Filme sind deine Leidenschaft, Kino dein zweites Zuhause und Darsteller*innen auf Bühnen und Bildschirmen siehst du als große Vorbilder? Oder anders gesagt: Du träumst davon, Schauspieler*in zu werden? Wenn du das Gefühl hast, dass dich nichts so sehr erfüllt, wie in andere Rollen zu schlüpfen, dann hör auf zu träumen und fang an zu spielen!
Dieser Artikel hilft dir dabei, die ersten Schritte zu verstehen und herauszufinden, ob der Schauspielberuf wirklich zu dir passt. Dein Guide von A wie „Ausbildung“ bis Z wie „zum Star werden“.
Warum sollte ich Schauspieler*in werden?
Wir haben einige Punkte zusammengetragen, die dafürsprechen, Schauspieler*in zu werden. Es müssen nicht alle Punkte auf dich zutreffen, doch bei der Mehrheit stehen die Chancen gut, dass Schauspiel nicht nur ein Traum bleibt, sondern ein realistischer Weg für dich sein kann. Ganz wichtig: Du musst nicht in allem perfekt sein. Leidenschaft, Lernbereitschaft und der Mut, loszugehen, sind oft schon der beste Start.
Du möchtest Menschen berühren und inspirieren
Du kannst Menschen zum Lachen bringen, sie zum Nachdenken anregen oder ihnen durch schwere Zeiten helfen. Es gibt wohl kaum eine kraftvollere Form, Emotionen zu transportieren, als die Schauspielerei.
Du lebst täglich deine Kreativität
Wenn du Schauspieler*in wirst, wird auch Kreativität Teil deiner täglichen Arbeit. Du darfst Figuren erfinden, Emotionen erforschen und Geschichten lebendig machen. So gut wie kein anderer Beruf bietet so viel Raum für Fantasie.
Du lernst dich selbst besser kennen
Beim Schauspiel wächst du über dich hinaus. Du entdeckst neue Seiten an dir, lernst deine Grenzen kennen – und gehst auch mal über sie hinaus. Das macht dich nicht nur als Künstler*in, sondern auch als Mensch stärker.
Du arbeitest so abwechslungsreich wie kaum jemand sonst
Kein Projekt ist wie das andere. Jede Rolle bringt neue Herausforderungen, neue Teams, neue Themen. Langeweile? Gibt’s im Schauspiel praktisch nie.
Du entwickelst Fähigkeiten fürs Leben
Selbstbewusstsein, Empathie, Körpersprache, Kommunikation, Präsenz – Schauspiel schult Soft Skills, die in jeder Lebenslage und fast jedem Beruf Gold wert sind.
Du kannst deine Leidenschaft zum Beruf machen
Viele Menschen arbeiten nur, um Geld zu verdienen. Leider. Schauspieler*innen leben das, was sie lieben. Wenn dich diese Kunst erfüllt, gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als dafür anerkannt und bezahlt zu werden.
Du wirst Teil einer kreativen Community
An Filmsets, bei Theaterprojekten und Workshops lernst du ständig neue, inspirierende Menschen kennen. Viele finden in dieser Branche Freundschaften fürs Leben.
Du hast die Chance, etwas Besonderes zu erleben
Premieren, Drehs an außergewöhnlichen Orten, emotionale Momente, kreative Hochphasen – Schauspiel bietet Erfahrungen, die du so in kaum einem anderen Beruf findest.
Es fühlt sich einfach richtig für dich an
Der wichtigste Grund: Dein Bauchgefühl. Wenn du merkst, dass Bühne oder Kamera sich nach Zuhause anfühlen, ist das ein Zeichen, dem du folgen solltest.
