Eröffne deinen eigenen Laden

Dein Traum vom Geschäft ist zum Greifen nah

Der deutsche Einzelhandel beschäftigt 3,04 Mio Personen

Der Einzelhandel hat einen Anteil von 29,56 Prozent an den privaten Konsumausgaben

Die privaten Konsumausgaben je Einwohner in Deutschland betragen etwa 18.600 EUR

Den eigenen Laden eröffnen: So klappt es mit dem Traum von der Gründung!

Viele Menschen werden irgendwann im Leben mit dem Gedanken spielen, einen Laden zu eröffnen. Kein Wunder, ein eigenes Unternehmen bedeutet berufliche Selbstverwirklichung. Der tägliche Umgang mit Menschen kann viel Freude bereiten.  Die Auswahl der passenden Produkte fühlt sich ein bisschen an, als dürfte man noch einmal Kaufladen spielen wie damals in der Kindheit - selber Chef*in zu sein, ist natürlich auch verlockend. Aber wie sieht es mit der Realität aus?

Der Einzelhandel boomt und zählt zu den stärksten Wirtschaftszweigen in ganz Deutschland, so viel steht fest. Wenn du mit der richtigen Idee startest und deinem Business eine ganz eigene Persönlichkeit - deine Persönlichkeit - verleihst, wirst du auch Erfolg haben! Allerdings führt der Weg zum Erfolg über wirtschaftliches Denken und eine kundenorientierte Ausrichtung deines Unternehmens. Und wie du das so hinbekommst, dass du bald sogar von weiteren Filialen träumen kannst, sehen wir uns jetzt einmal im Detail an!

Vorbereitung

Zuerst kommt natürlich die trockene Materie. Die Richtlinien für Geschäfte werden auf Landesebene festgelegt, also solltest du dich zuerst damit vertraut machen, welche Regeln du in deinem Bundesland einhalten musst. Setze dich mit dem Wettbewerbsrecht auseinander und falls du Lebensmittel anbieten möchtest, musst du dich auch mit Lebensmittelschutz und Hygiene befassen.

Die Preisangabenverordnung ist ebenfalls wichtig. Das alles erscheint am Anfang viel, aber es wird dir bald in Fleisch und Blut übergehen, wenn du täglich in deinem Geschäft arbeitest. Und noch ein ganz wichtiger Tipp: Bevor du dich in ein Ladenlokal verliebst und einen Vertrag unterzeichnest, solltest du dich unbedingt mit dem zuständigen Bauamt in Verbindung setzen. Lass die Räumlichkeiten erst von der Bauaufsichtsbehörde prüfen, um dich gegen nachträgliche Umbaumaßnahmen abzusichern, die mächtig ins Geld gehen können!

Grundvoraussetzung für dich als Einzelhändler*in ist, von deinem Angebot begeistert zu sein und den persönlichen Kontakt zu deinen Kunden zu lieben. Zu deinen Aufgaben gehören auch so trockene Themen wie Wareneinkauf, Buchführung oder das Steueraufkommen. Falls du auf einem dieser Gebiete unsicher bist, solltest du deine Wissenslücken schon im Vorfeld deiner Gründung schließen, sei es mithilfe von Ratgeberliteratur, Seminaren oder Gründungskursen. Du kannst dir zwar später Unterstützung von Expert*innen besorgen, zum Beispiel von deinem Steuerberaterbüro, und du wirst garantiert immer mehr dazulernen. Aber als Unternehmer*in ist ein gewisses Grundverständnis für alle Seiten deiner Selbstständigkeit unerlässlich. Du siehst schon: Um deinen eigenen Laden zu führen, musst du zum Start eine ganze Menge auf dem Kasten haben. Aber das haben schon viele geschafft!

