Werde erfolgreich Freiberufler*in

Steuersparen ist nur einer von vielen Vorteilen

44 Prozent der Freiberufler arbeiten zwischen 41 und 50 Stunden pro Woche, ähnlich viel wie Festangestellte

In der technisch-naturwissenschaftlichen Sparte unter Freiberufler*innen gibt es zurzeit den größten Zuwachs von knapp 4 Prozent

2017 waren 1,382 Mio Menschen in Deutschland in freien Berufen selbstständig

Freiberufler*in werden und beim Finanzamt die Gewerbesteuer sparen

Planst du für deine berufliche Zukunft mit einer selbstständigen Tätigkeit durchzustarten? Überlegst du, ob du Gewerbetreibende*r oder Freiberufler*in werden willst? Mit ein paar Tipps aus der Praxis kann das durchaus eine erfolgreiche Karriere werden. Je präziser dabei die Planung im Vorfeld, umso besser läuft es dann auch für dich als Freiberufler*in.

Selbstständig sein mit dem Status als Freiberufler*in

In jedem Fall übst du auch als Freiberufler*in eine Tätigkeit als selbstständige*r Unternehmer*in aus und wirtschaftest in eigener Verantwortung. Im Angestelltenverhältnis mit Gehalt von einem Unternehmen bist du nun nicht mehr. Du entscheidest allein über Verluste und Risiken und darüber, wie viel Geld du deinem Unternehmen privat entnimmst. Im Gegenzug haftest du dann mit deinem gesamten Privat- und Betriebsvermögen. Du hast also eine hohe Verantwortung und musst dafür deine Einnahmen außer mit dem Finanzamt oder Kreditgebenden mit keinen Geschäftspartner*innen teilen. Als freiberufliche*r Unternehmer*in genießt du im betriebswirtschaftlichen Alltag eine Reihe von Vorteilen gegenüber Gewerbetreibenden. Es kann allerdings nicht jeder freiberuflich tätig sein und Gründer*innen müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen, um Freiberufler*in werden zu können.

Unterschiede zwischen gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit

Der für Gründer*innen wichtigste Unterschied ist die Befreiung als Freiberufler*in von der Gewerbesteuer. Allerdings kann nicht jeder, der sich selbstständig machen will, Freiberufler*in werden, denn der Gesetzgeber schreibt dazu bestimmte Voraussetzungen vor. Das bedeutet, nur einige festgelegte Berufe kommen dafür in Frage, in der Selbstständigkeit als Freiberufler*in anerkannt und somit von Gewerbesteuer und Pflicht zur Finanzbuchhaltung befreit zu sein. Das Finanzamt greift dabei auf einen Katalog zurück.

Um als Freiberufler*in anerkannt zu werden, darf der selbstständig ausgeübte Beruf nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Gesetzliche Grundlage für das Finanzamt ist dabei § 18 des Einkommensteuergesetzes. Als Freiberufler*in kannst du dich bei Bedarf mit anderen in der Rechtsform einer Partnergesellschaft zusammenschließen. Auch die Gründung einer GbR ist möglich.

Deine Gründung beginnt hier!
Brainstorming | Planung | Finanzierung

Liste der freien Berufe in den verschiedensten Branchen

Zu den sogenannten freien, d.h. nicht der Gewerbeordnung unterliegenden Berufen zählen künstlerische und schriftstellerische sowie erzieherische und wissenschaftliche Tätigkeiten. Aber auch Rechtsbeistände, ärztliches Fachpersonal sowie Steuerbevollmächtigte und freischaffende Trainer*innen und Lehrer*innen zählen zu den freien Berufen.

