Die Series-A-Finanzierung ist für viele Startups der erste Kontakt mit professionellem Venture Capital – und ein wichtiger Schritt zum Wachstum.
Die Series A folgt auf die Gründungs- und Seed-Phase. Nachdem anfangs häufig die Gründer*innen, Family & Friends, frühe Business Angels oder öffentliche Fördermittel einen Teil der Finanzierung gesichert haben, investieren jetzt häufig Venture-Capital-Fonds. Damit steigen nicht nur die möglichen Investmentsummen, sondern auch die Anforderungen an Kennzahlen, Team, Verträge und Skalierbarkeit.
In diesem Guide erfährst du, wie du dein Startup auf die Series-A-Finanzierung vorbereitest und worauf Investor*innen achten. Unser Experte Jan Schnedler, Rechtsanwalt und Autor des Fachbuchs „Startup-Recht“, hat dafür sein Fachwissen zur Startup-Finanzierung eingebracht.
Unser Experte für Startups
Unser Experte für Startup-Recht
Jan Schnedler, Rechtsanwalt
Unser Experte begleitet Startups und zukunftsorientierte Unternehmen bei rechtlichen Themen aller Art. Als Autor hat er mit „Startup-Recht. Praktischer Leitfaden für Gründung, Unternehmensführung und Finanzierung“ (O’Reilly, 2025) ein Standardwerk veröffentlicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Series A ist meist die erste große institutionelle Finanzierungsrunde nach Pre-Seed und Seed.
- In dieser Phase werden Startups häufig für Venture-Capital-Gesellschaften interessant.
- Neben Investmenthöhe und Bewertung bestimmen auch Verwässerung, Liquidationspräferenzen, Kontrollrechte und bestehende Verträge darüber, wie attraktiv eine Finanzierungsrunde und Investor*innen für die Gründer*innen sind.
- Bei der Investorensuche zählen nicht nur Branche und Kapitalbedarf, sondern auch Investmentphase der Investor*innen, Fondsstrategie und persönlicher Fit.
- Gute Vorbereitung heißt: Kennzahlen kennen, Beteiligungsstruktur prüfen, passende Investor*innen auswählen und genügend Zeit für Ansprache und Verhandlung einplanen.
Was ist eine Series-A-Finanzierung?
Die Series-A-Finanzierung ist die erste Finanzierungsrunde in der Wachstumsphase (Expansion Stage) eines Startups. Sie folgt auf Pre-Seed und Seed und wird meist von Venture-Capital-Gesellschaften angeführt, die für ihr Investment Unternehmensanteile und damit auch Informations- und Mitspracherechte und häufig auch Veto-Rechte für wichtige Entscheidungen erhalten. Außerdem werden häufig Vorzugs- bzw. Schutzrechte der Investor*innen wie Liquidationspräferenzen, Tag- und Drag-Along-Rechte, Anti-Dilution-Rechte, Wettbewerbsverbote und Vesting für die Gründer*innen vereinbart.
Series A oder Series A Funding ist in der Regel eine Form der Eigenkapitalfinanzierung. Anders als bei einem Kredit musst du das investierte Kapital in der Regel nicht zurückzahlen und es müssen keine Sicherheiten der Gründer*innen gestellt werden, deswegen heißt es auch Risikokapital.
Das „A“ bezeichnet dabei die Reihenfolge der Finanzierungsrunden. Auf eine erfolgreiche Series A können bei weiterem Kapitalbedarf eine Series-B-Finanzierung und weitere Runden folgen. Eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Phasen findest du in unserem Guide Gründe dein eigenes Startup und mach dein Ding.
Das Kapital aus diesen Finanzierungsrunden fließt typischerweise in Wachstum: zum Beispiel in Marketing, Vertrieb, zusätzliches Personal oder Internationalisierung.
