Ausgestattete Bar

Deine eigene Bar eröffnen

Mach den ersten Schritt auf deinem Weg in die Unabhängigkeit

Der Durchschnittsumsatz einer Bar liegt bei circa 185 TEUR

In einem Fünftel der Bars arbeiten mehr als 10 Mitarbeiter*innen (einschließlich Inhaber*in)

Bars haben einen Kapitalbedarf von rund 60 TEUR bis 150 TEUR

Zwischen Cocktails und Businessplan
Deine Bar eröffnen – als Barkeeper*in zur Unabhängigkeit

Wer eine Bar gründen will, braucht Gaststättenkonzession, diverse Genehmigungen, Finanzplan und ein gutes Konzept. Wir informieren, was bei der Gründung zu beachten ist.

Hinter dem eigenen Tresen stehen, coole Drinks mixen und mit interessanten Menschen plaudern – eine eigene Bar zu eröffnen, ist für viele ein Traum. Doch eine Existenzgründung in der Gastronomie erfordert viel Vorlauf und einige Kenntnisse. Verschiedene Genehmigungen und eine Schanklizenz sind erforderlich – und natürlich eine clevere Idee, die Gäste in die Bar bringt. Ob nun Pub, Sports-, Cocktail- oder Shisha-Bar: Bars zu gründen, bedarf einiger Planung, nicht nur, um die rechtlichen Voraussetzungen zu erfüllen. Es gibt eine Menge Konkurrenz, gegen die du dich behaupten musst. Das erfordert ein klares Konzept und eine durchdachte Finanzierung. Um diese einzuwerben, braucht es einen guten Businessplan. Die Arbeit daran hilft dir, die Eröffnung gut vorzubereiten und zwischen den anderen Bars der Stadt die passende Nische zu finden.

Das richtige Konzept am richtigen Standort

In der Gastronomie hört man häufig das Mantra: Lage, Lage, Lage. Ein guter Standort ist zweifellos einer der entscheidenden Faktoren, damit die Eröffnung einer Bar langfristig funktioniert. Es muss aber noch ein zweiter Faktor dazu kommen: Du brauchst für den gewählten Standort auch die passende Idee. Selbst auf der besten Partymeile der Stadt musst du dich mit attraktiven Angeboten und spannenden Konzepten von den Bars drum herum abheben. Dabei darfst du dich nicht fürchten, bestimmte Gruppen abzuschrecken – wenn du alle bedienen willst, wird dein Angebot schnell beliebig und verliert an Attraktivität.

Werde dir klar, wen du als Zielgruppe anvisierst: Willst du das hippe Partyvolk bedienen, gut gelaunte Studierende durch die Nacht begleiten oder zahlungskräftigen Geschäftsleuten helfen, sich nach Feierabend und Geschäftsabschluss zu entspannen? Bist du für Junggesellinnenabschiede und Karaoke offen oder schaffst du Zuflucht vor dieser Form des Partywahns? Welche Getränke willst du servieren? Bietest du Klassiker oder Ausgefallenes? Setzt du auf eine große Auswahl von Bieren aus der Flasche, spezielles Craft Beer oder das frisch Gezapfte? Sollen deine Gäste Tanzen oder Trinken? Stehst du auf Irish Folk, Elektro, Disco oder Soul – oder wird lediglich leichter Jazz im Hintergrund laufen?

Die Antworten auf solche und ähnliche Fragen haben Auswirkungen darauf, wen du als Gast anziehst und entscheiden mit, wo sich das Eröffnen deiner Bar lohnt. Der Standort muss nämlich zum individuellen Konzept passen – die sechste Cocktail-Bar in derselben Straße wird es schwer haben, egal, wie gut der/die Barkeeper*in seine Kunst versteht. Vielleicht wäre hier aber noch Platz für ein anders gelagertes Konzept, das in einer offenbar aussichtsreichen Lage mit viel Laufkundschaft einen Kontrast zum Wettbewerb setzt? Schau dich genau um und mach dir Gedanken, wo du mit welcher Idee Erfolg haben kannst.