„Nicht wenige gehen davon aus, dass du dich für eine Option entscheiden musst: für stationären Handel oder für E-Commerce. Diese Annahme ist allerdings nicht richtig, denn die Grenzen zwischen Online-Handel, Online-Marketing und stationärem Handel werden immer fließender.“

Hey, du da!
Hier wird deine Idee lebendig

Businessplan

Angebot

Wenn du davon sprichst, dass du einen Laden eröffnen willst, werden dich viele zweifelnd ansehen und fragen, ob das der richtige Zeitpunkt ist. Schließlich wandert der Handel immer mehr ins Internet ab und nicht wenige gehen davon aus, dass du dich für eine Option entscheiden musst: für stationären Handel oder für E-Commerce. Diese Annahme ist allerdings nicht richtig, denn die Grenzen zwischen Online-Handel, Online-Marketing und stationärem Handel werden immer fließender.

Beziehe also bei der Planung von Anfang an mit ein, dass du auch das Internet nutzen wirst, um die Beziehung zu deiner Bestandskundschaft zu pflegen und Neukunden zu gewinnen, die dann dein Ladenlokal aufsuchen. Und damit sie das auch mit Begeisterung tun, musst du allen anderen Überlegungen die Frage voranstellen, welchen Mehrwert du deinen Kund*innen bieten kannst.

Alleinstellungsmerkmal

Versetze dich in die Lage deiner zukünftigen Kundschaft. Wieso sollte sie den Weg auf sich nehmen, um in deinem Geschäft einzukaufen? Welche Produkte möchtest du anbieten, was haben deine Kund*innendavon, diese Produkte zu kaufen? Wie möchtest du dich von der Konkurrenz in deiner Stadt absetzen? Einkaufen ist heute mehr als der Austausch von Waren gegen Geld, es geht den Konsument*innen um das Erlebnis! Welches Erlebnis kannst du ihnen bieten, um dein Business unverwechselbar zu machen? Und welche Zielgruppe möchtest du überhaupt ansprechen?

All diese Fragen müssen der Grundstein deiner Überlegungen sein, bevor du einen Laden eröffnest - denn davon wird dein Erfolg abhängen. Je klarer deine kundenorientierte Ausrichtung ist, umso leichter wird es dir fallen, dich auch gegen alteingesessene »Branchenriesen« zu behaupten.

Produkte und Preise

Auch über die Preis- und Produktpolitik solltest du dir an diesem Punkt schon Gedanken machen. Sicherlich kannst du als Kleinhändler viele Produkte nicht so günstig anbieten wie große Ketten, die im Einkauf unglaubliche Rabatte herausholen. Dafür kannst du aber einen Laden eröffnen, der gerade durch seine Unabhängigkeit in der Lage ist, ganz besondere Produkte anzubieten. Vieles, was die großen Ketten bieten können, kannst du durch individuelles Ambiente, persönlichen Service und ein einzigartiges Branding wieder ausgleichen.

Standort

Die Frage nach dem Standort ist unmittelbar mit der Frage nach der Finanzierung verknüpft, denn natürlich solltest du die Fixkosten so gering wie möglich halten. Bei der Lage am Preis zu sparen, ist aber langfristig auch keine Lösung, denn sie ist entscheidend für deine Gewinne.

Passen der Stadtteil, in dem du den Laden eröffnen willst, und deine Zielgruppe zusammen? In einem Vorort mit vielen Einfamilienhäusern würde sich ein Geschäft für Gartenbedarf und Dekoration sicherlich leichter etablieren als ein Plattenladen für Hipster oder ein Antiquariat für Studierende. Auch die Infrastruktur ist wichtig.

Die besten Lagen sind oft richtig teuer – und die hohen Mieten müssen dann erst durch Verkäufe wieder eingespielt werden. Abseitige und versteckte Läden lassen wiederum die Umsätze stagnieren und sind auch keine Lösung, selbst wenn sie auf den ersten Blick als Schnäppchen erscheinen. Das Geheimnis liegt darin, einen Ausgleich zu finden und Räume aufzutun, die du dir einerseits leisten kannst und die andererseits von deiner Zielgruppe noch gut genug erreicht werden.

