich, die anderen als wertvolle Vermittlungstätigkeit. Dementsprechend schmal ist der Grat, auf dem sie sich bewegen. Es bedarf Empathie und eines feines Gespürs für verschiedene Menschen und Branchen. Einem CEO wirst du andere Argumente liefern müssen, als einer Programmiererin, bei einem Berufseinsteiger einen anderen Ton anschlagen, als bei einer erfahrenen Managerin. Dein Auftreten sollte überzeugend und verbindlich sein – Eigenschaften, die viele erst mit voranschreitender Berufserfahrung erwerben. Einfach weil man, je länger man im Beruf ist, mit immer mehr und anderen Menschen in Kontakt gekommen ist und sich auf mehr Erfahrungen in unterschiedlichsten Situationen berufen kann. Aber auch ohne zehn Jahre Berufserfahrung im Gepäck, gibt es Kommunikationstalente, die souverän und seriös wirken, ganz unabhängig von ihrem Alter. Wenn du dich selbst dazu zählst und Lust auf Akquise und Vertrieb hast, sind das beste Voraussetzungen. 

Erfahrene Headhunter sprechen häufig außerdem von einer gewissen „Leidensfähigkeit“, die man mitbringen muss – nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass du häufig mit Menschen zu tun haben wirst, die erstmal nicht auf dich gewartet haben oder noch gar nicht wissen, dass sie dich brauchen und du ihnen etwas Gutes tun möchtest. Hier ist also Geduld und Verhandlungsgeschick gefragt. 

Tipp: Wenn du dir unsicher bist, wo deine Stärke und Schwächen liegen und ob dir die persönlichen Anforderungen an eine*n Headhunter*in liegen, mache eine Inventur deiner Ressourcen. Oftmals hilft es, wenn du dir in Ruhe aufschreist, was dir Spaß macht und was nicht, welche Erfahrungen du gesammelt hast und was für Fähigkeiten du mitbringst.

Bring deine Idee aufs Papier!

Dein eigenes Geschäftsmodell nur einen Klick entfernt

Kostenloses Tool nutzen

Aus- und Weiterbildungen

Aus fachlicher Sicht gibt es keine formale Ausbildung zum oder zur Headhunter*in – viele steigen quer in diesen Beruf ein. Nützlich ist ein Studium in den Bereichen Psychologie oder BWL mit dem Schwerpunkt Personal oder Personal-Management (Human Resources). Daran schließen sich oft Praktika oder Trainee-Stellen in einer Personalvermittlung oder der Personalabteilung eines Unternehmens an, um praktische Erfahrungen zu sammeln. 

Klassische Ausbildungen, die den Weg in die Personalberatung ebnen, sind eine Ausbildung zur oder zum Personaldienstleistungskauffrau bzw. -mann, Industriekauffrau bzw. -mann oder eine andere kaufmännische Tätigkeit. Gerade wenn du dich selbstständig machen möchtest, sind die kaufmännischen Themen nützlich für deine unternehmerischen Tätigkeiten.

Ebenso häufig kommen Headhunter*innen übrigens aus der anderen Richtung: einer Führungsposition in einer bestimmten Branche. Dort haben sie selbst nach Kandidat*innen für ihr Team gesucht (mit oder ohne Headhunter*in), unzählige Gespräche geführt und ein Gespür dafür entwickelt, was bei der Personalsuche wichtig ist. Um dein Vorhaben mit deiner Erfahrung und deinen Fähigkeiten auf professionelle Beine zu stellen, bieten viele IHKs kompakte Weiterbildungen an, beispielsweise zur Fachkraft für Personalberatung und Personalvermittlung.

Was genau macht ein*e Headhunter*in?

Der Begriff Headhunter*in ist noch relativ neu und wird häufig synonym mit der Bezeichnung Personalberater*in verwendet. Will man hier unbedingt unterscheiden, so kümmern sich Headhunter*innen vor allem um die Vermittlung von „hochqualifizierten Fach- und Führungskräften“, während Personalberaterinnen alle Ebenen abdecken. Wie sinnvoll diese Abgrenzung ist, muss jede/r selbst für sich entscheiden – oftmals wird darauf nur hingewiesen, um hervorzuheben, dass ausschließlich mit Top-Kandidat*innen und -Positionen gehandelt wird und entsprechend hohe Gehälter (aber auch Provisionen) im Spiel sind.

Was aber in jedem Fall richtig ist: Als Headhunter*in „jagst“ du Köpfe – Kandidat*innen, die exakt auf eine offene Stelle von Unternehmen passen. Dabei gestaltest und begleitest du mehr oder weniger stark den kompletten Recruiting-Prozess: Auf Basis eines Briefings suchst du nach passenden Fachkräften und sprichst sie aktiv an – egal, ob sie offensichtlich auf der Suche nach einem Job sind oder nicht. 

