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Go-to-Market-Strategie

So bringst du dein Startup erfolgreich in den Markt

Eine solide Go-to-Market-Strategie kann wesentlich dazu beitragen, dass dein Startup zügig Kund*innen gewinnt oder nicht am Markt vorbeientwickelt. Sie zeigt dir, wie du dein Produkt klug positionierst und die relevanten Zielgruppen erreichst. Zugleich hilfst sie dir, mögliche Investor*innen davon zu überzeugen, dass du deinen Markt kennst und weißt, wie du ihn erschließen kannst.

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In diesem Guide erfährst du, welche strategischen Entscheidungen zu einer Go-to-Market-Strategie gehören, wie du passende Schwerpunkte auswählst und welche Aspekte auch für Gespräche mit potenziellem Geldgeber*innen relevant sein können. Beim Schreiben dieses Beitrags ist das Wissen und die Erfahrung von Sebastian Pioch eingeflossen. Als Experte für Entrepreneurship & Innovation beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit digitalen Geschäftsmodellen, Innovationsprozessen und der Frage, wie Gründer*innen bessere Entscheidungen treffen können.

Unser Experte für Entrepreneurship & Innovation

Bild von Sebastian Pioch

Unser Experte für Entrepreneurship & Innovation

Sebastian Pioch - Professor, Gründer und Autor

Unser Experte verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Gründer*innen dabei, Geschäftsmodelle systematisch zu entwickeln und fundierte Entscheidungen zu treffen. Als Mitautor von „Start-up Skills“ und Gründer von innokontor bringt er langjährige Erfahrung aus Wissenschaft, Innovation und Unternehmertum ein.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Deine Go-to-Market-Strategie (GTM-Strategie) legt den Rahmen für deinen Markteintritt fest. 
  • Sie verbindet Zielgruppe, Positionierung, Marketing, Sales und Pricing zu einem stimmigen Gesamtansatz.
  • Eine fundierte GTM-Strategie kann helfen, Fehlentscheidungen und unnötige Kosten zu vermeiden.
  • Die passende GTM-Strategie hängt von der Startup-Phase ab.
  • Für Investor*innen zeigt eine schlüssige GTM-Strategie, dass der geplante Markteintritt realistisch und skalierbar ist.

Was ist eine Go-to-Market-Strategie?

Eine Go-to-Market-Strategie fasst die grundlegenden Entscheidungen zusammen, mit denen ein Unternehmen sein Angebot in einem Markt positioniert und Nachfrage sowie Umsatz entwickeln möchte.

Sie beantwortet drei zentrale Fragen:

  • Wer kauft dein Produkt? (Zielgruppe) 
  • Warum kaufen diese Menschen dein Produkt? (Nutzenversprechen & Positionierung) 
  • Wie erreichst du sie? (Marketing- und Vertriebskanäle) 

Die Go-to-Market-Strategie bringt dafür zentrale Entscheidungsfelder in einen stimmigen Zusammenhang:

  • Produktentwicklung
  • Zielgruppen-Definition
  • Positionierung
  • Pricing
  • Marketing
  • Value Proposition
  • Sales

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Markteintritt?

Wer zu lange plant, lernt zu spät. Warte nicht zu lange damit, eine Go-to-Market-Strategie zu entwerfen und sie auch umzusetzen. Ein Prototyp oder MVP helfen, echte Reaktionen von Kund*innen zu bekommen – und die bringen dich tausendmal schneller ans Ziel als endlose interne Diskussionen. 

Experten-Tipp von Sebastian Pioch

Beim Markteintritt kommt es auf das richtige Timing an: Wartest du zu lange, baust du womöglich an einem Produkt, das niemand braucht. Gehst du jedoch mit einem MVP raus, das das Nutzenversprechen noch nicht einlöst, besteht die Gefahr, deine Kundschaft zu enttäuschen. Starte, sobald dein MVP einen klaren Nutzen stiftet, und baue es mithilfe des Kundenfeedbacks weiter aus. Die erfolgreichste Lösung entsteht oft erst im Dialog mit dem Markt.

Was ist der Unterschied zur Markteintrittsstrategie und Markteinführungsstrategie?

Die Begriffe werden oft gleich verwendet, meinen aber unterschiedliche Dinge. Während sich die Markteintrittsstrategie darauf konzentriert, wie du dich mit deinem Startup in einem neuen Markt positionierst und wie du ihn erschließt, beschreibt die Markteinführungsstrategie den konkreten Produkt-Launch, zum Beispiel über Kampagnen oder PR. Die Go-to-Market-Strategie geht weiter: Sie verbindet strategische und operative Maßnahmen, um Umsatz und Wachstum zu erzielen – inklusive Zielgruppe, Positionierung, Kanälen, Pricing und Vertrieb (siehe Tabelle unten).