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Voraussetzungen, um Schauspieler*in zu werden
Einfach Texte auswendig lernen und auf einer Bühne eine Rolle spielen? Schauspieler*in zu werden bedeutet weit mehr als das. Es braucht eine Mischung aus persönlichen Eigenschaften, professionellen Fähigkeiten, und manchmal auch einfach Glück. Wir haben die wichtigsten Voraussetzungen, um Schauspieler*in zu werden, für dich aufgelistet:
Leidenschaft für das Spiel
Ohne echte Begeisterung geht es nicht. Schauspiel erfordert viel Energie, Zeit und Engagement. Wenn du es liebst, Geschichten zu erzählen, Rollen zu gestalten und im kreativen Prozess aufzugehen, bringst du eine der wichtigsten Grundlagen mit.
Körperliche und emotionale Ausdruckskraft
Gute Schauspieler*innen können Gefühle zeigen, ohne zu übertreiben, und Menschen mit kleinen Nuancen berühren. Dazu gehören:
- lebendige Mimik
- klare Körpersprache
- eine ausdrucksstarke Stimme
- das Gespür für Timing und Emotionen
Disziplin und kontinuierliches Training
Es gibt eine Sache, die den Unterschied zwischen Hobby und professioneller Karriere macht: Disziplin. Schauspiel ist ein Handwerk, das wie jedes andere Handwerk auch diszipliniert ausgeübt werden muss. Dazu gehören:
- regelmäßige Weiterbildung
- intensives Proben
- Pünktlichkeit und Verlässlichkeit
- die Bereitschaft, Feedback anzunehmen und umzusetzen
Mut und Offenheit
Du darfst in der Schauspielerei nicht davor zurückschrecken, dich mit all deinen Stärken und Schwächen zu zeigen. Du solltest:
- mutig sein, neue Rollen auszuprobieren
- dich emotional öffnen können
- Kritik aushalten können
- Risiken eingehen, z. B. beim Vorsprechen
Empathie und Menschenverständnis
Um glaubwürdige Figuren darzustellen, musst du Menschen und ihre Emotionen verstehen. Wer gut beobachten kann, sensibel reagiert und sich in andere hineinversetzen kann, hat einen riesigen Vorteil.
Durchhaltevermögen
Das betrifft vor allem schwierige Phasen. Jede*r Schauspieler*in bekommt Casting-Absagen, das ist völlig normal. Erfolgreich ist oft nicht die Person mit dem größten Talent, sondern die mit der größten Ausdauer, kombiniert mit echter Willenskraft.
Eine solide Ausbildung
Ob Schauspielschule, Workshops, Coaching oder private Kurse – egal, für welche Schauspiel-Ausbildung du dich entscheidest – sie gibt dir Struktur, Technik und wertvolle Kontakte.
Manchmal einfach Glück
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, im Casting positiv aufzufallen oder jemanden zu treffen, der dein Potenzial erkennt – das alles spielt in dieser Branche eine Rolle. Glück ersetzt nicht Können, aber es kann deiner Schauspielkarriere auf die Sprünge helfen oder sogar einen großen Schubs geben.
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Ausbildungsmöglichkeiten im Überblick
Der Schauspielberuf hat den Vorteil, dass es viele Möglichkeiten gibt, ihn zu erlernen. Du kannst beispielsweise Schauspiel studieren, Workshops besuchen oder sogar Online-Unterricht nehmen. Welche die richtige Schauspielerausbildung für dich ist, hängt von deinen Zielen, deinem Budget und deinem bevorzugten Lernstil ab. Hier ist eine Liste mit den möglichen Bildungswegen, um Schauspieler*in zu werden.
Staatliche Schauspielschulen
Die renommierteste, aber auch anspruchsvollste Ausbildung.
Merkmale:
- sehr strenge Aufnahmeprüfungen
- hochwertige, fundierte Ausbildung
- Abschluss: staatlich anerkannt
- meist 3–4 Jahre Vollzeit
- vergleichsweise geringe Kosten
Geeignet für: alle, die eine klassische Theater- und Filmausbildung mit hohem Anspruch wollen.
Private Schauspielschulen
Flexibler, breiter gefächert, aber kostenpflichtig.
