Unternehmensübernahme – Gründen mit solider Basis

So gehst du die Übernahme eines Unternehmens erfolgreich an

Du kannst dir vorstellen, Unternehmer*in zu werden? Dann ist dein erster Gedanke wahrscheinlich, dass du dir eine Geschäftsidee ausdenken und dann dein eigenes Unternehmen gründen musst. Wir möchten dich in diesem Artikel auf einen weiteren Weg in die Selbstständigkeit hinweisen: Die Unternehmensübernahme.

Chancen und Risiken bei der Unternehmensübernahme

Für die Übernahme eines Unternehmens gibt es verschiedene Wege: Kauf, Schenkung, Pacht und Beteiligung. Im Folgenden geht es fast ausschließlich um den Kauf und wir gehen meist auch davon aus, dass du weder im zu übernehmenden Unternehmen arbeitest noch das Unternehmen schon im Besitz deiner Familie ist.

Die Motive, ein Unternehmen zu verkaufen, können sehr unterschiedlich sein. Manchmal möchte sich der/die aktuelle Inhaber*in persönlich umorientieren. Die größte Gruppe in Deutschland sind aber aktuell Unternehmer*innen, die aus Altersgründen eine*n Nachfolger*in suchen. Und es gibt solche, die ihr Unternehmen los werden möchten, weil es finanziell nicht (mehr) so viel abwirft wie erwartet.

Die Übernahme eines Unternehmens ist daher mit Chancen und Risiken verbunden. Deine größte Chance ist natürlich: Du startest nicht bei null, sondern kannst auf gewachsene Strukturen aufsetzen. Im Idealfall hat dein*e Vorgänger*in ein solides Geschäftsmodell geschaffen, verlässliche Zulieferer und Partner an Bord geholt, ein Team zusammengestellt, das gut und gerne miteinander arbeitet, einen attraktiven Kundenstamm von sich überzeugt und auch für die Zukunft schon strategische Weichen gestellt.

Ein weiterer Vorteil bei einer Unternehmensübernahme im Vergleich zu einer Neugründung: Eine Nachfolge ist für Banken und Bürgschaftsbanken attraktiv. Die Kredite sind normalerweise größer und damit lukrativer, das Risiko dagegen geringer bzw. für die Bank besser einzuschätzen, da ja schon „echte“ Zahlen vorliegen. Und auch bei der Förderung sieht es gut aus: Betriebsübernahmen werden von den meisten Programmen genauso gefördert wie Existenzgründungen. Mehr dazu in unserem Förderfinder.

Doch wie sagt man so schön zu Heiratswilligen? „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“ Das raten wir auch dir, wenn du mit dem Gedanken spielst, ein Unternehmen zu übernehmen.

In den gewachsenen Strukturen können Risiken schlummern. So ist der Betrieb vielleicht nicht so ganz in dem tollen Zustand, wie dein*e Vorgänger*in es dir weismachen will. Vielleicht zeichnen sich schon starke Veränderungen am Markt ab und das Unternehmen ist dafür nicht gut aufgestellt. Oder vielleicht hängen das Team – oder die Kunden! - sehr am/an der alten Chef*in.

Und auch nicht ohne: Als Übernehmer*in haftest du für sämtliche bestehenden Arbeitsverträge, für betriebliche Steuerverbindlichkeiten und Sachmängel (Garantien). Kurz: Auf dich gehen mit dem Kauf alle Verpflichtungen des Unternehmens über.

Was du beim Kauf eines etablierten Unternehmens entscheiden und bedenken musst, wollen wir dir gerne in diesem Artikel mit auf den Weg geben. Im Grunde musst du vier wichtige Entscheidungen treffen. Acht Schritte sind dazu nötig.

Vier Entscheidungen, acht Schritte:
Dein Weg zum Unternehmenskauf

Deine EntscheidungDein Weg zur Entscheidung
1. Unternehmen übernehmen statt neu gründen?

1. Schritt: Persönliche Motivation und Kompetenzen klären

2. Schritt: Netzwerk und Ressourcen aufbauen

2. Welche Unternehmen kommen in Frage?

3. Schritt: Geeignete Unternehmen finden

4. Schritt: Mögliche Übernahmekandidaten sondieren

3. Welche Kandidaten kommen in die Endauswahl?5. Schritt: Top-Übernahmekandidaten prüfen
4. Wie könnte es gehen?

6. Schritt: Übernahmeplan und Finanzierung

7. Schritt: Verträge

8. Schritt: Formalitäten und Übernahme der Geschäfte

 

1. Schritt: Persönliche Motivation und Kompetenzen klären

Als allererstes solltest du ganz grundsätzlich prüfen, ob der Einstieg in ein bestehendes Unternehmen für dich eine passende Form der Selbstständigkeit ist. Stelle dir dazu ein paar persönliche Fragen. Vor allem nach deiner Motivation für die Übernahme und dazu, wie du dir deine nächsten beruflichen Jahre vorstellst.

