Mit einem Businessplan die eigene Autowerkstatt erfolgreich führen

Kfz-Werkstatt eröffnen – mit Vollgas in die Selbstständig­keit

Der Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel ist und bleibt das Auto – und die knapp über 47 Millionen Fahrzeuge bedürfen regelmäßiger Wartung und Reparatur. Mehr als 80 Millionen Aufträge rund ums Auto werden hierzulande jedes Jahr durchgeführt. Da liegt die Idee nahe, selbst eine eigene Kfz-Werkstatt zu eröffnen. Allerdings bist du mit dieser Idee nicht alleine, denn in Deutschland gibt es rund 40.000 solcher Werkstätten. Trotzdem kann sich eine Selbstständigkeit in diesem Bereich lohnen – es kommt vor allem auf den richtigen Standort und eine sorgfältige Planung an. Hast du dich erst mit einem guten Service etabliert, bleibt dir deine Kundschaft über Jahre treu. Schließlich geht es nicht um irgendeinen Gebrauchsgegenstand, der sich einfach ersetzen ließe, sondern um das heißgeliebte und unverzichtbare Auto.

Welche Voraussetzungen du erfüllen musst, um eine Kfz-Werkstatt zu eröffnen, und wie du mit einem Businessplan gut vorbereitet in die Selbstständigkeit startest, erfährst du hier.

Lizenzen, Meisterbrief & Co.: Voraussetzungen für die eigene Werkstatt

Wenn du eine eigene Kfz-Werkstatt eröffnen möchtest, musst du zum einen einige persönliche Voraussetzungen erfüllen, dich zum anderen verschiedenen Verbänden anschließen und dein Unternehmen fachgerecht anmelden.

Zu den persönlichen Voraussetzungen gehört natürlich eine entsprechende Ausbildung als Kfz-Mechaniker*in bzw. Mechatroniker*in. Wenn du nur hobbymäßig schraubst, ist der Betrieb einer eigenen Autowerkstatt zwar auch nicht unmöglich, allerdings müsstest du dich zu sehr auf das Wissen und Können anderer verlassen. Folgende Voraussetzungen musst bzw. solltest du außerdem erfüllen:

Der Meisterbrief

In jeder Kfz-Werkstatt muss mindestens eine Person arbeiten, die einen Meisterbrief in der Tasche hat, da so sichergestellt wird, dass sicherheitsbezogene Aufgaben bei einer Reparatur fachlich korrekt ausgeführt werden. Im besten Fall trägst du diesen Titel selbst, denn dann kannst du mit dem Begriff Meisterwerkstatt werben. Viele Kund*innen vertrauen auch eher in eine Werkstatt, die von einem/einer Meister*in geführt wird. Hast du keinen Kfz-Meistertitel, kannst du jemanden mit Meisterbrief einstellen. Bedenke jedoch, dass solche Leute schwer zu finden und verhältnismäßig teuer sind und dass du dann immer abhängig von deinem Personal bist.  

Eintragung in die Handwerksrolle

Laut §1 der Handwerksordnung (HwO) bist du als Inhaber*in eines Betriebs, in dem zulassungspflichtiges Handwerk ausgeführt wird, verpflichtet, dich in die Handwerksrolle einzutragen. Dieses Verzeichnis wird von der Handwerkskammer geführt.

Betriebswirtschaftliche Fähigkeiten

Da du als zukünftige*r Inhaber*in einer Kfz-Werkstatt nicht nur an Autos schrauben, sondern einen Betrieb leiten wirst, sind Basiskenntnisse in der Betriebswirtschaft oder zumindest ein Gefühl für kaufmännische Themen sinnvoll. Spezielle Gründungskurse zu diesem Thema bieten beispielsweise die Kammern an.  Aber lass dich nicht einschüchtern – Buchhaltungskurse und BWL-Studiengänge sind nicht unbedingt nötig, um ein Unternehmen zu führen. Und du wirst mit deinen Aufgaben wachsen.

