Eigenen Imbiss eröffnen und gastronomisch durchstarten

Ein Imbiss genau nach deinen Vorstellungen: Wir zeigen, wie das gelingt!

Imbiss eröffnen – die richtigen Zutaten für deinen Erfolg

Sich mit einem eigenen Imbiss selbstständig zu machen, kann sich lohnen - denn die Nachfrage nach schnellem Essen zwischendurch ist ungebrochen. Ob mit veganen Suppen, exotischen Spezialitäten oder der klassischen Currywurst – Hauptsache, dein Einstieg in die Fast-Food-Gastronomie ist gut vorbereitet.

Wir beantworten deine Fragen rund um die Imbiss-Gründung und verraten dir wertvolle Insidertipps.

Welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Du brauchst keine bestimmte Ausbildung, um in Deutschland einen Imbiss eröffnen zu dürfen. Aber Branchenkenntnisse und kaufmännisches Wissen sind wie bei jeder Gründung von Vorteil. Wenn du noch keine Erfahrungen in der Food-Branche gesammelt hast, solltest du eine Zeit lang in einem oder besser noch in mehreren Imbissen mitarbeiten. So lernst du, worauf es in diesem Geschäft ankommt und bekommst eine Vorstellung davon, wie deine Arbeitstage künftig aussehen.

Dabei wirst du feststellen, dass der tägliche Umgang mit Menschen ein wichtiger Bestandteil des Jobs ist. Ein freundliches Wort oder auch mal ein kurzer Plausch mit den Gästen sind ein wichtiges Mittel, um sich einen treuen Kundenstamm aufzubauen. Als Imbiss-Gründer*in brauchst du das, was man als Dienstleistungs-Mentalität beschreibt: Du behandelst deine Kund*innen zuvorkommend und gibst ihnen recht – auch wenn es manchmal schwerfällt.

Außerdem wirst du Führungsqualitäten brauchen, denn deinen Imbiss wirst du aufgrund der langen Öffnungszeiten kaum allein betreiben könne. Das bedeutet für dich: Du wirst Personal einstellen und einarbeiten, du solltest klar delegieren und Konflikte aushalten können.

Welche bürokratischen Hürden gibt es?

Bevor du deinen Imbiss eröffnen kannst, stehen etliche Behördengänge auf dem Programm. Denn für einen Imbiss gilt, wie für alle anderen Gastronomieunternehmen: Das Betreiben ist in Deutschland erlaubnispflichtig. Plane genug Zeit ein, um alle Genehmigungen zu beschaffen, damit deine Eröffnung reibungslos über die Bühne gehen kann.

Die Gaststättenerlaubnis

Ob du mit einem lokalen Imbiss an der Ecke oder einem mobilen Imbisswagen in die Selbstständigkeit startest: Vor dem Gesetz gilt dein Unternehmen als Gaststättengewerbe, für das du eine Gaststättenerlaubnis bzw. Gaststättenkonzession benötigst. Die Konzession erteilt dir das zuständige Gewerbeamt. Die Erlaubnis ist an deine Person und an deinen Imbissstand gebunden. Deshalb sind bereits ein Grundriss und ein Miet- oder Pachtvertrag dafür erforderlich.

In einigen Bundesländern brauchst du dafür außerdem einen Nachweis über eine Gaststättenunterrichtung. Den erhältst du, sobald du an einer mehrstündigen Schulung der IHK teilgenommen hast. Dabei geht es um Fragen der Lebensmittelhygiene und der Krankheitsvorbeugung, um den richtigen Umgang mit leicht verderblichen Lebensmitteln, um Lebensmittelüberwachung und um die Verordnungen zum Jugendschutz und zu Preisangaben.

Die Gewerbeanmeldung

Bevor du loslegen kannst, musst du deinen Imbiss beim Gewerbeamt anmelden. Du brauchst dafür neben der Gaststättenkonzession einen Personalausweis oder Reisepass (und eine Aufenthaltsgenehmigung, falls du nicht aus Deutschland oder der EU kommst), ein polizeiliches Führungszeugnis und ggf. eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts. (Tipp: Zusätzliche Informationen findest du in unserem Ratgeber zur Gewerbeanmeldung.)