Frage dich, was dir Spaß bringt, was du gut kannst, was du unbedingt ausprobieren möchtest, wo und wie du privat leben möchtest. Entwickle ein möglichst konkretes Gefühl dafür, wie du nach der Übernahme deines Wunschunternehmens leben und arbeiten willst: Hast du Spaß am Managen, Führen und Organisieren? Das ist eine gute Ausgangsposition, denn von Mitarbeiterführung über die Zufriedenstellung von Kunden bis zur strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens gestaltest du alles schon ab dem ersten Tag.

Deine Selbstbetrachtung muss neben der persönlichen Motivation auch deine formale Qualifikation einschließen: Hast du die Qualifikationen, die du in der gewünschten Branche brauchst? Im Handwerk z.B. brauchst du zur Übernahme eines Betriebs oft einen Meistertitel (oder du beschäftigst einen Meister).

2. Schritt: Netzwerk und Ressourcen aufbauen

Die Übernahme eines Unternehmens ist nicht ohne Netzwerk möglich. Fange daher früh an, Fachleute und Ratgeber in der Hinterhand zu haben. Wahrscheinlich wirst du anwaltliche und steuerrechtliche Einschätzungen bzw. Wirtschaftsprüfer und einen Notar brauchen. Auch ein Coach kann hilfreich sein. Wenn absehbar ist, dass du Fördermittel und/oder eine Finanzierung benötigst, suche dir passende Ansprechpartner hierfür. Bau dir ein Netzwerk auf, auf das du zurückgreifen kannst, dem du vertraust, das dir persönlich und fachlich zur Seite steht. Und wie bei jeder anderen Gründung: Weihe deine Familie und Freunde in deine Pläne ein - rede einfach viel mit anderen.

Denke auch über die Übernahme hinaus, also an den laufenden Betrieb des Unternehmens. Mach eine Inventur deiner Ressourcen und nutze Chancen, deine Talente zu stärken.

Auf dieser Basis solltest du bereit sein für Entscheidung Nummer eins: „Unternehmen übernehmen oder neu gründen?“

Dein Business entsteht hier!
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3. Schritt: Geeignete Unternehmen finden

Oben haben wir ja schon eine Parallele zur Ehe gezogen. „Tindern statt heiraten“ ist unser zweiter Rat an dich. Was wir damit meinen? Begib dich auf die Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten und vergiss dabei die Romantik der „einen und einzigen großen Liebe“. Dein Ziel sollte sein, eine Auswahl an Unternehmen zu haben, von denen du dir vorstellen kannst, sie zu übernehmen.

Es gibt drei Stoßrichtungen, wie du Unternehmen findest, die eine*n Nachfolger*in, Käufer*in etc. suchen:

  1. Manchmal übersieht man ja leicht das Naheliegendste: Wem gehört aktuell das Unternehmen, in dem du arbeitest? Vielleicht hast du schon mal gehört, dass der/die Inhaber*in sich zur Ruhe setzen möchte und es keine*n Nachfolger*in in der Familie gibt? Wenn du dir nicht sicher bist, wie du deine*n Chef*in geschickt auf das Thema ansprechen sollst, schicke eine*n Freund*in vor. Oder behaupte, du fragst für eine*n Freund*in.
  2. Online findest du verschiedene Börsen, in denen Unternehmen zum Kauf angeboten werden und bei denen du Gesuche einstellen kannst. Nexxt-change und Deutsche Unternehmerbörse sind solche Angebote: Hier kannst du branchenspezifisch und regional suchen.
  3. Ähnlich wie bei Immobilien gibt es auch für Unternehmen spezialisierte Maklerbüros. Sie nennen sich häufig „M&A-Berater“ (dies steht für das englische „Mergers & Acquisitions“) und sind in den letzten Jahren vermehrt auch für kleine und mittlere Unternehmen tätig.