Experten-Tipp von Jan Schnedler
Nur ein kleiner Teil aller Startups eignet sich für eine Finanzierung durch Venture Capital. Schätzungen zufolge sind es weniger als zwei Prozent aller Gründungen – selbst bei innovativen Geschäftsmodellen lediglich rund acht Prozent. Eine Series-A-Finanzierung bzw. eine Venture-Capital-Finanzierung ist daher für viele Startups nicht der typische Finanzierungsweg. Zunächst sollten Gründer*innen prüfen, welche Finanzierungsform tatsächlich zum Geschäftsmodell und zur aktuellen Entwicklungsphase ihres Startups passt: Ist man wirklich bereit, mit seinem Startup schnell zu wachsen und den damit verbunden Stress auszuhalten?
Warum nehmen Startups ihr Kapital in mehreren Finanzierungsrunden auf?
Mit jeder erfolgreich erreichten Entwicklungsstufe kann der Wert deines Startups steigen. Das ist für dich als Gründer*in wichtig: Je höher die Unternehmensbewertung bei einer späteren Finanzierungsrunde ist, desto weniger Anteile musst du für den gleichen Kapitalbetrag abgeben. Deshalb kann es sinnvoll sein, zunächst nur so viel Kapital aufzunehmen, wie du für den nächsten wichtigen Meilenstein brauchst. In der Regel sollte eine Finanzierungsrunde aber das Startup mindestens 12 bis 18 Monate finanzieren.
Was ist der Unterschied zwischen Seed-Finanzierung und Series A?
Die Seed-Finanzierung hilft dir in der Regel, Idee, Produkt und Geschäftsmodell zu validieren und erste Mitarbeiter*innen einzustellen. Die Series A finanziert das Wachstum eines bereits validierten Geschäftsmodells.
Die einzelnen Phasen unterscheiden sich vor allem darin, welche Meilensteine dein Startup bereits erreicht hat und welche Geldgeber*innen einsteigen. Allerdings gibt es keine festen Definitionen der Finanzierungsrunden, z.B. kann es auch Seed-1- und Seed-2-Finanzierungsrunden geben.
| Phase | Ziel | Typische Investmenthöhe | Typische Geldgeber*innen |
|---|---|---|---|
| Pre-Seed | Idee entwickeln, Machbarkeit prüfen | Einige 10.000 EUR | Gründer*innen, Familie/Freunde, ggf. Öffentliche Förderung, Business Angels |
| Seed | Prototyp/MVP, Proof of Concept | rund 50.000 bis 500.000 EUR | Business Angels, Acceleratoren, öffentliche Frühphaseninvestoren |
| Series A | Wachstum, Skalierung, Internationalisierung | Rund 500.000 bis 6 Millionen EUR | Venture-Capital-Gesellschaften, teils Business Angels/Family Offices |
Tabelle 1: Unterschiede zwischen den Startup-Phasen von Pre-Seed bis Series B
Während in der Seed-Phase Vision, MVP und Proof of Concept eine große Rolle spielen, verlangt eine Series-A-Finanzierung bereits belastbare Belege: etwa zahlende Kund*innen oder wiederkehrende Umsätze. Zumindest muss es in der Regel einen Produkt-Market Fit geben.
Fehlen diese Nachweise noch, kann eine Anschluss- oder Brückenfinanzierung besser zur aktuellen Phase passen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise ein Wandeldarlehen.
Wie hoch ist eine Series-A-Finanzierung?
In Deutschland bewegen sich Series-A-Investments meist zwischen 500.000 und 6 Millionen EUR. International können die Investments deutlich höher ausfallen.
Wie viel Kapital dein Unternehmen einsammeln kann, hängt unter anderem vom Geschäftsmodell, der Wachstumsrate, der Größe des Zielmarktes, den bereits erreichten Meilensteinen und der Bewertung deines Startups ab. Je mehr Traction du vorweisen kannst, desto besser kannst du in der Regel eine höhere Bewertung begründen.