Ein Ladenlokal in einer Fußgängerzone verspricht viel Laufkundschaft, in einer besonders guten Lage sind aber auch die Mietkosten und vor allem die Konkurrenz größer. Achte also auch auf das Umfeld. Es zahlt sich aus, sich einige Stunden im Umfeld deines zukünftigen Ladens aufzuhalten, bevor du den Mietvertrag unterschreibst, und genau zu beobachten, wie viele und was für Menschen sich dort aufhalten. Auch die Gemütslage deiner Kundschaft am gewählten Standort kann einen Einfluss auf dein Geschäft haben. Am Bahnhof z.B. wirst du eher mit Kunden in Eile zu tun haben, während im Naturpark eher eine entspannte Zielgruppe anzutreffen ist. Eine einfache Strichliste zu unterschiedlichen Tageszeiten, ergänzt durch genaue Beobachtungen des Publikums verschaffen dir eine gute Entscheidungsgrundlage.

Manchmal liegt die Lösung auch darin, sich in einem Viertel anzusiedeln, das kurz vor seinem Durchbruch steht. Dort sind die Mieten noch erschwinglich, aber es deutet sich schon an, dass es auf dem Weg zum nächsten Szeneviertel oder zum Shopping-Hotspot ist. Eine solche zukunftsgerichtete Standortwahl birgt zwar ein gewisses Risiko, aber wenn du die Entwicklungen in deiner Stadt genau beobachtest, die örtliche Presse studierst und mit wachen Augen durch die Stadt gehst, kannst du zuverlässige Anhaltspunkte finden, dass eine Gegend im Aufwind ist – und dir dort schnell einen Mietvertrag sichern. Wenn etwa Geschäfte oder Einrichtungen in der Nachbarschaft eröffnen, die viel Publikum anziehen, oder öffentliche Investitionen in größerem Umfang geplant sind, kannst du mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass eine Belebung bevorsteht.

Ein weiterer Trick bei der Standortwahl liegt darin, klein anzufangen. Wenn du deinen Laden mit Bedacht einrichtest und deine Angebotspalette klug auswählst, reichen dir vielleicht schon wenige Quadratmeter, die du dir auch in einer teuren Lage leisten kannst.

Ein kleiner Laden spart übrigens nicht nur Miete: Auch die Kosten für den Wareneinkauf sind geringer, wenn du weniger Regalfläche zu füllen hast. Natürlich solltest du trotzdem noch ein überzeugendes Angebot parat halten – aber vielleicht hebst du dich ja gerade dadurch von deiner Konkurrenz ab, dass du deiner Kundschaft eine kleine, aber feine Auswahl anbietest?

Das führt uns zu einem letzten Tipp in Sachen Standortwahl: Egal, wo du deinen Laden eröffnest, der Standort sollte sich immer in deinem Sortiment widerspiegeln. Nicht jedes Konzept funktioniert an jedem Ort gleich gut. Lass die Bedürfnisse deiner Kund*innen in dein Angebot einfließen und pass dich den örtlichen Gegebenheiten an – ohne gleichzeitig den individuellen Charme deines Ladens zu opfern. Das ist eine Gratwanderung, aber es ist wichtig, dass du offen für das bleibst, was deine Käufer*innen wünschen – denn nur, wenn du ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt deiner unternehmerischen Tätigkeit stellst, wirst du dich langfristig am Markt behaupten.

Wettbewerb

Konkurrenz in der Nähe des geplanten Geschäfts wird von vielen Gründer*innen als etwas Negatives wahrgenommen. Das muss es aber nicht sein. Zwar stimmt es, dass du mit sehr ähnlichen Geschäften in Wettbewerb stehst, aber es bedeutet auch, dass Kundschaft vorhanden ist.

Schau dir allein die Innenstädte kleiner oder mittelgroßer deutscher Städte an. Da reiht sich Bäcker an Bäcker, zwei Supermärkte teilen sich einen Parkplatz und man ist nie außer Sichtweite von mindestens einer Apotheke.