4. Schritt: Mögliche Übernahmekandidaten sondieren

Nach deiner Recherche solltest du nun drei bis fünf Unternehmen auf deiner Liste haben, deren Übernahme du dir grundsätzlich vorstellen kannst. Damit du die Fakten über das jeweilige Unternehmen vergleichbar machen und auch ein solides Bachgefühl für die Chemie zwischen dir und deinem/deiner Vorgänger*in entwickeln kannst, empfehlen wir dir zunächst zwei Schritte:

  1. Nutze das interaktive Geschäftsmodell-Tool der Gründerplattform, um schnell die wichtigsten Informationen zusammenzutragen und die Funktionsweise des Unternehmens zu verstehen.

    Anhand dieser „Business Model Canvas“, der strukturierten Darstellung des Geschäftsmodells auf einem Blatt Papier, kannst du eine erste Einschätzung vornehmen, ob und wie viele Veränderungen notwendig sind, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen oder zu halten. Prüfe hierbei, ob du die Kompetenzen dafür hast oder an Bord holen kannst.

    Unsere Erfahrung: Die Transformation von zwei Feldern ist zu schaffen. Mehr wird schwierig. Idealerweise identifizierst du daher einen starken, dir vertrauten Hebel, um das Unternehmen voranzubringen - z.B. die Digitalisierung des Vertriebs, falls das dein Spezialgebiet ist. Wenn du gleich mehrere große „Baustellen“ entdeckst, überlege kritisch, ob du diese wirklich bei laufendem Betrieb abgearbeitet bekommen würdest.
     
  2. Nimm Kontakt mit dem/der Inhaber*in des jeweiligen Unternehmens auf, verabrede dich mit ihm/ihr und besprecht das Geschäftsmodell. Stelle viele Fragen. Bewerte die Antworten nicht, sondern ergänze deine elf Felder. Hierbei wirst du schnell merken, ob die Chemie zwischen euch stimmt. Und die Chemie ist wichtig. Denn nur wenn ihr euch sympathisch seid und ein Verständnis für die Perspektive des Anderen habt (am Ende geht es um den Konflikt „Wertschätzung des Lebenswerks vs. angemessener Kaufpreis“), verliert ihr euer gemeinsames Ziel, die Weiterführung des Unternehmens, nicht aus dem Blick. Bedenke, dass du mit deinem/deiner Vorgängerin ein bis zwei Jahre lang zu tun haben wirst, da eine Unternehmensübernahme ein längerer Prozess ist.

    Unser Tipp: Frage, welche Rolle sich der/ die Vorbesitzer*in wünscht. Eine gute Möglichkeit ist, wenn er/sie nach der Übergabe als beratende Instanz im Umfeld des Unternehmens zur Verfügung stehen würde. Dies ist nicht unüblich und wird dir die Übernahme erleichtern. Steuerlich ist es in einem solchen Fall meist sinnvoll, das Berater-Honorar hoch anzusetzen und den Kaufpreis dafür niedrig zu halten.

Wenn ihr offen zueinander seid, wird es auch einfacher sein, über den Preis und die weiteren Konditionen der Übergabe zu verhandeln.

Apropos Preis: Früher oder später wirst du auf das Thema Unternehmensbewertung stoßen. Hier empfehlen wir dir unseren Beitrag zur Unternehmensbewertung, in dem wir dir einen Überblick über die verschiedenen Verfahren und ihre Vor- und Nachteile geben.

Für deine Vorauswahl ist am ehesten das Multiplikatorverfahren geeignet. Bei ihm vergleichst du die Preisvorstellung des Verkäufers gegen übliche Preise in der Branche und erhältst so eine erste Basis, nach Gründen zu fragen, falls die Preisvorstellung nach oben abweicht.

Wenn du die Analyseschritte für alle Unternehmen auf deiner Liste durchlaufen hast, lege dir eine zusammenfassende Tabelle an. Schätze für jedes Unternehmen drei Aspekte ein:

  1. Chemie – Wie gut kannst du dir eine Zusammenarbeit mit deinem/deiner Vorgänger*in vorstellen?
  2. Transformation – Wie viel Veränderung am Geschäftsmodell ist notwendig?
  3. Preis – Ist die Preisvorstellung deines Vorgängers/ deiner Vorgängerin realistisch? Könntest du den Finanzierungsbedarf aufbringen?

Nun hast du eine Priorisierung, mit welchen Kandidaten du die nun immer arbeitsaufwändigeren nächsten Schritte angehen solltest. Entscheidung zwei ist damit gefallen - du hast Unternehmen gefunden, die prinzipiell in Frage kommen würden.

