Du postest regelmäßig auf Instagram, dein Feed hat eine klare Handschrift und du liebst es, dich mit deinen Follower*innen über deine Lieblingsthemen auszutauschen? Wenn du dir eine gewisse Reichweite aufgebaut hast, wirst du dir vielleicht die Frage stellen: Kann ich daraus ein Business machen?
Mit Instagram Geld zu verdienen, klingt für viele nach einem Job für Influencer*innen und Content Creator*innen. Tatsächlich steckt aber viel mehr Potenzial in der Social-Media-Plattform.
Wir verraten dir in diesem Artikel, wie du Instagram als Geschäftsidee nutzt, welche Einkommensquellen sich für wen eignen und wie du dein Instagram-Business rechtlich absicherst – samt Anmeldung beim Gewerbeamt, Steuern und Kennzeichnungspflichten.
Auf einen Blick:
- Nicht nur für Influencer*innen: Instagram funktioniert als Vertriebs- und Sichtbarkeitskanal auch ohne Kooperationen und Werbedeals.
- Mögliche Einnahmequellen: Geld mit Instagram verdienen kannst du z. B. über Kooperationen, Affiliate-Marketing oder indem du eigene Angebote bewirbst und verkaufst.
- Instagram-Business anmelden: Nutzt du Instagram nur als Marketingkanal für eine bestehende Freiberuflichkeit, bleibst du freiberuflich. Erzielst du Einnahmen über Kooperationen oder den Verkauf eigener Produkte, musst du ein Gewerbe anmelden.
Warum Instagram als Geschäftsidee interessant ist
Instagram ist nicht nur eine Plattform für Influencer*innen, sondern eignet sich für dich als Unternehmer*in auch wenn du nicht vorhast, andere Marken zu promoten. Du kannst Instagram nämlich sehr gut als Vertriebskanal für deine eigenen Angebote nutzen, beispielsweise für Produkte, Dienstleistungen oder für deine Personal Brand.
Instagram eignet sich beispielsweise für:
- Content Creator*innen, die mit eigenem Content eine Community aufbauen wollen.
- Expert*innen, die ihr Fachwissen sichtbar machen möchten, um Kund*innen zu gewinnen.
- Kleine Marken, Unternehmen und Shops, die Social Media Marketing betreiben.
- Solo-Selbstständige und Dienstleister*innen, die über die Plattform Anfragen generieren wollen (z. B. Buchung von Dienstleistungen).
Instagram kann als Werkzeug für deine Sichtbarkeit also auch ohne Kooperationen und Werbedeals interessant sein. Du musst nicht unbedingt Geld mit der Plattform verdienen, sondern kannst deine Reichweite nutzen, um Kund*innen für dein eigentliches Business zu gewinnen. Und das geht auch, wenn du dich selbst nie als Influencer*in bezeichnen würdest.
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Voraussetzungen: Nische, Zielgruppe und Reichweite
Willst du mit Instagram Geld verdienen, ist eine hohe Follower*innenanzahl zwar eine wichtige Kennzahl für deine Sichtbarkeit – allein macht sie aber noch kein digitales Business. Es kommt auch auf die folgenden Faktoren an:
Nische
Wofür soll man dich auf Instagram kennen?
Ein klares Themenfeld hilft dir, von Menschen und vom Algorithmus gefunden zu werden. Je klarer deine Nische ist, desto einfacher kann der Algorithmus deinen Content richtig einordnen und an die passende Zielgruppe ausspielen. Das ist wichtig, weil du ja auch Menschen erreichen willst, die dir noch nicht folgen.
Zielgruppe
Wer genau soll dir folgen und was brauchen diese Menschen von dir?
Um als Unternehmer*in erfolgreich zu sein, musst du deine Zielgruppe kennen und wissen, wie du ihre Probleme lösen kannst. Das gilt generell – egal ob du ein Café eröffnest, digitale Produkte verkaufst, eine Agentur gründest oder dich als Yoga-Lehrerin selbstständig machst. Je besser du deine Zielgruppe kennst, desto gezielter kannst du Content produzieren, der bei dieser ankommt.
Ein klares Angebot
Was genau bekommt jemand, der mit dir zusammenarbeitet oder bei dir kauft?