Wichtig dabei: Rufst du deine „Zielperson“ direkt bei ihrer Arbeitsstelle an, darfst du nur einen ersten unverbindlichen Kontakt herstellen. Aktives Abwerben auf diesem Wege ist gesetzlich verboten.

Teilweise nimmst du gleich Kontakt zu möglichen Kandidat*innen auf, teilweise triffst du erst eine Vorauswahl und sprichst mit deinem Kunden ab, wer angesprochen werden soll. Nach dieser Auswahl und dem ersten Kontakt führst du weitere Gespräche und vereinbarst schließlich ein Kennenlernen zwischen Kandidat*innen und Unternehmen. Ab diesem Zeitpunkt bist du meist nur noch begleitend und beratend an dem Prozess beteiligt. Auch die Vertragsverhandlungen und der tatsächliche Abschluss liegen nicht mehr in deiner Verantwortung. An dem Ergebnis bist du aber natürlich dennoch interessiert, da von dem Erfolg auch deine Bezahlung abhängt.

Erfolgreiche*r Headhunter*in werden mit Spezialisierung

Was erstmal einfach klingt, ist es oftmals gar nicht, denn die Kandidatensuche kann sich hinziehen. Besonders wichtig ist, dass du genau verstehst, was und wen ein Unternehmen sucht, was das Besondere und Herausfordernde an einer Stelle ist – und dann genau die Person zu finden, die all diese Anforderungen in sich vereint und wechselbereit ist oder von einem Wechsel überzeugt werden kann. 

Um beurteilen zu können, welche Kandidat*innen wie gut passen, sind ausgezeichnete Branchenkenntnisse von Vorteil, weshalb sich die meisten Headhunter*innen auch auf bestimmte Berufsbilder oder Branchen konzentrieren. Nicht nur den „Person-Job-Fit“ kannst du mit entsprechenden fachlichen Kenntnissen besser beurteilen: Es wird dir auch deutlich leichter fallen, mit den potenziellen Kandidat*innen ins Gespräch zu kommen, den richtigen Ton zu treffen, die richtigen Fragen zu stellen, aber auch die richtigen Antworten zu geben. Davon haben nicht nur Kandidat*innen und Firmen etwas, sondern du wirst auch deutlich schneller und erfolgreicher Abschlüsse erzielen.

Nicht nur die Spezialisierung auf eine bestimmte Branche, innerhalb derer du Fachkräfte vermittelst, kann sich lohnen: Es gibt auch immer wieder Trends auf dem HR-Markt, wie Headhunter*innen und Unternehmen, unabhängig von der Branche, zusammenarbeiten. Unter der Bezeichnung „Rent a Recruiter“ etabliert sich gerade eine gezielte Beauftragung von immer gleichen Headhunter*innen, wenn Firmen punktuell Unterstützung im HR-Bereich brauchen. Wird ein neuer Standort oder eine neue Filiale eröffnet und schnellt der Bedarf an neuem Personal kurzfristig in die Höhe, wird eine externe Personalfachkraft für diese Phase in die bestehenden HR-Strukturen integriert. Für dich kann das ein spannender Einsatzbereich sein, da du von den etablierten Strukturen profitierst und solche Projekte oft mit viel Vorlauf gut planbar sind.

Person stellt Pappfigur zwischen andere Pappfiguren

Was verdienen Headhunter*innen?

Vor allem Berufseinsteiger*innen interessieren sich für den Beruf Headhunter*in, weil hohe Gehälter für „ein bisschen netzwerken“ winken. Dass erfolgreiche Personalvermittlung deutlich mehr als eben dies ist, ist dir hoffentlich spätestens nach diesem Artikel klar. Oft ist es sogar harte Arbeit, für die es viel Geduld braucht. Hast du diese aber, so kannst du als Headhunter*in tatsächlich gut verdienen: Für festangestellte Berufseinsteiger*innen werden durchschnittliche Jahresgehälter von 38.000 EUR angegeben, Profis verdienen leicht das Doppelte – in beiden Fällen plus Provision. Für selbstständige Headhunter*innen sind konkrete Zahlen schwerer zu recherchieren: Top-Leute, die Positionen mit hohem sechsstelligem Jahresgehalt vermitteln, erhalten bis zu einem Drittel davon als Provision. Klingt fantastisch, bedenke aber, dass solche Positionen selten sind und dass es nur wenige Spezialist*innen gibt, die solche Stellen überhaupt vermitteln – der Weg dahin ist lang und so handelt es sich bei fünfstelligen Provisionen eher um ein langfristiges Ziel. Gängiger sind Provisionen von rund 20 bis 22 Prozent des Jahresgehalts: Vermittelst du also zum Beispiel eine*n Projektmanager*in mit 65.000 EUR Jahresgehalt, erhältst du dafür rund 13.000 – 14.300 EUR. Auch das klingt im ersten Moment nach viel Geld, aber es steckt viel Arbeit darin, bis du zu einem erfolgreichen Abschluss gelangst.

