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Imker*in werden

Dein Weg in die Selbstständigkeit mit Bienen und Honig

Der Duft von frischem Honig, das leise Summen im Bienenstand und die Verantwortung für ein faszinierendes Ökosystem – so könnte dein Leben aussehen, wenn du dich entschließt, Imker*in zu werden. 

Ob als Hobby, nebenberuflich oder gleich als vollwertige Existenzgründung: Die Imkerei erlebt seit einigen Jahren einen echten Boom. Kein Wunder, denn Bienen produzieren nicht nur Honig, sondern sind auch als Bestäuber für unsere gesamte Nahrungsmittelkette unverzichtbar. 

Du überlegst schon länger, dich als Imker*in selbstständig zu machen? Hier erfährst du alles über Berufsbild, Voraussetzungen, passende Ausrüstung und die ersten Schritte in eine erfolgreiche Selbstständigkeit.

Auf einen Blick

  • Voraussetzungen: Es gibt keine geregelte, staatlich anerkannte Ausbildung für Imker*innen. Das nötige Wissen erwirbst du über Vereine, Imkerkurse und praktische Erfahrung am Bienenstand. 
  • Rechtsform: Imkerei zählt steuerlich meist zur Land- und Forstwirtschaft, nicht als Gewerbe. Als Rechtsform kommen verschiedene in Frage, je nachdem, ob du allein oder mit anderen gründest, z. B. Einzelunternehmen, UG oder GmbH. 
  • Startkosten: Für den Einstieg mit zwei bis drei Bienenvölkern solltest du mit rund 1.000 bis 2.500 EUR für Ausrüstung, Völker und Schutzbekleidung rechnen. 
  • Zeitaufwand: Ein Bienenvolk beansprucht in der Saison etwa ein bis zwei Stunden pro Woche – zur Haupterntezeit im Sommer auch mehr, im Winter deutlich weniger.

Berufsbild Imker*in: Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Wer Imker*in werden möchte, übernimmt weit mehr als nur das Honigernten. Zum Alltag gehören u. a.:

  • Pflege und Kontrolle der Bienenvölker
  • vorbeugende Maßnahmen gegen Krankheiten wie die Varroamilbe
  • Fütterung im Winter
  • Vermehrung und gegebenenfalls Verkauf von Völkern

Hinzu kommt die eigentliche Honiggewinnung: Schleudern, Sieben, Abfüllen und Etikettieren nach den gesetzlichen Vorgaben der Honigverordnung. Viele Imker*innen erweitern ihr Angebot außerdem um Nebenprodukte wie Wachs, Propolis oder Met, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.

Das Berufsbild Imker*in ist stark saisonal geprägt: Im Frühjahr und Sommer ist der Arbeitsaufwand am höchsten, im Winter reduziert sich die Arbeit auf gelegentliche Kontrollen und Füttern. Wer sich selbstständig macht, kombiniert imkerliches Fachwissen mit unternehmerischen Aufgaben – Buchhaltung, Marketing, Kundenkontakt sowie je nach Betriebsgröße auch Logistik für den Versand von Honiggläsern und weiteren Produkten.

Hobby, Nebenerwerb oder Vollzeitselbstständigkeit – was lohnt sich

Bevor du loslegst mit der Imkerei, solltest du ehrlich abwägen, welches Modell zu deiner Lebenssituation passt. Entscheidend sind hierfür vier Faktoren:

  • Zeit: Ein Volk beansprucht in der Saison etwa ein bis zwei Stunden pro Woche. Wer viele Völker professionell betreuen möchte, muss deutlich mehr Zeit einplanen – gerade zur Erntezeit im Sommer. 
  • Wissen: Je mehr Völker du hältst, desto wichtiger wird fundiertes biologisches Fachwissen, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu vermeiden. 
  • Standort: Für einen nebenberuflichen oder vollzeitlichen Betrieb brauchst du ausreichend Trachtangebot – also blühende Pflanzen in der Umgebung – sowie einen geeigneten, genehmigten Standort für die Bienenstöcke. 
  • Verantwortung: Mit zunehmender Völkerzahl steigt auch die unternehmerische Verantwortung: Meldepflichten, Qualitätssicherung beim Honig und eine verlässliche Betreuung der Tiere, auch wenn du krank oder im Urlaub bist. 