Merkmale:
- Aufnahmeprüfungen variieren
- oft moderne Lehrmethoden (z. B. Kameraarbeit, Casting-Training)
- 2–4 Jahre Ausbildung
- deutlich höhere Kosten
Geeignet für: diejenigen, die intensives Training möchten und bereit sind, in ihre Ausbildung zu investieren.
Schauspielworkshops & Kurzprogramme
Ideal, um den Beruf auszuprobieren oder sich gezielt weiterzubilden.
Merkmale:
- Wochenend- oder mehrwöchige Workshops
- Spezialisierungen möglich: Camera Acting, Sprache, Impro, Casting, Method Acting
- flexibel und günstig
Geeignet für: Anfänger*innen, die testen wollen, ob Schauspiel etwas für sie ist, oder Profis, die gezielt Skills vertiefen möchten.
Coaching & privater Einzelunterricht
Individuell, persönlich und sehr wirkungsvoll.
Merkmale:
- direkte 1:1-Betreuung
- ideal zur Vorbereitung auf Aufnahmeprüfungen oder Castings
- flexibel in Termin und Tempo
Geeignet für: Menschen, die schnell Fortschritte wollen oder sich auf etwas Spezifisches vorbereiten.
Fernunterricht & Online-Ausbildungen
Modern und ortsunabhängig.
Merkmale:
- Online-Kurse zu Schauspielgrundlagen, Emotionstraining, Kameraarbeit
- oft mit Live-Sessions
- kein vollwertiger Ersatz für Präsenztraining, aber gute Ergänzung
Geeignet für: alle, die flexibel bleiben wollen oder neben Job/Schule lernen.
Hochschulstudium im Bereich Film/Drama
Schauspiel-Ausbildung mit akademischem Fokus.
Merkmale:
- Schwerpunkt eher auf Theorie, Regie oder Dramaturgie
- manchmal integriert: Schauspielpraxis
- Bachelor/Master-Abschlüsse
Geeignet für: alle, die Schauspiel mit Wissenschaft, Regie oder Medien kombinieren wollen.
Quereinstieg ohne formale Ausbildung
Nicht der leichtere, aber ein möglicher Weg.
Merkmale:
- Teilnahme an Castings ohne festes Diplom
- Aufbau eines Portfolios durch freie Projekte
- Workshops + Praxiserfahrung ersetzen klassische Ausbildung
Geeignet für: Menschen mit starkem Talent, Ausstrahlung, Selbstorganisation und Durchhaltevermögen.
Schauspieler*in werden ohne klassische Ausbildung
Tatsächlich ist eine Karriere als Schauspieler*in auch ohne klassische Ausbildung möglich. Mit dem richtigen Talent, einer ordentlichen Portion Motivation und der passenden Strategie kannst du es auf große Bühnen und vor die Kameras angesehener Regisseur*innen schaffen, ohne jahrelang eine Schauspielschule besucht zu haben. Hier kommen ein paar Tipps, wie es dir gelingt, auf diese Art und Weise Schauspieler*in zu werden:
- Skills gezielt aufbauen: Trainiere deine schauspielerischen Fähigkeiten gezielt. Workshops, Intensivkurse oder Online-Trainings helfen dir, Techniken für Rollenarbeit, Improvisation oder Kameraarbeit zu erlernen und dich stetig zu verbessern.
- Praxiserfahrung sammeln: Parallel solltest du so viel praktische Erfahrung wie möglich sammeln. Dazu gehören Rollen in Theater- oder Amateurproduktionen, Kurzfilmen, Web-Serien, studentischen Projekten und sogar Komparsenrollen. Jede noch so kleine Rolle ist eine wertvolle Erfahrung und trägt dazu bei, dass du Sicherheit und Ausdruckskraft entwickelst. Außerdem lernst du so, ein Gespür für die Arbeit vor Publikum oder Kamera zu bekommen.