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Imbiss-Eröffnung: Welche gesetzlichen Anforderungen muss ich sonst noch beachten?

Ob mobil oder fest vor Ort: Deine Verkaufsräume müssen die gesetzlichen Anforderungen für die Gastronomie erfüllen. Das wird vor der Eröffnung vom Bau- und vom Gesundheitsamt überprüft. Dazu gehören Trinkwasser- und Abwasseranschlüsse (bzw. bei Imbisswagen entsprechende Tanks), leicht zu reinigende Oberflächen (am besten aus Edelstahl), ein Spritzschutz und Möglichkeiten, die Lebensmittel vorschriftsmäßig zu lagern und zuzubereiten.

Auch während des laufenden Betriebs kann es immer wieder zu unangemeldeten Kontrollen durch die Gesundheitsbehörde kommen. Werden dabei gravierende Hygienemängel festgestellt, droht dir die Schließung. Schon deshalb, und weil Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit immer vorgehen, solltest du die Hygienestandards penibel einhalten.

Die steuerliche Erfassung

Sobald deine Anmeldung beim Gewerbeamt eingegangen ist, werden automatisch alle weiteren Behörden informiert, die sich für deinen Imbiss interessieren – allen voran das Finanzamt. Das Finanzamt möchte von dir wissen, was du verkaufen wirst, welche Rechtsform dein Unternehmen hat, mit welchen Umsätzen du rechnest und einiges mehr. Zu diesem Zweck schickt es dir einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den du ausgefüllt zurückschickst. Sobald deine Angaben überprüft sind, bekommst du eine Steuernummer und kannst Rechnungen ausstellen. Lass dich hier nicht verunsichern: eine grobe Planung reicht und es ist klüger, die Umsätze lieber zu niedrig als zu hoch einzuschätzen, damit die angesetzte steuerliche Vorauszahlung nicht unnötig viel Liquidität frisst.

Das Gesundheitsamt und weitere Institutionen

Außerdem werden das Gesundheits- und ggf. das Bauamt sowie die örtliche IHK von deiner Gewerbeanmeldung in Kenntnis gesetzt. Die Behörden wollen sehen, dass dein Imbissstand den hygienischen und baulichen Vorgaben entspricht. Du solltest dich rechtzeitig mit ihnen in Verbindung setzen, damit es später keine unangenehme Überraschung gibt.

Beim Gesundheitsamt bekommst du außerdem ein Gesundheitszeugnis und einen Nachweis, dass du über die Hygienevorschriften aufgeklärt worden bist. Das brauchen alle, die mit Lebensmitteln zu tun haben, also auch alle deine Mitarbeiter*innen.

Die IHK freut sich, dich als neues Mitglied begrüßen zu dürfen – die Mitgliedschaft in der Kammer ist für dich Pflicht.

Woran du jetzt noch denken solltest: deinen Imbiss bei der Berufsgenossenschaft anzumelden. Sie übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung für dich und dein Personal. Für Gründungen im Gastronomiebereich ist die Berufsgenossenschaft für Nahrung und Gaststätten zuständig. Falls du keine Mitarbeiter*innen einstellst, ist die Mitgliedschaft für dich kostenlos.

Person wäscht sich die Hände

Wie finde ich einen passenden Standort?

Der Standort ist für den Erfolg deines Imbisses von größter Bedeutung, denn dein Gewerbe lebt ja gerade davon, dass dein Angebot für die Kund*innen schnell und einfach verfügbar ist.

Niemand wird weite Umwege in Kauf nehmen für die schnelle Mahlzeit zwischendurch – du bist also umsatztechnisch von lokalen Anwohnern oder Arbeiter*innen, Durchgangsverkehr oder einem starken Menschenmagneten wie etwa einem Einkaufszentrum abhängig.