Nun heißt das natürlich nicht, dass du deinen Laden einfach direkt neben der Konkurrenz aufmachen solltest. Finde heraus, ob dich dein Alleinstellungsmerkmal genug abhebt, um mit der Konkurrenz zu koexistieren. Die beiden Supermärkte, die sich einen Parkplatz teilen, sind nämlich in der Regel an ihren Preisen zu unterscheiden. Ein gehobener Supermarkt und ein Discounter können so gut nebeneinander funktionieren, da sie verschiedene Teile der Kundschaft ansprechen.

Unter Umständen können hier sogar Synergien entstehen. So ist die Modebranche ein kurioses Beispiel für Synergie mit der Konkurrenz. Ein dutzend Modegeschäfte mit den verschiedensten Angeboten reihen sich Tür an Tür. Laut klassischer Markttheorie wäre der Markt komplett übersättigt. Trotzdem existieren die Geschäfte weiter.

Grund sind die Modekäufer*innen. Ein Großteil der Kund*innen sind nicht auf einen, gezielten Einkauf fokussiert. Sie zelebrieren das Shoppen und Flanieren von Geschäft zu Geschäft. Oft kaufen sie in verschiedenen Geschäften Produkte.

Prüfe, ob Synergien dieser Art in deinem Geschäftsbereich möglich sind und nutze sie zu deinem Vorteil.

Expertentipp: Marketing

Unabhängig von deinem Angebot, ist ein stationärer Laden als Art Visitenkarte anzusehen. Der Name, das Schaufenster und die Inneneinrichtung sind Dinge, die Interessierte in deinen Laden hineinlocken können. Überlege also genau, was du deiner Kundschaft in welcher Form anbieten möchtest. Eine Möglichkeit besteht in dem Angebot von Spezialprodukten. Dies können Produkte sein, die es zwar im Internet, vielleicht sogar in deinem eigenen Online-Handel zu kaufen gibt, aber in deinem stationären Laden erlebbar werden. Ergänzen solltest du dies durch eine fachlich gute Beratung. Alle, die schon einmal in einem Apple-Store waren, wissen, dass die gesamte Produktpalette zum Testen und Anfassen bereitgestellt wird. Der Konzern weiß die eigenen Produkte attraktiv zu präsentieren. Der Kunde weiß in der Folge ganz genau, wofür er sein Geld ausgibt.

Solltest du alternativ eher auf Laufkundschaft setzen, solltest du darauf achten, dass deine Kund*innen im Vorbeigehen erkennen, was du anbietest. Die sogenannten „Stopper“ sollten individuell sein und zu deiner Zielgruppe passen. Stopper sind zum Beispiel Aufsteller, Flaggen, Poster oder Grabbelkisten vor deinem Geschäft. Nach Meinung vieler Experten können Stopper durchaus zu mehr Umsatz führen. Außerdem müssen dein Produkt bzw. deine Dienstleistung und dein Standort miteinander harmonieren. Eine gute Lage hängt vom Geschäftsmodell ab und nicht andersherum.

Rechtsform

Die Wahl der Rechtsform ist für viele Gründer*innen mehr Kopfzerbrechen als Spaß. Wenn du dich aber auf die wichtigsten Faktoren konzentrierst, findest du ohne viel Aufwand die richtige Rechtsform für dein Unternehmen. Diese Fragen solltest du dir stellen:

  • Will ich privat haften?
  • Wieviel Kapital habe ich zur Verfügung?
  • Wie ist die Außenwirkung der Rechtsform bei Finanzdienstleistern und Kund*innen?

Haftung

Hier wird unterschieden, ob du mit deinem gesamten Vermögen (Privatvermögen und Gesellschaftsvermögen) oder nur mit dem Gesellschaftsvermögen haftest. Gründer*innen von Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, UG) müssen in der Regel nicht mit ihrem privaten Vermögen haften. Personengesellschaften (z.B. GbR, OHG) hingegen schon.