Willst du Instagram als Vertriebskanal nutzen, solltest du wissen, was du anbieten möchtest und welche Pain Points deiner Zielgruppe dieses Angebot löst.
Vertrauen
Würden dir deine Follower*innen auch etwas abkaufen?
Menschen wollen auf Social Media weniger von Unternehmen und lieber von anderen Menschen kaufen. Mit dem Aufbau einer Personal Brand legst du schon einen wichtigen Grundstein, um mit Instagram Geld zu verdienen. Damit deine Follower*innen den Content nicht nur konsumieren, sondern zu zahlenden Kund*innen werden, musst du sie aber während der gesamten Customer Journey durch den Marketing Funnel begleiten – denn es kauft nur, wer dir vertraut. Dieses Vertrauen baust du dir nach und nach auf: über sehenswerten Content und die Pflege deiner Community.
Engagement
Wie reagieren Menschen auf deinen Content?
Social Media Marketing dreht sich um KPIs wie Comments, Shares, Likes und Saves. Viele dieser Engagement-Zahlen sagen dem Algorithmus mehr über die Qualität deines Contents als die reine Follower*innenzahl. Was du also brauchst, ist Content, den deine Zielgruppe richtig gut findet und mit dem sie interagieren möchte.
Auch du bist gefragt: beantworte Fragen, kommentiere zurück und bedanke dich für Feedback, um deine Wertschätzung zu zeigen. Du kannst deine Follower*innen auch direkt auffordern, mit deinem Content zu interagieren, indem du z. B. Fragesticker in der Story postest, Umfragen startest oder ein Gewinnspiel veranstaltest.
Wiedererkennbarkeit
Würde man einen Beitrag von dir auch ohne deinen Namen erkennen?
Sich von anderen Creator*innen abzuheben, ist schwer, keine Frage. Und sind wir ehrlich: komplett neue Themen oder Formate gibt es kaum noch. Was sich aber nicht kopieren lässt, bist du selbst, denn deine Perspektive, deine Art und dein Ton sind einzigartig. Willst du mit Instagram Geld verdienen, ist es wichtiger, dir selbst treu zu bleiben, anstatt nach einer Idee zu suchen, die vor dir noch niemand anderes hatte.
Brauche ich einen Business-Account, um mit Instagram Geld zu verdienen?
Nein, ein Business-Account ist nicht zwingend erforderlich. Instagram unterscheidet zwischen persönlichen Konten und professionellen Konten.
Ein persönliches Konto eignet sich vor allem für die private Nutzung. Du kannst damit zwar eine Community aufbauen und über Kooperationen Geld verdienen, viele professionelle Funktionen stehen dir damit aber nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung.
Bei den professionellen Konten kannst du zwischen einem Creator- und einem Business-Konto wählen.
Ein Creator-Konto richtet sich vor allem an Content Creator*innen, Influencer*innen, Künstler*innen und Personen, die ihre eigene Marke aufbauen möchten. Du erhältst unter anderem Zugriff auf Statistiken und das Professional Dashboard. Dort findest du auch die Monetarisierungsfunktionen, die für dein Konto verfügbar sind.
Ein Business-Konto ist insbesondere für Unternehmen, Shops und Dienstleister*innen gedacht. Es bietet dir geschäftliche Funktionen wie Kontaktmöglichkeiten, Werbeanzeigen, Statistiken und die Anbindung an weitere Meta-Tools. Möchtest du vor allem deine eigenen Produkte oder Dienstleistungen vermarkten, ist dieser Kontotyp häufig die passende Wahl.
Wie kann man mit Instagram Geld verdienen?
Um auf Instagram Geld zu verdienen, musst du nicht Influencer*n werden, denn es gibt noch andere Einnahmenquellen. Wir haben dir die wichtigsten zusammengestellt:
Bezahlte Kooperationen
Unternehmen beauftragen dich mit Posts, Reels oder Story-Content. Im Gegenzug erhältst du ein Honorar oder eine geldwerte Gegenleistung (z. B. Rabatte, Gutscheine oder das beworbene Produkt).
Affiliate Marketing
Du bewirbst Produkte über Links oder Codes (z. B. über das Amazon Influencer Programm) und erhältst pro verkauftes Produkt eine Provision. Einen direkten Werbedeal mit der Marke musst du für Affiliate Marketing nicht abgeschlossen haben.
