Inspiration
01.06.2018 | Dr. Jan Evers

Welcher Unternehmertyp bin ich?

Du möchtest dich mit deinem eigenen Unternehmen selbstständig machen, bist dir aber nicht sicher, ob du das Zeug zum/zur Unternehmer*in hast? Frage dich nicht ob, sondern wie es gelingt: Wir zeigen dir, welche Persönlichkeitsmerkmale für deinen Erfolg im Unternehmertum relevant sind.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, sich mit einer eigenen Idee selbstständig zu machen, das ist der Traum vieler Menschen. Aber bist du so ein Unternehmertyp? Grundsätzlich halten wir die Frage für falsch gestellt: es geht nicht darum, ob du ein Unternehmertyp bist, sondern welcher.

Verschiedene Menschen sind für verschiedene Arten von Unternehmen geeignet: starke Manager*innen können große Firmen gründen und führen – sind aber weniger geeignet zum Finden und Durchsetzen von Innovationen. Dafür braucht man eher Visionär*innen – am besten in Kombination mit stark fachlich getriebenen Menschen. Wenn letztere – also Fachleute - alleine ein Unternehmen gründen, ist die Gefahr groß, dass sie an der Kundschaft vorbei entwickeln oder nie fertig werden.

Aus diesen Gründen wird heutzutage das Team groß geschrieben: im Team können Stärken ausgeglichen werden. Für Einzelkämpfer*innen dagegen ist es sehr wichtig, eine Geschäftsidee und ein Unternehmen zu entwickeln, welches zu ihnen passt. Wir wollen aber auch nicht verschweigen, dass es Eigenschaften gibt, die dabei helfen, erfolgreiche/r Unternehmer*in zu werden und zu bleiben.

Sieben Persönlichkeitsmerkmale erfolgreicher Unternehmer*innen

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bei vielen erfolgreichen Unternehmer*innen die folgenden sieben Persönlichkeitsmerkmale besonders stark ausgeprägt sind. Falls du nicht alle diese Eigenschaften haben solltest – kein Grund zur Panik.

Erstens verfügt kaum jemand über alle sieben Merkmale. Zweitens gibt es ganz unterschiedliche Unternehmertypen, die zu unterschiedlichen Anforderungen passen. Das Führen großer Unternehmen benötigt andere Fähigkeiten als für kleine notwendig sind. Um den Vertrieb ausschließlich digital abzuwickeln braucht es andere Eigenschaften, als dafür, im eigenen Laden zu stehen und zu verkaufen.

Außerdem: Wenn du an einigen Stellen Schwächen haben solltest, prüfe, wie wichtig die einzelne Eigenschaft für den Erfolg deines eigenen Vorhabens ist und suche dir gegebenenfalls Gründungspartner*innen oder Mitarbeiter*innen, die deine Schwächen ausgleichen.

Testen kannst du diese Merkmale mittels des FDUP-Fragebogens. Dieser wurde von Professor Günter F. Müller von der Universität Koblenz-Landau entwickelt und in vielen unterschiedlichen Tests und Artikeln vorgestellt. Von Tests halten wir in diesem Zusammenhang nicht so viel – sie wirken so absolut und verhindern vielleicht, dass du deinen Traum lebst. Die Merkmale sind gleichwohl ganz gut um sich selber zu fragen, wo man steht. Besser finden wir eine populärwissenschaftliche Merkmalsbeschreibung, die stern.de in einem Artikel von Andreas Lutz im September 2011 vorgestellt hat. Daraus haben wir einige markante Formulierungen übernommen:

1. Eigenmotivation

Ein wichtiges Merkmal der unternehmerischen Persönlichkeit ist die Eigenmotivation, also die Motivation von innen. Für dein Vorhaben musst du dich selbst begeistern und motivieren können – denn wer sollte das sonst tun?

Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von „Leistungsmotivstärke“.

Wenn du die folgenden Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, verfügst du über eine hohe Leistungsmotivation:

  • Bearbeitest du eine Aufgabe, die du dir selbst gestellt hast, lieber alleine als im Team?
  • Ziehst du Befriedigung daraus, ein Projekt gewissenhaft und ohne Fehler abzuschließen?
  • Möchtest du lieber deinen eigenen Vorgaben gerecht werden, als denen eines Vorgesetzten?