Notizen nehmen

5. Schritt: Top-Übernahmekandidaten prüfen

Deine ein bis zwei Top-Kandidaten solltest du jetzt auf Herz und Nieren prüfen.

Spätestens jetzt wirst du dich mit Expert*innen umgeben haben, die dich begleiten und wahrscheinlich ein klassisches „Due-Diligence“-Verfahren mit dir und dem Übernahmekandidaten durchlaufen. In diesem Prozess werden die Bücher geöffnet und du erhältst auf vertraulicher Basis tiefen Einblick in die Lage und Struktur des Unternehmens.

Frage dein Gegenüber nach Schlüsselpersonen und prüft zusammen, ob du diese vertraulich um ihre Meinung und ihre Unterstützung bitten kannst, bevor ihr die Übernahme offiziell macht. Lass dir vorher erläutern, wieso diese Schlüsselpersonen nicht selbst als Nachfolger*in in Betracht gezogen wurden oder abgelehnt haben.

Lass dir die bestehenden Verträge und Verbindlichkeiten zeigen. Manche Haftungsrisiken lassen sich durch einen Eintrag ins Handelsregister oder durch einen Vertrag beseitigen, zum Teil muss das Haftungsrisiko direkt über den Kaufpreis verrechnet werden. Hole dir zu diesem Thema juristischen Rat und achte darauf, dass Haftungsfragen in einem Vertrag eindeutig beantwortet werden.

Last but not least: Überlege gemeinsam mit deinem/deiner Vorgänger*in, wann und wie ihr die Belegschaft über die anstehende Übernahme informiert. Ihr solltet dabei behutsam vorgehen, die Mitarbeiter*innen des Unternehmens aber auch nicht zu lange außen vor lassen. Höre auch hier auf dein Bauchgefühl und frage dich, wie du selbst als Angestellte*r gerne informiert und eingebunden werden würdest.

Nach diesen ganzen Schritten solltest du eine klare Einschätzung zu dem/den Kandidaten haben. Entscheidung Nummer drei ist damit gefallen und du hast maximal zwei Top-Kandidaten. Mit den harten und weichen Faktoren im Hinterkopf sollst und kannst du an dieser Stelle auch den geforderten Kaufpreis erneut kritisch prüfen.

Nun musst du nur noch entscheiden, welcher Weg für die konkrete Übernahme der erfolgversprechendste ist. Gehe die letzten drei Schritte.

6. Schritt: Übernahmeplan und Finanzierung

Wie bei einer Neugründung musst du auch für die Unternehmensübernahme einen Businessplan erstellen. Dieser hat ein paar Besonderheiten und heißt meist „Übernahmeplan“. Prinzipiell hilft dir aber auch hier unser interaktives Businessplan-Tool.

Du brauchst noch einen Businessplan?
Wir helfen dir weiter!

In deinem Businessplan schreibst du zum einen dein Geschäftskonzept nieder, zum anderen legst du deine Zahlen dar. Du ermittelst also deinen Finanzbedarf für den Unternehmenskauf und wie du diesen durch Eigen- und Fremdkapital aufbringen willst.

Berücksichtige dabei auch die Steuern, die bei der Übernahme des Unternehmens auf dich zukommen. Dies im Einzelnen zu erläutern, würde hier den Rahmen sprengen, denn die steuerlichen Konsequenzen unterscheiden sich nach Form der Übernahme. Selbst bei einer unentgeltlichen Übernahme eines Betriebs fallen Steuern an, nämlich die Schenkungssteuer – vergleichbar der Erbschaftssteuer beim Erben eines Betriebs. Hier brauchst du fachlichen Beistand.

Wenn du einen Überblick über deinen Finanzbedarf hast, wirst du wahrscheinlich mit Banken das Gespräch suchen. Parallel lohnt es sich, nach Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten. Die meisten Gründungsförderungsprogramme unterstützen auch Unternehmenskäufe und Nachfolge. Nutze hier ganz einfach den Förderprogrammfinder der Gründerplattform.

Nun ist die Planung deiner Übernahme soweit abgeschlossen und es wird konkret.

7. Schritt: Verträge

Die Ausgestaltung eines Unternehmenskaufvertrages orientiert sich vor allem an der Rechtsform des Unternehmens sowie an den steuerlichen und rechtlichen Zielen. Wegen der Vielzahl der zu treffenden Regelungen und Absprachen beim Unternehmenskaufvertrag, empfehlen wir dir, spätestens jetzt eine*n Jurist*in zu Rate zu ziehen. Unter Umständen brauchst du auch eine*n Notar*in, denn insbesondere, wenn z.B. Immobilien oder Anteile einer GmbH mitveräußert werden, brauchst du eine notarielle Beurkundung.