Eigene physische Produkte: Egal welche Produkte du verkaufst – deinen Instagram Kanal kannst du hervorragend als digitales Schaufenster benutzen. Per Instagram Shop kannst du einen eigenen Onlineshop mit deinem Profil verknüpfen und Interessent*innen direkt zum Kauf auf deine Seite schicken.
Digitale Produkte
Statt physischer Produkte kannst du auch digitale Waren wie E-Books, Presets, Vorlagen oder Online-Kurse auf Instagram vermarkten. Der Vorteil: Einmal erstellt lassen sich digitale Produkte beliebig oft verkaufen.
Dienstleistungen
Bist du z. B. als Coach*in, Berater*in oder Kreativschaffende*r tätig, kannst du potenzielle Kund*innen mit hochwertigem Content von deiner Expertise überzeugen und zur Buchung deiner Leistungen bewegen.
Sales-Funnels: Die Reichweite, die du mit deinem Content erzielst, kannst du nutzen, um Follower*innen auf deine Website, deinen Shop, eine Landingpage oder zur Newsletteranmeldung zu leiten.
Gründerplattform-Tipp: Instagram als Marketing- und Vertriebskanal
Möchtest du Instagram nutzen, um ein Online-Business zu starten und mit deiner Geschäftsidee sichtbar zu werden, verkaufst du in erster Linie über Vertrauen: statt deine Leistungen offensiv zu bewerben, zeigst du z. B. wie du arbeitest und was deine Kund*innen davon haben. So baust du nach und nach eine Beziehung zu deinen Follower*innen auf und machst diese zu zahlenden Kund*innen. Im Marketing nennt sich dieses Prinzip auch Social Selling.
Direkt auf Instagram Geld verdienen: Abos, Gifts und Badges
Du kannst auch direkt über Instagram Einnahmen erzielen. Dabei kommt das Geld je nach Funktion entweder von deiner Community oder im Rahmen besonderer Programme von Meta.
Mit Instagram-Abos kannst du deinen Follower*innen gegen eine monatliche Zahlung exklusive Inhalte anbieten. Das können beispielsweise besondere Stories, Reels, Beiträge, Livestreams oder Chats sein. Damit daraus regelmäßige Einnahmen entstehen, brauchst du eine engagierte Community und ein konkretes Angebot, für das deine Follower*innen dauerhaft bezahlen möchten.
Über Gifts können Nutzer*innen deine Reels unterstützen. Dafür erwerben sie virtuelle Sterne und senden sie dir als Geschenk. Bei Instagram Live können Zuschauer*innen außerdem Badges kaufen, um dich während eines Livestreams finanziell zu unterstützen.
Gelegentlich bietet Meta weitere Monetarisierungs- oder Bonusprogramme an. Solche Programme können jedoch zeitlich begrenzt sein oder nur ausgewählten Accounts offenstehen. Auch Abos, Gifts und Badges sind nicht automatisch für jedes Konto verfügbar. Voraussetzungen können unter anderem ein professionelles Konto, ein bestimmtes Mindestalter, ein eingerichtetes Auszahlungskonto und die Einhaltung der Monetarisierungsrichtlinien sein. Ob und welche Funktionen du nutzen kannst, siehst du in deinem Professional Dashboard.
Instagram Reels, Stories und Shopping richtig nutzen
Auf Instagram stehen dir mit Reels, Stories und statischen Posts verschiedene Formate zur Verfügung, die sich in ihrer Funktion unterscheiden und sich gegenseitig ergänzen:
- Reels sorgen für Reichweite: Reels sind dein wichtigstes Werkzeug für Reichweite, denn sie werden durch den Algorithmus auch Nutzer*innen ausgespielt, die dir noch nicht folgen.
- Stories schaffen Nähe: In deiner Story kannst du Einblicke hinter die Kulissen geben, deine Follower*innen in einen typischen Arbeitstag mitnehmen, Veranstaltungen und Aktionen teilen und dich über Sticker und Umfragen mit deiner Community austauschen.
- Posts vermitteln Wissen: In klassischen Feed-Posts kannst du deine Angebote vorstellen, Wissen teilen oder häufige Fragen deiner Zielgruppe beantworten. Besonders Karussell-Posts eignen sich, um komplexere Themen Schritt für Schritt zu erklären. Hilfreiche Beiträge werden häufiger gespeichert oder geteilt und können so langfristig Menschen auf dein Profil aufmerksam machen.