2. Glaube an die Machbarkeit

Wenn du davon überzeugt bist, dass jeder für seinen Erfolg selbst verantwortlich ist, dann verfügst du in der Sprache der Psychologie über ein hohes Maß an „internaler Kontrollüberzeugung“ – du bist also überzeugt von der Machbarkeit der Dinge. Solche Menschen wollen selbst anpacken und lassen sich ungern bevormunden.

Doch hier heißt es, geduldig zu sein. Denn dieses Selbstbewusstsein kannst du auch noch im Laufe der Selbstständigkeit entwickeln. Das ist ganz normal. Du wächst an deinen Herausforderungen. Je mehr du als Unternehmer*in deine eigenen Stärken in deine Tätigkeiten einbringen kannst, desto selbstbewusster wirst du agieren – deshalb ist es auch so wichtig, eine Tätigkeit zu finden, die zu dir passt.

Wenn du die folgenden Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, verfügst du über ein hohes Maß an „internaler Kontrollüberzeugung“:

  • Stimmst du der Aussage „Jeder ist seines Glückes Schmied“ zu?
  • Ist Erfolg für dich das Ergebnis harter Arbeit und hat nicht etwa seinen Ursprung in glücklichen Gegebenheiten?
  • Kennst du deine eigenen Stärken und weißt diese richtig einzusetzen?

3. Emotionale Stabilität

Nur wenn dein Selbstbewusstsein auf einem stabilen Fundament gründet, kannst du deine volle Aufmerksamkeit auf deine Gründung richten. Du musst in der Lage sein, mit Unsicherheiten umzugehen und darfst dich von Risiken nicht aus dem Konzept bringen lassen – denn Unsicherheit und Risiko gehören zum Gründen einfach dazu.

Besonders in der Gründungsphase ist es unabdingbar, dass du mit Misserfolgen gut umgehen kannst. Außerdem raten wir dir immer wieder, nach Feedback von anderen zu fragen. Da solltest du auch Strategien entwickeln, wie du mit Kritik sinnvoll umgehen und aus deinen Fehlern lernen kannst.

Wenn du die folgenden Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, bist du emotional stabil:

  • Kannst du mit Kritik konstruktiv umgehen, ohne sie persönlich zu nehmen?
  • Siehst du Fehler in erster Linie als Gelegenheit an, dich zu verbessern?
  • Lässt du dich von frustrierenden Ereignissen nicht aus der Ruhe bringen und verlierst nicht den Fokus auf das Wesentliche?
  • Kannst du negative Erlebnisse schnell beiseiteschieben, ohne dass sie dich blockieren oder dir deine Energie nehmen?

4. Problemlösungsorientierung

Wenn du der Überzeugung bist, dass neuartige und ungewöhnliche Aufgaben prinzipiell lösbar sind, auch wenn noch kein Lösungsweg bekannt ist, bist du besonders problemlösungsorientiert.

Psycholog*innen unterscheiden zwei Arten von Problemlösungsorientierung – viele Menschen tendieren eher zu der einen als zu der anderen Art der Problemlösung. Einerseits gibt es die Analyst*innen, die immer systematisch und in Plänen denken und vorgehen. Es gibt auch noch die Intuitiven, die kreativen Köpfe. Diese bevorzugen völlig neue Aufgaben, die schwer zu analysieren sind.

Wenn du die folgenden Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, bist du besonders problemlösungsorientiert:

  • Bist du der festen Überzeugung, dass neuartige und ungewohnte Aufgaben prinzipiell lösbar sind, auch wenn noch kein Lösungsweg bekannt ist?
  • Analyst:
    • Gehst du Probleme auf geordnete Weise an und analysierst zunächst alle Aspekte detailliert, bevor du systematisch nach einer Lösung suchst?
    • Hast du Spaß an Strategiespielen?
    • Hast du bereits am Morgen immer einen konkreten Plan, wie dein Tag im Einzelnen aussehen wird?
  • Kreativling:
    • Setzt du bei der Lösung eines Problems eher auf deine Intuition und Kreativität?
    • Bevorzugst du völlig neue Aufgaben, die schwer zu analysieren sind?

5. Risikobereitschaft

Besonders die Phase der Gründung eines Unternehmens ist geprägt von Unsicherheiten und Risiken. Zu Beginn kannst du dir nicht sicher sein, ob deine Unternehmung funktioniert und ob du damit Erfolg haben wirst. Deshalb ist es wichtig, dass du mit Unsicherheiten und Risiken richtig umgehen kannst.

Aus psychologischer Sicht ist „Risikobereitschaft“ die Neigung, Entscheidungen zu treffen, deren Ausgang nicht gewiss und eventuell nicht erfolgreich sind. Gute Unternehmer*innen sollten bereit sein, solche kalkulierbaren Risiken einzugehen. Der Erfolg ist häufig erst später sichtbar.

