Schild im Schaufenster eines Ladens

Eröffne deinen eigenen Laden

Dein Traum vom Geschäft ist zum Greifen nah

Der deutsche Einzelhandel beschäftigt 3,04 Mio Personen

Der Einzelhandel hat einen Anteil von 29,56 Prozent an den privaten Konsumausgaben

Die privaten Konsumausgaben je Einwohner in Deutschland betragen etwa 18.600 EUR

Den eigenen Laden eröffnen: So klappt es mit dem Traum von der Gründung!

Viele Menschen wollen einen Laden eröffnen, denn ein eigenes Unternehmen bedeutet berufliche Selbstverwirklichung. Der tägliche Umgang mit Menschen macht Spaß, die Auswahl der passenden Produkte fühlt sich ein bisschen an, als dürftest du noch einmal Kaufladen spielen wie damals in deiner Kindheit - selber Chef*in zu sein, ist natürlich auch verlockend. Aber wie sieht es mit der Realität aus?

Der Einzelhandel boomt und zählt zu den stärksten Wirtschaftszweigen in ganz Deutschland, so viel steht fest. Wenn du mit der richtigen Idee startest und deinem Business eine ganz eigene Persönlichkeit - deine Persönlichkeit - verleihst, wirst du auch Erfolg haben! Allerdings führt der Weg zum Erfolg über wirtschaftliches Denken und eine kundenorientierte Ausrichtung deines Unternehmens. Und wie du das so hinbekommst, dass du bald schon von neuen Filialen träumen kannst, sehen wir uns jetzt einmal im Detail an!

Woran musst du denken, wenn du einen Laden eröffnen willst?

Wenn du davon sprichst, dass du einen Laden eröffnen willst, werden dich viele zweifelnd ansehen und fragen, ob das der richtige Zeitpunkt ist. Schließlich wandert der Handel immer mehr ins Internet ab und nicht wenige gehen davon aus, dass du dich für eine Option entscheiden musst: für stationären Handel oder für E-Commerce. Diese Annahme ist allerdings nicht richtig, denn die Grenzen zwischen Online-Handel, Online-Marketing und stationärem Handel werden immer fließender.

Beziehe also bei der Planung von Anfang an mit ein, dass du auch das Internet nutzen wirst, um die Beziehung zu deinen Bestandskunden zu pflegen und Neukunden zu gewinnen, die dann dein Ladenlokal aufsuchen. Und damit sie das auch mit Begeisterung tun, musst du allen anderen Überlegungen die Frage voranstellen, welchen Mehrwert du deinen Kunden bieten kannst.

Hey, du da!
Hier wird deine Idee lebendig

Versetze dich also in die Lage deiner zukünftigen Kunden. Wieso sollten sie den Weg auf sich nehmen, um in deinem Geschäft einzukaufen? Welche Produkte möchtest du anbieten, was haben deine Kunden davon, diese Produkte zu kaufen? Wie möchtest du dich von der Konkurrenz in deiner Stadt absetzen? Einkaufen ist heute mehr als der Austausch von Waren gegen Geld, es geht den Konsumenten um das Erlebnis! Welches Erlebnis kannst du ihnen bieten, um dein Business unverwechselbar zu machen? Und welche Zielgruppe möchtest du überhaupt ansprechen?

All diese Fragen müssen der Grundstein deiner Überlegungen sein, bevor du einen Laden eröffnen kannst, denn davon wird dein Erfolg abhängen. Je klarer deine kundenorientierte Ausrichtung ist, umso leichter wird es dir fallen, dich auch gegen alteingesessene »Branchenriesen« zu behaupten.

Auch über die Preis- und Produktpolitik solltest du dir an diesem Punkt schon Gedanken machen. Sicherlich kannst du als Startup viele Produkte nicht so günstig anbieten wie große Ketten, die im Einkauf unglaubliche Rabatte herausholen. Dafür kannst du aber einen Laden eröffnen, der gerade durch seine Unabhängigkeit in der Lage ist, ganz besondere Produkte anzubieten. Vieles, was die großen Ketten bieten können, kannst du durch individuelles Ambiente, persönlichen Service und ein einzigartiges Branding wieder ausgleichen.

Laden eröffnen mit Köpfchen: Mach einen Schritt nach dem anderen!