- Instagram Shopping und Produktmarkierungen: Wenn die Shopping-Funktionen für deinen Standort und dein Konto verfügbar sind, kannst du deine Produkte in Beiträgen oder Reels markieren. Interessent*innen sehen dann weitere Produktinformationen und gelangen zu einem hinterlegten Kaufangebot. Ob der Kauf auf Instagram oder in deinem externen Onlineshop abgeschlossen wird, hängt von der verfügbaren Checkout-Lösung ab. Für die Einrichtung brauchst du ein professionelles Instagram-Konto.
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Wie viel kann man mit Instagram verdienen?
Wie viel man mit Instagram verdienen kann, lässt sich nicht pauschal beziffern, denn die Zahl hängt von zu vielen individuellen Faktoren ab. Willst du mit anderen Brands kooperieren, sind z. B. manche Themenfelder und Nischen für Werbekunden deutlich lukrativer als andere.
Auch Reichweite und Engagement spielen natürlich eine Rolle. Entscheidend ist nicht nur, wie groß dein Account ist, sondern auch wie aktiv deine Follower*innen sind und wie sehr sie mit deinem Content interagieren. Bei Kooperationen kommt es zudem auf dein Verhandlungsgeschick an.
Bewirbst du eigene Produkte oder Dienstleistungen statt fremder Marken, rechnet sich Instagram noch einmal ganz anders. Statt Reichweite zählt hier eher, wie gut dein Angebot zur Zahlungsbereitschaft deiner Zielgruppe passt und was du überhaupt anbietest. Auch mit einer kleinen, treuen Zielgruppe kannst du gute Einnahmen erwirtschaften, wenn dein Angebot hochpreisig genug ist.
Gewerbe, Steuern und Kennzeichnungspflichten
Sobald du mit Instagram regelmäßig Geld verdienst – sei es hauptberuflich oder als Nebentätigkeit – kommen unternehmerische Pflichten auf dich zu: du musst ein Gewerbe anmelden, sofern du keine Freiberufler*in bist, dich beim Finanzamt registrieren, Informationspflichten wie die Impressums- und Werbekennzeichnungspflicht beachten und deine Einnahmen versteuern, sobald du die Freibeträge überschreitest.
Gewerbe oder Freiberuflichkeit?
Ob du für dein Instagram-Business eine Gewerbeanmeldung brauchst, hängt davon ab, wofür du die Plattform nutzt:
- Gewerbe für direkte Einnahmen: Bezahlte Kooperationen, Affiliate Marketing und der Verkauf von Produkten zählen als Gewerbe, für das du einen Gewerbeschein benötigst. Für die Anmeldung ist das Gewerbeamt deiner Stadt oder Kommune zuständig, die Kosten liegen in der Regel zwischen 20 und 60 Euro.
- Freiberuflichkeit bei reinem Marketingkanal: Bist du freiberuflich selbstständig (z. B. als Texter*in, Berater*in, Designer*in oder Journalist*in) und nutzt Instagram als Marketingkanal für deine Sichtbarkeit, ändert die Plattformnutzung nichts daran. Instagram bleibt dann einfach ein Kanal, über den du Kund*innen gewinnst und (indirekt) Geld verdienst.
Steuern für Selbstständige
Einnahmen aus deinem Instagram-Business gehören in deine Buchhaltung – unabhängig davon, ob du sie in Geld oder in Form kostenloser Produkte erhältst. Ob du tatsächlich Einkommensteuer zahlst, hängt von deinem Gewinn und deinen übrigen Einkünften ab. Bei einem Gewerbe kann außerdem Gewerbesteuer anfallen. Umsatzsteuer musst du grundsätzlich berücksichtigen, sofern du nicht die Kleinunternehmerregelung nutzt oder eine andere Ausnahme greift.
- Einkommensteuer: Auf deinen Gewinn zahlst du Einkommensteuer. Um den zu berechnen, gibst du in der Steuererklärung deine Einnahmen und Ausgaben an. Meist reicht dafür eine vereinfachte Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) aus.
