Steinstapel

UG gründen und haftungsbeschränkt durchstarten

Schon mit 1 EUR Stammkapital Unternehmer*in werden

Bei der Gründung entstehen Kosten von mindestens 600 bis 1.000 EUR

Knapp 7 Mrd.EUR an Lieferungen und Leistungen wurden 2016 von UGs erbracht

36.000 UGs waren 2016 in Deutschland gemeldet

UG gründen: Gute Idee für alle Vorsichtigen

Die UG ist inzwischen in der Gründungslandschaft angekommen: Die Vorbehalte gegenüber dieser vor einigen Jahren noch neuen Gesellschaftsform sind gesunken. Im Gegenteil: Gerade die jungen Gründer*innen zeigen reges Interesse an der UG, denn sie lässt sich mit nur einem Euro Stammkapital gründen.

UG gründen: Was ist das eigentlich?

UG (haftungsbeschränkt) steht für Unternehmergesellschaft und dabei handelt es sich dabei gewissermaßen um die kleine Schwester der GmbH. Wichtig ist immer der Zusatz "haftungsbeschränkt", der Kunden und Geschäftspartner der Gesellschaft gleich darauf hinweist, dass die Haftung eingeschränkt ist. Ein großer Vorteil bei der UG!

Die UG darf aber nicht mit der Ich-AG verwechselt werden, denn sie ist vielmehr GmbH als Ich-AG. Sie ist vor allem für jene Gründer*innen geeignet, die nur wenig Eigenkapital aufbringen wollen oder können und die ihre Haftung sicher einschränken möchten.

Für die Gründung braucht es mindestens eine/n Gesellschafter*in. Diese Person muss ein Stammkapital von wenigstens einem Euro aufbringen. Wichtig zu wissen: Die Höhe des eingebrachten Stammkapitals sollte aber nicht zwingend so niedrig wie möglich gewählt werden, sondern sich am Bedarf der Gesellschaft orientieren. Denn: Je niedriger das Stammkapital ist, desto höher ist die Gefahr, bei Problemen direkt in die Insolvenz zu gehen. Das Stammkapital wird bar eingezahlt und muss schon vor der Eintragung im Handelsregister vorliegen. Sacheinlagen sind nicht möglich.

Wenn du eine UG gründen willst, brauchst du ein Musterprotokoll. Das findest du in der Anlage zum GmbH-Gesetz und es kombiniert den Gesellschaftsvertrag, die Liste der Gesellschafter*innen und die Bestellung der künftigen Geschäftsführer*innen.

Vor- und Nachteile der UG

Eine UG ist u.a. wegen der geringen Startkosten nicht nur vorteilhaft, sondern kann auch Nachteile mit sich bringen. Hier präsentieren wir die Vor- und Nachteile.

Vorteile

  • Eingeschränkte Haftung, die sich nicht auf das Privatvermögen bezieht
  • Gründung ab einem Euro Stammkapital möglich
  • Gründung für Gewerbe und Dienstleistungsbereich möglich
  • Gründung auch durch Einzelpersonen
  • Personalkosten sind eine Betriebsausgabe und wirken steuermindernd

Nachteile

  • Stammeinlage muss bar in voller geplanter Höhe erbracht werden
  • Keine vollständige Ausschüttung der Gewinne bis zum Erreichen des Mindeststammkapitals
  • Keine automatische Umwandlung der UG in eine GmbH
  • Gläubiger und Lieferanten sehen die UG oft skeptisch
  • Aufwendige Gründungsformalitäten
  • Entrichtung von Körperschaftssteuer nötig

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UG gründen und Gewinne einfach ausschütten?

Schön, wenn die UG Gewinne macht, doch diese dürfen nicht komplett ausgeschüttet werden. 25 Prozent der jeweiligen Gewinne werden einbehalten und müssen als gesetzlich vorgeschriebene Rücklage angelegt werden. Das geht so lange, bis 25.000 Euro erreicht sind. Diese gelten dann als Mindeststammkapital. Das ist übrigens genau die Höhe, die auch bei der GmbH vorgeschrieben ist, wobei hier der Betrag schon bei der Gründung vorhanden sein muss. Eine zeitliche Frist für das Anwachsen des Mindeststammkapitals gibt es nicht – wenn du keine Gewinne erzielst, legst du auch kein Geld zurück. Doch Vorsicht: Eine verdeckte Gewinnausschüttung zum Umgehen der Ansparpflicht ist nicht erlaubt! Nach Erreichen der genannten 25.000 Euro kannst du in eine GmbH umfirmieren oder weiterhin als UG (haftungsbeschränkt) tätig bleiben.

UG gründen: Wie soll das Unternehmen heißen?

Eine spannende Sache für alle Jungunternehmer*innen ist die Namensvergabe. Wie soll die UG künftig heißen? Du musst dabei beachten, dass du in jedem Fall den Zusatz UG (haftungsbeschränkt) im Namen zu führen hast. Ansonsten kannst du deinen eigenen Namen wählen, einen Sach- oder Fantasienamen wählen. Tipp: Wähle einen seriösen Namen, mit dem du auch später noch glücklich bist und gegenüber Geschäftspartner*innen nicht ständig erklären musst, wie du gerade auf diesen Namen gekommen bist. Dein Nachname oder der Inhalt des Unternehmens ist immer eine gute Wahl für den Namen.

Die UG als kleine Schwester der GmbH ist eine sehr gute Gesellschaftsform für alle, die nur wenig Eigenkapital einbringen wollen und gleichzeitig eine Beschränkung der Haftung wünschen.