Die meisten Venture-Capital-Gesellschaften bevorzugen wenige größere Investitionen gegenüber vielen kleinen. Ein VC-Fonds mit 100 Millionen Investmentvolumen investiert beispielsweise lieber 5 Millionen in 20 Startups als 1 Million in 100 Startups. So halten sie den Aufwand für die Auswahl und Betreuung ihrer Beteiligungen überschaubar. Für Startups mit einem eher geringen Kapitalbedarf kommen VCs deshalb oft weniger infrage.
Mit einem Series-A-Investment verändert sich die Beteiligungsstruktur eines Unternehmens oft deutlich. Investor*innen erhalten in der Regel rund zehn bis 25 Prozent der Geschäftsanteile.
Was bedeutet das konkret? Vereinfacht gesagt: Ein VC gibt deinem Startup Geld und erhält dafür Unternehmensanteile. Angenommen, dein Startup wird im Zuge der Finanzierungsrunde mit 8 Millionen EUR nach dem Investment bewertet und ein VC investiert 2 Millionen EUR. Dann entsprechen die 2 Millionen EUR rechnerisch 25 Prozent des Unternehmens bei einer Post-Money-Bewertung. Die bisherigen Gesellschafter*innen halten zusammen anschließend noch 75 Prozent.
Das nennt man Verwässerung: Niemand nimmt dir bestehende Anteile weg. Durch die neu ausgegebenen Anteile sinkt aber dein prozentualer Anteil am Unternehmen. Genau deshalb gehören Investmenthöhe und Unternehmensbewertung immer zusammen gedacht.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viel Kapital du einsammelst. Auch die Unternehmensbewertung bestimmt, wie viele Anteile du dafür abgeben musst. Je mehr Anteile an neue Investor*innen gehen, desto kleiner wird der prozentuale Anteil der bisherigen Gesellschafter*innen.
Mit jeder Runde wird also dein Cap Table komplexer. Unser kostenloses Tool Equity Control hilft dir, Beteiligungsverhältnisse, Finanzierungsrunden und mögliche Verwässerungen vorab zu simulieren.
Gründerplattform Equity Control
Cap Table Management leicht gemacht. Simuliere Finanzierungsrunden und Mitarbeiterbeteiligungen für dein Startup!
Welche Investor*innen beteiligen sich an einer Series-A-Runde?
Eine Series-A-Runde führen meist Venture-Capital-Gesellschaften an. Daneben können sich Business Angels, Family Offices oder strategische Investor*innen beteiligen.
VC-Gesellschaften investieren überwiegend Kapital, das sie zuvor über Fonds eingesammelt haben. Dadurch können sie größere Investments stemmen als einzelne Business Angels. Gleichzeitig stellen sie häufig strengere Anforderungen an Beteiligungs-, Kontroll-,Informations- und Investorenschutzrechte.
Business Angels investieren dagegen eigenes Geld und sind teilweise bereits seit der Seed-Runde beteiligt. Mehr dazu erfährst du in unserem Guide Business Angel.
Wichtig bei deiner Investorensuche: Prüfe nicht nur, ob ein Venture-Capital-Fonds zu deiner Branche passt. Auch Startup-Phase und Investmentvolumen müssen stimmen. Ein Fonds, der grundsätzlich erst ab Series A investiert, ist während deiner Seed-Finanzierung noch nicht der richtige Kontakt.
Eine weitere wichtige Frage ist, ob der VC überhaupt noch neue Beteiligungen eingeht. VC-Fonds investieren nicht unbegrenzt in neue Startups. Die aktive Investitionsphase liegt meist in den ersten drei bis fünf Jahren nach Auflage eines Fonds. Danach fließt das verfügbare Kapital vor allem in bereits bestehende Beteiligungen. Recherchiere deshalb vor der Ansprache, z.B. auf den Websites der VC-Gesellschaften, ob der Fonds aktuell neue Investments tätigt.