Begriff Fokus Ebene Beispiel
Markteintrittsstrategie In welchen Markt gehst du und wie? strategisch neuer Markt, neue Region, neue Zielgruppe
Markteinführungsstrategie Wie launchst du dein Produkt? kurzfristig, oft Marketing Kampagnen, PR, Launch-Plan
Go-to-Market-Strategie Wie erzielst du Umsatz und Wachstum? strategisch und operativ umfasst das gesamte Geschäftsmodell (Zielgruppe, Positionierung, Kanäle, Pricing, Funnel)

Die GTM-Strategie übersetzt dein Geschäftsmodell in grundlegende Entscheidungen zum Marktzugang. Die konkreten Aufgaben und zeitlichen Abläufe werden anschließend in einem GTM-Plan festgehalten.

Welches Ziel hat eine Go-to-Market-Strategie?

Eine nachvollziehbare Go-to-Market-Strategie kann auch bei der Vorbereitung einer Finanzierung hilfreich sein. Sie gibt potenziellen Investor*innen Anhaltspunkte dafür,

  • wie gut du deine Zielgruppe verstehst,
  • wie du Kund*innen gewinnen möchtest und
  • unter welchen Voraussetzungen dein Startup wachsen kann, ohne dass Kosten und Aufwand unverhältnismäßig steigen.

Du willst wissen, wie deine Erfolgsaussichten auf eine Finanzierung stehen? Und was du als Nächstes tun solltest, um deine Chancen zu erhöhen? Nutze FundingReady. Das kostenlose Tool zeigt dir objektiv, ob du schon funding-ready bist und was du tun kannst, um deine Wunsch-Finanzierung zu bekommen. 

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Was gehört zu einer Go-to-Market-Strategie?

Eine Go-to-Market-Strategie umfasst mehrere strategische Entscheidungsfelder, die aufeinander abgestimmt werden:

  • KPIs & Erfolgsmessung: Kriterien, anhand derer sich die Wirkung der gewählten Strategie beurteilen lässt.
  • Zielgruppe: Definiere, wer dein Produkt wirklich braucht.
  • Problem-Solution-Fit: Löse ein relevantes Problem so effektiv, dass deine Zielgruppe tatsächlich Geld für deine Lösung ausgibt.
  • Positionierung & Value-Proposition: Mach verständlich, welchen Nutzen du schaffst und warum deine Lösung besser ist als alle Alternativen.
  • Pricing: Lege fest, wie du Geld verdienst und teste, ob deine Kund*innen bereit sind, für dein Produkt zu zahlen.
  • Vertriebskanäle (Sales): Bestimme, wie du aktiv Kund*innen gewinnst und Abschlüsse erzielst.
  • Marketingkanäle: Finde heraus, wie deine Zielgruppe auf dich aufmerksam wird.
  • Customer-Journey: Gestalte den Weg deiner Nutzer*innen vom ersten Kontakt bis zum Kauf.

Wie sieht eine typische GTM-Struktur (Framework) aus?

Eine Go-to-Market-Strategie folgt einer klaren Logik – vom Problem bis zum Umsatz. Dabei kommt es darauf an, die Balance zu finden zwischen Planung und Flexibilität. Ja, es ist wichtig, eine klare Linie zu verfolgen. Aber ebenso wichtig ist es, diese Linie mit jeder neuen Erkenntnis zu überprüfen und ggf. anzupassen. 

Bereich Leitfrage
Problem Welches echte Problem löst du?
Zielgruppe Für wen ist das relevant?
Lösung Wie sieht dein Angebot konkret aus?
Alleinstellungsmerkmal Was macht dein Angebot besonders?
Value Proposition Welchen Nutzen versprichst du? Warum sollte jemand ausgerechnet bei dir kaufen?
Kanäle Wie erreicht dein Angebot deine Zielgruppe?
Conversion Wie werden diese Menschen zu zahlenden Kund*innen?
Umsatz Wie verdienst du Geld?

Welche Go-to-Market-Strategien gibt es?

Es gibt nicht die eine Go-to-Market-Strategie – sondern mehrere Ansätze mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Welcher Ansatz oder welche Kombination von Ansätzen geeignet ist, hängt vor allem vom Produkt, von der Zielgruppe, vom Preisniveau und vom Kaufprozess ab. Auch Erklärungsbedarf, Vertrauensbedarf und die Komplexität der Kaufentscheidung spielen eine Rolle.