Bevor du einen Mietvertrag unterschreibst, solltest du daher eine sorgfältige Standortanalyse durchführen. Dafür gehst du am besten wie folgt vor:

Standortanalyse in drei Schritten

  1. Schritt: Definiere deine Zielgruppe
    Überlege dir, wen du mit deinem Imbiss satt und glücklich machen willst: Studierende mit wenig Geld? Genussmenschen, die auf Qualität und Nachhaltigkeit Wert legen? Büromenschen in der Mittagspause? Oder Nachtschwärmer auf dem Heimweg? Wenn dein Angebot die Laufkundschaft nicht anspricht, kann es noch so gut sein – es wird sich nicht durchsetzen.
  2. Schritt: Zähle den Publikumsverkehr
    Sobald du deine Wunschkundschaft vor Augen hast, bewaffnest du dich mit einer Strichliste oder einer Zähl-App fürs Smartphone und beobachtest an mehreren Tagen zu unterschiedlichen Tageszeiten das Treiben rund um deine zukünftigen Geschäftsräume. Zähle, wie viele Menschen dort vorbeikommen und wie viele von ihnen in deine Zielgruppe passen könnten. Reicht das, um davon leben zu können?
  3. Schritt: Betrachte das nähere Umfeld
    Beziehe außerdem das Umfeld in deine Überlegungen mit ein. Gibt es dort Anlaufpunkte (Geschäfte, Firmen, Bildungs- oder Kultureinrichtungen etc.), die von deiner Zielgruppe häufig aufgesucht werden? Auch ein reines Wohngebiet kann ein profitables Umfeld für einen Imbiss bieten, wenn dein Angebot zu den Bedürfnissen der Bewohnerschaft passt.

Nur, wenn deine Standortanalyse darauf schließen lässt, dass du vor Ort deine Zielkund*innen erreichst, solltest du zugreifen – vorausgesetzt, der Standort erfüllt auch ansonsten die Kriterien, die für dich wichtig sind (hinsichtlich Größe, Grundriss, Miete, Parkplätzen vor der Tür, Brandschutz etc.).

Diagramm Standort

Eine gute Alternative zur Neueröffnung kann hinsichtlich eines existierenden Kundschaftsstammes die Übernahme eines bestehenden Imbisses sein. Dann weißt du nämlich schon mal, dass es an diesem Standort wahrscheinlich eine Nachfrage nach Fastfood gibt. Lass dir die Zahlen deines/deiner Vorgänger*in zeigen und analysiere sie mit scharfem Blick. Am besten, du nimmst jemanden zu den Verkaufsverhandlungen mit, der sich in der Branche auskennt und einschätzen kann, ob die Umsätze realistisch und der Verkaufspreis angemessen sind. Solange du dich nicht über den Tisch ziehen lässt, ist eine Geschäftsübernahme eine gute Möglichkeit, das ökonomische Risiko deiner Existenzgründung zu verringern. 

Noch ein Hinweis zum Mietvertrag: Einerseits ist ein mehrjähriger Mietvertrag gut für dich, weil er dich vor einem erzwungenen Standortwechsel schützt. Andererseits ist er eine Gefahr: Wenn dein Imbiss nicht läuft, musst du die Miete trotzdem weiterzahlen – bis ein*e Nachmieter*in gefunden ist. Also im Zweifel lieber mit einem kurzfristigen Mietvertrag starten - und wenn der Laden läuft einen langfristigen unterschreiben. Die Option dafür könntest du dir von Anfang an einräumen lassen.

Ein Sonderfall: Foodtrucks und Imbisswagen

Viele Imbisse werden nicht in einem Ladengeschäft gegründet, sondern als mobiler Imbisswagen. Unter dem Begriff Foodtruck erlebt diese Form der Fast-Food-Gastronomie seit einiger Zeit einen regelrechten Boom. Es gibt sogar ganze Foodtruckfestivals, auf denen mobile Imbiss-Anbieter*innen aus nah und fern zusammenkommen und ihre Spezialitäten anbieten.

Wenn du dich für einen Foodtruck entscheidest, hast du den Vorteil, dass du deiner Zielgruppe quasi hinterher reisen und deine Speisen immer dort anbieten kannst, wo sie sich gerade aufhält: sei es auf Open-Air-Konzerten, Stadtfesten, Märkten oder Firmenjubiläen.

Du bist mit einem Imbisswagen zwar flexibler, dafür wird die Standortsuche für dich zur Daueraufgabe – und sie ist nicht weniger anspruchsvoll, als bei einem festen Imbissstand. Zumal du zusätzlich zu den Verkaufsstandorten noch einen geeigneten Platz brauchst, wo du den Wagen abstellen kannst, wenn dieser nicht in Betrieb ist (mit Stromversorgung und Wasser-/Abwasseranschluss).

