Female Entrepreneurship

So wirst du eine erfolgreiche Gründerin

Der Anteil von Frauen an der Startup-Szene ist noch immer gering. Nicht einmal 20 Prozent aller Frauen in Deutschland wagen den Schritt in die Gründung. Zwar ändert sich dieses Missverhältnis langsam, jedoch wird die Gründerszene noch immer, wie so viele andere Bereiche unserer Wirtschaft auch, von Männern dominiert. Grund genug, einmal über das Thema Female Entrepreneurship, auch Fempreneurship genannt, zu sprechen: Was ist darunter zu verstehen, wie wirst du eine erfolgreiche Entrepreneurin und welche Herausforderungen gibt es?

Definition: Was ist Fempreneurship?

Die Begriffe Female Entrepreneurship oder auch Fempreneurship beziehen sich auf innovative Unternehmen und Unternehmensgründungen, hinter denen Frauen stehen. Im engeren Sinne sind Fempreneurs Startup-Inhaberinnen, die neue Ideen und Konzepte entwickeln, echte Innovationen auf den Markt bringen und in ihren Bereichen, ob E-Commerce oder Umwelt, bahnbrechende Veränderungen anstreben.

Was zeichnet Female Entrepreneurship aus?

Frauen setzen im beruflichen Kontext häufiger ihre kommunikativen, zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Fähigkeiten ein, die auch bei der Gründung wertvoll sind. Entrepreneurinnen haben zudem oft andere unternehmerische Werte im Sinn als ihre männlichen Kollegen. Das führt dazu, dass sich Fempreneurs bei ihrer Gründung stärker auf soziale und gesellschaftliche Themen fokussieren und beispielsweise Ziele wie Nachhaltigkeit oder soziale Gerechtigkeit verfolgen.

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Als Female Entrepreneur erfolgreich werden: Schritte & Tipps für Gründerinnen

Entwickle ein Geschäftsmodell

Im Geschäftsmodell konkretisiere deine Geschäftsidee und arbeite Details zu deinem Angebot, deinem Kundennutzen, deinem Alleinstellungsmerkmal (USP), deiner Zielgruppe und deinen Unternehmenswerten aus. 

Schreibe einen Businessplan

Den Businessplan brauchst du, um finanzielle Unterstützung zu beantragen, und auch, um selbst den Überblick über dein Business zu behalten.

Entscheide dich für eine Rechtsform

Gründest du allein? Planst du, Mitarbeiter*innen einzustellen? Finde auf Basis dieser Überlegungen die passende Rechtsform für dich. Dann kannst du dein Unternehmen anmelden und den Papierkram mit dem Finanzamt (Steuernummer) und ggf. der Handels- oder Handwerkskammer erledigen.

Kümmere dich um die Finanzierung

Du brauchst eine Finanzierung für dein Vorhaben? Versuche, finanzielle Unterstützung zu erhalten, z. B. in Form eines Gründungszuschusses, einer Förderung, die zu deinem Vorhaben passt oder über eine Crowdfunding-Kampagne.

Baue dir ein Netzwerk auf

Dein Businessplan kann noch so detailliert und deine Finanzen können noch so gut aufgestellt sein – all das bringt dir wenig, wenn du keine nützlichen Kontakte hast in deinem Netzwerk hast. Sei es zum Erfahrungsaustausch, für Empfehlungen oder Problemlösungen. Baue dir ein Netzwerk mit Menschen auf, die ähnliche Ziele verfolgen. Knüpfe Kontakte und pflege sie. Alles ist einfacher, wenn du nicht allein bist. Du musst auch nicht immer alles wissen oder können, sondern nur die richtigen Sparringspartner*innen kennen. Natürlich ist Netzwerkarbeit gerade am Anfang gar nicht so leicht. Wer geht schon gern allein auf Veranstaltungen und dort auf fremde Leute zu? Überwinde dich! Du hast nichts zu verlieren. Suche Gründerveranstaltungen in deiner Nähe, besuche Messen oder Gründertalks. Es geht nichts über Eigeninitiative, selbst dann, wenn du gut vernetzt bist und regelmäßiger zu diversen Veranstaltungen eingeladen wirst. Schau auch mal bei uns im Online-Gründerinnen-Café vorbei – hier kannst du deine Fragen loswerden und dich mit anderen austauschen.