Produktgetriebene GTM-Strategie (Product-Led Growth)

Hier steht dein Produkt im Mittelpunkt. Es verkauft sich praktisch von selbst.

Typische Kennzeichen einer produktgetriebenen Go-to-Market-Strategie:

  • Freemium-Modelle  
  • Self-Service-Onboarding  
  • schnelles Ausprobieren ohne Sales-Kontakt 

Ziel: Die Nutzer*innen erleben den Mehrwert direkt und konvertieren eigenständig. Das funktioniert jedoch nur, wenn dein Produkt sofort verständlich ist und echten Nutzen liefert.

Sales-getriebene Strategie

Bei dieser Strategie gewinnst du Kund*innen aktiv über den Vertrieb.

Typische Kennzeichen:

  • direkter Kontakt zur Zielgruppe (Calls, Demos, Meetings) 
  • längere Entscheidungsprozesse 
  • oft im B2B-Bereich 

Ziel: Du kontrollierst den Verkaufsprozess, statt auf organisches Wachstum zu hoffen. Diese Art der Go-to-Market-Strategie ist besonders geeignet, wenn dein Produkt erklärungsbedürftig und/oder hochpreisig ist.

Marketing-getriebene Strategie

Hier liegt der Fokus darauf, Nachfrage durch Marketing aufzubauen.

Typische Bestandteile

  • Content-Marketing  
  • Performance Ads 
  • SEO & Social Media 

Ziel: Du erreichst viele potenzielle Kund*innen und führst sie in deinen Funnel. Wichtig: Reichweite ohne Conversion ist wertlos.

Community- oder Plattform-Ansatz

Bei diesem Ansatz fokussierst du dich nicht nur auf ein Produkt – du baust ein ganzes Ökosystem auf.

Typische Kennzeichen:

  • Eine starke Community als Wachstumstreiber 
  • Plattform-Logik (z. B. Marktplätze) 
  • starke Netzwerkeffekte 

Ziel: Deine Nutzer*innen bringen neue Nutzer*innen mit. Denk dran: Dieser Ansatz braucht Zeit – kann aber extrem skalieren.

Beachhead-Strategie (Brückenkopf-Strategie)

Du eroberst am Anfang ein kleines Marktgebiet (den Brückenkopf), um von dieser Basis aus in den breiteren Markt vorzudringen.

Typische Kennzeichen:

  • kleine Zielgruppe
  • spezifische Lösung statt breites Angebot
  • enge Zusammenarbeit mit ersten Kund*innen, um den Nutzen schnell zu optimieren

Ziel: In einer Nische schnell Marktanteile gewinnen, Referenzen aufbauen und von dort aus in größere Marktsegmente skalieren.

Welche GTM-Strategie passt zu deinem Startup?

Welcher Schwerpunkt sich für deine Go-to-Market-Strategie eignet, hängt unter anderem davon ab, wie dein Angebot gekauft, verstanden und genutzt wird. Dabei sind insbesondere folgende Faktoren relevant: 

  • Produkt: Ist es selbsterklärend und leicht auszuprobieren oder benötigt es Beratung und individuelle Anpassung?
  • Zielgruppe: Richtet sich das Angebot an viele einzelne Personen oder an eine kleinere Zahl von Unternehmen und Entscheidungsträgern?
  • Preis: Kann eine Kaufentscheidung schnell getroffen werden oder ist wegen des Preises ein längerer Abstimmungsprozess erforderlich?
  • Kaufprozess: Erfolgt der Kauf eigenständig oder sind Demos, Angebote, Verhandlungen und mehrere beteiligte Personen notwendig?
  • Vertrauen: Wie hoch ist das wahrgenommene Risiko und wie wichtig sind persönliche Beratung, Referenzen oder eine Community? 

Ein leicht verständliches und unmittelbar nutzbares Produkt kann beispielsweise einen produktgetriebenen Ansatz begünstigen. Bei hochpreisigen oder erklärungsbedürftigen Angeboten bietet sich ein stärker vertriebsorientierter Ansatz an. Marketinggetriebene Ansätze können sinnvoll sein, wenn sich die Zielgruppe über geeignete Inhalte oder Kampagnen effizient erreichen lässt. Community- oder Plattformansätze kommen insbesondere dann infrage, wenn Austausch und Netzwerkeffekte einen wesentlichen Teil des Nutzens ausmachen. 

In der Praxis werden diese Ansätze häufig kombiniert und mit neuen Erkenntnissen angepasst. Die Entwicklungsphase des Startups kann dabei den verfügbaren Spielraum beeinflussen, gibt aber nicht automatisch den passenden GTM-Ansatz vor.

Wie entwickelst du eine Go-to-Market-Strategie?

