Unternehmens­ziele – was ist das eigentlich?

Als Gründer*in wirst du bereits im Businessplan Unternehmensziele definieren (müssen). Dabei handelt es sich im Grunde genommen um Richtlinien, an denen du und deine Mitarbeiter*innen ihr unternehmerisches Handeln orientieren. Sie dienen einerseits zur Motivation, andererseits aber auch zur Orientierung. So können klar definierte Unternehmensziele die Beschäftigten dazu anspornen, härter für deren Einhaltung zu arbeiten. Gleichzeitig bilden sie aber auch ein sinnstiftendes Element – damit alle im Unternehmen wissen, wofür sie jeden Tag zur Arbeit kommen.

Die Unternehmensziele beeinflussen also die strategische Ausrichtung sowie auch die Arbeit aller Angestellten mittel- und unmittelbar – da kann es nicht schaden, sich etwas genauer mit ihnen zu beschäftigen.

Die Gründerplattform gibt dir einen Überblick über die möglichen Ziele eines Unternehmens und erklärt dir, was diese genau bedeuten. Auf welche Weise du deine Unternehmensziele erreichen möchtest, ist wiederum Teil der operativen Unternehmensführung, um die du dich an dieser Stelle nicht kümmern musst.

Der zeitliche Rahmen von Unternehmenszielen

Unternehmensziele lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen – je nach Betrachtungsweise. Denn was dir in deinem Unternehmen letztendlich am wichtigsten ist, bleibt ganz dir überlassen. Üblicherweise wirst du deine Ziele jedoch zeitlich eingrenzen und in kurz-, mittel- und langfristige Ziele einteilen. Die langfristigen Unternehmensziele dienen dabei als eine Art übergeordnete Vision – möchtest du die Welt zu einem besseren Ort machen, könntest du das durchaus als Vision definieren (du solltest lediglich ein wenig konkreter werden). Kurz- und mittelfristige Ziele wirst du dagegen in einem überschaubaren Zeitraum einhalten wollen.

Beispiele für Unternehmensziele anhand ökonomischer, sozialer und ökologischer Faktoren

Eine der grundsätzlichen Unterscheidungen besteht darin, die Unternehmensziele in drei Erfolgsziele zu unterteilen.

Wirtschaftliche Ziele

Natürlich möchtest du in den meisten Fällen erreichen, dass dein Unternehmen möglichst profitabel wird – die Gewinnmaximierung steht also im Vordergrund deines unternehmerischen Handelns. Zu Beginn kann aber durchaus erst einmal die reine Kostendeckung wichtig sein.

Die ökonomischen Ziele teilen sich auf in:

  • Ertragsziele: Alles, was in absoluten Zahlen messbar ist und unmittelbar mit den Begriffen Umsatz, Gewinn und Kapital zusammenhängt, lässt sich als Ertragsziel definieren. Du möchtest den Umsatz deiner Firma im nächsten Geschäftsjahr um zehn Prozent steigern? Voilà, damit hast du ein Ertragsziel formuliert.
  • Marktziele: Mit den Marktzielen legst du fest, wie gut du dich in der Branche etablieren willst – beispielsweise, indem du einen gewünschten Marktanteil von 20 Prozent ausrufst oder eine Steigerung des Marktanteils um drei Prozent.
  • Leistungsziele: Diese sind eher abstrakter Natur – etwa wenn es darum geht, einen gewissen Qualitätsstandard einzuhalten. Im Grunde definierst du mit ihnen, wie gut dein Unternehmen und dein Team performen sollen, um beispielsweise die Ertragsziele zu erreichen.

In der Ökonomie werden außerdem zwei verschiedene Prinzipien zur Erreichung der wirtschaftlichen Ziele unterschieden:

  • Minimalprinzip: Du versuchst, das vorgegebene Ziel mit so geringen Mitteln wie möglich zu erreichen. Das Unternehmensziel ist also klar, die eingesetzten Mittel dagegen nicht.
  • Maximalprinzip: Hier ist es genau andersherum: Du möchtest mit einem festgelegten Einsatz (Personal, Kapital, Maschinen) das Maximale herausholen.

Soziale Ziele

Darunter fallen der Umgang mit Beschäftigten, Kundschaft und externen Dienstleistern die Schaffung eines angenehmen Betriebsklimas, die Sicherheit am Arbeitsplatz oder auch das angestrebte Image der Firma.  Zwar lassen sich solche Faktoren nicht immer gut messen, aber als Unternehmensziel helfen sie dir zu definieren, wofür dein Unternehmen eigentlich steht.