Tipp: Die beiden Beispiele oben zeigen, wie die Headhunting-Branche grundsätzlich funktioniert. Je höher das Gehalt des vermittelten Jobs, desto höher dein Verdienst. Indem du diese Regel hinterfragst und dich eventuell für einen ganz anderen Weg entscheidest, entstehen neue Geschäftsideen.

Um für dich ein realistisches Bild zu bekommen, was du verdienen willst und kannst, tausche dich am besten mit anderen, bereits etablierten Headhunter*innen aus. Stelle im Zuge deiner Gründung außerdem einen Finanzplan mit Beispielrechnungen auf: Triff Annahmen über Aufwände für die Suche, Abstimmung und den kompletten Vermittlungsprozess und überlege, was du pro Stunde verdienen musst oder willst. Setze diese Annahmen ins Verhältnis mit den Jahresgehältern der Positionen, die du besetzen möchtest. Zugegeben: Kein ganz leichtes Gedankenspiel, für das du dir viel Zeit nehmen und dass du immer wieder mit der Realität abgleichen solltest. Fange in jedem Fall erst einmal an und entwickle ein Gefühl dafür, ob du eher zu günstig bist – beispielsweise, weil Kunden dich immer und ohne nachverhandeln buchen – oder zu teuer. 

Entscheidend bei der Kalkulation sind natürlich auch deine laufenden Kosten: Willst du als Soloselbständige*r starten, hast du kaum laufende Betriebskosten. Planst du diesen Weg als komplette Personalberatung oder Personalvermittlung, hast du beispielsweise für Büros, Personal und andere Bereiche monatliche Ausgaben. 

Egal, für welchen Weg du dich entscheidest: Mache dir im Zuge eines Businessplans Gedanken zu deinem Gehalt, zu deiner Zielgruppe, wie du diese ansprichst, zum Markt allgemein und zu deinen USPs.

Und wovon träumst du?

Schreib deine Idee auf und werde erfolgreich

Kostenlos Businessplan schreiben

Fazit: Headhunter*in werden – ein Plan mit Perspektive

Der viel beschworene Fachkräftemangel ist nicht nur ein Buzz-Word, sondern für viele Unternehmen ein zunehmendes und anhaltendes Problem. Auch wenn es viele Arbeitssuchende in Deutschland gibt, gibt es sehr viele unbesetzte Jobs – Angebot und Nachfrage passen an vielen Stellen einfach nicht zusammen. Umso schwieriger ist es für Firmen, die eine hohe Nachfrage haben, geeignetes Personal zu finden. Eine Stelle auszuschreiben und dann darauf zu warten, dass sich jemand Passendes bewirbt, ist nicht nur wenig zielführend – es ist auch noch unnötig zeitaufwendig und teuer. Aus diesem Grund werden Headhunter*innen für immer mehr Firmen interessant: Sie nehmen ihnen viel Arbeit ab und finden im besten Fall genau die Fachkraft, die gerade gebraucht wird. Weil eine Kernaufgabe darin besteht, auch Personen anzusprechen und zu überzeugen, die nicht aktiv suchen – dem Arbeitsmarkt also eigentlich nicht zur Verfügung stehen – haben Headhunter*innen einen weiteren Vorteil gegenüber der klassischen Personalabteilung. 

Und da der Job oft weniger mit „Hard-Skills“ zu tun hat, sondern vor allem mit Verhandlungsgeschick, Empathie und einem sicheren Auftritt, ist der Plan, Headhunter*in zu werden, für all jene geeignet, die eben genau diese persönlichen Fähigkeiten mitbringen. Ein Vorteil ist außerdem, dass du für deinen Traumberuf keine großen Investitionen tätigen oder Vorbereitungen für deine Gründung treffen musst: Als Einzelunternehmer*in ist dein wertvollstes Gut deine Persönlichkeit und die Freude am Umgang mit Menschen.

Genug gelesen?
Dann leg los!

Lass dir den Weg weisen

Willst du sofort gründen?
(heißt: Du bist in der Lage, deinen Plan direkt in die Tat umzusetzen)

Unsere Gründerplattform wurde von über 2000 Personen mit 

 von 5 Sternen bewertet. Bewerte auch du uns!

bhp