Für eine tragfähige Go-to-Market-Strategie solltest du mehrere miteinander verbundene Entscheidungsfelder betrachten. Ihre Reihenfolge ist nicht fest vorgegeben: Je nach Produkt, Zielgruppe und Erkenntnisstand können einzelne Bereiche früher relevant werden oder mehrfach überprüft werden.

Ziele und Erfolgskriterien

Jede Strategie braucht messbare Ziele. Nur so kannst du deine Maßnahmen bewerten und die richtigen Schlüsse ziehen. Lege fest, was du bis wann erreichen möchtest

Beispiele:

  • 100 zahlende Kund*innen in den ersten 3 Monaten 
  • eine Conversion-Rate von 5 % auf der Landingpage nach acht Wochen
  • 200 qualifizierte Leads innerhalb von 60 Tagen.

Deine Zielzahlen sollten realistisch sein und so gewählt werden, dass sie zu deinen übergeordneten Unternehmenszielen passen. Achte darauf, dass jedes Ziel mit einer messbaren Zahl und einem Zeitpunkt versehen ist. 

Markt & Zielgruppe

Prüfe, wie groß der Markt ist, wie er sich entwickelt (wächst, stagniert oder schrumpft er?) und wer bereits darin aktiv ist. 

Auch über die rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen solltest du dich informieren und über Fragen der Logistik: Wie sieht deine Lieferkette aus? Wer sind deine Logistikpartner? Welche Zollvorschriften gibt es?

Ein zentraler Bestandteil der Marktrecherche ist die Analyse deiner Zielgruppe. Finde heraus, wer dein Produkt wirklich braucht und worauf es diesen Leuten ankommt. Sprich mit deinen potenziellen Kund*innen, beobachte ihr Verhalten und entwickle aus deinen Erkenntnissen Personas oder ein Ideal Customer Profile (ICP, beschreibt die Kund*innen, die am besten zu deinem Angebot passen und am wahrscheinlichsten kaufen). 

Startups haben am Anfang meist weder Geld noch umfangreiche Daten. Genau deshalb solltest du deine Marktrecherche pragmatisch angehen: lieber schnell und gezielt als teuer und überperfekt. 

Beispiele:

  • Führe Interviews mit potenziellen Nutzer*innen 
  • Analysiere Online-Bewertungen der Wettbewerber*innen 
  • Werte Online-Foren aus: Was sind typische Probleme der Nutzer*innen?

Dein Vorteil gegenüber etablierten Unternehmen mit großen Budgets: Du bist noch flexibel. Wenn du merkst, dass deine Idee nicht richtig trifft, kannst du schnell reagieren, nachschärfen oder eine bessere Nische finden. Genau diese Agilität ist ein echter Wettbewerbsvorteil.

Experten-Tipp von Sebastian Pioch

Bereite dich mit fundierten Marktdaten auf Investorengespräche vor. Wenn du Marktpotenzial, Zielgruppe und Wettbewerb überzeugend beschreiben kannst, schaffst du Vertrauen und verbesserst deine Chancen auf Finanzierung.

Alleinstellungsmerkmal (USP)

Stelle sicher, dass du ein echtes, dringendes Problem löst, und zwar besser als andere. Analysiere dafür den Wettbewerb: Was machen die anderen? Was schätzen die Kund*innen an den bisherigen Lösungen, was regt sie auf? Sammle so viele Informationen, wie möglich, und leite daraus dein Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Point – USP) ab. 

Du erkennst ein starkes Alleinstellungsmerkmal daran, dass es einfach und glaubwürdig ist, dass es für deine Zielgruppe relevant ist und dass es Emotionen anspricht. 

Value-Proposition (Nutzenversprechen)

Jedes Startup braucht eine Antwort auf die Frage: Warum sollten Kund*innen ausgerechnet unser Produkt kaufen? Genau darum geht es bei der Value-Proposition, also deinem Nutzenversprechen. Sie beschreibt nicht nur, welches Problem du löst, sondern welchen Mehrwert du schaffst und warum deine Lösung besser oder attraktiver ist als bestehende Alternativen

Wichtig: Kund*innen kaufen kein Produkt, sondern ein Ergebnis. Sie wollen Zeit sparen, Kosten senken, Stress vermeiden, mehr Umsatz erzielen oder ein bestimmtes Problem endlich lösen. Je klarer und konkreter du diesen Nutzen formulierst, desto einfacher werden später dein Marketing, dein Vertrieb und dein gesamter Markteintritt.

Ein häufiger Fehler bei Startups: Sie verlieben sich in ihr Produkt und sprechen nur über die Features. Kund*innen interessiert aber nicht in erster Linie, was dein Produkt kann, sondern was es für sie verändert.