Vorschriften für Foodtrucks

Um deinen Wagen auf öffentlichem Grund abzustellen, brauchst du eine kostenpflichtige Sondernutzungsgenehmigung, die du beim Ordnungsamt beantragst. In der Praxis ist es allerdings sehr schwer, eine solche Genehmigung zu bekommen.

Anders sieht es aus, wenn dein Imbisswagen auf privatem Grund steht, etwa auf einem Parkplatz oder auf einem Firmengelände. Dann genügt die Erlaubnis des Eigentümers.

In jedem Fall brauchst du eine Reisegewerbekarte, die du beim zuständigen Ordnungs- oder Gewerbeamt beantragst.

Warum eine Marktanalyse sinnvoll ist

Bevor du das Abenteuer Selbstständigkeit beginnst, solltest du klären, ob der Markt überhaupt genug Potenzial für deinen geplanten Imbiss bietet. Dafür trägst du regionale und überregionale Daten zu Kaufkraft, Marktgröße, Wettbewerbssituation und zu aktuellen Branchenentwicklungen zusammen und bewertest die Chancen und Risiken, die sich daraus für deinen Imbiss ergeben.

Ein Bestandteil der Marktanalyse ist die Wettbewerbsanalyse. Warum nimmst du dir nicht ein paar Tage Zeit und stattest den Imbissen rund um deinen zukünftigen Standort einen Besuch ab? Mach dir Notizen, was sie zu welchen Preisen anbieten, welche Öffnungszeiten sie haben, welche Zielgruppen sie ansprechen, was sie besonders gut machen und wo du ihnen überlegen bist. Nutze diese Recherchetour gleichzeitig, um mit den Kund*innen über ihre Erfahrungen und Wünsche zu sprechen und ihnen dein neues Angebot vorzustellen: Können sie sich vorstellen, bei dir zu essen? Was könntest du ihnen bieten, dass die anderen Imbisse nicht im Angebot haben?

Aus deiner Markt- und Wettbewerbsanalyse gewinnst du erste Erkenntnisse, ob und wie es dir gelingen kann, mit deinem Imbiss ein sicheres Einkommen zu erwirtschaften.

Jetzt solltest du ins Feintuning gehen und dein Konzept schrittweise immer weiter ausarbeiten. Denk dran, dass du deine Kundschaft in den Mittelpunkt deiner Überlegungen stellst. Nur, wenn es dir gelingt, deine Kund*innen zu begeistern, wirst du dich langfristig am Markt behaupten können.

Expertentipps

Welche Produkte will ich meinen Kunden*innen anbieten?

Die Gastronomie ist wie kaum eine andere Branche geprägt von Trends und Moden. Bei deinen Überlegungen zum Angebot solltest du daher berücksichtigen, welche kulinarischen Konzepte heute und in naher Zukunft den Markt bestimmen.

Wir haben über aktuelle Trends in der Gastronomie mit Björn Grimm gesprochen, der als Unternehmensberater vor allem Menschen aus dem Restaurant- und Hotelleriegewerbe zu seiner Kundschaft zählt und sein Wissen in dem aktuellen Branchen-Bestseller „Der Küchencoach“ zusammengefasst hat. Björn Grimm kennt die Szene in- und auswendig und weiß genau, was gerade angesagt und was schon wieder Schnee von gestern ist.

Das sind die wichtigsten Trends in der Food-Branche, die Grimm zurzeit in Deutschland beobachtet:

Gastronomie-Trends 2019

Vegane und vegetarische Küche und allgemein eine stärkere Hinwendung zu Gemüse und Hülsenfrüchten (nicht nur als Beilagen)

Fast-Good-Food: schnelles Essen ohne schlechtes Gewissen – gesund, frisch und nachhaltig

Levante-Küche: inspiriert durch die Küche der östlichen Mittelmeerküste und ihres Hinterlandes (Syrien, Libanon, Israel etc.) und befördert durch die Einwanderung von Menschen aus dieser Region

Frühstück: aufgrund von flexibleren Arbeitszeiten gewinnt das Frühstück für breite Bevölkerungsschichten auch unter der Woche an Bedeutung

Craft Food: Handwerkliche Herstellung statt industrieller Produktion, Geschmacksvielfalt statt Einerlei

 

Seine Erkenntnisse gewinnt Grimm unter anderem aus aktuellen Arbeiten der Zukunftsforscher*innen, die sich wissenschaftlich mit diesem Thema befassen. Sie machen deutlich, wie sich unsere Vorlieben und Gewohnheiten verändern werden – hinsichtlich der Bereiche Wohnen, Arbeiten, Lernen, Konsum und eben auch Essen.