Wie du gezielt passende Kontakte aufbaust, erfährst du unter Investor*in finden.
Experten-Tipp von Jan Schnedler
VC-Gesellschaften bringen zwar höhere Summen ein, aber verlangen dafür strengere Kontroll- und Informationsrechte und setzen sich in der Regel weniger persönlich ein als Business-Angels. Schau also nicht nur aufs Geld, sondern prüfe potenzielle Investor*innen genauso sorgfältig, wie sie dein Startup prüfen – und hol dir am besten Referenzen von anderen Gründer*innen ein.
Wie läuft eine Series-A-Finanzierungsrunde ab?
Eine Series-A-Finanzierung führt vom ersten Kontakt über Pitch, Term Sheet und Due Diligence bis zum Beteiligungsvertrag und Closing.
Typischer Ablauf einer Series-A-Finanzierungsrunde
- Erstkontakt: Suche passende Investor*innen und nutze möglichst persönliche Empfehlungen oder eine Warm Introduction.
- Pitch: Präsentiere Pitch Deck, Kennzahlen, Traction und Marktpotenzial.
- Term Sheet oder Letter of Intent: Haltet die zentralen Eckpunkte des möglichen Investments fest (typische Term-Sheet-Klauseln und worauf du achten solltest findest du im Term-Sheet-Ratgeber).
- Due Diligence: Investor*innen prüfen dein Startup rechtlich, finanziell, technisch und steuerlich (wie diese Prüfung im Einzelnen abläuft, erfährst du in unserem Guide Due Diligence für Startups)
- Vertragsverhandlung: Die Inhalte aus dem Term Sheet werden im Beteiligungsvertrag konkretisiert und umgesetzt. Außerdem werden weitere Dokumente wie die Satzung angepasst.
- Signing und Closing: Die Verträge werden unterschrieben und das Investment wird nach Erfüllung der Closing-Bedingungen ausgezahlt.
Wie lange dauert eine Series-A-Finanzierungsrunde?
Für die eigentliche Verhandlungsphase solltest du häufig mit drei bis sechs Monaten rechnen. Die Vorbereitung beginnt allerdings früher. Kennzahlen aufbereiten, Datenraum erstellen, dein Pitch Deck schärfen und passende Zielinvestor*innen identifizieren, das alles kostet Zeit. Plane deshalb insgesamt eher ein halbes Jahr oder mehr ein.
Wann ist dein Startup bereit für eine Series A?
Dein Startup ist bereit für eine Series A, wenn du nicht mehr nur Wachstum versprichst, sondern mit belastbaren Daten zeigen kannst, dass dein Geschäftsmodell funktioniert und skalierbar ist.
Das erwarten Investor*innen bei einer Series-A-Finanzierung:
- nachvollziehbares Wachstum und echte Traction
- ein skalierbares Geschäftsmodell mit wiederholbaren Vertriebsprozessen und stabilen Unit Economics
- ein eingespieltes und voll committetes Gründerteam
- bekannte und nachvollziehbare KPIs
- eine saubere rechtliche und steuerliche Basis
- eine realistische, aus erreichten und geplanten Meilensteinen abgeleitete Unternehmensbewertung
Deine Zahlen müssen dabei eine nachvollziehbare Geschichte erzählen. Wenn du zentrale KPIs nicht erklären kannst oder das Investment vor allem alte Verbindlichkeiten finanzieren soll, kann das als Warnsignal für die Investor*innen gelten.
Ein sauber ausgearbeiteter Businessplan und ein überzeugender Pitch helfen dir, Geschäftsmodell, Markt und Finanzierung nachvollziehbar darzustellen.
Eine Series A ist alles andere als selbstverständlich: Laut einer aktuellen Analyse erreichen in Europa rund 23 Prozent der untersuchten Startups nach ihrer Seed-Finanzierung eine Series A (Quelle: Klink, Christoph: Antler Research Report: Europe’s Growth Stage, Juli 2026). Eine gründliche Vorbereitung auf die nächste Finanzierungsrunde ist deshalb umso wichtiger.