- Umsatzsteuer: Bist du in der Regelbesteuerung, musst du auf deinen Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen. Startest du gerade erst dein Instagram-Business, kannst du aber die Kleinunternehmerregelung nutzen. Diese befreit dich vom Ausweis der Umsatzsteuer, solange deine Umsätze maximal 25.000 EUR im Vorjahr und 100.000 EUR im laufenden Jahr betragen. Für das Jahr deiner Gründung gelten 25.000 EUR als Umsatzgrenze.
- Gewerbesteuer: Gewerbesteuer fällt erst an, wenn dein jährlicher Gewinn den Freibetrag von 24.500 Euro übersteigt. Für die meisten, die erst anfangen mit Instagram Geld zu verdienen, ist die Gewerbesteuer daher nicht relevant – und für Freiberufler*innen ohnehin nicht, unabhängig von der Höhe des Gewinns.
Auch wenn Gewerbe- und Umsatzsteuer am Anfang als Steuern für Selbstständige oftmals noch keine große Rolle spielen, ist es sinnvoll, wenn du deine Einnahmen und Ausgaben gleich zu Beginn dokumentierst. So behältst du den Überblick, sobald du eine der Grenzen überschreitest, und ersparst dir Arbeit bei der Steuererklärung. Mit einem Geschäftskonto trennst du deine privaten und beruflichen Einnahmen sauber voneinander.
Werbekennzeichnung
Bezahlte Kooperationen und Affiliate-Links musst du auf Social Media eindeutig als „Werbung" oder „Anzeige" kennzeichnen. Machst du das nicht, handelt es sich um irreführende Werbung oder Schleichwerbung – und die kann abgemahnt werden. Als Unternehmer*in bist du verpflichtet, transparent zu machen, wenn du für Werbung eine Gegenleistung erhältst. Achtung: Das muss nicht zwingend Geld sein, auch kostenlose Produkte, Rabatte oder Reisen zählen als geldwerte Leistung.
Was du nicht kennzeichnen musst, ist offensichtliche Werbung in eigener Sache. Hier ist für Instagram-Nutzer*innen klar, dass du deine Angebote als Unternehmer*in bewirbst, weshalb eine Gefahr von Irreführung nicht gegeben ist.
Musik- und Bildrechte
Dass dir Instagram einen Song, ein Bild oder einen Clip technisch zur Verfügung stellt, bedeutet nicht automatisch, dass du ihn für jeden kommerziellen Zweck verwenden darfst. Nutze für Unternehmens- und Werbeinhalte nur Musik und andere fremde Inhalte, für die du die notwendigen Nutzungsrechte besitzt. Das gilt auch für Reposts, Memes und Videoausschnitte.
Impressumspflicht
Nicht nur auf deiner Website oder in deinem Shop brauchst du ein Impressum, sondern auch auf deinem Instagram-Kanal. Du kannst in deiner Bio aber einfach einen Link zum Impressum deiner Website setzen.
Achte darauf, dass die Angaben vollständig sind und sich das Impressum auf einer Unterseite befindet, die sich von jeder anderen Seite in maximal zwei Klicks erreichen lässt. Das Impressum muss „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ sein – so steht es im Gesetzestext.
Abhängig von der Rechtsform deines Unternehmens können unterschiedliche Pflichtangaben wichtig sein. Prüfe genau, was du angeben musst.
Schritt für Schritt zum Instagram-Business
Möchtest du Instagram als Marketingkanal nutzen, geht es darum, sichtbar zu werden. Wir fassen noch einmal Schritt für Schritt zusammen, wie das funktioniert und wie du anschließend mit Instagram Geld verdienen kannst:
- Ziel festlegen: Kläre, was dein Ziel ist. Möchtest du mit deinem Business sichtbar werden, Anfragen generieren oder direkt verkaufen? Dein Ziel bestimmt mit, wie du deinen Content und deinen Account ausrichtest.
- Positionierung schärfen: Schreibe die wichtigsten Fakten über dein Business in deine Bio und gestalte Highlights und Feed so, dass Nutzer*innen sofort klar ist, wofür du stehst und was du anbietest. Wenn du noch nicht ganz sicher bist, wer deine Zielgruppe ist, hilft dir eine Zielgruppenanalyse.