Ergänzend beobachtet Grimm, welche Gastronomiekonzepte mit Preisen ausgezeichnet werden und welche Neuerungen sich schon heute bewähren. Auch der Online-Dienst Google Trends liefert ihm anhand von Suchanfragen Hinweise, welche kulinarischen Konzepte auf zu- oder abnehmendes Interesse stoßen. „Wissenschaft und Praxis zusammengenommen zeigen mir, wie sich die Gastro-Szene entwickelt, welche Trends nachhaltig sind und was bald wieder aus der Mode ist“, fasst Grimm seine Strategie zusammen, die er auch angehenden Gastronom*innen im Vorfeld ihrer Gründung ans Herz liegt.

Grimm weist aber auch darauf hin, dass es sich nur lohne, einen Trend mitzumachen, wenn man früh dabei sei. „Wenn ich der Hundertste bin, der auf den Zug aufspringt, ist es meistens schon zu spät.“ Das hängt allerdings wohl auch davon ab, in welchem Umfeld gegründet wird: Zwischen Berlin und einer 100.000-Einwohnerstadt liegen sicher ein bis zwei Jahre.

Das beste Konzept? Hauptsache authentisch

Wichtiger als das Aufgreifen von Trends sei es ohnehin, ein Konzept zu entwickeln, das zu den eigenen Werten und Überzeugungen passe. „Heutzutage kommt es darauf an, das Essen, das ich verkaufe, mit Inhalten zu versehen und diese Inhalte regelrecht zu inszenieren“, erklärt Grimm das Geheimnis erfolgreicher Imbisse.

In der Foodtruck-Welle sieht er dafür das beste Beispiel „Die Idee, aus einem Wagen heraus Essen zu verkaufen, ist ja nicht neu. Aber die Foodtrucks haben die alte Idee ganz neu verpackt. Sie stehen für Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung und einen urbanen Lebensstil. Dazu gehört, dass nicht mehr der bodenständige Imbissverkäufer im Kittel hinter der Theke steht, sondern ein bärtiger Hipster mit Tattoos und schwarzen Handschuhen.“ Jedes Detail vermittele nach Grimm die übergeordneten Werte, für die die Foodtrucks stehen – und mit jedem verzehrten Veggie-Burger oder Pulled-Pork-Brötchen fühlten sich die Kunden als Teil der Community.

Sein Tipp für Gründer*innen lautet daher: denkt nicht zuerst über eure Produkte nach, sondern über die Inhalte, die ihr vermitteln wollt. „Es geht ja nicht ums Essen allein“, führt Grimm aus, „sondern um die Werte und das Image, das damit verknüpft ist.“

Wozu brauche ich einen Businessplan?

Wenn du dir bereits Gedanken zum Standort, zum Markt und zum Konzept gemacht hast, ist es Zeit, sie in Form eines Businessplans zu Papier zu bringen.

Dein Businessplan ist das wichtigste Instrument, um deine Existenzgründung vorzubereiten. Er zeigt die wirtschaftliche Machbarkeit deines Vorhabens auf und enthält eine Reihe von Maßnahmen für die Zeit nach der Eröffnung. Er ist mithin ein wichtiger Kompass, der dich durch die ersten aufregenden Monate deiner Selbstständigkeit begleitet und dir Orientierung und Halt bietet.

Darüber hinaus ist er der Schlüssel zu deiner Finanzierung, denn ohne aussagekräftigen Businessplan wird dir keine Bank in Deutschland einen Kredit gewähren.

Was gehört in einen Businessplan?