Experten-Tipp von Jan Schnedler
Schon mit den Verträgen deiner Seed-Runde legst du die Grundlage für die Series A. Sie sind daher besonders wichtig! Wenn frühe Investor*innen weitreichende Sonderrechte erhalten haben, kann das eine spätere VC-Finanzierung erschweren oder sogar verhindern – viele VCs verlangen, dass frühere Investor*innen auf einen Teil ihrer Rechte verzichten (etwa Verwässerungsschutz oder Vetorechte), bevor sie selbst einsteigen. Achte daher schon in früheren Finanzierungsrunden auf die Regelungen der Beteiligungsverträge.
Was verändert eine Series-A-Finanzierung für dein Startup?
Wenn es dir gelingt, im Rahmen einer Series-A-Finanzierung Kapital eines VC-Fonds einzusammeln, steigen nicht nur deine finanziellen Möglichkeiten, sondern auch die Erwartungen an das Wachstum deines Startups. Venture-Capital-Fonds zielen auf hohe Renditen und einen späteren Exit. Dein Geschäftsmodell muss deshalb ausreichend Wachstumspotenzial bieten.
Gleichzeitig steigt in der Wachstumsphase häufig deine Burn Rate, weil du beispielsweise dein Team ausbaust und stärker in Vertrieb oder Marketing investierst. Das erhöht das Risiko: Zeigt sich nach der Finanzierungsrunde, dass dein Geschäftsmodell doch nicht wie erwartet skaliert und du die Burn-Rate schon hochgefahren hast, aber die Umsätze nicht entsprechend steigen, brauchst du in der Regel recht schnell eine weitere Finanzierung, um nicht Insolvenz anmelden zu müssen.
Prüfe deshalb vor einer Series A nicht nur, ob du VC-Kapital bekommen kannst, sondern auch, ob diese Form der Finanzierung zu deinem Unternehmen und deinen Wachstumszielen passt.
So helfen wir dir bei deiner Series-A-Finanzierung - FundingReady
Wir von der Gründerplattform haben mit unserem Produkt FundingReady ein Tool für dich entwickelt, das dich genau bei diesem Schritt unterstützt: Es hilft dir einzuschätzen, wie gut dein Startup auf eine VC-Finanzierung in der Series A vorbereitet ist und welche Lücken du noch schließen kannst. Das Tool verbindet Orientierung und konkrete nächste Schritte. Es unterstützt dich dabei,
- passende Finanzierungsformen für dein Geschäftsmodell zu identifizieren
- deinen aktuellen Stand über ein Scoring einzuschätzen
- Lücken auf dem Weg zur angestrebten Finanzierung sichtbar zu machen
- konkrete Handlungsschritte abzuleiten
- passende Tools und Unterstützungsangebote zu nutzen
Da es Teil der Gründerplattform ist und von der KfW unterstützt wird, kannst du es kostenlos nutzen.
Check deine Funding Readiness und finde heraus, was du vor deiner Series A noch nachschärfen kannst.
Bist du bereit für deine Startup-Finanzierung?
Finde kostenlos deinen Finanzierungsscore heraus!
Beispiel: Der richtige Investor zur richtigen Zeit
Ein E-Commerce-Startup braucht in der Seed-Phase 200.000 EUR für den Markteintritt. Ein VC mit E-Commerce-Fokus und einem Fondsvolumen von 100 Millionen EUR sieht zunächst nach dem perfekten Match aus.
Es gibt allerdings einen Haken: Der VC investiert grundsätzlich erst ab einem Volumen von 3 Million EUR in Wachstumsfinanzierungen – also frühestens ab der Series A.