Kosten der Gründung

Die Kosten für die eigentliche formale Gründung sind in der Regel mit einigen hundert Euro überschaubar. Allerdings fordern einige Rechtsformen eine sogenannte Stammeinlage, also Kapital, was du nachweisen musst, bevor du gründen kannst. Diese Rechtsformen sind die Kapitalgesellschaften. So musst du 25.000 EUR Stammkapital nachweisen, um eine GmbH zu gründen. Die UG verlangt zwar nur ein Stammkapital von 1 EUR, aber du musst einen Teil des Gewinns zurücklegen, bis du eine Rücklage von 25.000 EUR erreicht hast. So wird garantiert, dass Geld zum Haften da ist.

Kosten

Miete

Wie schon im Kapitel Standort angesprochen sind die Fixkosten ein wichtiger Faktor für den Erfolg deines Ladens. Der beste Standort bringt dir nichts, wenn dich die Mieten ruinieren. Du solltest also auf ein gesundes Gleichgewicht zwischen Standort und Mietkosten achten. Nichtsdestotrotz werden Mieten einen großen Posten in deinen monatlichen Kosten ausmachen.

Personal

Ein zweiter großer Posten sind Mitarbeiter*innen. Je nach Größe deines Ladens ist es unwahrscheinlich, dass du alles allein schaffst. Verkaufskräfte sind hierbei eine große Hilfe, kosten allerdings auch nicht wenig. Je nach Komplexität deiner Produkte lohnt es sich unter Umständen, eine spezialisierte und/oder ausgebildete Fachkraft einzustellen. Für einige Branchen ist es sogar Pflicht. Du solltest also abwägen, ob und wieviel Unterstützung du brauchst. Sei hier ehrlich zu dir selbst. Keinem ist geholfen, wenn du nach drei Monaten ausbrennst, weil du versuchst, alles selbst zu stemmen.

Einrichtung

Dein Laden soll möglichst einladend aussehen und praktisch aufgebaut sein. Dafür bedarf es einer guten Einrichtung. Regale, Beschilderung, Kassen und diverse andere Einrichtungsgegenstände wollen gekauft oder gemietet werden. Du hast natürlich die Möglichkeit alles neu zu kaufen, wenn dein Kapital das zulässt. Falls dein Gründungsgürtel allerdings etwas enger angeschnallt ist, solltest du dich nach gebrauchter Einrichtung umsehen. Einrichtungsgegenstände aus Insolvenzen anderer Läden sind für dich eine gute Möglichkeit, gute Qualität für einen schmalen Taler zu erstehen.

Waren

Zu deiner Eröffnung wirst du einen Grundstock an Waren vorstrecken müssen, ohne schon Geld verdient zu haben. Bestell anfangs nicht zu viel, denn du weißt nicht, welche Waren gut gehen und welche nicht. Ein Lager voller Waren, die niemand kaufen will, tut sowohl deiner Seele als auch deinem Gewinn weh.

Gewerbeanmeldung

Dein Laden muss wie jede andere Gründung mit Ausnahme der freien Berufe angemeldet werden. Unterschiedliche Gemeinden haben hierfür unterschiedliche Regelungen. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung können daher zwischen 10 EUR und 65 EUR schwanken. Erkundige dich bei deinem zuständigen Gewerbeamt über die aktuellen Preise.

Handelsregister und Notarbüro

Je nach gewählter Rechtsform musst du dein Unternehmen ins Handelsregister eintragen lassen. Dafür ist in der Regel auch der Beistand von Notar*innen nötig, die Gesellschaftsverträge und ähnliches beglaubigen. Hier können sich die Kosten laut IHK Berlin auf 170 EUR bis 820 EUR belaufen. Auf der Website der IHK Berlin findest du eine Aufstellung der Gebühren des Handelsregisterverfahrens.

Mann plant die Eröffnung eines Ladens

Finanzierung

Einen Laden eröffnen bedeutet in der Regel, dass du einiges an Kapital heranschaffen musst. Falls du das komplette Kapital aus eigenen Mitteln bestreiten kannst, ersparst du dir Aufwand und Kopfzerbrechen. Da das aber nur die Wenigsten können, muss das Geld woanders herkommen.

