Junge innovative Unternehmen können starke wirtschaftliche Impulse setzen. Viele dieser Unternehmen haben in der Entstehungsphase jedoch häufig damit zu kämpfen, genug Kapital an den Start zu bringen. Wenn das eigene oder das von Freunden und Familie gestellte Kapital nicht ausreicht, können Business Angels eine Lösung sein.
Im folgenden Beitrag erfährst du alles, was du rund um das Thema Business Angels wissen musst. Wer sind Business Angels? Was kannst du von ihnen erwarten und wo liegen die Vor- und Nachteile dieser Finanzierungsform?
Wie Business Angels ticken, wo du sie findest und wie du sie von deinem Startup überzeugst, erfährst du in diesem Ratgeber. Unser Experte Arnas Bräutigam hat ihn mit praktischen Tipps aus seinem Buch zum Angel-Fundraising ergänzt.
Unser Experte für Business-Angel-Fundraising
Unser Experte für Business-Angel-Fundraising
Arnas Bräutigam, Gründer · Business Angel · Autor
Unser Experte bringt mit AddedVal.io frühphasige Startups und Business Angels zusammen und investiert auch selbst als Business Angel in junge Startups. Als Autor hat er mit „So geht Angel-Fundraising für Startups“ (2026) einen Praxisleitfaden veröffentlicht, wie Gründer*innen ihre erste Finanzierungsrunde strukturiert angehen – auch ohne bestehendes Investorennetzwerk.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Business Angel ist eine Privatperson, die eigenes Geld in junge Startups investiert und dafür Unternehmensanteile erhält.
- Neben Kapital bringen Business Angels Know-how, Erfahrung und Kontakte mit.
- Sie steigen meist schon in frühen Phasen ein (Pre-Seed/Seed) und damit früher als Venture-Capital-Gesellschaften.
- Das mittlere Ticket eines einzelnen Business Angels in einer deutschen Pre-Seed-Runde liegt bei rund 40.000 Euro. Größere Runden finanzieren deshalb meist mehrere Angels gemeinsam.
- Die Investitionsdauer beträgt häufig vier bis sieben Jahre. Ziel der meisten Angels ist ein erfolgreicher Exit, also der gewinnbringende Verkauf ihrer Anteile.
- Business Angels findest du zum Beispiel über dein Netzwerk, LinkedIn, den Verband Business Angels Deutschland (BAND), Pitch-Events und spezialisierte Angel-Datenbanken.
- Gute Vorbereitung ist alles, wenn du Business Angels überzeugen möchtest, in dein Startup einzusteigen. Nutze dafür unser Tool FundingReady, das dir kostenlos zeigt, wie realistisch eine Business-Angel-Finanzierung für dein Startup aktuell ist und was dir eventuell noch fehlt.
Steckbrief zu Business Angel
- du ein innovatives, erfolgsversprechendes und skalierbares Geschäftsmodell hast
- du bereit bist, von einem Business Angel Rat für das Management deines Unternehmens anzunehmen oder ihm Mitspracherechte und andere Einflussmöglichkeiten einzuräumen
- du Geschäftspartner*innen suchst, die dich bei Bedarf mit Fachexpertise und Kontakten zu anderen Investierenden und Startups, Expert*innen, potenziellen Kund*innen und Kooperationspartner*innen unterstützen können
- es kein Problem für dich ist, dass Investierende Anteile an deinem Unternehmen erhalten und Anspruch auf zukünftige Renditen haben. mehr dazu
Die Beteiligungen von Business Angels können zwischen mehreren Tausend EUR und Millionen EUR liegen. In einer typischen Finanzierungsrunde können Gründer*innen mit ca. 25 – 100 TEUR rechnen. Das Geld in den Finanzierungsrunden wird häufig von mehreren Angels gemeinsam erbracht – dafür gibt es Netzwerke, in denen sich Investorengruppen zusammenfinden können. Grundsätzlich ist es so, dass in ein Einzelengagement nur so viel investiert wird, dass ein Totalausfall keine einschneidenden Folgen für die Vermögenslage des Angels hat. mehr dazu
Kommt auf den Vertrag an. Typischerweise musst du keine Zinsen zahlen, sondern gibst Unternehmensanteile ab und damit Rendite bei Rentabilität und einen Anteil des Verkaufserlöses bei Exit. Im Erfolgsfall sind die Kosten also höher, im Misserfolgsfall niedriger als beispielsweise bei Bankkrediten.