Als grobe Richtschnur gilt: Ab etwa 20 bis 30 Völkern lässt sich ein nennenswertes Nebeneinkommen erzielen, für eine Vollzeitselbstständigkeit sind häufig 100 Völker oder mehr sowie zusätzliche Dienstleistungen wie Bestäubungsimkerei notwendig. Die meisten Neueinsteiger*innen starten daher bewusst klein im Nebenerwerb und skalieren erst mit wachsender Erfahrung.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen, um Imker*in zu werden?

Formal ist der Einstieg in die Imkerei in Deutschland unkompliziert: Es gibt keine Zulassungspflicht und keinen geschützten Berufstitel. Trotzdem solltest du dir vor dem Start solides Grundwissen aneignen, um Fehler zu vermeiden, die für die Bienenvölker gefährlich werden können. Schließlich handelt es sich um Lebewesen, für die du verantwortlich bist. Außerdem gibt es einige rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, die für alle Imker*innen gelten, egal ob im Hobby oder in der Selbstständigkeit. So kannst du dich vorbereiten:

  • Kurse und Vereine: Lokale Imkervereine bieten häufig einen niedrigschwelligen Einstieg mit Mentoring durch erfahrene Imker*innen. Ein Imkerkurs vermittelt dir in wenigen Wochenenden das notwendige Grundwissen zu Biologie, Betriebsweise und Krankheitsvorbeugung. 
  • Praxiserfahrung: Nichts ersetzt die Arbeit am eigenen Bienenstand. Viele Vereine bieten Patenschaften an, bei denen du ein Volk zunächst gemeinsam mit einer erfahrenen Person betreust. 
  • Gesundheitliche Eignung: Da Bienenstiche zu allergischen Reaktionen führen können, solltest du deine Verträglichkeit vorab ärztlich abklären lassen. 
  • Belastbarkeit im Freien: Imkerei findet bei jedem Wetter statt – körperliche Fitness und Freude an der Arbeit im Freien sind von Vorteil. Auch das kannst du gut mit einer Patenschaft austesten.

Rechtliche Grundlagen

Auch wenn eine Ausbildung für Imker*innen nicht vorgeschrieben ist, unterliegt das Bienenhalten gesetzlichen Pflichten. Nach der Bienenseuchen-Verordnung musst du jeden Bienenstand beim zuständigen Veterinäramt anmelden, damit Krankheiten wie die Amerikanische Faulbrut kontrolliert werden können – diese Anzeigepflicht gilt bundesweit und unabhängig von der Völkerzahl. 

Hinzu kommen die Nachbarrechtsgesetze der Bundesländer, die je nach Bundesland Mindestabstände der Bienenstöcke zu Nachbargrundstücken oder öffentlichen Wegen vorschreiben. Wer später Honig verkaufen möchte, muss zusätzlich die Vorgaben der Honigverordnung einhalten.

Wie du Imkerei lernen kannst

Der klassische Weg führt über den örtlichen Imkerverein, der meist eigene Einstiegskurse anbietet oder an Imkerkurse des jeweiligen Landesverbands angebunden ist. Diese Kurse kombinieren Theorie – etwa zu Bienenbiologie, Völkerführung und Krankheitsbekämpfung – mit praktischer Arbeit am Bienenstand. Für Gründer*innen mit ernsthaften Selbstständigkeitsplänen lohnt es sich, zusätzlich Fachseminare zu Betriebswirtschaft, Vermarktung und Bio-Zertifizierung zu besuchen, falls du später ökologisch imkern möchtest.

Auch der Bienenstand selbst will gut geplant sein: Achte auf ausreichend Abstand zu Nachbargrundstücken, ein gutes Trachtangebot (blühende Wiesen) in der Umgebung sowie eine wind- und sonnengeschützte Lage. Die eigentlichen Bienenvölker solltest du möglichst von regionalen, gesunden Zuchtlinien beziehen, idealerweise über deinen Imkerverein oder zertifizierte Züchter*innen, statt über anonyme Online-Angebote. So stellst du sicher, dass die Tiere an das lokale Klima angepasst sind und keine Krankheiten einschleppen.

Tipp: Beim Deutschen Imkerbund findest du die Landesverbände nach Bundesländern sortiert auf einen Blick.

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Imker*in werden – was kostet das?