Ökologische Ziele

Umweltschutz, Recycling und Nachhaltigkeit sind die Stichworte zu den ökologischen Unternehmenszielen. Das mag vielen großen Ventures möglicherweise nicht so wichtig sein, in jungen Startups sind diese Begriffe aber durchaus ein großes Thema. Denn wer eine Green Policy fährt, gibt sich nicht nur modern und umweltbewusst, sondern kann unter Umständen auch gezielt neue Käuferschichten ansprechen. Auf diese Weise wird ein etwaiger ökonomischer Nachteil (durch höhere Kosten) möglicherweise sogar zum Vorteil – wirtschaftliche und ökologische Unternehmensziele müssen sich also nicht ausschließen, sondern können auch komplementär zueinander funktionieren.

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Prozess- und Ergebnisziele

Vereinfacht gesagt dienen die Prozessziele der Erreichung der Ergebnisziele. Ein Beispiel:

  • Ergebnisziel: Du möchtest die Anzahl deiner Kund*innen erhöhen.

Das passiert natürlich nicht von allein, sondern bedeutet viele kleine Arbeitsschritte – wie etwa:

  • Du wirst online aktiv und widmest dich verstärkt deinen Social-Media-Kanälen.
  • Du schaltest mehr Werbung.
  • Du betreibst verstärkt Networking (beispielsweise als Freelancer*in).

Diese Handlungen wollen organisiert werden, um ihren Erfolg messen zu können – und hier kommen die Prozessziele ins Spiel. Mit denen legst du fest, in welchem Umfang du tätig wirst, um dein Ergebnisziel zu erreichen – so werden aus Zielen konkrete Arbeitsschritte:

  • Dein Unternehmen ist täglich x Stunden auf Facebook, Twitter und Instagram präsent.
  • Du planst eine Werbekampagne für die Dauer von x Tagen/Wochen, die x EUR kosten darf.
  • Du besuchst x der wichtigsten Fachmessen oder tauschst dich in y Foren und Onlineportalen aus. Lege dafür einen Zeit- und Budgetrahmen fest.

Mit den Prozesszielen legst du also im Grunde den Weg zur Erreichung der Ergebnisziele fest.

Qualitative und quantitative Unternehmensziele

Oft wird auch zwischen qualitativen und quantitativen Zielen unterschieden. Während qualitative Ziele nicht unbedingt messbar sind (Kundenzufriedenheit, Image), bestehen quantitative Ziele aus konkreten Zahlen, die es zu erreichen gilt – etwa die Steigerung des Umsatzes oder die Eröffnung von zwei neuen Filialen.

Da du deine Unternehmensziele so eindeutig wie möglich formulieren möchtest, musst du einen Weg finden, die qualitativen Ziele ebenfalls messbar zu machen. Dazu könntest du beispielsweise eine Skala einführen, die als Hilfsmittel und Orientierung dient, um qualitative Faktoren zu messen. Du schätzt die Zufriedenheit deiner Kundschaft auf eine solide 7? Mach eine 8 oder 9 (und langfristig natürlich eine 10) draus!

Glühbirne auf Tafel und Gedankenblasen

Unternehmensziele und Unternehmenswerte – was ist der Unterschied?

Es gibt keine trennscharfe Unterscheidung zwischen den Zielen und Werten eines Unternehmens –beides hängt eng miteinander zusammen. Insbesondere die sozialen und ökologischen Ziele eines Unternehmens haben große Schnittmengen mit den jeweiligen Unternehmenswerten.

Am ehesten könnte man sagen, dass die Werte nicht das sind, was man erreichen möchte, sondern das, was tagtäglich in einem Umgang gelebt wird. Sie sind so etwas wie die Regeln des Zusammenlebens und –arbeitens und bestimmen die Kultur, die in einem Unternehmen gepflegt wird.

Deine Ziele kannst du auf deiner Website als Parole vorgeben, die Werte sind jedoch das, was du in der Realität vorlebst, deine Haltung und die Haltung deines gesamten Teams.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, welche Rolle Werte für die Unternehmensentwicklung spielen, sei dir unser Ratgeber Unternehmenswerte empfohlen.

Persönliche Ziele

Vergiss bei all dem deine ganz persönlichen Ziele nicht. Was motiviert dich und warum hast du das Unternehmen eigentlich gegründet? Die Gründe können vielfältig sein: Mehr Zeit für die Familie, Heimatverbundenheit, Selbstverwirklichung oder auch einfach nur die Aussicht auf Geld sind nur einige Beispiele dafür, warum Menschen das Abenteuer Existenzgründung angehen.

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bhp