Bioladen eröffnen und Guten Appetit wünschen

Bio ist angesagt, das kann deine Chance sein

In Deutschland gab es 2017 circa 2.500 Bioläden

Der durchschnittliche Bonwert eines Einkaufs in einem Bio-Supermarkt ist nur 50 Cent höher als in einem großen Supermarkt

Durchschnittlich werden mind. 60.000 EUR investiert

Grüne Zeiten für Gründer - so eröffnest du einen erfolgreichen Bioladen

Lebensmittel aus nachhaltigem Bio-Anbau sind weltweit gefragt. Immer mehr Gründer*innen in der Lebensmittelbranche setzen deshalb auf reine Bio-Läden. Willst du in die Selbstständigkeit einsteigen und einen eigenen Bioladen eröffnen, gibt es einige Punkte zu beachten. Neben dem nötigen Know-how und logistischen Herausforderungen solltest du die Grundlagen von Buchhaltung und gängigen Marketingstrategien kennen. Je besser du über den Markt und aktuelle Trends informiert bist, desto konkurrenzfähiger wird dein Unternehmen. Wir haben alle nötigen Schritte von der ersten Idee bis zur Eröffnung deines eigenen Bioladens zusammengefasst, um dir die Gründung zu erleichtern.

Positionierung und Rechtsform

Zunächst solltest du dir Gedanken darüber machen, wie du dich auf dem Markt positionieren möchtest. Die kostengünstigste Methode für den Einstieg ins Bio-Geschäft ist die Eröffnung eines Onlineshops. So kannst du deinen privaten Keller als Lager nutzen und Kunden über das Internet erreichen - Ladenmiete und Löhne für Kassierer und Putzkräfte fallen somit weg. Möchtest du deine Waren in eigenen Geschäftsräumen verkaufen oder sogar einen Großhandel eröffnen, solltest du genügend Budget einplanen. Vor der Gewerbeanmeldung solltest du bereits eine Geschäftsform gewählt haben - einen Onlinehandel oder einen kleinen Verkaufsstand kannst du leicht als Einzelunternehmer*in bestreiten. Arbeitest du mit Freunden und Investoren zusammen, kannst du dein Geschäft auch als GmbH oder AG anmelden.

Etabliere dein Geschäft auf dem Markt

Neben der Meldung beim Gewerbeamt, Finanzamt und beim zuständigen Amtsgericht solltest du dich vor der Eröffnung deines Bioladens unbedingt bei der IHK in deiner Region anmelden. Die Industrie- und Handelskammer bietet Jungunternehmer*innen viele Fortbildungsmöglichkeiten und dient als Anlaufstelle bei formellen Fragen zur Existenzgründung. Wenn du eine eigene Filiale eröffnen willst, solltest du dich zusätzlich mit der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik in Verbindung setzen. Die Berufsgenossenschaft schützt Unternehmer*innen vor wirtschaftlichen Nachteilen und bietet die nötige gesetzliche Unfallversicherung, damit du und deine Mitarbeiter bei Arbeitsunfällen ausreichend abgesichert seid.

„Für Bio-Händler ist die Auswahl des Sortiments besonders wichtig - informiere dich genau über jeden deiner Lieferanten und achte darauf, dass du dein Bio-Versprechen wirklich einhältst.“

Stelle dein Sortiment zusammen

Neben der Geschäftsform ist vor allem das Angebot deines Bioladens entscheidend für deinen Erfolg oder Misserfolg. Vor und nach der Eröffnung solltest du stets nach Kooperationspartnern und regionalen Lieferanten suchen. Auf speziellen Messen und Netzwerk-Veranstaltungen kannst du neue Kontakte knüpfen und dich mit Gleichgesinnten austauschen.

Für Bio-Händler ist die Auswahl des Sortiments besonders wichtig - informiere dich genau über jeden deiner Lieferanten und achte darauf, dass du dein Bio-Versprechen wirklich einhältst. Durch die Spezialisierung auf bestimmte Bereiche wie Bio Nahrungsergänzung, Bio Kindernahrung oder Superfoods aus dem Ausland sticht dein Geschäft unter anderen Bioläden heraus und zieht auch Kunden außerhalb deiner unmittelbaren Reichweite an.