Mach dich sichtbar

Als Female Entrepreneur solltest du bereits frühzeitig aktiv werden und dich der Welt zeigen. Tritt z. B. einem Business Club, einem Verband oder einer Arbeitsgruppe bei. Nimm an Wettbewerben teil und suche nach Mentor*innen oder bei Bedarf auch bereits frühzeitig nach Investor*innen für deine Idee. Je mehr Unterstützung du dir durch dein Netzwerk holst, desto schneller kommst du sowohl persönlich als auch in deiner Gründung voran. Gleichzeitig kannst du deine Kontakte auch an andere Fempreneurs vermitteln. Dadurch stärkst du wiederum dein Netzwerk und wirst sichtbarer.

Bewirb dein Unternehmen

Keine Gründung funktioniert ohne Werbung. Entscheide, welche Marketingmaßnahmen für dich und dein Business die richtigen sind: Flyer, Newsletter, Social-Media-Marketing, Website? Die Welt muss von dir und deiner Idee erfahren und verstehen, warum sie deine Lösung für ihr Problem braucht. Sorge dafür, dass du gefunden wirst – dir stehen viele Mittel, auch kostengünstige, zur Verfügung.

Vor welchen Herausforderungen stehen Female Entrepreneurs?

Wie anfangs beschrieben, sind Frauen in der Startup-Szene deutlich unterrepräsentiert. Doch warum fehlt es Deutschland an starken Gründerinnen, die mit Mut und Leidenschaft in die Selbstständigkeit starten? Die Ursachen hierfür sind vielfältig und spiegeln die Herausforderungen wider, vor denen viele Frauen im Berufsleben stehen, ob Female Entrepreneur oder nicht. 

  • Familienplanung: Viele Frauen gründen nicht, weil sie schon Kinder haben und zu stark in familiäre Verpflichtungen eingebunden sind. Wenn sie noch Nachwuchs planen, wissen sie oft nicht, wie sie idealerweise gemeinsam mit dem/der Lebenspartner*in die Vereinbarkeit zwischen Familie und Selbstständigkeit sicherstellen können. Dabei kannst du auch als Mompreneur erfolgreich werden und durch die Gründung sogar flexibler arbeiten!
  • Mangelnde Finanzierung: Zum einen verdienen Frauen meist weniger als Männer, sodass sie schwerer Rücklagen für ihre Gründung aufbauen können, zum anderen wird Frauen leider weniger häufig finanzielle Unterstützung zugesagt, ob von Banken oder von (privaten) Investor*innen.
  • Geringes Selbstvertrauen: Viele Frauen trauen sich eine Gründung und die Leitung eines (eigenen) Unternehmens nicht zu, halten sich lieber zurück oder sind einfach zu bescheiden, um sich in den Vordergrund zu stellen und als „Chefin“ zu agieren.
  • Weniger Risikobereitschaft: Zu viele Frauen, die sich in einem sicheren Anstellungsverhältnis befinden, können sich den Schritt heraus aus der Anstellung und hinein in die Selbstständigkeit nicht vorstellen. Den sicheren Arbeitsplatz mit festem Einkommen aufgeben, zwar freier und unabhängiger arbeiten, aber nicht wissen, wie es finanziell läuft? Die Selbstständigkeit bleibt oft nur ein (Wunsch)-Gedanke oder wird eher nebenberuflich ausgeübt. 
  • Fehlendes Networking: Frauen erhalten meist weniger Unterstützung, weil sie seltener danach fragen. Das liegt oft daran, dass sie beim Networking häufig zurückhaltender sind als Männer, weniger für sich und ihr Gründungsvorhaben einstehen und weniger fordern.
KfW Podcast - Ungeschönt

Hörempfehlung: Woran liegt es, dass Frauen weniger gründen? Welche Rahmenbedingungen herrschen vor und wie können sie verbessert werden? Darum geht es im „Ungeschönt-Podcast der KfW Bankengruppe“ mit Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe und Leiterin von KfW Research, und Elif Kahnert, Geschäftsführerin des Social Business Women e. V. Beide sind sich einig: Es lohnt sich, Unternehmerin zu werden und an der aktiven Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Sie geben dir Tipps, wie und wo du Unterstützung findest!