Die Grundausstattung entscheidet maßgeblich über die Startkosten deines Imkereivorhabens. Der spezialisierte Fachhandel für Imkerbedarf bietet komplette Einsteiger-Sets, die sich aber im Preis stark unterscheiden können, je nach Beutentyp und Materialqualität:

Ausrüstung ungefähre Kosten
Beute (Bienenkasten) inkl. Rähmchen 150–300 EUR pro Volk
Bienenvolk (Ableger) 150–250 EUR
Schutzbekleidung für Imker*innen (Anzug, Handschuhe, Schleier) 80–200 EUR
Smoker, Stockmeißel, Bürste 50–100 EUR
Honigschleuder (für mehrere Völker gemeinsam nutzbar) 300–800 EUR
sonstiges Zubehör (Sieb, Eimer, Etiketten) 50–150 EUR

Für den Einstieg ins Imkerei-Business mit zwei bis drei Völkern liegen die Kosten damit meist zwischen 1.000 und 2.500 EUR. Wer mehrere Völker gleichzeitig aufbaut oder gleich in eine professionelle Honigschleuder investiert, kann deutlich höher liegen. Die gute Nachricht: Viele Imkervereine verleihen Schleudern und andere teure Geräte gemeinschaftlich, was gerade am Anfang Kosten spart.

Imker*in werden – Schritt für Schritt

Der Weg in die Imkerei lässt sich wie jede andere Gründung strukturiert angehen. Wie viel Aufwand du in die einzelnen Schritte steckst, hängt stark davon ab, ob du dich nebenberuflich selbstständig machen möchtest oder direkt ein Vollzeit-Business planst. Die folgenden acht Schritte zeigen dir, wie du starten kannst.

1. Geschäftsidee und Geschäftsmodell

Überlege dir zu Beginn, worauf dein Angebot aufbauen soll: reiner Honigverkauf, Vermarktung von Nebenprodukten wie Wachs und Propolis, Bestäubungsimkerei für Landwirtschaftsbetriebe oder auch Wissensvermittlung durch eigene Imkerkurse und Führungen? Im Nebenerwerb reicht oft ein einfaches Modell mit Direktvermarktung; bei einer hauptberuflichen Gründung lohnt es sich, mehrere Standbeine zu kombinieren, um saisonale Schwankungen auszugleichen

Tipp: Deine Ideen kannst du mit unserem Geschäftsmodell-Tool strukturieren.

2. Markt- und Standortanalyse

Prüfe, wie viele Imkereien es bereits in deiner Region gibt, wie hoch die lokale Nachfrage nach regionalem Honig ist und ob genügend Trachtangebot für die geplante Völkerzahl vorhanden ist. Für eine Vollzeit-Selbstständigkeit ist diese Analyse essenziell, da sie direkt über die realistische Betriebsgröße entscheidet. Im Nebenerwerb kannst du hier pragmatischer vorgehen, solltest aber dennoch abschätzen, ob sich dein Honig in ausreichender Menge absetzen lässt.

3. Businessplan erstellen

Auch für eine kleine Nebenerwerbsimkerei lohnt sich ein einfacher Businessplan mit Kostenübersicht und grober Umsatzplanung – so behältst du den Überblick, ob sich dein Hobby langfristig trägt. Wer hauptberuflich einsteigen möchte, sollte einen vollständigen Businessplan inklusive Finanzierungs-, Liquiditäts- und Absatzplanung erstellen, insbesondere wenn Fördermittel oder ein Bankkredit beantragt werden sollen.

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4. Rechtsform wählen

Die meisten Imkereien starten als Einzelunternehmen, da dies unkompliziert und kostengünstig ist. Planst du einen größeren, hauptberuflichen Betrieb mit mehreren Mitarbeitenden oder höherem Haftungsrisiko, kann sich später auch eine GmbH oder UG lohnen. 

Wichtig: Imkerei wird steuerlich in der Regel der Land- und Forstwirtschaft zugeordnet, nicht dem klassischen Gewerbe – das wirkt sich auf deine Anmeldung und Buchführungspflichten aus (siehe Schritt 7). 

Damit einher geht in den meisten Bundesländern auch eine Pflichtmitgliedschaft in der zuständigen Landwirtschaftskammer: Wer einen land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb führt, wird dort automatisch Mitglied, eine gesonderte Antragstellung ist meist nicht nötig. Die Höhe des Beitrags richtet sich in der Regel nach dem Grundsteuermessbetrag oder der Betriebsgröße. In Bundesländern ohne eigene Landwirtschaftskammer (etwa Bayern oder Brandenburg) entfällt diese Pflicht. 