- Professionelles Portfolio erstellen: Ein gut gemachtes Showreel, also ein kurzer Videozusammenschnitt aus deinen besten Szenen, aussagekräftige Portraitfotos und ein übersichtlicher Lebenslauf mit allen Projekten, Kursen und Theaterproduktionen zeigen Casting-Direktor*innen, dass du ernsthaft arbeitest. Hochwertiges Demo-Material ist generell besonders wertvoll, um anderen dein Talent zu präsentieren.
- Netzwerk aufbauen: Kontakte zu Regisseur*innen, Casting-Direktor*innen und anderen Schauspieler*innen können dir Türen öffnen, die allein über Talent vielleicht geschlossen bleiben würden. Nimm aktiv an Projekten teil und nutze Social Media, Vorsprechen und Workshops, um für andere sichtbar zu werden.
- Disziplin und Durchhaltevermögen zeigen: Als Schauspieler*in ohne Ausbildung musst du dazu in der Lage sein, dich selbst motivieren zu können und wirklich diszipliniert arbeiten. Regelmäßiges Training, Feedback einholen, an dir arbeiten und Rückschläge aushalten sind unverzichtbar, um kontinuierlich Fortschritte zu machen.
- Glück nutzen: Glück spielt in der Schauspiel-Branche immer eine Rolle. Sei es die richtige Rolle zur richtigen Zeit, ein Casting, das perfekt passt, oder eine Empfehlung eines Kollegen oder einer Kollegin – Zufälle können dir den Weg freimachen. Dazu kommen Erfahrungen sammeln, Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen, jede Chance optimal nutzen – und du bist auf der Gewinnerseite.
Casting & Einstieg: Tipps für den Erfolg
Der Weg ins Schauspiel beginnt für viele mit Castings und Vorsprechen. Egal, ob du an einer Schauspielschule vorsprichst, dich für eine Filmrolle bewirbst oder bei einer Theaterproduktion landest – diese Momente entscheiden oft darüber, ob du den nächsten Schritt auf deiner Karriereleiter machst. Gute Vorbereitung ist dabei das A und O. Gleichzeitig solltest du ein gesundes Selbstvertrauen und die Fähigkeit zur Improvisation mitbringen.
Wir haben wertvolle Tipps für dich zusammengetragen, wie du erfolgreich in die Schauspielbranche einsteigst – und wie du bei deinen ersten Castings eine gute Figur machst.
Fange klein an – jede Bühne zählt
Schultheater, Amateurbühnen, freie Gruppen, Kurzfilme von Filmstudierenden oder Komparsenrollen: Jede noch so kleine Rolle bringt dich weiter. So baust du Routine auf, lernst, mit Publikum oder Kamera umzugehen, und sammelst Material für dein Showreel.
Baue ein starkes Fundament – Training ist Gold wert
Auch ohne klassische Schauspielschule brauchst du regelmäßiges Training, beispielsweise durch Workshops, Onlinekurse, Monologarbeit, Improvisation und Sprech- und Stimmtraining.
Arbeite mit einem Coach
Wenn es dein Budget zulässt, kann besonders am Anfang ein Schauspielcoach extrem helfen.
Er oder sie unterstützt dich bei Monologen, bei der Castingvorbereitung, bei der Rollenarbeit und bei deiner persönlichen Entwicklung als Schauspieler*in.
Erstelle professionelles Material (Showreel, Fotos, Vita)
Gewisse Materialien entscheiden oft darüber, ob du überhaupt zu einem Casting eingeladen wirst. Für deinen gelungenen Einstieg brauchst du:
- Professionelle Fotos (authentisch & typgerecht)
- Ein Showreel mit Szenen, die deine Stärken zeigen
- Eine klare, gut strukturierte Vita
Nutze Casting-Plattformen
Casting-Plattformen sind gerade für Anfänger*innen, die Schauspieler*in werden wollen, wertvolle Quellen für Rollen, Studentenfilmprojekte und Showreel-Szenen. Melde dich auf seriösen Plattformen an, z. B.:
- Castupload
- StagePool
- Filmmakers
- e-Caster
Vernetze dich
Wie immer bei einer Gründung: Kontakte sind überaus wertvoll. Auch die Schauspielbranche lebt von Beziehungen. Besuche also z. B. Workshops, Filmfestivals, Premieren, Netzwerktreffen oder Veranstaltungen von Filmhochschulen und nutze deine Chancen.