In deinem Businessplan beschreibst du,

  • was für einen Imbiss du wo eröffnen möchtest,
  • welche Speisen und Getränke du zu welchen Preisen verkaufen wirst,
  • was das Besondere an deinem Imbiss ist und
  • warum die Gäste ausgerechnet zu dir kommen werden, um ihren Hunger zu stillen.

Du zeigst darin außerdem,

  • warum du der/die Richtige bist, um deine Idee in die Tat umzusetzen,
  • wie es um den Markt bestellt ist, in den du einsteigen wirst und
  • wie du dich gegenüber der Konkurrenz behaupten wirst.

Das Herzstück deines Businessplans ist der Finanzplan, in dem du

  • die Kosten und den Umsatz kalkulierst,
  • deinen Kapitalbedarf errechnest und
  • sagst, wo das Geld herkommen soll bzw. wie du es zurückzahlen wirst.  

 

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Welche Kosten kommen auf mich zu?

In einem Imbiss wird nicht nur Geld eingenommen, es entstehen auch Kosten, die durch den Verkauf von Pommes und Bratwurst wieder eingespielt werden wollen. Selbst wenn es dein sehnlichster Wunsch ist, einen eigenen Imbiss zu betreiben, solltest du diese wirtschaftlichen Zwänge niemals aus den Augen verlieren.

Leider gibt es gerade in der Gastronomie viele Gründer*innen, die einfach zu wenig „Zug zum Geld“ haben, wie unser Experte Grimm es formuliert. „Viele haben wirklich tolle Ideen und setzen alles daran, sie umzusetzen – allerdings ohne sich dafür zu interessieren, wofür sie in ihrem Unternehmen wie viel Geld ausgeben und ob das Ganze längerfristig für ein gutes Auskommen reicht.“

Die Lebenshaltungskosten nicht vergessen

Ein Fehler, den Grimm besonders häufig beobachtet, liegt darin, dass die Lebenshaltungskosten unterschätzt werden. „Die Gründer*innen sagen mir dann in der Beratung, dass sie nicht viel zum Leben brauchen. Das mag heute so sein, aber wie ist es in der Zukunft? Ansprüche ändern sich. Wenn ich nicht in der Lage bin, für das Alter vorzusorgen oder eine Familie zu ernähren, werde ich auf Dauer nicht glücklich mit meiner Arbeit.“

Deshalb ist Grimms wichtigster Rat an alle Gastro-Gründer*innen: Rechnet mit spitzer Feder durch, welche Kosten euch während des laufenden Betriebs entstehen. Und ermittelt auf dieser Basis euren Zielumsatz.

Zu den wichtigsten Fixkosten zählen Personal- und Mietkosten sowie die Kosten für deinen Lebensunterhalt. Hinzu kommt der Wareneinsatz für Speisen und Getränke. Und dann noch deine Ausgaben für Energie, Versicherungen, Kredite, Steuern, Werbung und vieles mehr.

Wenn du alles zusammenzählst, weißt du, wie viel Geld du mit deinem Imbiss mindestens einnehmen musst, um kein Minus zu machen. Am besten, du brichst die Zahl so weit wie möglich herunter, auf den Tag oder sogar auf die Stunde. Dann kannst du schnell erkennen, ob diese Zielumsätze realistisch sind oder nicht.

Die Finanzierung – das ist wichtig

Noch bevor die erste Tüte Pommes über den Tresen geht, musst du eine ganze Menge Geld in die Hand nehmen: Für Beratungen, Genehmigungen, vor allem aber für die Einrichtung und Ausstattung deines Ladens oder Foodtrucks.

Plane außerdem eine Liquiditätsreserve für die Anlaufphase ein. Wenngleich die Einnahmen noch nicht ausreichen, um die Kosten zu decken, musst du in der Lage sein, deine Rechnungen zu bezahlen. Wie lang diese Phase dauert, ist unterschiedlich. Als Faustregel lässt sich sagen, dass sich dein Business nach einem, spätestens zwei Jahren rentieren sollte.

Immer flüssig bleiben mit ausreichender Liquiditätsreserve

Der Liquiditätspuffer plus die Investitionen und Gründungskosten ergeben deinen gesamten Kapitalbedarf. Wahrscheinlich reicht dein Erspartes dafür nicht aus und du wirst einen Kredit bei deiner Hausbank beantragen. Nur wenn dein Businessplan deine Bank davon überzeugt, dass du mit deinem Imbiss erfolgreich sein wirst, wird sie dir den Kredit gewähren.