Die meisten Business Angels erwarten ein Pitch-Deck und später einen aussagekräftigen Businessplan, um ein genaueres Bild von deiner Idee zu bekommen. Hinzu kommt, dass die Suche sehr zeitaufwendig ist und Angels eher auf regionalen Events zu finden sind. Sehr unterschiedlich ist die Dauer bis eine Einigung erfolgt: Meist braucht es mehrere Anläufe und mit jedem mehrere Gespräche. mehr dazu
Die Leistungen jenseits der Finanzierung können enorm groß sein. Die Angels stellen nämlich neben Geld auch ihr eigenes Know-How sowie ein großes Netzwerk zur Verfügung. Beides ist vorab jedoch schwer einzuschätzen. Da ihr eng mit den Business Angels arbeiten werdet, solltet ihr drauf achten, dass ein gutes Verhältnis entsteht. mehr dazu
Wer oder was ist überhaupt ein Business Angel?
Unternehmensgründer*innen sind gerade in der Frühphase (sog. Seedphase) ihrer Gründung häufig auf Hilfe angewiesen. Meistens benötigen sie finanzielle Unterstützung, aber auch persönliche Beratung oder den ein oder anderen nützlichen Kontakt. Im Idealfall kann all dies durch einen Business Angel (zu Deutsch: Unternehmensengel) geliefert werden. In der Regel sind Business Angels ehemalige Unternehmer*innen oder Manager*innen, die durch ihre Erfahrung und finanzielle Kraft Gründer*innen zum Durchbruch verhelfen können. Da sie in der Vergangenheit meist selbst ein Unternehmen gegründet haben, wissen sie, worauf es ankommt, wenn man langfristig Erfolg haben will.
Es gibt eine simple Antwort auf die Frage, was der Business Angel von der Beteiligung hat: Der Angel erhält im Gegenzug Unternehmensanteile. Somit profitiert er aktiv von dem Erfolg des jeweiligen Unternehmens, indem er an Gewinnen beteiligt wird. Jedoch ist das übergeordnete Ziel nahezu aller Angels der erfolgreiche Exit. Im Klartext bedeutet das: Sie versuchen nach einiger Zeit, meist nach der ersten großen Wachstumsphase, die Unternehmensanteile gewinnbringend zu veräußern. Es wird angenommen, dass ca. jede dritte Beteiligung eines Business Angels zu einem erfolgreichen Exit führt.
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Wo liegt der Unterschied zu Venture-Capital?
Wer sich in der Gründerszene ein wenig auskennt, hat sicherlich schon von dem Begriff Venture-Capital (zu Deutsch: Wagnis- oder Risikokapital) gehört. Dies ist eine Form des Private Equity. Bei einer Venture-Capital-Beteiligung wird den Gründer*innen, genau wie bei der Investition durch einen Business Angel, Eigenkapital zur Verfügung gestellt.
Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den beiden Beteiligungsformen. Eine Venture-Capital-Beteiligung findet häufig erst in einer späteren Unternehmensphase statt. Das bedeutet, dass das Unternehmen den Proof of Concept bereits erbracht hat und eine intensive Beratung und Betreuung, wie es bei Business Angels üblich ist, entfällt. Außerdem überwiegen bei einer Beteiligung durch Venture-Capital die finanziellen Interessen, was durch hohe Beteiligungsanforderungen an Kapitalsuchende und höhere Investitionssummen deutlich wird. Dabei wird sich vor allem an dem ROI (Return of Investment) orientiert, der eine Kennzahl zur Messung von Renditen darstellt. Je höher der ROI, desto besser war das Investment.
Das bedeutet nicht, dass ein Business Angel ein/eine Unternehmer*in mit Heiligenschein ist, trotz des Namens (Angel = Engel), jedoch haben viele von ihnen ein mindestens ebenso großes Interesse an der Entwicklung eines jungen, innovativen Unternehmens als an der schnellen Vervielfachung ihres eingesetzten Kapitals.