Filme mit Studierenden
Filmstudent*innen drehen ständig Projekte und suchen oft Leute für Hauptrollen.
Das ist perfekt, um starke Szenen für dein Showreel zu bekommen. Hier herrscht kein Druck, sondern viel Lernpotenzial.
Bewirb dich später bei Agenturen
Erst wenn du wirklich gutes Material und Erfahrungen gesammelt und herausgefunden hast, welche Rollen zu dir passen, kann eine Agentur dir die Türen öffnen. Bewirb dich erst, wenn deine Basis solide ist.
Alternative Wege nutzen
Manchmal startet eine Karriere als Schauspieler*in auch über andere Wege, z. B.: Social Media, Stand-up oder Synchronsprechen. Alles, was dich sichtbar macht, hilft dir.
Geduldig sein
Schauspieler*in zu werden, kann ein langer Weg sein. Absagen sind normal! Und es gehört auch dazu, zu zweifeln und mal eine Pause einzulegen. Geduld wird auf deiner Reise zu deiner größten Stärke. Mit Disziplin und stetiger Weiterentwicklung bleibst du im Rennen.
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Castings – so bekommst du die Rolle
Ein Casting ist ein Auswahlverfahren, bei dem Schauspieler*innen zeigen können, ob sie für eine bestimmte Rolle geeignet sind – mit kurzen Spielszenen, Monologen oder Improvisationen. Dies kann entweder live, per Video oder im Rahmen eines Selftapes stattfinden.
Bei einem Casting prüfen die Casting-Direktor*innen und Regisseur*innen, ob dein Auftreten, deine Spielweise, Ausstrahlung und Fähigkeiten zur Rolle und zur Produktion passen. Die Auswahl deiner Monologe oder Szenen, wenn du die Wahl hast, sollte also nicht nur zu deinem Typ passen, sondern auch zeigen, was du spielerisch draufhast. Übe sie so oft, bis sie sicher sitzen, aber nicht so „fest“, dass du unflexibel wirst. Denn Caster*innen lieben Schauspieler*innen, die auch spontan umswitchen können und bei Richtungswechseln ruhig weiterspielen.
Achte außerdem auf dein Auftreten im Castingraum. Schon beim Betreten und bei der Begrüßung entsteht der erste Eindruck. Sei selbstbewusst, aber natürlich. Sei gut vorbereitet, aber nicht verkrampft. Sei freundlich, offen und zeig, dass du Lust auf die Arbeit hast. Viele unterschätzen auch die Bedeutung der Smalltalk-Momente – sie verraten, ob man dich gerne am Set oder in der Probenzeit um sich hat.
Ein weiterer Erfolgsfaktor: Authentizität. Du musst nicht perfekt sein. Schauspieler*innen sind schließlich auch nur Menschen. Caster*innen möchten sehen, wer du bist, wie du denkst und fühlst und ob du für die Rolle entwicklungsfähig bist. Manchmal bekommst du im Casting neue Anweisungen oder musst den Text anders interpretieren. Solche Momente sind Gold wert, denn sie zeigen deine Flexibilität und deine Fähigkeit, in der Szene mitzudenken.
Technisch solltest du darauf achten, klar zu sprechen, sauber zu spielen und deine Emotionen glaubhaft aufzubauen, ohne in Overacting zu verfallen. Bei Selftapes gilt zusätzlich: gute Beleuchtung, ein neutraler Hintergrund und ein ruhiges, hochwertiges Bild. Du möchtest nicht, dass technische Fehler von deiner Leistung ablenken.