Außerdem wird dein Nutzenversprechen nicht allein durch das Produkt erfüllt, sondern durch dein Geschäftsmodell insgesamt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • dein Preis 
  • dein Service 
  • die User-Experience 
  • deine Liefergeschwindigkeit 
  • dein Support 
  • oder die Art, wie einfach deine Lösung in den Alltag integriert werden kann. 

Gerade Startups sollten ihr Nutzenversprechen möglichst früh testen und schärfen, denn sie gehen häufig von falschen Annahmen aus. Ein gutes Nutzenversprechen lässt sich innerhalb von wenigen Sekunden erklären. Oft ist es besser, sich auf einen abgegrenzten Nutzen und eine kleine Zielgruppe zu fokussieren, statt alles für alle sein zu wollen. Genau das schafft später Wachstum.

Customer-Journey

Was erleben deine Kund*innen zwischen dem ersten Kontakt mit deinem Startup und dem Kauf? Was passiert danach? Deine Aufgabe ist es, diese Reise so einfach wie möglich zu machen. Entferne jede unnötige Hürde und begleite Menschen sicher von einem Schritt zum nächsten. Denn selbst das beste Produkt verkauft sich schlecht, wenn der Kaufprozess kompliziert, langsam oder unverständlich ist.

Beispiele für Customer-Journeys:

  • Social-Media-Ad → Landingpage → kostenloser Test → Kauf 
  • Empfehlung → Demo buchen → Angebot → Abschluss 
  • Google-Suche → Vergleich lesen → Newsletter → Erstkauf 

Wichtig: Die Customer-Journey endet nicht beim Kauf. Wachstum entsteht nur, wenn es dir gelingt, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen und im besten Fall deine Kund*innen dazu zu veranlassen, dein Produkt weiterzuempfehlen.

Fragen, die du dir stellen solltest, um die Kundenreise zu optimieren: 

  • Wie einfach funktioniert die Bezahlung? 
  • Wie schnell erhält die Kundschaft dein Produkt? 
  • Wie intuitiv ist das Onboarding? 
  • Wie gut funktioniert dein Support? 
  • Würden Kund*innen dich weiterempfehlen? 

Beobachte, an welchen Stellen Menschen abspringen, unsicher werden oder Fragen haben. Oft reichen schon kleine Verbesserungen, um deutlich mehr Kund*innen zu gewinnen.

Gerade für Startups sind positive Erfahrungen nach dem Kauf extrem wertvoll. Zufriedene Kund*innen bleiben länger, kaufen häufiger und werden oft zu deinen wichtigsten Multiplikator*innen. Das kann besonders in der Frühphase wichtiger sein als teure Werbung.

Pricing festlegen

Teste früh, wofür Kund*innen wirklich bereit sind, zu zahlen. Denn dein Preis ist kein Detail, das du erst kurz vor dem Launch festlegst, sondern ein zentraler Teil deiner Strategie. Pricing beeinflusst deine Positionierung und die Wahrnehmung deines gesamten Startups.

Viele Startups machen den Fehler, zu günstig in den Markt einzusteigen, um möglichst schnell Kund*innen zu gewinnen. Das Problem: Spätere Preiserhöhungen lassen sich oft nur schwer durchsetzen. 

Experten-Tipp von Sebastian Pioch

Begründe deinen Preis mit konkreten Vorteilen für die Kundschaft. Zeige, welche Qualität, Leistung oder Besonderheiten dein Angebot von anderen Lösungen unterscheidet. So wird der Preis nachvollziehbar – und selbst ein höherer Preis wird leichter akzeptiert

Hier kommen wieder dein USP und deine Value- Proposition ins Spiel. Je einzigartiger deine Lösung und je größer der Nutzen für deine Kund*innen, desto höher darf der Preis sein. 

Deshalb gehören auch Kundenservice, Kommunikation und Vertrauen zu deiner Pricing-Strategie: Viele erfolgreiche Startups gewinnen ihre ersten Kund*innen nicht über den billigsten Preis, sondern über Nähe zur Zielgruppe, schnellen Support und sichtbare Motivation.

Kanäle auswählen

Sowohl für den Vertrieb als auch fürs Marketing gibt es verschiedene Kanäle. Die gängigsten zeigt die folgende Übersicht:

Welche Kanäle für dich funktionieren, hängt von deinem Geschäftsmodell ab. Im B2C-Bereich erreichst du Menschen oft gut über Social Media, Content- oder Performance-Marketing. Im B2B-Bereich funktionieren oft persönliche Kontakte, Webinare oder Direktvertrieb besser, weil Kaufentscheidungen komplexer sind und mehrere Personen beteiligt sind.