Bringst du entsprechende Fähigkeiten mit und hast außerdem noch Lust, mit Kund*innen in Kontakt zu stehen, hast du schon mal eine gute Grundlage, um eine Kfz-Werkstatt zu eröffnen. Folgende Anmeldungen und Mitgliedschaften sind dann verpflichtend oder zumindest sinnvoll:

Gewerbe anmelden

Wie jedes Unternehmen musst du auch deine Autowerkstatt beim Gewerbeamt anmelden. Dieses gibt deine Anmeldung dann an das Finanzamt und die Handwerkskammer weiter. Die Mitgliedschaft in der Kammer ist für dich verpflichtend und kommt kurz nach der Gewerbeanmeldung auf dich zu.

Berufsgenossenschaft Holz und Metall

Sie ist als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung für dich und ggf. auch deine Mitarbeiter*innen zuständig. Eine Mitgliedschaft ist für dein Unternehmen verpflichtend.

Innungsmitgliedschaft

Durch eine freiwillige Mitgliedschaft in der Kfz-Innung vor Ort bist du immer auf dem neuesten Stand und erhältst wichtige Informationen zu technischen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Themen sowie Sonderkonditionen bei ausgewählten Kooperationspartnern. Auch der Zugang zu den Kfz-Schiedsstellen für eine außergerichtliche Streitschlichtung oder die Zulassung zu hoheitlichen Aufgaben wie AU, SP und Gasanlagenprüfungen erfolgt über die Kfz-Innung. Auf Bundesebene setzt sich der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gegenüber Politik und Industrie für die Interessen seiner Innungsmitglieder ein.

Tipp: Wenn du als Meister*in gründest, hast du unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Meistergründungsprämie zu beantragen – bei uns findest du alle Informationen zur Meistergründungsprämie.

Grundsatzfrage: Welche Art von Kfz-Werkstatt eröffnest du?

Bevor es an die konkretere Planung deines Geschäfts geht, solltest du dich mit der Frage beschäftigen, welche Art von Kfz-Werkstatt du eröffnen möchtest: eine freie, eine Vertragswerkstatt oder als Franchise-Nehmer*in?

Bei einer freien Kfz-Werkstatt hast du den Vorteil, dass du tatsächlich völlig frei bist, was Marken und Fabrikate, Beschaffung von Ersatzteilen und dein Service-Angebot angeht. Damit sprichst du einerseits einen größeren Kundenstamm an, andererseits kann diese maximale Flexibilität aber auch Gefahren bergen, wenn du dich in einer Art Beliebigkeit verlierst oder zu viele Sachen gleichzeitig versuchst zu etablieren.

Bei einer Vertragswerkstatt spezialisierst du dich auf eine bestimmte Marke bzw. Fabrikat und kannst dir hier einen Expertenstatus erarbeiten, mit dem du am richtigen Standort einzigartig bist. Dafür musst du aber auch mehr oder weniger strenge Auflagen der jeweiligen Marke erfüllen und darfst beispielsweise Ersatzteile nur aus bestimmten Quellen beziehen.

Die dritte Möglichkeit ist, eine Kfz-Werkstatt als Franchise zu eröffnen. Hier profitierst du von bereits erprobten Geschäftsprozessen, der Infrastruktur und dem Namen einer bekannten Kette, hast aber auch deutlich weniger unternehmerische Freiheiten und bindest dich langfristig an einen oder mehrere Partner, an die du Lizenzgebühren zahlen musst.

Welche Art von Kfz-Werkstatt du eröffnen möchtest, solltest du vor allem nach deinen persönlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten, deiner Risikobereitschaft und deinen finanziellen Mitteln entscheiden.

Person hält Autoschlüssel vor sich

Übrigens: Nicht vergessen werden soll die Möglichkeit der Übernahme einer bestehenden Kfz-Werkstatt. Geht ein/eine Inhaber*in in den Ruhestand, wird häufig nach einer Nachfolgelösung gesucht. Das kann für dich eine schöne Gelegenheit sein, eine gut laufende, über Jahre etablierte Kfz-Werkstatt zu übernehmen. Auf der nexxt-change Unternehmensnachfolgebörse kannst du sehen, ob in deiner Region ein Unternehmen zur Übernahme angeboten wird.