Die erste Anlaufstelle für viele Gründer*innen ist die Bank. Diese vergibt gegen Zinsen einen Gründungskredit. Damit sie das tut musst du aber mit deinem Businessplan nachweisen, dass dein Laden wirtschaftlich rentabel sein wird. Du brauchst also einen soliden Finanzplan mit deinen Annahmen zu Umsatz, Kosten, Investitionen und Liquidität. Achtung: Die meisten Banken fordern einen gewissen Mindestanteil an Eigenkapital. Dieser bewegt sich meist um die 20 Prozent der gesamten Finanzierungssumme.

Eine zweite Option ist Förderung. Es gibt diverse Förderprogramme, die Gründer*innen unterstützen. Informiere dich, ob es in deiner Region und Branche Möglichkeiten der Förderung gibt. Wohl am bekanntesten ist hier der Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit.

Aufschieben gilt nicht mehr
Es war nie einfacher, mit der eigenen Idee durchzustarten

Steuern

Je nach Rechtsform kommen unterschiedliche Steuern auf dich zu. Falls du dir nicht zutraust, diese selbst zu verwalten, sind Steuerberater*innen durchaus eine Option. Sie kümmern sich komplett um deine Steuern und du hast den Kopf für andere Dinge frei. Ob mit oder ohne Steuerberater*in, solltest du trotzdem wissen, welche Steuern es gibt und was bei ihnen zu beachten ist:

Umsatzsteuer

Umsatzsteuer zahlen grundsätzlich nur die Endverbraucher*innen eines Produktes. Auf dem Weg dorthin „fließt“ sie allerdings meist durch mehrere Unternehmen – und dieses Grundprinzip solltest du verinnerlichen. So wird deine Lieferfirma dir Umsatzsteuer berechnen. Du selbst berechnest wiederum deine Kundschaft Umsatzsteuer. Letztlich müssen aber alle Einnahmen aus der Umsatzsteuer beim Finanzamt landen. Dafür überweist du die Differenz aus der von dir gezahlten und von dir eingenommenen Umsatzsteuer dorthin (meist monatlich, je nach Unternehmensgröße auch quartalsweise oder jährlich). Das Prinzip ist also einfach – nur leider verwendet das Finanzamt für die von dir gezahlte Umsatzsteuer dabei den Begriff „Vorsteuer“. Das macht es etwas schwerer verständlich. Wichtig in diesem Zusammenhang sind für dich zwei Dinge:

  1. Als Unternehmer*in interessieren dich nur Netto-Preise.
  2. Umsatzsteuer, die zwischenzeitlich auf deinem Konto liegt, gehört nicht dir und du musst entsprechende Zahlungen ans Finanzamt einplanen.

Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer

Die Einkommenssteuer ist eine Steuer, die sowohl Arbeitnehmer*innen als auch Selbstständige (natürliche Personen) an das Finanzamt zahlen müssen und die Bund und Ländern zugeht.

Achtung: Mit welcher Steuer Selbstständige belastet werden, ist abhängig von der Unternehmensform. Bei Personengesellschaften wird die „Einkommenssteuer“ fällig, während Kapitalgesellschaften (GmbH, AG etc.) „Körperschaftssteuer“ abführen. Vom Prinzip her sind sie sich ähnlich, in der Höhe und den Regelungen unterscheiden sie sich.

Die Höhe der Steuer hängt in allen Fällen vom Verdienst der jeweiligen Person bzw. des Gewinns des Unternehmens ab. Ab einem jährlichen Einkommen von 9.001 EUR (für Verheiratete 18.002 EUR) gelten gestaffelte Sätze bei der Einkommenssteuer. Die Staffelung reicht vom Eingangssteuersatz von 14 Prozent über den Spitzensteuersatz von 42 Prozent bis hin zur sogenannten Reichensteuer von 45 Prozent ab einem Einkommen von 260.533 EUR (Stand 2018).