Ein Grund für diese Unterschiede liegt darin, dass Venture-Capital-Gesellschaften Gelder von privaten Investoren anlegen. Das Ziel der Gesellschaften liegt darin, gleichzeitig in mehrere erfolgversprechende Unternehmen zu investieren. Da sie die Verwendung der Gelder rechtfertigen müssen, legen sie großen Wert auf die ausgiebige Risikoprüfung der in Frage kommenden Unternehmen. Der Business Angel hat demgegenüber die volle Verfügungsmacht über das eigene Kapital und ist dementsprechend flexibler in seinen Entscheidungen.
Wie läuft eine Investition ab?
Üblicherweise können Gründer*innen mit einer Investitionssumme von 25.000 bis 100.000 EUR und einer Investitionsdauer zwischen vier und sieben Jahren rechnen. Im Regelfall versucht der Business Angel nach Ablauf dieser Zeit die erworbenen Anteile gewinnbringend zu veräußern, um sich des nächsten Projektes anzunehmen.
Bei größeren Investitionen ist es üblich, dass Business Angels sich zu Netzwerken zusammenschließen, um das Risiko auf mehrere Köpfe zu verteilen und um das Know-how und das Netzwerk zu vergrößern.
Interessante Auskunft zu diesem Thema gibt Arne Paul Oltmann (Business Angel und Gründer von seedfeed) im Interview mit dem Gründungsexperten Jan Evers.
Als Privatpersonen sind wir knapp an Zeit und an Investitionsgeld. Daher lieben wir Co-Investments. Laut einer Untersuchung tätigen wir über die Hälfte unserer Investitionen gemeinsam mit anderen Business Angels, fast genauso oft mit anderen Typen von Investoren wie mit Venture Capital Gesellschaften o.ä., aber so gut wie nie ganz allein (3%).
Dabei kann es auch vorkommen, dass Business Angels den Großteil des Unternehmens erwerben, wobei eine Beteiligung der Gründer*innen immer Voraussetzung bleibt.
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Experten-Tipp von Business Angel Arnas Bräutigam
Bei größeren Finanzierungsrunden investieren meist mehrere Business Angels gemeinsam. Es ist schlau, das schon von Anfang an mitzudenken: Suche nach mehreren Personen, die sich gegenseitig ergänzen können, und denke dir deine Business Angels als Team: Eine bringt vielleicht vor allem Kapital mit, eine andere tiefes Branchenwissen, eine dritte wertvolle Kontakte. Überlege vor deiner Suche, welche Unterstützung dein Startup braucht – und berücksichtige auch Angels, die kleinere Beträge investieren.
Wo findest du einen Business Angel für dein Unternehmen?
Einen Business Angel zu finden ist gar nicht so einfach. Wenn du aber überzeugt davon bist, dass diese Finanzierungsform für dich das Richtige ist, gibt es unterschiedliche Wege, um mit ihnen in Kontakt zu treten.
Eine Möglichkeit ist über dein bestehendes Netzwerk. Kennst du womöglich andere Gründer*innen, die von einem Business Angel finanziert worden sind? Wenn nicht, solltest du versuchen, deine Idee in deiner Familie und deinem Freundeskreis zu streuen. Da die meisten Business Angels wiederum durch Empfehlungen aus ihrem Netzwerk auf neue Investments stoßen, birgt die persönliche Weiterempfehlung eine Aussicht auf Erfolg.
Soziale Netzwerke wie LinkedIn und XING können ebenfalls bei der Suche nach einem Business Angel genutzt werden. Dort kann konkret nach Begriffen wie „Business Angel“ gesucht werden. Hast du einen gefunden, kannst du mit einer Kurzbeschreibung deiner Idee den direkten Kontakt aufnehmen. Arne Paul Oltmann weiß, worauf es dabei ankommt:
Man sollte sich schon etwas Mühe geben: Beim ersten Kontakt reicht zunächst eine Kurzbeschreibung in 3-5 Zeilen aus. Wenn das auf Interesse stößt, sollte man entweder einen knackigen One Pager parat haben oder das Vorhaben in Form eines sogenannten Pitch Decks darstellen.
Die Hauptsache ist, dass du dich traust!
Experten-Tipp von Business Angel Arnas Bräutigam
Halte deine erste Nachricht kurz und locker. Also eher „Hi Max“ als „Sehr geehrter Herr Müller“. Erkläre, warum du dich gerade an diese Person wendest, und beschreibe dein Startup in einem Satz mit ein bis zwei aussagekräftigen Zahlen. Frage zum Schluss nach Interesse statt direkt nach einem Termin, zum Beispiel: „Willst du mehr wissen – oder ist das für dich uninteressant?“ Ziel ist erstmal nur eine Mini-Antwort, noch keine Einladung zu einem Gespräch.