Bedenke jedoch, dass sich der/die aktuelle Eigentümer*in die Übernahme wahrscheinlich gut bezahlen lässt und rechne vor der Übernahme durch, wie lange du in etwa brauchst, um den Kaufpreis wieder verdient zu haben. Bedenke auch, dass du eventuell einige Kund*innen verlieren wirst, die den Inhaberwechsel zum Anlass nehmen, sich eine neue Werkstatt zu suchen.  Außerdem solltest du nicht den Fehler machen, das Geschäftsmodell (sofort) grundlegend zu ändern – das kann viele treue Kund*innen verschrecken, und aus der einstigen Goldgrube wird schnell ein Rohrkrepierer. Gleichzeitig ist es natürlich wichtig, dem Unternehmen einen Modernisierungsschub zu geben und zum Beispiel die digitale Visitenkarte auf Vordermann zu bringen oder Methoden des Online-Marketings zu nutzen, um neue Kunden zu akquirieren: ein Balanceakt. 

Was bei einer Übernahme zu beachten ist und welche Fehler du vermeiden solltest, erfährst du in unserem Experten-Interview mit Dirk Hecking.

Tipp: Um einen angemessenen Kaufpreis zu ermitteln, ist die Bewertung des Unternehmens, das du kaufen möchtest, eine wichtige Grundlage – lies hierzu unseren Artikel zur Unternehmensbewertung und nutze auch die Checkliste zum Unternehmenskauf.

Kfz-Werkstatt eröffnen in der richtigen Rechtsform

Eine weitere wichtige Frage ist die nach der passenden Gesellschaftsform für dein Unternehmen. Grundsätzlich ist nahezu jede Rechtsform für deine Kfz-Werkstatt denkbar, sinnvoll ist aber entweder ein Einzelunternehmen, eine GbR, eine GmbH oder eine UG. Die ersten beiden Varianten kommen ohne Mindestkapital aus und eignen sich für Einzel- und Teamgründungen. Haften tust du bei einem Einzelunternehmen oder einer GbR immer auch mit deinem Privatvermögen. Anders ist das bei der GmbH und der UG: In diesen Fällen wird die Haftung auf das geschäftliche Vermögen beschränkt. Der größte Unterschied ist hier das benötigte Startkapital: Bei einer GmbH musst du mindestens 25.000 EUR zum Start einbringen, bei einer UG nur einen symbolischen Euro. Allerdings musst du erwirtschaftetes Geld so lange als Rücklage reinvestieren, bis ebenfalls 25.000 EUR erreicht sind. Erst dann darfst du dir selbst eventuelle Gewinne auszahlen.

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Dein Geschäftsmodell: Mehr als Autos reparieren

Wenn du dich entschieden hast, welche Art von Kfz-Werkstatt du eröffnen möchtest, solltest du dich konkreter mit deinem Geschäftsmodell beschäftigen: Welche Leistungen möchtest du anbieten – was macht dich einzigartig? Gerade bei einer freien Kfz-Werkstatt scheinen die Möglichkeiten unbegrenzt, aber auch in einer Vertragswerkstatt kannst du weit mehr als einfach nur Reparaturen anbieten:

  • Reifenwechsel: Wer ein Auto besitzt, muss zwei Mal im Jahr die Reifen wechseln. Einen entsprechenden Service solltest du also unbedingt einplanen. Da aber nahezu jede Werkstatt den Reifenwechsel anbietet, solltest du diesen Service kombinieren bzw. ergänzen, beispielsweise mit dem Angebot, das Auto bei den Kund*innen abzuholen und auch wieder zurückzubringen.
  • Tuning und Lackierarbeiten am Auto
  • Die umfangreiche Reinigung (innen und/oder außen) des Autos
  • Regelmäßige Checkups
  • Einrichtung einer Mietwerkstatt: Richte einen Bereich ein, in dem Hobbyschrauber*innen gegen Bezahlung selbst ihr Auto reparieren, tunen oder reinigen können. Ergänzend dazu kannst du Kurse und Workshops anbieten, in denen deine Kunden lernen, wie sie selbst Kleinigkeiten reparieren oder einen Reifen wechseln.