Und zuletzt ein gut gemeinter Rat, der dir immer wieder begegnen wird: Nimm Absagen nicht persönlich. Castings sind immer ein Zusammenspiel aus Talent, Timing, Typ und Glück – und manchmal kann es sein, dass du nicht ins Gesamtbild passt, schauspielerisch aber trotzdem toll warst. Bleib dran, lerne aus jedem Vorsprechen und sammle Erfahrung. Mit jeder Runde wirst du besser, sicherer und präsenter. Genau das bringt dich Schritt für Schritt näher zu deinem Ziel, Schauspieler*in zu werden.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest, wenn du erfolgreich Schauspieler*in werden möchtest
x Du glaubst, Talent allein reicht aus
✔ Schauspiel ist Handwerk. Nur mit Training, Übung und kontinuierlicher Weiterentwicklung kommst du weiter.
x Keine regelmäßige Praxis durch Workshops, Kurse und kleine Rollen
✔ Nur mit Erfahrung baust du Sichtbarkeit auf.
x Rollen spielen, die nicht zum eigenen Typ passen
✔ Gerade am Anfang ist es wichtig, authentische Rollen zu wählen, statt sich in etwas hineinzuzwingen, das nicht funktioniert.
x Overacting – zu viel spielen
✔ Viele wollen beeindrucken und übertreiben maßlos. Natürlichkeit wirkt fast immer stärker.
x Sich nicht vorbereiten
✔ Ungeübte Monologe, keine Recherche über das Projekt, unprofessionelle Selftapes – all das kostet Chancen.
x Unprofessionelles Auftreten bei Castings
✔ Zu spät kommen, unsicheres Auftreten, schlechte Kommunikation oder fehlender Respekt gehören zu den größten No-Gos.
x Kritik nicht annehmen können
✔ Feedback ist Gold – gerade in der Schauspielwelt.
x Kein Netzwerk aufbauen
✔ Viele Jobs entstehen durch Beziehungen, Empfehlungen und Kontakte. Wer allein kämpft, hat es schwer.
x Zu früh aufgeben
✔ Absagen gehören dazu. Sie sagen wenig über dein Talent aus, aber viel über Timing, Rolle, Typ und Glück.
Rechtliches zur Selbstständigkeit als Schauspieler*in
Wenn du Schauspieler*in werden möchtest, bist du in der Regel selbstständig. Ob für Film, TV, Theater oder Werbung spielt dabei keine Rolle. Viele starten erst einmal nebenberuflich selbstständig und wachsen dann nach und nach in ihr neues „Business“ hinein. Dazu weiter unten mehr. Egal, wie du es machst – damit du sicher, legal und entspannt in die Branche einsteigen kannst, findest du hier die wichtigsten rechtlichen Grundlagen.
Freiberuflichkeit oder Gewerbe?
Schauspieler*innen gehören in Deutschland fast immer zu den freien Berufen.
Das bedeutet:
- Du brauchst keinen Gewerbeschein.
- Du brauchst keine Gewerbesteuer.
- Es erfolgt lediglich die Anmeldung direkt beim Finanzamt.
Freiberuflich bist du vor allem dann, wenn du künstlerisch arbeitest: Film, Theater, Werbung, Performance, Voice Acting, Moderation, etc. Nur in seltenen Fällen, z. B. wenn du zusätzlich Produkte verkaufst oder stark unternehmerisch tätig wirst, kann ein Gewerbe nötig sein.
Steuern: Das erwartet dich
Als freiberufliche*r Schauspieler*in bist du zu Folgendem verpflichtet:
Steuernummer beantragen
Nach deiner Anmeldung beim Finanzamt erhältst du eine Steuernummer, die du für Rechnungen, Steuererklärungen etc. benötigst.
Einkommensteuer
Den Gewinn, den du als Schauspieler*in erzielst, musst du natürlich versteuern. Viele Kosten kannst du absetzen, z. B. Schauspielkurse, Workshops, Coachings, Reisekosten zu Castings, Technik (Kamera, Licht fürs Selftape), Showreel-Produktion, Agenturprovisionen, Arbeitskleidung (wenn berufsspezifisch). Lass dich bei deiner Einkommensteuer von einem Steuerprofi beraten und beauftrage direkt eine*n Steuerberater*in, um den Papierkram abzugeben.
Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)
In Deutschland beträgt der Umsatzsteuersatz gem. § 12 Umsatzsteuergesetz (UStG) 19 Prozent. Viele Schauspieler*innen entscheiden sich am Anfang für die Kleinunternehmerregelung, um keine Umsatzsteuer ausweisen zu müssen. Du kannst die Kleinunternehmerregelung nutzen, wenn:
- dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und
- im laufenden Jahr voraussichtlich unter 50.000 € bleibt.
Nebenberufliche Selbstständigkeit
Wenn du zunächst nebenberuflich Schauspiel betreibst, z. B. neben Ausbildung, Studium oder Hauptjob, gilt das rechtlich genauso als Freiberuflichkeit – nur mit weniger Aufwand,
z. B. in puncto Versicherungsthemen, also deiner Krankenversicherung. Wenn deine Selbstständigkeit klar nebenberuflich ist, bleibst du in deiner bisherigen Krankenversicherung (z. B. als Angestellte*r oder familienversichert). Du musst dich also nicht selbst versichern wie hauptberuflich Selbstständige.
Wie läuft die Gründung ab?
Die freiberufliche Tätigkeit ist glücklicherweise relativ unkompliziert, da du prinzipiell nur ein Einzelunternehmen gründest. So läuft es ab:
- Formular „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ online ausfüllen
Über ELSTER oder das Finanzamt. - Steuernummer erhalten
Danach kannst du Rechnungen schreiben und offiziell arbeiten. - Steuererklärung jährlich abgeben
Anlage S (Freiberufler), - Einnahmenüberschussrechnung, Einkommensteuer
Versicherung & wichtige Sonderregelungen
Künstlersozialkasse (KSK)
Viele Schauspieler*innen können sich über die KSK versichern lassen – sie übernimmt den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, also Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Der monatliche Beitrag richtet sich nach deinem zuvor geschätzten Jahreseinkommen. Voraussetzung ist, dass du die künstlerische Tätigkeit hauptberuflich ausübst und mindestens 3.900 € im Jahr verdienst (ausgenommen Berufsanfänger in den ersten 3 Jahren).
Unfallversicherung
Bei Drehs bist du meist über die Produktion versichert.
Recht auf Vertragsprüfung
Gerade bei Filmverträgen gilt: Lies dir alles genau durch oder lass sie von einem Profi prüfen, besonders wenn Buyouts und Nutzungsrechte enthalten sind.
Rechnungen und Verträge
Du brauchst für deine schauspielerische Tätigkeit:
- vollständige Rechnungen (inkl. Steuernummer, Leistungsbeschreibung)
- klare Vereinbarungen mit Produktionen
- ggf. Buyout-Regelungen (bei Werbung)
- Verträge mit Agenturen
- Nutzungsrechte bei Showreels
Wir empfehlen dir, von Anfang an einen eigenen, einfachen Mustervertrag zu haben, damit alles sauber schriftlich festgehalten werden kann.
Der Alltag als Schauspieler*in
Der Alltag als Schauspieler*in ist alles andere als ein klassischer 9-to-5-Job. Gerade, wenn du frisch in die Branche einsteigst, wirst du einen Mix aus Spannung, Unsicherheit und viel Eigeninitiative erleben.
Zu den typischen Aufgaben gehören nicht nur das Spielen selbst, sondern auch die kontinuierliche Suche nach Rollen. Schauspieler*innen arbeiten in unterschiedlichsten Jobs und Berufsfeldern: Theaterproduktionen, Film und Fernsehen, Werbespots, Synchronisation, Webserien, Komparsenrollen oder Voice-over-Arbeiten. Gerade am Anfang ist es völlig normal, wenn du mehrere kleinere Jobs parallel hast. Doch das ist gut so, denn so kannst du in diversen Bereichen wertvolle Praxiserfahrung sammeln, dein Portfolio aufbauen und vielleicht sogar dein Steckenpferd finden.