Auch über das zentrale Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) kannst du Kontakt zu potenziellen Investoren aufnehmen. Auf der Internetseite des BAND kann ein One-Pager heruntergeladen werden und per Mail an das Netzwerk geschickt werden. Ein One-Pager ist eine Vorlage, die es ermöglicht, die eigene Idee, die Person und eventuelle Mitgründer*innen kurz und knackig vorzustellen. Nachdem eine Vorauswahl der bewerbenden Unternehmen bzw. Geschäftsideen getroffen wurde, leitet der BAND die Anfrage an die regionalen Business Angel Netzwerke weiter. In Deutschland existieren etwa 40 dieser regionalen Netzwerke, in denen ca. 1.500 Business Angels organisiert sind – wie hoch jedoch die genaue Zahl der einzelnen Business Angels ist, ist unklar – Schätzungen zu Folge liegt die Zahl irgendwo zwischen 6.000 und 9.000.
Eine weitere Möglichkeit liegt in der Teilnahme an Gründerwettbewerben und Pitch-Events. Auf derartigen Veranstaltungen tummeln sich Business Angels und suchen nach neuen Investments. Vor allem die branchenspezifischen Veranstaltungen, in denen der Fokus auf Geschäftsmodellen mit Zukunftspotenzial liegt, können ein Sprungbrett in die Welt der Business Angels sein.
Worauf solltest du bei der Auswahl eines Business Angels achten?
Die Auswahl eines Business Angels sollte gut überlegt sein. Denn es gibt durchaus Gründe, auf ein Investment zu verzichten.
Einer der Gründe ist, wenn es zwischen dir und dem Business Angel auf persönlicher Ebene nicht funkt. Da es nicht nur um Kapital geht, sondern um eine langfristige Zusammenarbeit, in der ihr auch vom Netzwerk und vom Know-how des Business Angels profitieren wollt, sollte es zwischenmenschlich passen. Denn es geht vor allem um Vertrauen!
Dabei gilt es auch, zwischen den Motivationen einzelner Business Angels zu unterscheiden: Während einige Lust auf die Weiterentwicklung von jungen, dynamischen Unternehmen haben, suchen andere den schnellen Exit und hohe Renditen. Mach dir bewusst, wer vor dir sitzt, bevor du deine Entscheidung triffst. Außerdem solltest du dich zuvor über den Hintergrund des jeweiligen Business Angels informieren. Was sind vergangene Investmentschwerpunkte und wo liegt die Expertise? Natürlich willst du einen Sparringspartner als Business Angel akquirieren und nicht jemanden, der sich nur oberflächlich mit deiner Branche auskennt.
Unser Tipp: Sollte es zu einem Zweitgespräch kommen, empfehlen wir dir dein Geschäftsmodell mit dem Business Angel zu besprechen. Einerseits wird es dadurch schnell konkret und andererseits filterst du heraus, wie gut sich der Angel mit deiner Branche auskennt und in welchen Bausteinen des Geschäftsmodells er oder sie Potenzial oder auch Baustellen sieht.
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Worauf achten die Business Angels bei der Auswahl passender Unternehmen?
Doch auch Business Angels suchen ihre Investitionen mit Bedacht aus. Es gibt unterschiedliche Kriterien, die erfüllt sein sollten, damit ein Business Angel in dich und dein Unternehmen investiert.
In allererster Linie solltest du eine innovative Idee haben, die in wenigen Sätzen erklärbar ist. Geschäftsmodelle, die am Markt bereits existieren, sind für Business Angels eher uninteressant. Bevorzugt werden insbesondere digitale Geschäftsmodelle, die gut skalierbar sind. Derartige Modelle haben nämlich das größte Potenzial, um zu wachsen, und versprechen daher einen erfolgreichen Exit. Im Idealfall ist deine Idee sogar disruptiv, was bedeutet, dass sie dazu in der Lage ist, den Markt komplett umzukrempeln.
Unser Tipp: Denk daran, dass die meisten Business Angels ein cooles Pitch-Deck oder einen aussagekräftigen Businessplan erwarten, um ein genaueres Bild von deiner Idee zu bekommen.