Im Gegensatz zu der Einkommenssteuer bezieht sich die Körperschaftssteuer auf das Einkommen von Unternehmen, also juristischen Personen. Als juristische Personen zählen u.a. Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und Vereine. Besteuert wird dabei der Gewinn des Unternehmens, abzüglich von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen. Sollte der Betrag nicht gezahlt werden, kann das für Unternehmer*innen ernsthafte Konsequenzen haben. So kann es dazu kommen, dass sie selbst für den Betrag aufkommen müssen und somit nicht einmal das Privatvermögen verschont bleibt.

Gewerbesteuer

Während die Körperschaftssteuer und Einkommenssteuer an den Bund bzw. die Länder gehen, fließt die Gewerbesteuer in die Kommune des Unternehmenssitzes (kommunale Steuer). Grundlage für die Berechnung ist der Ertrag aus dem Gewerbe. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften gibt es einen Freibetrag von 24.500 EUR, für Kapitalgesellschaften gilt dieser Freibetrag nicht.

Versicherungen

Als Ladeninhaber*in stehen dir mehrere Versicherungen zur Verfügung. Welche davon du für deinen Laden abschließen willst, ist immer eine Abwägung von Kosten und Risiken. Hier sind ein paar Beispiele für Versicherungen, die für dich interessant sein könnten.

Betriebshaftpflicht

Die Betriebshaftpflicht ist der privaten Haftpflicht sehr ähnlich. Statt einer Privatperson wird hier allerdings das Unternehmen an sich versichert. Im Rahmen der Versicherung sind alle unternehmerischen Tätigkeiten abgedeckt, also auch die Tätigkeiten deiner Mitarbeiter*innen im Zusammenhang mit deren Arbeit.

Geschäftsversicherung

Die Geschäftsversicherung ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Versicherungen. Im Großen und Ganzen dient sie aber dem Schutz deiner Einrichtung und deiner Ware. Eine klassische Variante ist zum Beispiel der Brandschutz. Prüfe, welche besonderen Konditionen für dich und deinen Laden sinnvoll sind.

Rechtsschutz

Die Rechtsschutzversicherung hilft dir, falls du und dein Unternehmen trotz aller Bemühungen in rechtliche Schwierigkeiten kommen und Rechtsberatungskosten entstehen. Je nach Versicherungspaket trägt sie die Anwaltsbüro-, Verfahrens- und sonstige Kosten.

Übernahme

Einen schon bestehenden Laden zu übernehmen kann dir einiges Kopfzerbrechen ersparen. Je nach Situation erlaubt dir die Übernahme die Weiternutzung von Einrichtung oder Mietverträgen. Das spart Geld und Aufwand.

Übernahmen sind allerdings keine risikofreie Angelegenheit. Prüfe auf jeden Fall, warum deine Vorgänger*innen ihr Geschäft abgeben wollen. So stellst du sicher, dass dein neuer Standort kein generelles Problem hat.

Franchise

Franchising ist für viele Gründer*innen eine attraktive Option, denn es reduziert den Planungsaufwand stark. Die meisten Franchisesysteme geben Dinge wie Sortiment, Einrichtung und Marketing vor. Von den Gründer*innen wird in der Regel das Kapital und die Umsetzung gefordert.

Allerdings bedeutet ein Franchise-Laden auch, dass du einiges an Freiheit aufgibst. Du bewegst dich unter Umständen innerhalb der Einschränkungen fester Regelwerke, was z.B. Marketing, Preissetzung oder Prozesse angeht.

Bevor du also einen Franchiseladen eröffnest, solltest du genau prüfen, ob die Regeln des jeweiligen Franchises zu deinen Vorstellungen passen.

Fazit

Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung sind es wert, das Abenteuer Existenzgründung zu bestreiten. Vorbereitung und sorgfältige Planung geben dir die nötige Sicherheit. Ob Tante-Emma-Laden oder High-Tech-Sneaker-Store, solange du die oben genannten Punkte beachtest, steht deiner Geschäftseröffnung nichts mehr im Wege.

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bhp