Informiere dich am besten direkt bei der für deinen Standort zuständigen Kammer, ob und zu welchem Beitrag eine Mitgliedschaft für dich relevant wird – das gilt übrigens auch für kleinere Nebenerwerbsimkereien, nicht nur für Vollzeit-Betriebe.

5. Finanzierung klären

Im Nebenerwerb reicht meist Eigenkapital für die Grundausstattung. Für eine hauptberufliche Gründung solltest du zusätzliche Finanzierungsquellen wie den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit, landwirtschaftliche Förderprogramme oder klassische Bankkredite prüfen, da Investitionen in größere Völkerbestände, Schleuderräume oder Fahrzeuge schnell mehrere Zehntausend Euro erreichen können.

Tipp: Nutze unseren Finanzierungs-Finder, um Förderungen und Kredite in deiner Region passend zu deinen Anforderungen zu entdecken.

6. Bienenstand anmelden und Ausrüstung beschaffen

Unabhängig vom Umfang deiner Selbstständigkeit musst du jeden Bienenstand beim zuständigen Veterinäramt anmelden – diese Pflicht nach der Bienenseuchen-Verordnung gilt für Hobby- wie für professionelle Imker*innen gleichermaßen. Parallel beschaffst du über den Fachhandel für Imkerbedarf Beuten, spezielle Schutzbekleidung für Imker*innen und weiteres Zubehör, wobei sich die Menge natürlich nach deiner geplanten Völkerzahl richtet.

7. Steuerliche Anmeldung

Melde dein Vorhaben beim Finanzamt über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an, sobald du Einnahmen erzielst. Solange dein Umsatz gering bleibt (seit 2025 unter 25.000 EUR im Jahr), kannst du von der Kleinunternehmerregelung profitieren.

Ist mein Imkereibetrieb ein Gewerbe oder nicht?

Da die Imkerei steuerlich als land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit eingestuft wird, musst du normalerweise kein Gewerbe anmelden. Es gibt jedoch eine Ausnahme: nämlich dann, wenn du nicht ausschließlich Honig aus eigener Erzeugung verkaufst, sondern in nennenswertem Umfang fremde Handelsware zukaufst und weiterverkaufst. Dazu zählen etwa Honig anderer Imkereien, zugekaufte Bienenprodukte oder Imkereizubehör, die du im eigenen Shop mit anbietest. 

Sobald der Zukaufanteil eine gewisse Grenze überschreitet, stuft das Finanzamt den Betrieb als Gewerbe ein. Heißt: Du musst ein Gewerbe anmelden, unterliegst der Gewerbesteuerpflicht (mit Freibetrag) und bist gegebenenfalls zu einer gesonderten Buchführung nach den Regeln für Gewerbebetriebe verpflichtet, während für Land- und Forstwirtschaft sonst eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung ausreicht.

Tipp: Wenn du planst, größere Mengen zuzukaufen, lohnt sich frühzeitig eine Rücksprache mit deinem Finanzamt oder einer Steuerberatung, um die genaue Grenze für deinen Fall zu klären.

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8. Start und Skalierung

Beginne mit einer überschaubaren Völkerzahl, sammle Erfahrung über ein bis zwei Saisons und erweitere deinen Betrieb dann schrittweise. Wer nebenberuflich startet, kann bei guter Auslastung später in die Vollzeit-Selbstständigkeit wechseln, sobald Umsatz und Routine es zulassen.

Als Imker*in Honig verkaufen: Das musst du beachten

Wer Honig verkaufen möchte, muss die Vorgaben der Honigverordnung einhalten: Korrekte Kennzeichnung mit Ursprungsland, Mindesthaltbarkeitsdatum, Füllmenge und Chargennummer ist Pflicht. Für den Direktverkauf ab Hof, auf Wochenmärkten oder über deinen eigenen Onlineshop reicht in den meisten Fällen die Anmeldung als land- und forstwirtschaftlicher Betrieb; erst bei größerem Zukauf fremder Ware oder umfangreicher Weiterverarbeitung brauchst du ggf. ein Gewerbe.