Experten-Tipp von Business Angel Arnas Bräutigam
Frage konkret nach, mit welcher Unterstützung du wirklich rechnen kannst, bevor du Anteile deines Startups an einen Business Angel abgibst. Sprich außerdem mit Gründer*innen über ihre Erfahrungen, in deren Startups die Person bereits investiert hat. Wie zuverlässig ist sie erreichbar? Hält sie Zusagen ein?
Als Mini-Test kannst du „deinen“ Angel schon vor dem Investment um einen kleinen Gefallen bitten, etwa darum, dich einem bestimmten Kontakt vorzustellen. Bleibt es bei allgemeinen Verweisen auf ein „großes Netzwerk“ und fehlen Referenzen, solltest du nachhaken.
Darüber hinaus achtet der Business Angel natürlich auch auf die persönlichen und fachlichen Eigenschaften. So können Gründer*innen, die in ihre Idee verliebt sind und gleichzeitig wenig Ahnung vom Markt haben, keine Punkte sammeln. Vergiss nicht, dass der Business Angel das Risiko eingeht, sein Geld zu verlieren – würdest du in dein Unternehmen oder deine Idee investieren?
Beispiel „Study clever“ – eine Validierung, die überzeugt
Eine Steuererklärungssoftware für Studierende? Das Team von „Study clever“ (heute wundertax) stieß mit dieser Idee bei einem Business Angel zunächst auf große Skepsis: Studierende würden schließlich kaum Geld verdienen. Doch als die Gründer die Nutzerkurve ihrer Software vorlegten, wichen die Zweifel der Frage: „Wow, wo kann ich unterschreiben?“
Das Beispiel zeigt: Wenn ihr belegen könnt, dass Menschen euer Angebot tatsächlich nutzen und es eine reale Nachfrage gibt, sammelt ihr Pluspunkte bei Investor*innen. Echte Belege überzeugen mehr als ein glanzvolles Pitch Deck mit beeindruckenden Planzahlen.
Webinar Empfehlung: Pitch Deck erstellen
“…und wenn ihr mit einem hässlichen Pitch Deck zum/zur Investor*in geht, dann fragt der/die sich: “Wird die Person auch mit einer hässlichen Broschüre zum Kunden gehen?” Wie genau du dies verhinderst und dein Pitch Deck cool gestaltest, verrät dir Arnas Bräutigam im Webinar.
Vor- und Nachteile eines Business Angels
Aus dem Text lassen sich mehrere Chancen und Risiken der Finanzierungsform ableiten. Hier noch einmal ein schneller Überblick über die Vor- und Nachteile:
Investitionszuschuss Wagniskapital
Mit dem Investitionszuschuss für Wagniskapital (INVEST) verfolgt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie(BMWE) das Ziel, die Finanzlage junger und innovativer Unternehmen in Deutschland zu verbessern. Der Zuschuss richtet sich an private Investoren und vor allem Business Angels, die Anteile an Unternehmen erwerben.
Rahmenbedingungen des Zuschusses
Beteiligen sich private Investoren mit mindestens 10.000 Euro an einem förderfähigen Start-up und halten ihre Anteile mindestens drei Jahre, können sie über INVEST 15 Prozent ihrer Investition steuerfrei als Erwerbszuschuss erhalten. Pro Person beträgt der Zuschuss höchstens 50.000 EUR je Einzelinvestment und 100.000 EUR insgesamt. Pro Unternehmen können Beteiligungen verschiedener Investoren von zusammen bis zu 3 Millionen EUR pro Jahr bezuschusst werden (das entspricht einem Erwerbszuschuss von insgesamt höchstens 450.000 EUR). Das Unternehmen darf einschließlich der geförderten Finanzierungsrunde insgesamt nicht mehr als 15 Millionen Euro Risikokapital erhalten haben (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium).
Voraussetzungen des Unternehmens
Das Unternehmen darf nicht länger als sieben Jahre existieren und mit maximal 50 Mitarbeiter*innen höchstens 10 Millionen EUR Umsatz erwirtschaften. Zudem darf das Unternehmen nicht an der Börse gelistet sein und muss mindestens zu 75 Prozent in einer innovativen Branche tätig sein. Der Hauptsitz des Betriebs sollte in der EU und mindestens eine Zweigniederlassung in Deutschland sein.