Wenn du schon lange von deinem eigenen Geschäft träumst, möchtest du wahrscheinlich sofort ein Ladenlokal anmieten, streichen, dekorieren und loslegen. Zuerst kommt aber leider die trockene Materie. Die Richtlinien für Geschäfte werden auf Landesebene festgelegt, also solltest du dich zuerst damit vertraut machen, welche Regeln du in deinem Bundesland einhalten musst. Setze dich mit dem Wettbewerbsrecht auseinander und falls du Lebensmittel anbieten möchtest, musst du dich auch mit Lebensmittelschutz und Hygiene befassen.

Die Preisangabenverordnung ist ebenfalls wichtig. Das alles erscheint am Anfang viel, aber es wird dir bald in Fleisch und Blut übergehen, wenn du täglich in deinem Geschäft arbeitest. Und noch ein ganz wichtiger Tipp: Bevor du dich in ein Ladenlokal verliebst und einen Vertrag unterzeichnest, solltest du dich unbedingt mit dem zuständigen Bauamt in Verbindung setzen. Lass die Räumlichkeiten erst von der Bauaufsichtsbehörde prüfen, um dich gegen nachträgliche Umbaumaßnahmen abzusichern, die mächtig ins Geld gehen können!

Bevor es dann wirklich losgeht, musst du noch ein Gewerbe anmelden und dich ins Handelsregister eintragen lassen – denn als Ladeninhaber*in giltst du rechtlich gesehen als Kaufmann/Kauffrau.

Vom Standort bis zur Finanzierung

Die Frage nach dem Standort ist unmittelbar mit der Frage nach der Finanzierung verknüpft, denn natürlich solltest du die Fixkosten so gering wie möglich halten. Bei der Lage am Preis zu sparen, ist aber langfristig auch keine Lösung, denn die Lage ist entscheidend für deine Gewinne.

Passen der Stadtteil, in dem du den Laden eröffnen willst, und deine Zielgruppe zusammen? In einem Vorort mit vielen Einfamilienhäusern würde sich ein Geschäft für Gartenbedarf und Dekoration sicherlich leichter etablieren als ein Plattenladen für Hipster oder ein Antiquariat für Studierende. Auch die Infrastruktur ist wichtig. Gibt es öffentlichen Nahverkehr, belebte Straßen und Parkmöglichkeiten?

Ein Ladenlokal in einer Fußgängerzone verspricht viel Laufkundschaft, in einer besonders guten Lage sind aber auch die Mietkosten und vor allem die Konkurrenz größer. Achte also auch auf das Umfeld. In einer Straße mit drei Friseur-Läden kann eine erfolgreiche Etablierung eines weiteren Friseur-Ladens sehr zeitaufwendig werden oder sogar scheitern.

Mann plant die Eröffnung eines Ladens

Auch die Personalkosten musst du natürlich berechnen. Wie viel kannst du zu Beginn in Eigenleistung schaffen? Je mehr Eigenkapital du für die Gründung zur Verfügung hast, umso unabhängiger bist du natürlich. Du kannst aber auch externe Kapitalgeber von deiner Idee überzeugen und zum Beispiel einen Gründerkredit beantragen. Solltest du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen wollen, ist das zuständige Arbeitsamt dein Ansprechpartner für einen Gründungszuschuss, der deine Existenz sichert, bis du auf eigenen Füßen stehst.

Businessplan als Checkliste

All die bisher genannten Teilbereiche zu planen und zu bedenken ist eine große Herausforderung. Man vergisst leicht wichtige Punkte und verliert sich in Details. Es macht daher Sinn eine Struktur zu nutzen, in der du deine Gedanken ordentlich niederschreibst.

Der Businessplan eignet sich dafür hervorragend. Er führt dich durch alle wichtigen Aspekte deiner Gründung - von der Geschäftsidee bis zur Profitberechnung.

Wenn du Fremdkapital für deinen Laden benötigst, ist der Businessplan in der Regel ohnehin Pflicht. Darin zeigst du deinem potentiellen Geldgeber, dass du dein Geschäftskonzept gut durchdacht hast und es auch über längere Zeit wirtschaftlich tragbar ist. Achte hier darauf, dass du realistisch arbeitest. Keiner hat etwas von zu optimistischen oder zu pessimistischen Zahlen. In der Regel erkennen Geldgeber unrealistische Pläne.

Fazit

Den eigenen Laden zu eröffnen ist für viele Menschen ein Lebenstraum. Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung sind es wert, das Abenteuer Existenzgründung zu bestreiten. Vorbereitung und sorgfältige Planung geben dir die nötige Sicherheit. Ob Tante-Emma-Laden oder High-Tech Sneaker-Store, solange du die oben genannten Punkte beachtest, steht deiner Geschäftseröffnung nichts mehr im Wege.

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bhp