Unterstützungs­möglichkeiten für Gründerinnen

Du möchtest als Female Entrepreneur durchstarten? Dann können die folgenden Finanzspritzen interessant für dich sein:

Bedenke, dass dir das Geld nicht einfach so geschenkt wird. Gerade bei finanziellen Hilfen, die du nicht zurückzahlen musst, ist die Bewilligung häufig kompliziert und mit vielen Formalitäten und Bedingungen verbunden. Es ist zudem nicht gesagt, dass du die Unterstützung nach der Beantragung wirklich erhältst. Die Gelder sind dafür da, Gründungen zu fördern. Dafür muss deine Idee voll ausgereift und originell sein und nicht die x-te Kopie eines bereits bestehenden Geschäftsmodells. 

Das EXIST-Women-Förderprogramm des BMWK

Das Förderprogramm „EXIST-Women“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz richtet sich an Frauen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die eine Unternehmensgründung anstreben. Ziel des Programms ist es, dich in der Anfangsphase deiner Gründung zu unterstützen. Angeboten wird ein 12-monatiges Qualifizierungsprogramm, ein individuelles Coaching, die Betreuung durch eine erfahrene Mentorin und der Zugang zu einem bundesweiten Netzwerk von Gründerinnen. Zudem erhältst du Sachmittel in Höhe von 2.000 € für Coaching, Reisekosten oder die Validierung deiner Idee, sowie optional ein 3-monatiges Stipendium.

Das Programm ist offen für Absolventinnen, Wissenschaftlerinnen, Studentinnen und Frauen mit Berufsausbildung, die in Bezug zu einer Hochschule stehen. Du kannst an Seminaren teilnehmen, regelmäßig Veranstaltungen deines Gründungsnetzwerks besuchen und dich mit deiner Mentorin austauschen. Am Ende des Programms präsentierst du deine Idee in Form eines One-Pagers. Die Qualifizierung kann online oder vor Ort an einer Hochschule stattfinden und möglicherweise in Kooperation mit anderen Einrichtungen durchgeführt werden.

Für weitere Informationen und Bewerbungsdetails kannst du dich bei deinem lokalen Gründungsnetzwerk informieren oder direkt auf der Webseite des EXIST-Women-Programms nachsehen.

Die bundesweite gründerinnenagentur (bga)

Nicht direkt finanzielle, dennoch hilfreiche Unterstützung bietet die Bundesregierung mit der bundesweiten gründerinnenagentur (bga). Sie richtet sich speziell an Frauen, die gründen wollen. Die bga ist mit einem umfangreichen Beratungsangebot in allen Bundesländern vertreten. Als Female Entrepreneur in den Startlöchern erhältst du Zugang zur Expertise von über 500 Beratungseinrichtungen für die Erstberatung, zu rund 1300 Fachleuten für die vertiefte Beratung sowie zu 350 Netzwerken.

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten und Netzwerke findest du auf unserer Seite Starke Gründerinnen.

Geschäftsmodelle für Female Entrepreneurs

Am Anfang deiner Gründung steht wahrscheinlich eine Geschäftsidee. Damit allein ist es aber nicht getan. Um in der Selbstständigkeit erfolgreich zu werden, musst du deine erste Idee in ein funktionierendes Geschäftsmodell übertragen. Das klingt komplizierter als es ist. Die Antworten auf diese vier Fragen bilden das Fundament für dein Geschäftsmodell: 

  1. Wie sieht deine Geschäftsstruktur aus? Was sind deine Kernfähigkeiten? Was bietest du an? Wie erreichst du deine Kundschaft? Wie entsteht dein Angebot und wer sind deine Schlüsselpartner*innen?
  2. Was ist dein Nutzenversprechen? Welchen Nutzen schafft es für die Kund*innen? Warum begeisterst du deine Kund*innen?
  3. Wie sieht dein Ertragsmodell aus? Wofür gibst du Geld aus? Wie und wann verdienst du dein Geld?
  4. Was macht deinen Unternehmensgeist aus? Wer ist in deinem Unternehmen und warum? Was sind deine Unternehmenswerte?