Wer selbstständig arbeitet, belastet sich mit vielen neuen Herausforderungen und Aufgaben. Du trägst die Verantwortung für das gesamte Unternehmen – mit allem, was dazugehört.

Wenn du die folgenden Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, verfügst du über eine gesunde Risikobereitschaft:

  • Kannst du Verantwortung übernehmen und auch Entscheidungen treffen, die mit Risiko verbunden sind?
  • Kannst du mit Unsicherheiten umgehen und schreckst nicht vor Risiken zurück?
  • Hast du einen guten Überblick über deine Finanzen und kannst einschätzen, wie viel Risiko du eingehen kannst?

6. Durchsetzungsbereitschaft

Durchsetzungsbereitschaft hat vieles mit Risikobereitschaft gemein. Das kalkulierte Risiko, das hier eingegangen werden muss, besteht darin, sich dem Willen und den Wünschen anderer entgegenzustellen und unnachgiebig zu bleiben. Achte darauf, dass du auf deinen Wünschen bestehst – aber nicht zu jedem Preis.

Wenn du die folgenden Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, verfügst du über eine hohe Durchsetzungsbereitschaft:

  • Fällt es dir leicht, deine Interessen und Wünsche zu artikulieren und für sie einzustehen?
  • Fallen dir Verhandlungen leicht und bist du gut darin, deine Vorstellungen durchzubekommen?
  • Kannst du dich gegen andere durchsetzen, auch wenn dir viel Gegenwind entgegenschlägt?

7. Ungewissheitstoleranz

Bei der Ungewissheitstoleranz geht es um Situationen, die so kompliziert oder neuartig sind, dass die Handlungsalternativen selbst unklar erscheinen. Ungewissheitstoleranz ist die Fähigkeit, vor Neuem nicht zurückzuschrecken. Neugierig sind solche Menschen, und offen.

Wenn du die folgenden Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, verfügst du über eine hohe Ungewissheitstoleranz:

  • Gehst du gerne zu Partys, auch wenn du dort niemanden kennst, oder bereist oft Orte, an denen du noch nie zuvor gewesen bist?
  • Hast du Spaß daran, auf kreative Weise mit unstrukturierten oder unübersichtlichen Situationen umzugehen?
  • Reizen dich stark strukturierte, gewohnte Aufgaben oder bekannte Situationen wenig?

 

Kannst du als angehende*r Gründer*in den Großteil der obigen Fragen mit „Ja“ beantworten? Dann brauchst du dir um den Erfolg deines Unternehmens wenig Sorgen machen - vorausgesetzt, du hast bei der Wahl deiner Geschäftsidee darauf geachtet, dass die Anforderungen bei der Umsetzung dieser Idee zu deiner Person passen. Und natürlich, dass du sorgfältig gegründet hast.

Doch auch, wenn du mehrere Fragen eher zögerlich oder mit „Nein“ beantwortet hast, ist das noch lange kein Grund, aufzugeben. Wenn du einige Schwachstellen bei dir identifiziert hast, kann eine Gründung im Team helfen, um deine individuellen Schwächen und Defizite auszugleichen. Zudem bringen dich Wissen, Motivation, Zielstrebigkeit und Engagement voran und können dich zu einem/einer erfolgreichen Unternehmer*in machen.

Zusammenfassung: Lass dich nicht irre machen von dem Thema Unternehmerpersönlichkeit. Ja, es gibt Merkmale, die dabei helfen. Aber es kommt immer darauf an, WELCHE ART von Unternehmen du aufbauen willst – und das bleibt in den verbreiteten Tests hierzu offen. Hier auf der Gründerplattform unterstützen wir dich anders: Indem wir dir erfolgreiche Unternehmer und ihre Idee, ihr Geschäftsmodell und ihre Erfahrungen in Videofilmen präsentieren. Und zwar solche, die zu dir passen.

Dafür brauchst du nur im Modul Inspiration eintragen, welcher Typ du bist (eher Manager*in, eher Visionär*in oder eher Fachmann/frau) und dann sortieren wir nach Übereinstimmung. In jeder Etappe findest du dann das Know-how von gestandenen Unternehmer*innen. Die Erfahrung der zu dir passenden Vorbilder werden dir am allerbesten zeigen, WELCHER Unternehmertyp du bist und WIE du am passendsten gründest.

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bhp