Sortiment in einem Bioladen

Grundausstattung für Filialen und Online-Händler

Die Lagerung von Lebensmitteln unterliegt in Deutschland relativ strengen Vorgaben. Zur Grundausstattung für jeden Bioladen gehören deshalb angemessene Kühlelemente, Geräte zur genauen Überprüfung der Temperatur und ein sauberer Lagerraum. Aber aufgepasst! Kleinvieh macht auch Mist: An Verkaufsständen benötigst du zum Beispiel sichere Kassen, übersichtliche Regale und ansprechende Dekoration. Als Bio-Unternehmer*in solltest du bei der Auswahl der Reinigungsmittel und Verpackungsmaterialien darauf achten, nur ökologisch nachhaltige Ware einzukaufen und zu nutzen.

Versuche, auf Plastik zu verzichten und deinen Laden mit energiesparenden Leuchtmitteln auszustatten. Wenn du hundert Prozent nachhaltig arbeiten willst, kannst du zusätzlich grüne Energie für Strom und Heizung nutzen. Die Aufrüstung ist nicht ganz billig, zahlt sich aber meist schon nach wenigen Monaten aus und dient als kostenlose Werbung für dein nachhaltiges Geschäftskonzept.

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Entwickle ein Marketingkonzept

PR und Marketing sind zwei große Arbeitsbereiche, die viele Erst-Unternehmer*innen vor der Gründung unterschätzen. Werbung ist mit Kosten verbunden, die nur schwer kalkulierbar sind - manch eine kostspielige Werbeaktion generiert vielleicht kaum neue Kunden, während ein gut geschriebener Zeitungsartikel ganz ohne Investitionen für neuen Schwung sorgen kann. Gutes Marketing ist eine Frage der Erfahrung - lege zu Beginn ein paar kreative Aktionen fest oder schalte Werbung über Plakate, online, im Radio oder im Fernsehen.

Je nach Geschäftsmodell und Aufstellung sind völlig unterschiedliche Marketingkonzepte sinnvoll. Auf die Unterstützung einer PR-Agentur solltest du zu Beginn verzichten, um laufende Kosten einzusparen und selbst ein Gefühl für deine Kunden zu entwickeln. Als Bio-Händler*in solltest du dein nachhaltiges Geschäftskonzept zur Werbung nutzen: Mache deiner Kundschaft klar, dass sie dem Planeten kinderleicht etwas Gutes tun kann - durch das Einkaufen in deinem Shop. Nutze dein Marketing-Budget zum Beispiel für ökologische Aktionen und den Artenschutz und nutze die mediale Aufmerksamkeit für dein Geschäft.

Fortbildung und Netzwerkerweiterung

Bio-Händler*innen sollten über aktuelle politische Themen rund um die ökologische Nahrungsmittelproduktion informiert sein und ihre Produkte genau kennen. Je besser du den Unterschied zu herkömmlichen Nahrungsmitteln erläutern kannst, desto überzeugender wirkt dein Verkaufskonzept. Von der Produktion über die Inhaltsstoffe bis hin zu wichtigen Informationen für Allergiker solltest du alles über die Bio-Nahrungsmittel in deinem Angebot wissen bzw. das Wissen z.B. auf einer Website vorhalten und dich ständig weiter informieren. Die Bio-Industrie boomt - behalte deshalb unbedingt aktuelle Trends im Auge und aktualisiere regelmäßig dein Sortiment.

Ernährung ist vor allem für Sportler von großer Bedeutung - wenn du die Grundlagen der Stoffwechsel-Lehre kennst und weißt, welche Nährstoffe zum Beispiel für das Muskelwachstum oder die körperliche Leistungsfähigkeit entscheidend sind, kannst du deine Kundschaft qualitativ hochwertiger beraten und mit Kompetenz in deinem Fachgebiet glänzen. Gleiches gilt für bestimmte Krankheiten wie Diabetes, Adipositas und Allergien. Gib deinen Kunde*innen das Gefühl, in dir einen echten Experten für Bio-Lebensmittel und Bio-Ernährung gefunden zu haben. Kompetenz spricht sich schnell herum und ist die beste Werbung.

Online-Marketing und soziale Medien

Kaum ein Geschäft kommt ohne Werbung in sozialen Medien aus. Mit cleveren Aktionen auf Facebook, Twitter und Co. kannst du deine Kunden immer auf dem Laufenden halten und deine Zielgruppe erreichen. Wettbewerbe, informative Links und Brancheninfos sind beliebte Inhalte, durch die du im Gespräch bleibst. Interessenten sollten dein Geschäft im Netz problemlos finden können - eine eigene Website mit informativen und SEO-konformen Texten ist deshalb ein absolutes Muss, wenn du einen performanten Bioladen eröffnen willst. Mit einem zusätzlichen Online-Shop kannst du deine Waren auch überregional verkaufen und neue Vertriebswege erschließen. Probiere dich einfach aus – wir wünschen dir viel Erfolg!

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bhp