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Persönliche Anforderungen und Personal

Es gibt keine fest definierten Anforderungen bezüglich beruflicher Qualifikationen, die du aufweisen müsstest, um eine Bar eröffnen zu dürfen. Berufserfahrung in der Gastronomie ist aber empfehlenswert. Als künftige/r Barkeeper*in solltest du Spaß am Umgang mit Menschen haben und gut auf sie eingehen können. Du musst auf lange Arbeitszeiten und Nächte eingestellt sein – am Wochenende wirst du nicht selten erst nach Sonnenaufgang die Bar verlassen. Hohe Stressresistenz hilft, auch anstrengende Zeiten und Gäste gut gelaunt zu überstehen. Kaufmännische Kenntnisse und ein Gefühl für Finanzen sind ebenfalls wichtige Qualitäten. Eine Bar zu eröffnen, ist meist nur mithilfe einer Finanzierung zu stemmen und erfordert eine gute Kalkulation. Das Geschäft ist hart – wer in der Gastronomie nicht rechnen und mit Geld umgehen kann, wird sich nicht lange halten.

Vergiss nicht: Als Einzelkämpfer*in kann man keine Bar eröffnen und führen. Suche Mitstreiter*innen und ein Team, das dich unterstützt. Partner*innen und Angestellte müssen allerdings ebenso zur Idee und zum Geist deiner Bar passen wie du selbst. Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Empathie, gute Laune und die richtige Einstellung sind in der Gastronomie Voraussetzung im Umgang mit den Gästen. Und wer mit Familie eine Bar gründen möchte, sollte offen darüber reden, ob die Belastungen durch die ungewöhnlichen Arbeitszeiten mitgetragen werden.

Vor der Eröffnung: Rechtliche Voraussetzungen

Für manche kommt es unerwartet, wieviel Bürokratie zu erledigen ist, um eine Bar zu eröffnen. Eine Vielzahl an kleineren und größeren Hürden ist zu nehmen. Es fängt mit der Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt an: Ohne Gewerbeschein darfst du keine Bar betreiben. Das Gewerbeamt erleichtert dir in der Folge die Arbeit und informiert alle anderen relevanten Stellen. Einige werden von sich aus auf dich zukommen. Gleichwohl solltest du rechtzeitig beginnen und längeren Vorlauf einplanen, denn bis sämtliche Bürokratie bewältigt ist, dauert und kostet es.

Du brauchst einen Gaststättenunterrichtungsnachweis, für den du Schulungen in Lebensmittelrecht und -hygiene zu besuchen hast. Das Bauordnungsamt muss die Pläne für die Räumlichkeiten abnehmen. Wenn Selbstständige nicht neu eröffnen, sondern eine bestehende Bar übernehmen, ist bei Umbauten gleichfalls der Gang zum Bauordnungsamt notwendig. Gewerbeversicherungen sind abzuschließen. Der Barbetrieb muss bei der Berufsgenossenschaft gemeldet werden und du musst Mitglied bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer werden. Bars, in denen Musik Bestandteil des Gesamtkonzepts ist, müssen mit der GEMA Genehmigungen und Gebühren klären, Sports-Bars für die notwendigen Übertragungsrechte Abonnements mit den entsprechenden Anbietern abschließen, bevor sie eröffnen. Fragen des Nichtraucherschutzes sind womöglich nicht nur beim Eröffnen einer Shisha-Bar relevant.

Vor allem ist eine Gaststättenkonzession vom Ordnungsamt nötig, denn nur mit Schanklizenz darfst du alkoholische Getränke ausschenken. Um die Lizenz beantragen zu können, musst du einen Miet- oder Pachtvertrag für die Räume vorweisen, in denen du die Bar eröffnen wirst. Denn die Konzession ist gleichermaßen sowohl an die Person als auch an die gewählte Lokalität gebunden. Daher muss sie umgekehrt auch dann neu beantragt werden, wenn du eine existierende Bar fortführst. Zu diesem Zweck sind verschiedene Unterlagen beizubringen:

  • aktuelles polizeiliches Führungszeugnis
  • Gewerbeanmeldung
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Gesundheitszeugnisse für dich und deine Angestellten
  • Kopie des Miet- oder Pachtvertrags für das Objekt, in dem du deine Bar eröffnen wirst
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt
  • womöglich weitere Dokumente.