Achtung: Eintragung ins Handelsregister

Deine UG muss ins Handelsregister eingetragen werden. Dafür brauchst du aber erst das bereits erwähnte Musterprotokoll und dieses wiederum muss von einem Notarbüro beglaubigt worden sein.
Vorsicht vor weiteren Eintragungen: Immer wieder erhalten Gründer*innen Angebote per Post, dass ihre Eintragung im Handelsregister doch in verschiedene Datenbanken aufgenommen werden könnte. Die Schreiben bringen meist gleich einen Zahlschein mit und wirken, als würdest du damit in ein staatliches Register aufgenommen werden. Doch das ist Betrug, zumal es sich in der Regel um nicht gerade geringe Beträge handelt!

Spezielle Eigenschaften der UG

Noch ein Wort zur Haftung: Für die UG (haftungsbeschränkt) gelten die Regelungen, die auch für die GmbH gültig sind. Hierzu zählt zum Beispiel deine Pflicht, im Fall des Falles rechtzeitig Insolvenz anzumelden. Machst du das nicht, machst du dich strafbar! Außerdem haften Geschäftsführer*innen persönlich. Kreditgebenden gegenüber muss deine UG mit dem Gesellschaftsvermögen haften. Dein privates Vermögen bleibt davon unangetastet, es sei denn, es handelt sich um persönliche Kredite oder Bürgschaften. Auch dann, wenn du gegen die Regelungen zum GmbH-Kapital verstößt, haftest du mit deinem Privatvermögen. Vermischst du das Privatvermögen mit dem Gesellschaftskapital oder begehst eine strafrechtliche Handlung, haftest du auch mit dem privaten Geld. Wichtig zu wissen: Viele Banken verlangen eine Privathaftung, wenn es um einen Kredit für das Unternehmen geht.

Die UG muss Körperschaftssteuern zahlen, was in Deutschland 15 Prozent des jährlichen Umsatzes ausmacht (Stand 2018). Außerdem kommt der Solidarzuschlag hinzu, der 5,5 Prozent der Körperschaftssteuer beträgt. Auch Gewerbesteuern sind zu zahlen, die in ihrer Höhe abhängig vom Sitz deines Unternehmens sind. Zahlst du Anteilseignern Gewinne aus, müssen diese Kapitalertragssteuern zahlen. Außerdem musst du dich als Unternehmer*in mit der Umsatzsteuer befassen und mit der Lohnsteuer, solltest du Angestellte beschäftigen. Die Einkommenssteuer wird dich auch als Unternehmer*in begleiten, insofern ergibt sich eine Fülle an Steuern, die in der Regel einen Steuerberater unabdingbar werden lassen.

In Sachen Buchführung solltest du wissen, dass für die UG die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches gelten. Danach bist du mit deinem Unternehmen zur doppelten Buchführung verpflichtet und musst am Jahresende eine Bilanz erstellen.

Die Gründungskosten bewegen sich im mittleren dreistelligen Bereich und betragen allein für die Eintragung ins Handelsregister 150 Euro.

Das Musterprotokoll muss vom Notarbüro beglaubigt werden, dieses stimmt seine Gebühren aber auf das geplante Stammkapital ab. Setze dieses daher besser nicht zu hoch an! Wenn du den Gesellschaftervertrag nicht vom Notarbüro aufsetzen lässt, sondern das Musterprotokoll nutzt, sparst du Notargebühren. Ansonsten sind die Gründungskosten auch davon abhängig, wie viele Gesellschafter du einplanst, für die Erstellung der Eröffnungsbilanz fallen die Kosten deines Steuerberaters an.

Paragraphzeichen

UG gründen: Schritt für Schritt

Die folgenden Schritte zeigen dir detailliert, wie du beim Gründen einer UG vorgehen musst.

  1. Entscheide dich, ob du allein oder mit anderen gemeinsam gründen willst. Benenne eine/n Geschäftsführer*in und finde einen Namen für die künftige UG. Lege fest, wie hoch das Stammkapital werden soll.
  2. Du brauchst Genehmigungen? Hole diese ein, wenn du beispielsweise im Bereich der Gastronomie tätig sein willst.
  3. Setze den Gesellschaftervertrag auf und lasse ihn durch ein Notarbüro beurkunden. Du kannst auch das ausgefüllte Musterprotokoll zur Beglaubigung vorlegen!
  4. Gründest du deine UG mit mehreren anderen Gesellschafter*innen, musst du eine/n Geschäftsführer*in bestellen. Das geht nur per Beglaubigung durch ein Notarbüro!
  5. Nun eröffnest du das Geschäftskonto und es werden die Einzahlungen des Stammkapitals durch alle Gesellschafter*innen vorgenommen.
  6. Melde dich im Handelsregister an oder lass dies durch das Notarbüro erledigen.
  7. Melde die UG beim Gewerbeamt an. Dafür brauchst du den Gesellschaftervertrag und die nötigen Genehmigungen.
  8. Melde die UG beim Finanzamt an und sende diesem den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" zu.

Fazit zur Gründung einer UG

Die UG als kleine Schwester der GmbH ist eine sehr gute Gesellschaftsform für alle, die nur wenig Eigenkapital einbringen wollen und gleichzeitig eine Beschränkung der Haftung wünschen. Sie lässt alle unternehmerischen Freiheiten zu, ist aber bei vielen Geschäftspartnern weniger hoch angesehen als andere Gesellschaftsformen. Außerdem ist in der Anfangszeit nur eine teilweise Ausschüttung der Gewinne möglich.

Genug der Theorie!
Du brauchst nur das richtige Tool zum Gründen

bhp