Das Thema Haftung und entsprechende Verträge haben wir ja schon angesprochen. Hole dir auch zu diesem Thema Hilfe und achte darauf, dass dein Kauf- bzw. Übernahmevertrag folgende Angaben enthält:

  • Präzise Angaben zum Unternehmen, das du übernimmst
  • Genaue Beschreibung des Kaufgegenstands - ggf. übernimmst du ja auch nur Teile des Unternehmens
  • Vom Verkäufer zugesagte Eigenschaften
  • Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten
  • Zeitpunkt der Übergabe

Noch ein Tipp: Prüfe, ein Wettbewerbsverbot mit deinem/deiner Vorgänger*in in den Kaufvertrag aufzunehmen. So vermeidest du, dass er/sie das gleiche oder ein ähnliches Geschäft wiedereröffnet und auf seinen/ihren bisherigen Kundenstamm zurückgreift. Sicher ist sicher!

Musterverträge kannst du beispielsweise bei den Handwerks- und Handelskammern einsehen. Drei haben wir für dich recherchiert:

8. Schritt: Formalitäten und Übernahme der Geschäfte

Spätestens wenn die Tinte unter den Verträgen trocken ist, geht es los mit dem neuen Alltag. Du bist nun Unternehmer*in - und wie das Wort schon vermuten lässt, hast du direkt einiges zu unternehmen.

Formell hast du noch ein paar Dinge zu erledigen. Am besten benennst du eine Person in deinem Unternehmen, die das Thema verantwortlich übernimmt:

  • Finanz- und Gewerbeamt sowie Arbeitsamt und Berufsgenossenschaft informieren
  • Mitgliedschaften in Kammern und Verbänden aktualisieren
  • Ggf. Eintragungen in Handwerksrolle, Handelsregister etc. ändern
  • Fahrzeugzulassungen, Konzessionen etc. erneuern
  • Laufende Verträge (Miete, Pacht, Telefon, Strom, Wasser, Gast etc.) umschreiben lassen
  • Impressum der Website, Geschäftspapiere, E-Mail-Signaturen etc. aktualisieren

Je nach Branche kann die Liste länger werden. Aber lass dir beruhigend gesagt sein: Die Formalitäten wären bei einer Neugründung auch nicht weniger, eher im Gegenteil.

Ganz wichtig bei der tatsächlichen Übergabe des Unternehmens: Kommuniziert die Übernahme spätestens jetzt gegenüber Kunden und Lieferanten. Am besten tust du dies gemeinsam mit deinem/deiner Vorgänger*in und eher persönlich als per Serien-E-Mail. Denn mit zufriedenen Kunden, treuen Lieferanten und loyalen Mitarbeiter*innen kannst du dein Geschäft erfolgreich führen.

Fazit

Der Kauf bzw. die Übernahme eines Unternehmens ist ein guter Weg in die Selbständigkeit. Wenn du dich hierfür entscheidest, kommt dir folgende Entwicklung entgegen: Laut einer Studie der KfW wird in den nächsten Jahren nahezu eine „Nachfolgewelle“ über den deutschen Mittelstand rollen. Es stehen über eine halbe Million Übergaben an. Du wirst also zunehmend attraktive Unternehmen finden, die eine*n neuen Inhaber*in suchen – du bist also in starker Position.

Wir haben dir einen Einblick in die Vor- und Nachteile einer Unternehmensübernahme gegeben und das typische Vorgehen bei einer Übernahme skizziert. Falls das auf den ersten Blick nach viel Arbeit klingt und du an der einen oder anderen Stelle noch Fragezeichen im Kopf hast, lass dich nicht entmutigen. Wissen und Erfahrung erlangt man über die Zeit. Sei offen, höre dir und anderen zu, recherchiere, wer sich in deiner Region bzw. deiner Zielbranche mit dem Thema Nachfolge und Unternehmensübernahme beschäftigt. Unternehmer*in zu werden ist ein Prozess und du wirst sehr viel auf dem Weg zum eigenen Unternehmen lernen. Werde dabei nicht ungeduldig oder kaufe überhastet – wenn du das richtige Unternehmen vor dir hast, wirst du es wissen.

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bhp