- Content-Strategie überlegen: Überlege dir, was du posten möchtest. Kombiniere verschiedene Formate, tritt mit deinen Follower*innen in Kontakt und poste regelmäßig. Ein Content- bzw. Redaktionsplan hilft dir bei der Planung.
- Instagram mit deinem Business verlinken: Je nachdem, was dein Geschäftsmodell ist, kannst du im Profil deinen Shop, deine Website oder einen Anmeldelink zu deinem Newsletter verlinken.
- Kennzahlen im Blick behalten: Gehe strategisch vor und beobachte, wie dein Content bei deiner Zielgruppe ankommt. Aufschluss geben dir KPIs wie die Anzahl an Shares und Engagement Rate (ER).
- Eigene Angebote sichtbar machen: Zeig, was du anbietest, indem du z. B. Einblicke in deine Arbeit gibst, deine Angebote vorstellst, Referenzen teilst und Fragen in deiner Story beantwortest. Nutze klare CTAs, damit Interessent*innen wissen, was sie als Nächstes tun sollen.
- Erste Kooperationen testen: Falls du mit Marken zusammenarbeiten willst, brauchst du neben Reichweite ein Profil mit klarer Positionierung. Reichweiten- und Engagement-Zahlen kannst du in einem Media-Kit festhalten. Sprich Marken ruhig aktiv an – das erhöht deine Chancen für Kooperationen auf Instagram mehr, als wenn du nur abwartest.
- Unternehmen anmelden: Startest du mit der Absicht, regelmäßig Geld mit Instagram zu verdienen, solltest du gleich ein Gewerbe anmelden und dich beim Finanzamt registrieren. So stellst du dein Business von Anfang an auf feste Beine.
Fazit
Egal, ob du Produkte verkaufen, Dienstleistungen anbieten, für andere Marken werben oder mit deinem Wissen oder deiner Persönlichkeit wahrgenommen werden willst: Instagram kann deine Plattform sein. Um mit Instagram Geld zu verdienen, sollte sich deine Zielgruppe natürlich dort aufhalten. Wenn das der Fall ist, du deine Nische kennst, Spaß an der Erstellung kreativer Content-Formate hast, regelmäßig postest und deine Community pflegst, kannst du Instagram auf verschiedene Art monetarisieren.
Wichtig ist, dass du dran bleibst, denn Vertrauen und Sichtbarkeit bauen sich nicht über Nacht auf, sondern wachsen mit jedem guten Reel, Post und jeder Story ein Stück. Du musst nicht alles von Anfang an richtig machen. Poste deine Videos, teste dein Angebot und sprich die erste Marke an. Am besten findest du beim Machen heraus, was für dein Business funktioniert.
FAQ
Ja, das ist schon möglich, denn mit 1.000 Follower*innen zählst du als Nano-Influencer*in. Diese kleinen Accounts sind bei vielen Marken beliebt, da ihre Community oft besonders loyal ist. Entscheidend ist weniger die Anzahl deiner Follower*innen als Vertrauen und Engagement deiner Community. Auf Instagram als einzige Einkommensquelle solltest du mit einem kleineren Account aber nicht setzen.
Erste Kooperationen sind bei engagierten Communitys schon ab 1.000 bis 10.000 Follower*innen möglich. Pauschal lässt sich das aber nicht an einer Zahl festmachen. Bietest du eigene Produkte oder Dienstleistungen an, kannst du auch mit einer (noch) kleineren Zielgruppe erste Einnahmen erzielen. Entscheidend ist, dass du ein passendes Angebot hast.
Ja, und zwar immer dann, wenn du über Kooperationen, Affiliate Marketing oder den Verkauf physischer Produkte Geld verdienst. Nutzt du Instagram nur als Marketingkanal für eine bestehende Freiberuflichkeit, bleibst du freiberuflich und musst kein Gewerbe anmelden.
Auf deinen Gewinn muss du Einkommensteuer bezahlen. Umsatzsteuer wird relevant, wenn du in der Regelbesteuerung bist und nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst. Umsatzsteuer ist aber ein Durchlaufposten: du erhebst sie auf deinen Rechnungen an deine Kund*innen und führst sie wieder an das Finanzamt ab. Hast du ein Gewerbe, kann zusätzlich Gewerbesteuer anfallen, aber erst, wenn du den Freibetrag von 24.500 EUR Jahresgewinn überschreitest.