Letzteres ist vor allem für freie Werkstätten geeignet und kann sogar noch auf die Spitze getrieben werden: Richte beispielsweise eine angeschlossene Bar und/oder ein Café ein und lade Stammkund*innen zu Schrauber-Partys oder Ähnlichem ein. Allerdings: Sobald du Kund*innen bewirtest und Getränke und Snacks verkaufst, musst du ggf. besondere Richtlinien für den Betrieb beachten und beispielsweise Toiletten zugänglich machen.

Die Kfz-Werkstatt eröffnen auf dem Papier: Der Businessplan

Die oben beschriebenen Überlegungen solltest du schriftlich in einem Businessplan festhalten. Der Businessplan dient nicht nur dazu, dass du deine Idee zu Ende denkst, sondern auch, um eventuelle Investoren von deiner Idee zu überzeugen. Eine Kfz-Werkstatt zu eröffnen gehört nicht zu den günstigsten Geschäftsideen. Ein wichtiger Teil in deinem Businessplan ist darum eine Aufstellung der Kosten.

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Kosten und Finanzierung der Kfz-Werkstatt

Wenn du eine Kfz-Werkstatt eröffnest, kannst du zwischen Gründungs-, Fix- und laufenden Kosten unterscheiden. Zu den wichtigsten Gründungskosten gehören:

  • Kosten für die Suche nach passenden Räumlichkeiten
  • Kosten für Um- und Ausbau der Kfz-Werkstatt, beispielsweise mit Hebebühnen, Werkzeugwänden usw.
  • Anschaffungskosten für Maschinen, Werkzeuge, Lacke, Reinigungsmittel usw.
  • Sonstige Kosten für die Einrichtung der Werkstatt und eines Büros
  • Kosten für die Anmeldung bei Ämtern und Kammern sowie eventuelle Beratungskosten rund um die Gründung
  • Marketingkosten zum Start
  • Falls du eine Franchise-Werkstatt eröffnest: Lizenzgebühren

Nach der Gründung fallen folgende fixe und variable Kosten an:

  • Miete für die Werkstatt
  • Betriebskosten, etwa für Strom, Wasser und Telefon
  • Laufende Warenkosten, beispielsweise für Lacke und Reinigungsmittel, aber vor allem für Ersatzteile
  • Kosten für die fachgerechte Entsorgung von Problemstoffen, beispielsweise Altöl
  • Marketingkosten
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Buchhaltung
  • Eventuelle Personalkosten
  • Lizenzgebühren, falls du als Franchise gründest

Eine Kfz-Werkstatt zu eröffnen ist also keine günstige Gründung und du solltest sie nur angehen, wenn du einen ausreichend großen finanziellen Puffer hast, um in den ersten Monaten auch ohne volle Auftragsbücher über die Runden zu kommen. Basierend auf den laufenden Kosten kannst du deine Preise kalkulieren. Wie teuer müsste welcher Service und welche Reparatur sein, damit sich die Kfz-Werkstatt lohnt? Dabei solltest du auch die Konkurrenz beobachten und deine Preise entsprechend wettbewerbsfähig gestalten.