Experten-Tipp von Sebastian Pioch

Entwickle gerade im B2B-Bereich konkrete Personas für unterschiedliche Rollen, also etwa für diejenigen in einer Firma, die dein Produkt anwenden, und für diejenigen, die über den Kauf entscheiden. Denn verschiedene Beteiligte bewerten ein Angebot häufig aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Gerade bei Startups gilt: weniger ist mehr. Zu viele Kanäle gleichzeitig kosten Zeit, Geld und Energie. Teste gezielt, welche Kanäle dir wirklich Aufmerksamkeit, Leads und zahlende Kund*innen bringen.

Sales-Team aufbauen

Vergiss nicht: Sichtbarkeit ist toll, Verkäufe sind besser. Reichweite, Likes und Klicks bringen dir wenig, wenn daraus keine zahlenden Kund*innen werden. Deshalb solltest du Marketing und Sales von Anfang an zusammendenken.

Viele Startups investieren extrem viel Energie in Branding, Social Media und Content-Marketing – aber kümmern sich zu wenig um den Verkauf. Dabei liefert gerade der Vertrieb wichtige Hinweise darauf, ob dein Angebot im Markt auf tatsächliche Zahlungsbereitschaft trifft.

Deshalb solltest du früh testen:

  • Verstehen Menschen den Nutzen deines Angebots sofort?
  • Können sie dein Produkt intuitiv nutzen?
  • Wo entstehen Unsicherheiten oder Widerstände?
  • Sind Kund*innen tatsächlich bereit zu zahlen?

Gerade in der Frühphase solltest du möglichst nah an deinen ersten Kund*innen arbeiten. Beobachte, wie sie dein Produkt nutzen, welche Fragen sie stellen und an welchen Stellen sie abspringen. Setze einfache Prototypen, MVPs oder Demos ein und werte das Feedback der Nutzer*innen aus.

Wichtig dabei: Hör nicht nur zu, sondern beobachte Verhalten. Was Menschen sagen und was sie tatsächlich tun, ist oft nicht dasselbe.

Experten-Tipp von Sebastian Pioch

Zeige deinen Prototyp so früh wie möglich echten Personen aus deiner Zielgruppe. Viele Gründungsteams warten zu lange auf die perfekte Lösung und erhalten dadurch erst spät wertvolles Feedback. Je früher du testest, desto schneller erkennst du, was deiner Zielgruppe wirklich wichtig ist – und desto eher kannst du unnötige Entwicklungskosten vermeiden.

Außerdem solltest du das Thema Vertrieb nicht dem Zufall überlassen. Verkaufen ist kein lästiger Nebenteil des Startup-Lebens, sondern eine Kernkompetenz. Mindestens eine Person im Team sollte Sales wirklich beherrschen oder bereit sein, es schnell zu lernen.

Gerade die ersten Kund*innen sind extrem wertvoll. Sie liefern dir nicht nur Umsatz, sondern auch Referenzen, Empfehlungen und Glaubwürdigkeit. Deshalb lohnt es sich oft, für Pilotkund*innen besonders viel Einsatz zu zeigen. Nicht selten kommen sie übrigens aus dem eigenen Netzwerk oder werden über persönliche Kontakte, bei Events, über LinkedIn oder mutige Kaltakquise gewonnen. 

Go-to-Market-Strategie: Beispiel aus der Praxis

Weil wir von Vorbildern schneller lernen als aus der reinen Theorie, zeigen wir dir hier an einem kleinen fiktiven Beispiel, wie Startups tatsächlich in den Markt gehen – inklusive Fehler.

Ausgangssituation

Ein Startup entwickelt eine Plattform für medizinische Behandlungen im Ausland. Die Idee: Patient*innen buchen die Operationen digital, die Plattform vermittelt die Termine und organisiert die Abrechnung. 

Das Problem:

  • extrem erklärungsbedürftiges Angebot 
  • hoher Vertrauensbedarf: Die Buchungen erfolgen in einem fremden Land, bei unbekannten Ärzt*innen
  • Geringe Nachfrage sichtbar 

Dieser Fall ist typisch: Die Vision des Gründungsteams ist riesig, aber der Markteintritt ist unsicher.