Für die Vermarktung lohnt sich ein durchdachter Auftritt: hochwertige Etiketten, eine klare Preisgestaltung und regionale Vertriebswege wie Hofläden, Feinkostgeschäfte oder Wochenmärkte. Viele erfolgreiche Imkereien setzen zusätzlich auf einen eigenen Onlineshop oder Kooperationen mit lokalen Cafés und Restaurants. Wer sich vom Massenmarkt abheben will, kann auf Zertifizierungen wie das Bio-Siegel oder die Mitgliedschaft im Deutschen Imkerbund mit dem bekannten Gewährverschluss setzen – das schafft Vertrauen bei Kund*innen und rechtfertigt oft höhere Preise.

Typische Anfängerfehler und wie du sie vermeiden kannst

Jede*r fängt mal irgendwo an und gerade zu Beginn können dir einige Fehler passieren, die den Start ins Imkerei-Business erschweren können. Folgende Fehler lassen sich von Anfang an vermeiden, wenn du sie erst mal kennst:

  • Zu schnelles Wachstum: Viele Neueinsteiger*innen kaufen zu viele Völker auf einmal, ohne die nötige Zeit und Erfahrung dafür zu haben. 
  • Vernachlässigte Varroa-Behandlung: Die Varroamilbe ist die häufigste Ursache für Völkerverluste, wenn du Bienen hältst – regelmäßige Kontrollen sind unverzichtbar. 
  • Fehlende Marktanalyse: Wer den Honig verkaufen möchte, sollte vorab die lokale Konkurrenz und realistische Absatzmengen einschätzen. 
  • Unklare rechtliche Einordnung: Wird die Grenze zum Gewerbe überschritten, ohne dies anzumelden, drohen Nachzahlungen und Bußgelder – lass dich dazu am besten von deinem Steuerbüro beraten.

Mit guter Vorbereitung, einem starken Netzwerk im Imkerverein und realistischem Wachstumstempo lassen sich diese Risiken deutlich reduzieren.

Fazit

Imker*in zu werden, ist ein Weg, der Leidenschaft für die Natur in Verbindung mit unternehmerischem Denken erfordert. Der Einstieg gelingt am besten schrittweise: erst Grundwissen über Vereine und Kurse aneignen, dann mit wenigen Völkern praktische Erfahrung sammeln und erst bei wachsender Sicherheit die Selbstständigkeit ausbauen. Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt, realistisch kalkuliert und die Bienengesundheit stets im Blick behält, kann aus der Imkerei ein erfüllendes Neben- oder sogar Haupteinkommen aufbauen.

FAQ

Kann ich als Hobby-Imker*in Honig verkaufen?

Ja, das ist grundsätzlich erlaubt. Wichtig ist aber, dass du die Vorgaben der Honigverordnung zur Kennzeichnung einhältst, etwa Ursprungsland, Mindesthaltbarkeitsdatum und Füllmenge auf dem Etikett. Sobald du regelmäßig Honig verkaufst, geht das Finanzamt von einer Einnahmenerzielungsabsicht aus. Dann musst du die Tätigkeit steuerlich anmelden.

Was kostet eine Grundausstattung für Imker*innen?

Für den Einstieg mit zwei bis drei Bienenvölkern liegen die Kosten meist zwischen 1.000 und 2.500 EUR, inklusive Beuten, Bienenvölkern, Schutzbekleidung und Grundzubehör. Eine Honigschleuder kann zusätzlich 300 bis 800 EUR kosten, lässt sich aber oft über den örtlichen Imkerverein gemeinsam mit anderen Imker*innen nutzen.

Wann muss ich als Imker*in ein Gewerbe anmelden?

Solange du ausschließlich selbst erzeugten Honig verkaufst, bleibst du steuerlich in der Land- und Forstwirtschaft und brauchst kein Gewerbe. Ein Gewerbe wird erst nötig, wenn du in nennenswertem Umfang fremde Handelsware zukaufst und weiterverkaufst, etwa Honig anderer Imkereien oder zugekauftes Imkereizubehör.

Kann man Imker*in auch ohne Ausbildung werden?

Ja, es gibt keine staatlich geregelte Ausbildung und keinen geschützten Berufstitel für Imker*innen. Der Einstieg gelingt in der Praxis über Imkervereine, Imkerkurse und praktische Erfahrung am eigenen Bienenstand.

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bhp