Manche Geschäftsideen sehen so einfach aus und sind gerade deshalb so genial. Doch dahinter liegen oft gut gedachte Geschäftsmodelle. Hier zwei Beispiele:

Airbnb: Airbnb hat ganz simpel gesagt Angebot und Nachfrage zusammengebracht, nämlich die einfache Vermittlung von Privatunterkünften an Reisende, egal, ob ein einzelnes Zimmer oder ein komplettes Haus. Zusätzlich sind die Website und das Buchungssystem einfach gestaltet und inspirieren Besucher*innen, Unternehmungen an ihrem Zielort zu planen. Hier geht’s zum Geschäftsmodell von Airbnb.

Taxfix: Steuererklärung? Spaß sieht anders aus! Darin sind wir uns alle einig. Das hat auch Taxfix erkannt und so haben die Gründer eine Steuererklärungs-Software auf den Markt gebracht, die sowohl über das Smartphone als auch über den PC genutzt werden kann. Das Besondere: An dieser Steuererklärung ist so gut wie nichts kompliziert, sie lässt sich ganz ohne jegliche Steuerkenntnisse erstellen. Das liegt vor allem an der selbsterklärenden Nutzerführung der Software. Taxfix hat definitiv ein Problem vieler Menschen erkannt und gelöst. Steuererklärung muss nicht in tagelangem Papierchaos enden, sondern kann bequem von der Couch aus erledigt werden. 

Jan und Patrick

Hörempfehlung: “Hast du ein Arbeitszimmer und wie oft nutzt du es?” Taxfix hat es geschafft, die umständliche Behördensprache in einfache Alltagssprache zu übersetzen und die Anwender*innen einfach und digital durch den Prozess zu begleiten. Wie genau du dein Geschäftsmodell digital denken und umsetzen kannst, dass erfährst du in dieser Ideencouch Folge mit dem Geschäftsmodell-Experten Dr. Patrick Stähler. 

Beispiele bekannter Female Entrepreneurs

Du möchtest dir ein Beispiel an anderen Fempreneurs nehmen? Diese Unternehmen, gegründet von sehr erfolgreichen Unternehmerinnen, kennst du bestimmt!

  • Kati Ernst & Kristine Zeller: Periodenunterwäsche Ooia 
    Du möchtest mehr über den Gründungsweg und die Herausforderungen der beiden erfahren? Dann hör dir “Ungeschönt - den Podcast der KfW Bankengruppe” an! 
  • Christin Marczinzik & Thi Binh Minh Nguyen: Interactive Designstudio A.MUSE
  • Anna Alex & Julia Bösch: Style-Planer Outfittery
  • Dr. Christina Mauer: Immobilienbewertung Einwert
  • Janine Weirich: Employer Branding Xeem
  • Lea-Sophie Cramer: Online-Shop für Erotik-Produkte Amorelie 
  • Delia Lachance: Onlineshop Westwing 
  • Judith Williams: Moderatorin von QVC, Investorin, Judith Williams Cosmetics

Bist du selbst eine erfolgreiche Gründerin und möchtest andere inspirieren? Dann melde dich bei [email protected]. Wir sind immer auf der Suche nach spannenden Geschäftsmodellen und Beispiel-Businessplänen.

Eine kleine Mutspritze

„Da ich ein sicherheitsliebender Mensch bin, habe ich mir Hilfe geholt. Ich habe einen Gründerinnen-Workshop gemacht und da hat man mich Step-by-Step unterstützt“, das sagt Jana Schandua, die Gründerin von Granny Angels, im Interview mit der KfW Chefinnenetage. Sie möchte andere Gründerinnen dazu motivieren, an sich zu glauben und ihre Träume zu verwirklichen. 

Fazit

Leg los und starte dein Ding – dazu möchten wir dich als Gründerin ermutigen – nie war es so einfach, zu gründen – egal ob du studierst oder du Familie und Beruf unter einen Hut bekommen willst. Es gibt viele und großartige Unterstützungsmöglichkeiten, die es dir erleichtern, dich mit deinem Vorhaben sicher zu fühlen und dein Risiko überschaubar zu halten – egal ob du nebenberuflich gründest oder in Vollzeit. Nutze auch die zahlreichen Tools, Ratgeber und Services der Gründerplattform und lass dich von unseren Mentorinnen auf deinem Weg unterstützen. Auf unserer Seite für Gründerinnen findest du mehr zu unserer Beratung und den Veranstaltungen.

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bhp