Als Richtschnur solltest du davon ausgehen, dass du mindestens 20 Prozent des Kapitalbedarfs aus eigener Tasche bestreiten solltest, um deinen Geldgeber*innen zu zeigen, dass du selbst überzeugt von deiner Idee bist (das hängt aber vom Einzelfall ab und lässt sich so allgemein nicht festlegen).

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, deinen Kapitalbedarf über Förderkredite für Existenzgründungen oder Bürgschaften der Bürgschaftsbanken der Länder zu finanzieren.

Den Personalbedarf planen

Lange Öffnungszeiten und kaum Ruhetage – das hält niemand lange aus, zumal du als Gründer*in nicht nur hinter der Theke stehst, sondern auch noch Waren bestellen, mit Lieferanten verhandeln, das Marketing umsetzen und die Buchhaltung erledigen musst. Ohne tatkräftige Unterstützung von fähigen Mitarbeiter*innen wird es nicht gehen.

Zwar ist es in den ersten Monaten nach der Gründung sinnvoll, den Personalbedarf gering zu halten, indem du so oft es geht selbst im Imbiss stehst. Aber mittel- bis langfristig sollte es möglich sein, deine Arbeitstage auf ein normales Maß zu reduzieren.

Rechne daher in deinem Businessplan von Anfang an deinen Personalbedarf mit ein – Personalkosten sind ein wichtiger Kostenfaktor! Dazu rät auch Gastronomie-Kenner Grimm. „Viele angehende Gastronomen erklären mir, sie bräuchten keinen Urlaub und auch kaum Geld. Die würden alles tun, um ihren Traum nicht zu gefährden. Aber wie lange geht das gut? Irgendwann braucht jeder eine Auszeit“, so Grimm.

Konkret bedeutet das, dass dein Imbiss irgendwann so viel Geld abwerfen sollte, dass du dir Personal leisten kannst, das dich entlastet. Wenn das aufgrund deiner Kosten- und Rentabilitätsplanung absehbar nicht der Fall ist, solltest du nachjustieren und deine Geschäftsidee überarbeiten.

Welche Rechtsform ist die beste?

Vor deiner Gründung entscheidest du, welche Rechtsform dein Unternehmen haben wird. Das hängt unter anderem von Fragen der persönlichen Haftung, von der Höhe deines Startkapitals und davon ab, ob du allein oder mit Partner*innen gründest.

Im folgenden Video gibt dir unser Experte Jan Evers Tipps zum Thema Rechtsform:

Als Einzelunternehmen starten...

Viele Imbisse werden als Einzelunternehmen oder, wenn sich zwei oder mehr Partner*innen zusammentun, als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Diese Varianten der möglichen Rechtsformen bieten mehrere Vorteile:

  • die Anmeldung geht schnell und unkompliziert
  • es ist kein Startkapital als Einlagevermögen erforderlich
  • es gibt keine Bilanzierungspflicht

Dafür haftest du mit deinem Privatvermögen, falls die Sache schiefgeht. Bei einer GbR gilt das für alle beteiligten Partner*innen. Deshalb solltet ihr unbedingt einen Gesellschaftervertrag aufsetzen, in dem ihr festlegt, wie ihr die Gewinne und Verluste aufteilen wollt. Gönnt euch dabei eine fachkundige Beratung.

... oder lieber als GmbH?

Wenn du dein privates Vermögen besser absichern möchtest, kommt die Gründung einer Unternehmergesellschaft – UG (haftungsbeschränkt) oder einer GmbH infrage. Für eine GmbH benötigst du ein Stammkapital von mindestens 25.000 EUR. Eine Unternehmergesellschaft kannst du mit nur einem Euro gründen – das Stammkapital wird im Laufe der Jahre aus den Unternehmensgewinnen aufgebaut.

Diese Varianten von Rechtsformen sind aufwendiger und nicht ohne juristische Beratung auf die Beine zu stellen. Das gilt nicht nur für die Gründung, sondern auch für die jährlichen Geschäftsberichte und Bilanzen.

