Was ist ein Geschäftsmodell?

Alle relevanten Bausteine und was hineingehört: dein Weg zum Geschäftsmodell!

Ein Geschäftsmodell ist eine kurz gefasste Beschreibung deines Geschäftes, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Diese modellhafte Abbildung zeigt anschaulich, was du erreichen willst. Im Geschäftsmodell beschreibst du

  • welchen Wert du für deine Kundschaft schaffst (Value Proposition),
  • wie du diesen Wert erschaffst (Geschäftsstruktur),
  • wie du damit Geld verdienst (Ertragsmodell),
  • was dich als Unternehmer*in antreibt und
  • welche Menschen du dafür in dein Team holst (Unternehmensgeist).

Was ist ein Geschäftsmodell?

Das erste Element: Kundennutzen

Der Kundennutzen ist dein Versprechen, welchen Nutzen du deiner Kundschaft bietest. Hier geht es um das Warum, sprich: Warum sollten deine Kunden von deinem Geschäft begeistert sein. Etliche Gründer*innen denken, dass ein gutes Produkt allein ausreicht, um zu begeistern. Und natürlich ist es wichtig, was du produzierst. Kunden kaufen allerdings den Nutzen deines Produktes. Das kann Lebenserleichterung, Glück, Einfachheit oder Komfort sein. Und nicht nur dein Produkt muss den Kundennutzen liefern, sondern das ganze Geschäftsmodell. Wenn du ein Produkt verkaufst, das das Leben deiner Kundschaft vereinfacht, du jedoch im Vertrieb versagst und das Produkt nur mit hohem Aufwand zu beschaffen ist, dann verpufft dein versprochener Kundennutzen.

Das Element besteht aus den Bausteinen Kunden und Nutzen.

Kunden

Wer sind deine Kunden? Was zeichnet deine Kunden aus?

Für ein gutes Geschäftsmodell solltest du genau beschreiben, wer zu deiner Zielgruppe gehören soll und welche Aufgabe du für diese übernimmst. Gerne reden Gründer*innen über Märkte. Nur kaufen Märkte nicht, sondern die einzelnen Kunden. Sei hier konkret, denn je konkreter du bist, desto einfacher ist es, die Kundschaft mit passenden Marketingmaßnahmen anzusprechen. Neben der Zielgruppenbeschreibung beschreibst du, welche Aufgabe du für deine Kundschaft löst. Aufgaben sind konkreter als Bedürfnisse. Eine Aufgabe, die du z.B. lösen kannst, ist ein Bild schnell und komfortabel aufzuhängen. Im Englischen spricht man von “jobs-to-be-done“.

Die Kunden

Nutzen

Warum begeisterst du deine Kunden?

Überlege dir, was genau deine Kunden von dir und deinem Geschäft haben. Das Produkt ist nicht der Nutzen. Der Nutzen entsteht, wenn Käufer ihre Aufgaben in einer speziellen, besseren Art gelöst bekommen.

Der Kundennutzen

Geschäftsstruktur

Beim zweiten Element geht es um die Struktur deines Geschäftes. Was bietest du genau an? Wie gestaltest du deinen Vertrieb? Wie stellst du dein Angebot genau her? Über welche Fähigkeiten verfügst du bereits? Welche Schlüsselpartner brauchst du? Das alles beschreibst du mit deiner Geschäftsstruktur. Dabei gehst du vor wie ein Architekt. Der mauert nicht selbst, sondern entwickelt das große Ganze und akquiriert hilfreiche geschäftliche Verbindungen für die Umsetzung.

Das Element besteht aus den Bausteinen Angebot, Vertrieb und Kommunikation, Produktion, Kernfähigkeiten und Schlüsselpartner.

Angebot

Was bietest du an? Was verkaufst du damit an deine Kunden?

Das Angebot ist ganz konkret das, was Kunden bei dir kaufen können. Was verkaufst du: Ist es ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Kombination von beidem? Am Ende schreibst du genau für dieses Angebot eine Rechnung.

Das Angebot

Vertrieb und Kommunikation

Wie erreichst du deine Kunden?

Ohne Vertrieb können Kunden dein Produkt nicht kaufen. Ohne die richtigen Kommunikationswege erfahren deine potentiellen Kunden nichts über dein Produkt. Häufig sprechen Gründer*innen davon, dass sich das fabelhafte Produkt mit ein wenig Marketing schon verkauft. Dabei übersehen sie, dass der Baustein Vertrieb mehr bedeutet. Wenn du einen direkten Vertrieb ohne Zwischenhändler aufbaust, also direkt an Endkunden verkaufst, kannst du kontrollieren, wie dein Angebot positioniert wird. Du büßt dafür Reichweite gegenüber einem indirekten Vertrieb ein, bei dem du über Geschäftspartner wie beispielsweise Händler versuchst, an Kundschaft zu gelangen.

Vertrieb und Kommunikation

Produktion (Kernaktivitäten)

Wie entsteht das, was du anbietest? Was davon machst du selbst, was deine Kunden, was deine Partner?

Bei der Produktion geht es darum, wie du das Angebot und den Nutzen für deine Kundschaft “produzierst“. Auch wenn du kein physisches Produkt erstellst, sondern eine Dienstleistung: Auch diese muss produziert, d.h. verfügbar gemacht werden. Überleg dir, welche Schritte und Aktivitäten notwendig sind, um dein Angebot herzustellen. Bei der Produktion wird häufig auch von einer Wertschöpfungskette gesprochen.