Die Zusammenarbeit mit Agenturen spielt in deiner beginnenden Karriere als Schauspieler*in eine wichtige Rolle. Agenturen vermitteln dir Vorsprechen, informieren dich über Castings und unterstützen dich beim Aufbau von Showreels und Portfolios. Besonders zu Beginn ist eine gute Agentur oft dein Schlüssel, um an interessante Projekte zu kommen und regelmäßig gebucht zu werden.
Was das Schauspieler-Gehalt betrifft, ist dieses während deines Einstiegs in die Schauspielbranche eher unregelmäßig. Honorare variieren stark je nach Medium, Erfahrung und Projektgröße. Viele Neueinsteiger*innen starten mit kleineren Rollen oder Komparsenjobs, bei denen das Einkommen schwankt. Es empfiehlt sich also, flexibel zu bleiben und anfangs mit unregelmäßigen Einnahmen leben zu können.
Auch die Arbeitsbedingungen sind oft sehr unterschiedlich. Schauspieler*innen haben ein hohes Arbeitspensum, wenn sie mitten in Projekten stecken. So fährst du beispielsweise sehr früh morgens zum Set oder zum Dreh und kommst erst spät wieder nach Hause. Auch Probenzeiten können manchmal an Wochenenden oder Feiertagen sein. Reisen zu Drehorten, spontane Änderungen am Set und intensive Arbeit an einzelnen Szenen sind Teil deines Jobs. Das mag hart klingen, doch der Schauspielberuf bietet dir eine enorm hohe kreative Freiheit. Jeder Tag ist anders, keine Rolle gleicht der anderen, und du lernst ständig neue Menschen und Arbeitsweisen kennen. Langeweile sieht anders aus!
Insgesamt ist dein Alltag also eine Mischung aus kreativer Arbeit, Organisation, Selbstvermarktung und Durchhaltevermögen. Gerade am Anfang erfordert er viel Engagement, Flexibilität und die Bereitschaft, Chancen zu nutzen, wann immer sie sich bieten. Doch wenn du deine Leidenschaft leben willst, ist dieses Leben auch unglaublich erfüllend und abwechslungsreich.
Fazit
Schauspieler*in zu werden bedeutet, Leidenschaft, Training und Durchhaltevermögen zu verbinden. Der Weg in die Branche kann klassisch über Schauspielschulen oder flexibel über Workshops, praktische Erfahrung, Amateurbühnen und ein gutes Showreel führen. Castings, kontinuierliches Networking und professionelles Auftreten sind entscheidend für den Einstieg. Wenn du Geduld hast, dich stetig weiterentwickelst und deine Kreativität lebst, findest du in diesem Beruf einen abwechslungsreichen, erfüllenden Alltag und viele spannende Möglichkeiten.
FAQ
Die Kosten variieren stark: Staatliche Schulen sind meist sehr günstig, während private Schauspielschulen zwischen 300 und 800 Euro pro Monat verlangen können. Dazu kommen Ausgaben für Workshops, Coaching, Material und Prüfungsgebühren.
Eine klassische Schauspielausbildung an staatlichen oder privaten Schulen dauert in der Regel drei bis vier Jahre. Alternativ kannst du dich auch über Workshops, Coaches, Onlinekurse und praktische Erfahrung weiterbilden, was zeitlich flexibler ist.
In den meisten Fällen nein – Schauspieler*innen gelten als Freiberufler*innen und müssen daher kein Gewerbe anmelden. Die Anmeldung erfolgt direkt beim Finanzamt, und du zahlst keine Gewerbesteuer.
Es gibt viele Wege, Schauspieler*in zu werden: über eine Schauspielschule, Workshops, Coaching oder durch praktische Erfahrung in Theatergruppen, Kurzfilmen oder Amateurprojekten. Wichtig sind Talent, Training, Ausdauer und ein gutes Showreel, um für Castings und Agenturen sichtbar zu werden.