Gewählte Go-to-Market-Strategie

Die Lösung: Das Team startet maximal pragmatisch und fokussiert:

  • Klare Nische statt Massenmarkt: Fokus auf Haartransplantationen (konkretes, verständliches Problem) 
  • Schneller Einstieg: einfache Landingpage statt fertiger Plattform 
  • Direkte Kundengewinnung: persönliche Ansprache über Foren und Social Media 
  • „Manueller“ Vertrieb statt Automatisierung: Angebote werden zunächst individuell erstellt und verschickt 

Wichtig: Das Team baut noch keinen perfekten Funnel – es testet, ob überhaupt Interesse besteht.

Was ist passiert?

  • Erste Anfragen kommen rein 
  • Aber: viele Interessierte springen wieder ab 
  • Erklärung: Es fehlt Vertrauen 

Das Team überarbeitet die Botschaften auf der Website, das Vertrauen der Patient*innen wächst und schon bald gibt es erste zahlende Kund*innen. 

Learnings aus dem Beispiel

  1. Starte lieber klein
    Fokussiere dich auf eine klar definierte Zielgruppe und ein konkretes Problem.
  2. Geh früh in den Markt
    Warte nicht auf Perfektion. Teste so schnell wie möglich. 
  3. Verkaufe, bevor du skalierst
    Manueller Vertrieb ist am Anfang kein Problem – sondern ein Vorteil. Denn so lernst du, wie deine Kund*innen denken und warum sie kaufen oder abspringen. 
  4. Lerne aus echtem Verhalten, nicht aus Meinungen
    Was Nutzer*innen sagen, ist weniger wichtig als das, was sie tun. Der wichtigste Beweis dafür, dass dein Vorhaben realistisch ist, ist nicht dein Konzept – sondern die Zahl der Verkäufe.

Das Beispiel zeigt, dass ein einfaches MVP und manuelle Prozesse ein geeigneter Weg sein können, um Annahmen früh zu überprüfen. Ob dieses Vorgehen passt, hängt jedoch vom Produkt, von der Zielgruppe und vom jeweiligen Kaufprozess ab. Nachvollziehbare Lernergebnisse und erste Marktbelege können zudem die Argumentation in Finanzierungsgesprächen unterstützen.

Was sind typische Fehler bei der Go-to-Market-Strategie?

Schwierigkeiten beim Markteintritt entstehen häufig auch durch vermeidbare Fehler bei der Ausrichtung auf Markt und Zielgruppe. Wenn du sie kennst, kannst du dir viel Zeit, Geld und Frust sparen.

  • Zu breite Zielgruppe
    Viele Startups haben Angst, das Potenzial ihrer Geschäftsidee zu verschenken. Sie sagen: „Unser Produkt ist für alle geeignet“ und „Der Markt ist riesig.“ Aber: Wenn du alle ansprichst, erreichst du niemanden. Du verwässerst deine Botschaft und triffst niemanden wirklich.
    Besser: Starte mit einer klaren Nische und arbeite dich von dort aus weiter.
  • Falsche Kanäle – oder zu viele
    Du setzt auf die Kanäle, die „alle nutzen“ oder sicherheitshalber auf alle Kanäle – statt auf die, die für deine Zielgruppe wirklich relevant sind. Aber: Nicht jeder Kanal funktioniert für jedes Startup.
    Wichtig: Finde heraus, wo deine Zielgruppe wirklich unterwegs ist und wo du sie mit deiner Botschaft erreichst. Starte mit ein bis zwei Kanälen und bespiele sie richtig.
  • Kein klarer Fokus
    Zu viele Ideen gleichzeitig bremsen dich aus, sie lassen deine Anstrengungen verpuffen. Das Ergebnis: viel Aufwand, kaum Wirkung.
    Besser: Deine Idee bewusst auf wenige zentrale Nutzen herunterbrechen, um sie überhaupt testen zu können.
  • Fehlende Validierung
    Das ist einer der größten Fehler überhaupt. Du baust dein Produkt, ohne zu prüfen, ob es wirklich jemand braucht. Die Folge: Produkt und Markt passen nicht zusammen.
  • Zu spätes Testing 
    Perfektionismus kostet viele Startups den Markteintritt.
    Besser: Baue die kleinstmögliche Version deiner Idee, die aber schon den versprochenen Nutzen liefert – ein MVP. Sammle das Feedback der Nutzer*innen und lerne, was du besser machen kannst.

Alle diese Fehler haben eine gemeinsame Ursache: Sie sind die Folge von Entscheidungen ohne echten Marktbezug. Die Lösung:

  • Geh früh raus und teste schnell,
  • fokussiere dich und
  • arbeite datenbasiert.

Wenn du das verinnerlichst, vermeidest du die größten Stolperfallen – und baust eine Go-to-Market-Strategie, die wirklich funktioniert.

Welche Rolle spielt deine Go-to-Market-Strategie bei der Finanzierung?