Wenn du nicht gerade seit Jahren gezielt auf eine eigene Werkstatt hingespart hast, geht der übliche Weg zur Finanzierung deines Traums meist über eine Bank. Diese gewährt dir einen Kredit, den du im Laufe der nächsten Jahre zurückzahlen musst. Wenn du in deinem Freundes- oder Familienkreis einen/eine Investor*in findest, ist das eine gute Alternative, um die hohen Zinsen der Bank zu umgehen – bedenke jedoch, dass bei Geld die Freundschaft oft aufhört und es bei Zahlungsschwierigkeiten schnell zum Streit kommen kann. Als Gründer*in kannst du dich außerdem bei Existenzgründungsprogrammen bewerben. Die KfW stellt beispielsweise Existenzgründungsdarlehen bereit und die Agentur für Arbeit gewährt unter bestimmten Voraussetzungen einen Gründungszuschuss, wenn du dich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machst.

Marktanalyse für deine Kfz-Werkstatt

Es klang in den vorherigen Absätzen bereits an vielen Stellen an: Bevor du eine Kfz-Werkstatt eröffnest, solltest du eine ausführliche Marktanalyse und Zielgruppenanalyse durchführen und so sowohl den richtigen Standort herausfinden als auch Angebot und Preise entsprechend gestalten. Hilfreiche Fragen können dabei sein:

  • Was ist für den idealen Standort wichtig, beispielsweise die Nähe zur Autobahn oder zu Tankstellen und die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel?
  • Welche Art von und wie viele Werkstätten gibt es im fraglichen Einzugsbereich?
  • Wie ist das Angebot und wie sind die Preise?
  • Vielleicht auch: Sucht eine der bestehenden Werkstätten gerade eine Nachfolge?
  • Wie viele und welche Autos werden in deinem Einzugsgebiet gefahren?

Beachte dabei, dass es nicht immer darum geht, an einem strategisch günstigen Ort fernab der Konkurrenz zu gründen, sondern dass Standort, Zielgruppe und Konzept zusammenpassen müssen. Eine Mietwerkstatt mit Schrauber-Partys macht wahrscheinlich weniger in einer gut situierten Gegend mit vielen teuren Marken Sinn, da die Autofahrer*innen hier ihr Auto lieber in eine Vertragswerkstatt bringen.

Kfz-Werkstatt eröffnen und bekannt machen mit dem richtigen Marketing

Entsprechend deines Konzepts sollte auch das Marketing sein. Ist die Werbung eingängig und in den richtigen Kanälen ausgespielt, kann das sogar einen etwas abgelegenen Standort wettmachen. Für das Marketing solltest du dich einmal mehr mit deiner Zielgruppe beschäftigen und dich fragen, wo du diese wie erreichst, wie du Neukund*innen akquirieren und Stammkund*innen halten kannst. Das kann zum Beispiel mit Rabatten oder Bonus-Systemen funktionieren oder mit ganz klassischen Anzeigen im regionalen Wochenblatt oder digitalen Kleinanzeigen.

Tipp: Wenn dir das Schrauben mehr liegt als das Marketing, kann es sinnvoll sein, sich für diesen Bereich professionelle Unterstützung zu holen. Wende dich am besten an Werbefachleute, die dir empfohlen werden und mit denen jemand aus deiner Branche schon mehrere Jahre zufrieden ist. Sonst gibt es unter Umständen ein böses Erwachen.

Kfz-Werkstatt eröffnen mit geeigneten Mitarbeiter*innen

Während einige Geschäftsgründungen gut als Einpersonenbetrieb funktionieren, wirst du bei deiner Werkstatt-Eröffnung wahrscheinlich von Anfang mit Personal rechnen müssen, denn das Aufgabenspektrum ist zu vielfältig für eine Person. Neben der eigentlichen Arbeit an der Hebebühne fallen Aufgaben im Verkauf und in der Beratung an, bei der Buchhaltung, der Reinigung, bei Workshops usw. Mache dir gleich zu Beginn deiner Gründung eine Liste, wo welche Aufgaben anfallen, wie viele Stunden du pro Woche dafür veranschlagst und welche Aufgaben du selbst übernehmen kannst und willst. Prüfe dann, welche Arbeiten noch offen bleiben und ob bzw. wie sich diese sinnvoll zusammenfassen lassen. Mache dich dann auf die Suche nach passendem Personal.