Für das Startup bedeutet das: Branche passt, Zeitpunkt nicht. Erst wenn das Unternehmen Marktakzeptanz nachweisen kann, mehr Kund*innen erreicht und einen höheren Kapitalbedarf hat, passen Startup-Phase und Investitionsstrategie des VCs zusammen.
Welche Fehler solltest du bei der Series-A-Finanzierung vermeiden?
Eine gute Vorbereitung auf die Series-A-Finanzierung beginnt lange vor dem ersten Investorengespräch. Gerade bei der Auswahl und Ansprache von Venture-Capital-Gesellschaften kannst du Fehler vermeiden, die deine Chancen auf eine Finanzierung deutlich verschlechtern.
Diese Fehler solltest du vermeiden:
- Du sprichst die falschen Investor*innen an: Prüfe vorab, ob eine Venture-Capital-Gesellschaft zu deiner Branche, Unternehmensphase und gewünschten Investmenthöhe passt. Auch der regionale Investmentfokus und die aktuelle Investitionsphase des Fonds spielen eine Rolle.
- Du setzt vor allem auf Kaltakquise: Unaufgefordert verschickte Businesspläne und Pitch Decks haben nur geringe Erfolgsaussichten. Besser sind persönliche Empfehlungen und Kontakte aus deinem Netzwerk.
- Du planst nur bis zum Closing: Deine Finanzierungsrunde sollte genügend Liquidität schaffen, damit du dich anschließend wieder auf dein operatives Geschäft konzentrieren kannst. Es ist ratsam, mit einer Runde die Liquidität für etwa 18 Monate sicherzustellen.
- Du unterschätzt die Folgen der Verwässerung: Gibst du in einer Runde zu viele Geschäftsanteile ab, kann das spätere Finanzierungen erschweren. Deshalb ist es wichtig, schon bei frühen Finanzierungsrunden in der Pre-Seed- oder Seed-Phase an spätere Runden zu denken.
- Du schaust nur aufs Geld: Ein Investment sollte mehr bieten als Kapital. Prüfe auch, welches Netzwerk, welche Beratung und welche Möglichkeiten für spätere Finanzierungsrunden Investor*innen mitbringen.
Fazit: So gelingt der Einstieg in die Series-A-Finanzierung
Die Series A ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Wachstum. Wenn dein Geschäftsmodell funktioniert, deine Kennzahlen stimmen und du weißt, wofür du das Kapital brauchst, kann Venture Capital dein Startup deutlich schneller voranbringen. Entscheidend ist aber nicht nur, ob du eine Finanzierung bekommst, sondern zu welchen Bedingungen und von wem. Bereite dich früh vor, prüfe deine Ausgangslage kritisch und geh erst dann in die Gespräche, wenn du weißt, wie funding-ready du bist. So verhandelst du aus einer stärkeren Position.
FAQ zur Series-A-Finanzierung
Die Bewertung hängt unter anderem von Geschäftsmodell, Wachstumsrate, Zielmarkt, Traction und erreichten Meilensteinen ab. Eine feste Zahl dafür gibt es nicht. In Deutschland liegen die Unternehmensbewertungen bei einer Series A häufig zwischen 5 und 30 Millionen EUR. Wenn es bereits Umsätze gibt, kann man ein Startup auch anhand der Umsätze bewerten.
Die Pre-Seed-Finanzierung gehört zur frühesten Startup-Phase. In dieser Phase geht es vor allem darum, eine erste Idee zu entwickeln und ihre Machbarkeit zu prüfen. Das Kapital kommt häufig vom Gründerteam, aus dem persönlichen Umfeld oder aus Förderangeboten.
Die Seed-Finanzierung folgt auf die Pre-Seed-Phase. Sie finanziert typischerweise die Entwicklung und Validierung eines Prototyps oder MVP und den Proof of Concept. Als Geldgeber*innen kommen insbesondere Business Angels, Acceleratoren und öffentliche Frühphaseninvestoren infrage. Venture-Capital-Fonds steigen meist ab der Series A ein.