    Freiberufler*in in der Kunst

    Hier geben wir dir eine kleine Übersicht, in welchen Berufszweigen du dich als Freiberufler*in selbstständig machen kannst:

    • Kunstschaffende wie Maler*innen und Bildhauer*innen
    • Schauspieler*innen und Musiker*innen
    • Personen mit freier journalistischer Tätigkeit und Schriftsteller*innen
    • Dolmetscher*innen und Übersetzer*innen
    • Architekturschaffende und Personen aus den Ingenieursberufen
    • Rechtsbeistände, Wirtschaftsprüfer*innen und Steuerberater*innen
    • Ärztliches und zahnärztliches Fachpersonal
    • Heilpraktiker*innen und psychologisches Fachpersonal
    • Designer*innen und Web-Designer*innen

    Die Liste ist allerdings nicht vollständig und gerade durch das Internet und die zunehmende Digitalisierung entstehen immer wieder neue freie Berufe - vor allem in der IT-Branche.

    Status beim Umgang mit dem Finanzamt

    Derzeit herrscht bei den Finanzämtern für zahlreiche neue Berufe vor allem aus der IT-Branche noch eine gewisse Unsicherheit über den Status als Gewerbetreibende*r oder Freiberufler*in. Auch wenn du teilweise gewerbetreibend und teilweise freiberuflich tätig bist, zum Beispiel als freie*r Journalist*in und Texter*in arbeitest und gleichzeitig noch einen Online-Shop betreibst, solltest du die Anteile wirtschaftlich für dich vorteilhaft gewichten. Als Basis, um Freiberufler*in werden zu können und als solche*r vom Finanzamt auch anerkannt zu werden, gilt folgende Faustregel: Bei einer gemischten Tätigkeit muss der freiberufliche Anteil größer sein als der gewerbliche. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, einen Rechtsbeistand für Existenzgründer*innen, eine*n Steuerberater*in oder eine Existenzgründungsberatung aufzusuchen, bevor du dich als Freiberufler*in beim Finanzamt anmeldest.

    Die Rentenversicherung für Freiberufler*innen und für „Scheinselbstständige“

    Als Freiberufler*in musst du dich mit deinem Unternehmen grundsätzlich nicht bei deiner Stadt oder Gemeinde, sondern nur beim zuständigen Finanzamt anmelden. Aber damit ist es mit dem Papierkram nach unserer Erfahrung noch nicht getan. Denn gleichzeitig interessiert sich auch dein Rentenversicherungsträger für dich und deine Beiträge zur Sozialversicherung. Falls es Probleme geben sollte, weil du zum Beispiel derzeit nur im Auftrag für eine Person oder ein Unternehmen arbeitest und die Rentenversicherung dich als „scheinselbstständig“ einstuft, empfehlen wir dir Kontakt zur Clearingstelle Deutsche Rentenversicherung aufzunehmen. Hier lässt sich dann ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren einleiten, was dir unter Umständen eine Menge Geld spart. In jedem Fall solltest du dich umfassend informieren, gut vorbereitet sein und dich rechtlich absichern, bevor du dich als Freiberufler*in selbstständig machst.

    Als Freiberufler*in weder Gewerbesteuer noch Finanzbuchhaltung nötig

    Wenn du selbstständige*r Freiberufler*in werden willst, zahlst du keine Gewerbesteuer, sondern lediglich die Einkommen- und Umsatzsteuer. Auch eine Finanzbuchhaltung ist nicht nötig, dem Finanzamt reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung, die sogenannte EÜR. Dennoch empfehlen wir, zur Abklärung eine*n Steuerberater*in aufzusuchen und wie bei jeder Gründung einen Businessplan zu schreiben.

    Mitglied in der IHK musst du ebenfalls nicht sein und in der Berufskammer nur sogenannte kammerpflichtige Berufe wie ärztliches Fachpersonal oder Rechtsbeistände. Als freiberufliche*r Journalist*in, Webdesigner*in oder Musiker*in zum Beispiel kommt für dich die günstige Künstlersozialkasse in Frage, ansonsten kannst du als Freiberufler*in wählen, ob du dich privat oder gesetzlich versicherst.

    Viele Freiberufler*innen, die sich selbstständig machen, brauchen kein Startkapital. Sie haften allerdings mit ihrem Privatvermögen. Daher empfiehlt es sich in jedem Fall eine gesonderte Versicherung im Vorfeld abzuschließen, damit du mit Erfolg und Rückendeckung durchstarten kannst. Viel Erfolg!

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    bhp