Gründerseminar: Pitch Deck
In unserem interaktiven Onlineseminar unterstützen wir dich bei der Erstellung deines Pitch Decks - gemeinsam mit Arnas Bräutigam von AddedVal.io, der dir in Video-Einheiten sein wertvolles Insider-Wissen weitergibt. Im Anschluss erhältst du eine Teilnahmebestätigung. Let's pitch!
So bereitest du dich auf deine Business-Angel-Finanzierung vor
Business Angels prüfen genau, ob dein Startup für ein Investment bereit ist. Bevor du sie anschreibst, lohnt sich deshalb eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was kannst du bereits vorweisen, und wo solltest du noch nacharbeiten?
Mit unserem Tool FundingReady verschaffst du dir schnell einen soliden Überblick: Du machst einige Angaben zu deinem Startup und erhältst direkt deinen individuellen Score für die Business-Angel-Finanzierung. Er zeigt dir, wie realistisch eine Finanzierung durch Business Angel aktuell für dein Startup ist und welche Voraussetzungen du noch nicht erfüllst. Eine To-do-Liste im Tool hilft dir, die nächsten Schritte im Blick zu behalten und dein Startup gezielt auf eine Finanzierung vorzubereiten. Dank der Unterstützung durch die KfW kannst du FundingReady kostenlos nutzen.
Wie bereit ist dein Startup für Business Angels?
Finde heraus, wo du stehst und welche nächsten Schritte dich einer Finanzierung näherbringen.
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Fazit
Ob ein Business Angel für dich geeignet ist, ist abhängig von deinem Vorhaben, deinem finanziellen Bedarf und insbesondere deiner Person. Der Business Angel erwirbt durch die Beteiligung Mitspracherecht und nimmt direkten Einfluss auf die Unternehmensentwicklung. Wenn du dafür offen bist und Lust hast, vom Know-how und Netzwerk erfolgreicher Unternehmer*innen zu profitieren, könnte ein Business Angel genau das Richtige für dich sein. Die Suche wird Zeit kosten und ist nur dann chancenreich, wenn deine Idee innovativ und skalierbar ist.
FAQ zum Thema Business Angels
Eine feste Quote gibt es nicht. Wie viele Unternehmensanteile ein Business Angel erhält, hängt von der Investitionssumme und der vereinbarten Bewertung deines Startups ab. Bei einer direkten Beteiligung gilt: Investitionssumme geteilt durch Unternehmenswert nach dem Investment. Ist dein Startup vor der Runde 3,5 Millionen Euro wert und erhält 500.000 Euro neues Kapital, beträgt dieser Wert danach 4 Millionen Euro. Die Investor*innen erhalten zusammen 12,5 Prozent der Anteile.
Bekannte Namen sind etwa Christian Vollmann, Katja Ruhnke und Carsten Kraus. Alle drei wurden vom Verband Business Angels Deutschland als „Business Angel des Jahres“ ausgezeichnet. Für deine Suche ist Bekanntheit jedoch weniger entscheidend als die Frage, wer zu deinem Startup passt.
Gängig sind zwischen 25.000 und 100.000 Euro. Die genaue Summe hängt von der Person, deinem Kapitalbedarf und der Entwicklungsphase deines Startups ab. Größere Finanzierungsrunden werden deshalb meist von mehreren Angels gemeinsam getragen.
Eine genaue Zahl lässt sich schwer bestimmen, weil viele Business Angels nicht öffentlich als Investor*innen auftreten. Außerdem ist nicht einheitlich definiert, wer zu den aktiven Angels gezählt wird. Netzwerke und spezialisierte Datenbanken erfassen deshalb jeweils nur einen Teil der Akteur*innen.
Business Angels sind Personen, aber ihre direkte Beteiligung bringt deinem Startup Eigenkapital. Sie investieren Geld und erhalten dafür Unternehmensanteile. Anders als bei einem Kredit fallen dafür keine Zinsen und keine Rückzahlungen an. Business Angels können durch Ausschüttungen oder den späteren Verkauf ihrer Anteile profitieren. Eine Besonderheit ist das Wandeldarlehen: Es beginnt als Darlehen, also Fremdkapital, und wird erst bei der Umwandlung in Unternehmensanteile zu Eigenkapital.