Wenn dir das Thema Personal zu Beginn zu groß ist, kannst du das Angebot deiner Werkstatt und somit die anfallenden Aufgaben reduzieren. Bedenke dabei aber auch, dass du so eventuell wichtige Alleinstellungsmerkmale (USP) verlierst.

Wichtige Versicherungen für deine Kfz-Werkstatt

Schwere Maschinen, teure Autos, Kund*innen und Mitarbeiter*innen, die hin und her laufen: In einer Kfz-Werkstatt ist immer etwas los und entsprechend vielfältig sind die Gefahrenquellen. Umso wichtiger ist ein umfassender Versicherungsschutz für deinen Betrieb. Dazu gehören:

  1. Betriebshaftpflicht: Diese sichert dich bei Sach- und Personenschäden ab, also wenn ein Kunde beispielsweise auf einer Öllache ausrutscht und sich verletzt oder den teuren Mantel ruiniert. Ganz wichtig: Auch vor Ansprüchen bei Umweltschäden beispielsweise durch auslaufendes Öl kannst du dich so absichern.
  2. Kfz-Zusatzhaftpflicht: Diese sichert dich und deine Mitarbeiter*innen bei Folgeschäden am Fahrzeug deiner Kundschaft ab, also wenn beispielsweise ein Motorschaden nach dem Ölwechsel auftritt.
  3. Kfz-Handel-und-Handwerk-Versicherung: Mit dieser Police sind alle auf deinem Grundstück abgestellten Fahrzeuge abgesichert, also Lieferantenautos, Kundenwagen oder deine eigenen Autos. Auch Hebebühnen gehören dazu. Sowohl Schäden, die durch Personen an den Autos entstehen, als auch Schäden durch Umwelteinflüsse und sogar Diebstahl kannst du so absichern lassen.
  4. Inhaltsversicherung: Da in einer Kfz-Werkstatt oft große Werte gelagert sind, lohnt eine extra Versicherung gegen Schäden an diesen Werten durch Feuer, Wasser oder einen Einbruch.

Die genannten Versicherungen bilden eine gute Basisabsicherung, der nach Bedarf eventuell ergänzt werden sollte. Du kannst beispielsweise noch eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung abschließen, besonders teure Maschinen versichern und solltest natürlich auch nicht deine eigenen Belange vergessen. Als selbstständige*r Unternehmer*in musst du dich beispielsweise selbst um eine gute Kranken- und Sozialversicherung und eventuell auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung kümmern.

Zusammengefasst: Kfz-Werkstatt eröffnen in zehn Schritten

Handwerkliches Geschick gepaart mit unternehmerischem Interesse und Spaß am Kundenkontakt – wenn du diese Eigenschaften mitbringst, hast du gute persönliche Voraussetzungen, um eine Kfz-Werkstatt zu eröffnen. Folgende Schritte sind dann zu gehen:

  1. Entscheide dich, welche Art von Kfz-Werkstatt du eröffnen möchtest und in welcher Rechtsform.
  2. Erarbeite ein detailliertes Geschäftsmodell, das sich von der Konkurrenz abhebt.
  3. Stelle Kosten für die Gründung, den Start und die ersten Monate auf und finde ein gutes Finanzierungskonzept.
  4. Kalkuliere Preise für deine Leistungen, die sowohl die laufenden Kosten als auch die Konkurrenz im Blick behalten.
  5. Analysiere den Markt und deine Zielgruppe genau und finde einen geeigneten Standort.
  6. Kümmere dich um das Marketing für deine Kfz-Werkstatt oder finde jemanden, der das für dich übernimmt.
  7. Melde ein Gewerbe an und werde Mitglied in den wichtigsten Verbänden und Innungen.
  8. Finde Mitarbeiter*innen.
  9. Sichere dich, deine Mitarbeiter*innen und deine Werkstatt mit den richtigen Versicherungen gegen Schäden ab.
  10. Gib Gas und habe Spaß dabei.

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bhp