Mit einer klugen Go-to-Market-Strategie kannst du Pluspunkte bei möglichen Investor*innen sammeln. Denn so zeigst du ihnen, dass 

  • du genau weißt, wer deine Kund*innen sind
  • du verstehst, welches Problem du für sie löst 
  • und du einen konkreten Plan hast, über welche Kanäle du sie erreichst und Umsatz generierst

Besonders überzeugend wird diese Darstellung, wenn zentrale Annahmen bereits durch Marktdaten, Gespräche mit der Zielgruppe, Tests oder erste Umsätze gestützt werden. Die GTM-Strategie ist damit ein wichtiger Baustein der Finanzierungsargumentation. 

FundingReady: Finde die passende Finanzierung für dein Startup

FundingReady ist ein kostenloses Tool, das dir zeigt, welche Finanzierungsformen für dein Startup realistisch sind. So bekommst du klare Orientierung statt Bauchgefühl. Das Problem vieler Startups: Sie suchen Kapital, ohne die Anforderungen genau zu kennen, die von verschiedenen Geldgeber*innen gestellt werden. Dadurch riskieren sie Absagen, Fehlschläge und Frustration. 

Welchen Output bekommst du konkret?

Mit FundingReady erhältst du:

  • deinen aktuellen Funding-Score
    → Wie finanzierungsbereit ist dein Startup Stand heute? 
  • passende Finanzierungsoptionen
    → Welche Finanzierungsformen sind realistisch? 
  • konkrete Handlungsempfehlungen
    → Was kannst du verbessern, um funding-ready zu werden? 
  • Zugang zu Tools & Unterstützung
    → z. B. für Planung, Pitch oder Struktur 

Dein nächster Schritt: Check deinen Funding-Score und finde heraus, wie finanzierungsbereit dein Startup wirklich ist.

Eine Illustration zeigt den Funding-Ready-Score.

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Warum ist das Angebot kostenlos?

Das Angebot wird finanziert von der KfW, mit dem klaren Ziel, Startups in Deutschland erfolgreich zu machen. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Startups ein zentraler Treiber für Innovation, Wachstum und neue Arbeitsplätze sind, von dem unsere gesamte Wirtschaft und unsere Gesellschaft profitieren. 

Für dich bedeutet das: Du bekommst Zugriff auf hochwertige Ressourcen, ohne dafür bezahlen zu müssen – auch nicht mit deinen Daten! Wir garantieren dir höchsten Datenschutz und Sicherheit. 

Fazit: Wie eine GTM-Strategie deinen Start erleichtern kann

Einen funktionierenden Weg in den Markt zu finden, ist eine große Hürde für Startups. Umso wichtiger ist eine solide Go-to-Market-Strategie.

Sie hilft dir:

  • schneller zu lernen 
  • gezielter Kund*innen zu gewinnen 
  • früher Umsatz zu erzielen 
  • und Investor*innen zu zeigen, unter welchen Voraussetzungen dein Startup wachsen kann. 

Die wichtigste Botschaft für dich: Es geht nicht um Perfektion — sondern darum, dass du zügig losgehst, systematisch lernst, und dein Produkt schrittweise marktfähig machst.

FAQ zur Go-to-Market-Strategie

Was gehört zu einer Go-to-Market-Strategie?

Zu einer Go-to-Market-Strategie gehören Zielgruppe, Positionierung, Value Proposition, Pricing, Marketingkanäle, Vertriebskanäle, Customer-Journey und KPIs. Diese Bausteine helfen dir, deinen Markteintritt gezielt zu steuern.

Wann solltest du mit einer Go-to-Market-Strategie starten?

Du solltest früh mit deiner Go-to-Market-Strategie starten — spätestens, wenn du dein MVP testest und echtes Kundenfeedback sammelst. Entscheidend ist, dass du schnell prüfst, ob dein Produkt ein echtes Problem löst und ob du zahlende Kund*innen findest.

Was ist der Unterschied zwischen Go-to-Market-Strategie und Markt­durchdringungs­strategie?

Die Go-to-Market-Strategie beschreibt, wie ein Unternehmen ein Angebot für eine bestimmte Zielgruppe positioniert und über geeignete Marketing- und Vertriebskanäle in den Markt bringt. 

Eine Marktdurchdringungsstrategie verfolgt dagegen das Ziel, den Absatz bestehender Produkte in bestehenden Märkten zu steigern und dort einen größeren Marktanteil zu erreichen. Das kann beispielsweise durch eine intensivere Kundenansprache, stärkere Kundenbindung, Preisanpassungen oder die Gewinnung von Kunden der Konkurrenz geschehen. 

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bhp