Von der Rechtsform hängt ab, ob du dein Gewerbe ins Handelsregister eintragen lassen musst. Für Kapitalgesellschaften wie die GmbH und UG, aber auch für Kaufleute, die OHG sowie die KG ist die Eintragung Pflicht. Das Handelsregister ist ein öffentlich einsehbares Verzeichnis und gibt Auskunft über die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens.

Welche Versicherungen brauche ich?

Als Unternehmer*in trägst du eine große Verantwortung für dich und deine Mitarbeiter*innen. Deshalb ist ein ausreichender Versicherungsschutz für deinen Imbiss ein absolutes Muss. Dazu gehört an erster Stelle eine Betriebshaftpflichtversicherung. Sie übernimmt ähnlich der privaten Haftpflichtversicherung den Schaden, der in deinem Imbiss Dritten versehentlich zufügt wird. Achte darauf, dass die Schadenssumme insbesondere für Personenschäden ausreichend bemessen ist.

Für die Unfallversicherung deiner Mitarbeiter*innen ist die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) zuständig.

Viele Gastronom*innen schließen außerdem eine Ladeninhalts- oder auch Inventarversicherung ab. Sie ersetzt dir den Schaden, falls durch Brand, Wasserschäden, Einbruchdiebstahl oder Vandalismus die Einrichtung deines Imbisses oder die darin befindlichen Waren zerstört oder gestohlen werden.

Auch eine Rechtsschutzversicherung kannst du in Erwägung ziehen, denn es kommt leider immer wieder zu gerichtlichen Streitigkeiten mit Mitarbeiter*innen oder Gästen. 

Was muss ich über das Thema Steuern wissen?

Je nachdem, welche Rechtsform du wählst, sind für dich folgende Steuern relevant:

  • Einkommensteuer
  • Umsatzsteuer (für den Verkauf von Speisen gilt ein Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent)
  • Gewerbesteuer
  • Körperschaftssteuer

Hier im Detail auf die Fragen der Besteuerung einzugehen, ergibt nicht viel Sinn, weil sie sehr stark vom Einzelfall abhängen. Was sich aber allgemein sagen lässt: Achte unbedingt darauf, deine Steuern stets vollständig und fristgerecht zu bezahlen – sonst rückt dir das Finanzamt auf die Pelle.

Und das kann unangenehme Folgen haben. Stell dich darauf ein, dass dein Imbiss jederzeit einer Betriebsprüfung unterzogen werden kann. Sollte sich dabei herausstellen, dass du Geld am Finanzamt vorbei eingenommen hast, drohen Nachversteuerungen für mehrere Jahre auf der Basis von Steuerschätzungen – und im schlimmsten Fall sogar ein Strafverfahren und Gefängnisstrafen!

Last, but not least: das Marketing

Nichts verkauft sich von allein. Deshalb solltest du dir schon während der Planung deiner Imbiss-Eröffnung überlegen, wie du dein Angebot bekannt machen möchtest.

Welche Marketingmaßnahmen sich für dich auszahlen, lässt sich nicht vorhersagen. Das hängt von deinem Konzept und von deiner Zielgruppe und ihren Gewohnheiten ab. Ob klassische Flyer, ein Spot im Radio oder ein eigener Instagram-Auftritt – wichtig ist, dass dein Marketing die Werte und Inhalte transportiert, für die du stehst.

Die sozialen Medien bieten Unternehmen heute die Chance, auf sehr kostengünstigem Weg ein großes Publikum zu erreichen. Allerdings besteht die Gefahr, sich zu verzetteln oder in den Weiten des Internets unterzugehen. Überlege dir sehr genau, was du leisten kannst und konzentriere dich lieber auf die Kanäle, die den größten Erfolg versprechen (welche das sind, kannst du leicht ausprobieren, denn die Wahrnehmung deiner Marketingmaßnahmen im Netz lässt sich recht einfach und sicher messen).

In der Gastronomie spielen die verschiedenen Online-Bewertungsplattformen eine große Rolle. Sorge dafür, dass dein Imbiss hier vertreten ist und ermuntere deine Stammkunden zu positiven Bewertungen.

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bhp