Frag bei den zuständigen Behörden nach, welche Dokumente und Genehmigungen es vor Ort braucht. Nimm dir genug Zeit, das Gaststättengesetz und die weiteren Rechtsvorschriften zu verstehen und zu erfüllen. Falls du in der Schweiz eröffnen möchtest, zählt in einigen Kantonen ein sogenanntes Wirtepatent dazu.

Kosten zur Eröffnung einer Bar und Finanzierung

Die Kostenseite beim Gründen einer Bar wird leicht unterschätzt. Allgemein werden Selbstständige selbst für eine sehr kleine Bar wohl mindestens 40000 EUR in die Hand nehmen müssen. Sei jedoch darauf gefasst, dass für gewünschte Umbauten, Möbel, Designelemente und Erstausstattung eher ein sechsstelliger Betrag zusammenkommt.

Reserven für unerwartete Ausgaben solltest du unbedingt einplanen. Viele Bars gehen langfristige Verträge mit Lieferanten oder Brauereien ein, um im Gegenzug Starthilfe zu erhalten. Für die finanzielle Unterstützung zahlen sie aber über die Dauer der Vertragsbindung einen höheren Preis für Bier oder andere Getränke und sind in ihrer Auswahl oft eingeschränkt. Wenn du Einschränkungen deiner unternehmerischen Freiheit durch Vorgaben von Lieferanten nicht hinnehmen magst, musst du beim Gründen umso härter kalkulieren und gegebenenfalls alternative Formen der Finanzierung auftun.

Besuchte Bar

Mit einem guten Businessplan kannst du dich an Banken oder Fördermittelgeber wie die KfW wenden, um per Kredit an das benötigte Kapital für die Gründung zu gelangen. Zu einem überzeugenden Businessplan gehört zunächst ein Finanzplan, in dem du Investitionen, Erstausstattung, Miete und sonstige laufende Kosten ebenso realistisch darlegen musst wie die zu erwartenden Umsätze und Einnahmen und die Summe, die dir am Ende übrig bleibt, um den Lebensunterhalt zu sichern.

In einer Standortanalyse solltest du die Lage, Erreichbarkeit und Wettbewerbssituation im Umfeld einschätzen. Dabei wäre es höchst sinnvoll, auch ein Auge auf die Anwohner*innen der Bar zu werfen – könnte es zu größeren Problemen durch Beschwerden kommen? Manche Ordnungsämter erteilen hierzu Auskünfte. Beschreibe dein Konzept im Businessplan so, dass es konsequent und zielgerichtet auf die Gäste angelegt ist, die du ansprechen willst. Wie ist dein Marketingkonzept, welche Zusatzangebote – Live-Musik, Sportübertragungen, Vermietung für private Feiern etc. – sind geplant?

Die Bar bekannt machen

Mach dir nicht die Illusion, dass die Gäste dir direkt nach der Eröffnung die Tür einrennen werden. Einen stabilen Kundenstamm aufzubauen und Stammgäste zu binden, braucht Zeit. Allein deswegen brauchst du finanzielle Reserven, die dich durch die karge Zeit tragen. Gleichzeitig musst du ein gutes Marketingkonzept haben, um möglichst schnell für regelmäßige Auslastung zu sorgen. Die sozialen Medien werden helfen, aber das wichtigste wird die Mundpropaganda der zufriedenen Gäste sein. Sorg dafür, dass sie einen schönen Abend und eine erinnerungswürdige Nacht haben – sie werden anderen davon erzählen und ihre Freunde mitbringen. Eine gute Verankerung in der Nachbarschaft kann ebenfalls helfen – hier lohnen sich Flyer immer.

Fazit

Eine Bar zu eröffnen kann zu einer befriedigenden Selbstständigkeit führen. Man darf diesen Weg jedoch nicht blauäugig gehen – langfristig gute Erträge zu erwirtschaften ist in diesem Segment nicht leicht. Wer Barbesitzer*in wird, entscheidet sich für einen knallharten Beruf, der hohe Anforderungen an Selbstständige stellt. Viel Engagement, Kompetenzen in der Gastronomie, ein gut durchgerechneter Finanzplan und ein gutes Gefühl für Menschen und Gäste helfen dir, deinen Traum wahr werden zu lassen.

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