Die Produktion

Kernfähigkeiten

Was kannst du gut? Welche Fähigkeiten musst du/dein Team aufbauen?

Fähigkeiten sind Dinge, die du gut kannst, die keine Mühe kosten, die dir leichtfallen, die du womöglich außerdem gerne einsetzt. Diese Fähigkeiten sind neben einer Geschäftsidee am Anfang einer Gründung häufig das einzige, was zur Verfügung steht. Du wirst schnell erkennen, welche Fähigkeiten und Kompetenzen du selbst hast. Vielleicht fehlen dir aber auch Fähigkeiten, die du dann entweder mit Personal oder Schlüsselpartner ins Boot holen kannst. Aus Fähigkeiten werden Kernfähigkeiten deines Unternehmens, wenn sie dir helfen, dich bei der Kundschaft unterscheidbar zu machen.

Die Kernfähigkeiten

Schlüsselpartner

Welche externen Partner brauchst du?

In deiner Produktion fokussierst du dich auf das, bei dem du mit deinen Fähigkeiten den größten Wert schaffst. Alles andere solltest du an Schlüsselpartner abgeben, denn so konzentrierst du dich aufs Wesentliche, dem Aufbau des Unternehmens - und nicht mit allen Details wie die Buchhaltung, die ein Unternehmen mit sich bringt. Für solche Aktivitäten gibt es Partner, die das viel besser können als du. Dies sind jedoch nur Lieferanten, die so wichtig sind, dass es ohne sie nicht ginge. Wichtig ist auch, dass du deine Schlüsselpartner sorgfältig aussuchst, da sie für dein Geschäft kritisch sind.

Die Schlüsselpartner

Ertragsmodell

Beim dritten Element geht es um Geld, Kosten und Erträge, kurzum: um den Profit, den du verdienen willst. Mit dem Ertragsmodell zeigst du, wie du Geld verdienen willst und wo deine Kosten anfallen.

Das Element besteht aus den Bausteinen Kostenstruktur und Ertragsquellen.

Kostenstruktur

Wofür musst du Geld ausgeben? Wie flexibel sind diese Kosten?

Jedes Unternehmen kostet. Sei es wegen Mieten oder Material, das in der Produktion eingesetzt wird, sei es wegen Gehältern oder deines Gehalts. Die meisten Kosten “findest” du, wenn du dir deine Geschäftsstruktur anschaust, insbesondere die Produktion deines Angebotes. Das sind die laufenden Kosten. Daneben kosten aber auch deine Investitionen z.B. für deine Ladenausstattung, Geld, das du vorhalten musst.

Die Kostenstruktur

Ertragsquellen

Wofür und wann fließt Geld an dich?

Bei den Ertragsquellen legst du fest, wie du deinen Umsatz erwirtschaftest, also in welcher Weise deine Kundschaft dich für deine Leistung bezahlt.

Die Ertragsquellen

Unternehmensgeist

Beim vierten Element es geht es um dich, um dein Team, deine Werte und den Geist, der bei dir im Unternehmen gelebt werden soll. Ohne dich gibt es die Firma nicht. Ohne dein Team gibt es niemanden, der gute (oder schlechte) Produkte herstellt. Am Anfang hast du nur dich und deine Werte, die du im Unternehmen leben willst. Es ist der Mensch, der ein Geschäft ausmacht. Der Mensch und das, wofür er steht. Die Mitarbeiter*innen, die du einstellst, die Schlüsselpartner, mit denen du kooperierst, werden zum Teil des Unternehmensgeistes.

Das Element besteht aus den Bausteinen Gründer*innen & Team und Werte.

Gründer*innen & Team

Wer ist dabei und warum?

Das Team ist das Herz jedes Unternehmens. Mit der Zusammenstellung deines Teams beeinflusst du in erheblichem Umfang, wie sich das Unternehmen entwickelt. Bei der Auswahl der Teammitglieder*innen solltest du dich fragen, welche Kompetenzen du brauchst, damit du dein Unternehmen aufbauen kannst. Hier geht es aber nicht nur um fachliche Kompetenzen, sondern auch um soziale. Nur mit dem richtigen Mix wird dein Team Außerordentliches leisten können.

Das Team

Werte

Welche Werte lebt dein Unternehmen?

Werte sind weiche Faktoren, die entscheidend für dein Unternehmen sein können. Hier geht es um Regeln, die die Zusammenarbeit prägen wie Ideale, Umgangsformen u.ä. Eine Rolle spielt dabei beispielsweise, wie du mit Kundenreklamationen umgehst. Werte verdienen nur den Namen, wenn sie im Alltag funktionieren und gelebt werden.

Die Werte


patrick-staehler2.png

Dr. Patrick Stähler hat als Erster den Begriff „Business Model Innovation“ (Geschäftsmodellinnovation) wissenschaftlich beschrieben und geprägt. Er ist Autor des Buches „Das Richtige gründen. Werkzeugkasten für Unternehmer“.

Genug gelesen?
Dann leg los!

Lass dir den Weg weisen

Willst du sofort gründen?
Du bist in der Lage, deinen Plan direkt in die Tat umzusetzen.
bhp